SAP ECC Wartungsende 2027 · Jetzt strategisch handeln

SAP-Ablösung als Chance: ERP-Wechsel für den Mittelstand 2026

Die Standardwartung für SAP ECC endet in 18 Monaten. Statt in Panik zu migrieren, nutzen vorausschauende Unternehmen den Zwang zum Wechsel, um Prozesse zu bereinigen, Cloud-nativ zu werden und moderne ERP-Alternativen zu prüfen. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie der strategische Wechsel gelingt – mit Fallbeispielen, Kostenvergleich und BAFA-Förderung.

31.12.2027
Ende der SAP ECC Standardwartung
Quelle: SAP SE, 2026
74 %
der SAP-Bestandskunden noch nicht auf S/4HANA migriert
Quelle: DSAG Investitionsreport, 2025
+20–40 %
Produktivitätsgewinn durch modernes Cloud-ERP
Quelle: IDC, 2025
bis 80 %
BAFA-Förderung für IT-Beratung beim ERP-Wechsel
Quelle: BAFA, 2026
SAP ECC Ablösung S/4HANA Alternative Cloud ERP BAFA Förderung Brownfield vs. Greenfield
Die Uhr tickt

Was das Wartungsende für Ihr Unternehmen bedeutet

Stellen Sie sich vor, Sie sind IT-Leiter eines Maschinenbauers mit 180 Mitarbeitern. SAP ECC läuft seit 2008, 14 Module sind im Einsatz, 1.200 Z-Programme wurden über die Jahre entwickelt. Der Geschäftsführer fragt: «Müssen wir wirklich wechseln?» Die Antwort ist komplexer, als sie klingt.

SAP-Ablösung bezeichnet den zwingenden Wechsel von SAP ERP 6.0 (ECC) auf eine Nachfolgelösung, weil die Standardwartung am 31.12.2027 ausläuft. Betroffen sind nicht nur das Kern-ERP, sondern auch Branchenlösungen wie SAP IS-H (Healthcare), SAP IS-Oil, SAP CS (Customer Service) und tausende Z-Entwicklungen (Custom Code), die auf der ABAP-Stack-Architektur basieren.

Der Treiber ist kein technischer Defekt, sondern ein vertragliches Enddatum. SAP SE hat 2020 angekündigt, die Mainstream-Wartung für den Business Suite 7 Stack (ECC 6.0 EhP8) zum Jahresende 2027 einzustellen. Eine kostenpflichtige erweiterte Wartung bis 2030 ist möglich – sie kostet 2 % des Lizenzwerts pro Jahr und löst das Problem nur aufschiebend.

SAP ECC (ERP Central Component) läuft auf beliebigen Datenbanken (Oracle, SQL Server, HANA). S/4HANA (Suite for HANA) ist die Nachfolgegeneration, die ausschließlich auf SAP HANA (In-Memory) läuft und ein vereinfachtes Datenmodell (Universal Journal, keine Indizes mehr) mitbringt. Der Wechsel erfordert daher nicht nur ein Software-Update, sondern eine Datenbank-Migration und oft eine Prozess-Anpassung.

📊

74 % der SAP-Kunden haben die Migration auf S/4HANA noch nicht abgeschlossen (DSAG Investitionsreport 2025). Das sind Ihre Wettbewerber – viele zögern, weil Brownfield-Conversion-Projekte oft 18–36 Monate dauern und 500.000–2.000.000 € kosten. Wer jetzt plant, ist im Vorteil.

Viele Mittelständler (50–500 MA) zögern, weil sie instinktiv spüren: Eine Brownfield-Conversion nimmt Altlasten (Customizing, Z-Code, Datenqualität) mit in die neue Welt. Was Sie heute als Workaround eingebaut haben, wird im neuen System zum technischen Schuldenberg. Die DSAG-Studie zeigt: Unternehmen mit hohem Z-Code-Anteil (> 1.000 Objekte) haben nach Brownfield-Migrationen im Schnitt 30 % höhere Betriebskosten als nach Greenfield-Implementierungen.

Quellen: SAP SE Wartungsankündigung 2020/2024, DSAG Investitionsreport 2025, Trovarit ERP-Studie 2025, eigene Erhebungen 2025/26.

Perspektivwechsel

Warum die Ablösung eine Chance ist, kein Zwang

Wer nur migriert, um compliant zu bleiben, verschenkt das Potenzial, das in jedem Systemwechsel steckt: Prozesse bereinigen, Cloud-nativ werden, Herstellerunabhängigkeit gewinnen. Drei Vorteile, die über Compliance hinausgehen.

Weitermachen wie bisher

Brownfield Conversion auf S/4HANA

Technische Migration, Prozesse bleiben

Das bestehende ECC-System wird per Software-Update auf S/4HANA konvertiert. Customizing, Z-Code und Datenstrukturen werden weitgehend mitgenommen. Die Technik wechselt, die Prozesse bleiben – inklusive alter Workarounds.

  • Schnellerer Start, vertraute Prozesse
  • Altlasten (Customizing, Z-Code) bleiben erhalten
  • Technische Schulden werden mit migriert
  • On-Premise oder Private Cloud, nicht cloud-nativ
  • Spätere Transformation teurer
Neu denken

Greenfield oder Alternativ-ERP

Prozessbereinigung, Cloud-nativ, Standard-First

Neuinstallation eines modernen ERP – ob S/4HANA Greenfield, Business Central, IFS, Infor, Odoo oder proALPHA. Prozesse werden auf Standard gebracht, Custom Code entfällt. Statt alter Workarounds entstehen saubere, dokumentierte Abläufe.

  • Prozesse werden bereinigt und vereinfacht
  • Kein Z-Code, keine Altlasten
  • Cloud-nativ, regelmäßige Updates automatisch
  • Schnellere Time-to-Value bei Standardprozessen
  • Herstellerunabhängigkeit bei Alternativ-ERP

Entscheidungshilfe: Hoher Z-Code-Anteil (> 1.000 Objekte) + stark individualisierte Prozesse → Greenfield oder Alternativ-ERP oft sinnvoller als Brownfield. Lassen Sie vor der Entscheidung einen Custom-Code-Scan durchführen (SAP ATC oder Smart Shift, Kosten ca. 5.000–15.000 €).

Details zu Brownfield vs. Greenfield
Drei strategische Vorteile

Was der Wechsel neben Compliance bringt

Compliance ist der Anlass. Diese drei Hebel sind der Ertrag. Jeder spart nachweislich Geld oder schafft Wettbewerbsvorteile.

Vorteil 1
30–50 %

Prozessbereinigung

Wer neu aufsetzt, streicht Schattenprozesse, Excel-Inseln und Workarounds. Studien zeigen 30–50 % weniger Prozessvarianten nach Greenfield oder Alternativ-ERP.

  • Einheitliche Stammdaten
  • Ende von Insellösungen
  • Klare Prozessverantwortung
📌 Praxisbeispiel: Ein Logistikdienstleister mit 250 MA reduzierte nach Wechsel auf Business Central die Prozessvarianten in der Auftragsabwicklung von 17 auf 4 – Fehlerquote sank um 60 %.
Vorteil 2
Cloud-nativ

Technische Modernität

Keine Datenbank-Migration mehr, keine Hardware-Beschaffung, keine Patch-Tage. Updates kommen quartalsweise, Sicherheit ist Managed Service. Ihre IT-Abteilung arbeitet an Prozessoptimierung, nicht an Infrastruktur.

  • Automatische Updates
  • Skalierbare Infrastruktur
  • API-First Architektur
📌 Praxisbeispiel: Ein Fertigungsunternehmen sparte nach Wechsel auf proALPHA Cloud 40 % Betriebskosten (kein eigener Server-Raum, keine SAP-Basis-Administration).
Vorteil 3
Optionen

Herstellerunabhängigkeit

Wer die Ablösung nutzt, um den Markt zu prüfen, gewinnt Verhandlungsmacht – auch gegenüber SAP. Multi-Vendor-Strategie wird möglich. Sie sind nicht länger von einem Anbieter abhängig.

  • Kein Vendor Lock-in
  • Best-of-Breed integrierbar
  • Verhandlungsposition stärken
📌 Praxisbeispiel: Ein Handelsunternehmen ließ sich von SAP und Microsoft Angebote geben – der Wettbewerb senkte das Budget um 25 %, ohne Leistungseinbußen.
Die Alternativen

Sechs ERP-Systeme im Vergleich

Alphabetisch innerhalb der Typen, ohne Wertung. Die Tabelle zeigt Betriebsmodell, Cloud-Readiness und typische Zielgruppe für den Mittelstand (50–500 MA). So lesen Sie diese Tabelle: Suchen Sie zuerst Ihren Typ (SAP-Bestandskunde, Microsoft-Ökosystem, Branchen-ERP oder modularer Ansatz) – dann vergleichen Sie innerhalb des Typs.

Anbieter Betriebsmodell Cloud-Readiness Stärken im Mittelstand Typische Zielgruppe
SAP-Nachfolge (Brownfield/Greenfield)
SAPS/4HANA Cloud, Public/Private Edition Cloud (Public/Private) / On-Prem Public Edition: SaaS, quartalsweise Updates
Private Edition: Managed Cloud, jährliche Updates
Tiefe SAP-Integration, Branchenlösungen, größte Partnerbasis SAP-Bestandskunden, komplexe Prozesse, > 250 MA
Microsoft-Ökosystem
MicrosoftDynamics 365 Business Central SaaS (Public Cloud) Echtes Multi-Tenant SaaS, monatliche Updates, Azure-nativ Nahtlose Office/Teams/Power-Platform-Integration, starkes Partnernetz in DACH 50–300 MA, Microsoft-affine Unternehmen, Standardprozesse
Branchen-ERP (Fertigung, Projekt, Handel)
IFSIFS Cloud SaaS / Private Cloud / On-Prem Single-Code-Base, wählbares Deployment, komponentenbasiert Starke Asset-Management/Field-Service/Projekt-Funktionen, Fertigungstiefe 100–1.000 MA, asset-intensive Fertigung, Projektgeschäft
InforCloudSuite Industrial (SyteLine) / Distribution Cloud (AWS) / On-Prem CloudSuite auf AWS, branchenspezifische Micro-Verticals Tiefe Branchenfunktionen (Discrete, Process, Fashion), MES-integriert 100–2.000 MA, diskrete/Prozess-Fertigung, Handel
Modular / Open Source / Mittelstandsfokus
OdooOdoo Enterprise (SaaS/On-Prem) SaaS (Odoo.sh) / On-Prem / Partner-Cloud Modular, jährliche Major-Releases, SaaS-Option Extrem breite funktionale Abdeckung (ERP, CRM, Website, HR, POS), Preis/Leistung 20–300 MA, wachstumsstarke Unternehmen, Standard-affin
proALPHAproALPHA ERP (Cloud/On-Prem) Cloud (Private) / On-Prem Eigene Cloud-Plattform, schrittweise Migration möglich Deutscher Mittelstandsfokus, starke Fertigung/Logistik, BAFA-gelistete Partner 50–500 MA, produzierender Mittelstand DACH, Nachfolge-SAP-Kunden

Die 3 häufigsten Migrationspfade im Detail

Pfad 1 · S/4HANA Brownfield
Conversion für SAP-Bestandskunden mit niedrigem Z-Code

Kosten: 500.000–2.000.000 €. Dauer: 12–24 Monate. Risiko: Mittel (Custom Code muss HANA-kompatibel sein). Geeignet für Unternehmen mit < 500 Z-Objekten und standardnahen Prozessen. Nachteil: Altlasten bleiben, Cloud-nativ erst im zweiten Schritt.

Pfad 2 · Microsoft Dynamics 365 Business Central
Cloud-nativer Neustart für Microsoft-affine Unternehmen

Kosten: 150.000–500.000 € (50–250 User). Dauer: 6–14 Monate. Risiko: Niedrig bei Standardprozessen. Geeignet für Unternehmen, die Office/Teams nutzen und Prozesse bereinigen wollen. Stärkste Power-Platform-Integration am Markt.

Pfad 3 · proALPHA ERP
Mittelstand-ERP mit Fertigungsfokus und BAFA-Partnern

Kosten: 200.000–600.000 €. Dauer: 8–16 Monate. Risiko: Niedrig (deutsche Standards, GoBD-konform). Geeignet für produzierenden Mittelstand (50–500 MA) mit hohen Anforderungen an Fertigung, Logistik und Qualität. BAFA-gelistete Partner inklusive.

Keine bezahlten Platzierungen. Reihenfolge alphabetisch je Typ. Weitere Anbieter: abas, GUS, Sage, Weclapp, xentral. Der Markt ist breiter – diese sechs decken die relevantesten Migrationspfade für SAP-ECC-Kunden ab.

Zum allgemeinen ERP-Vergleich 2026
Das Vorgehen

In sechs Schritten zur erfolgreichen SAP-Ablösung

Ein ERP-Wechsel ist kein Softwareprojekt, sondern ein Transformationsprojekt. Dieser methodische Weg führt vom Kernproblem zur belastbaren Entscheidung. Jeder Schritt enthält einen Praxistipp aus realen Projekten.

1

Ausgangslage analysieren

Klarheit schaffen: Welche SAP-Module laufen (FI/CO, MM, SD, PP, QM, PM, HCM)? Welche Eigenentwicklungen (Z-Code, Customizing) existieren? Wie hoch ist der Customizing-Grad? Ein Custom-Code-Scan (SAP ATC, Smart Shift) und eine Modul-Inventur sind Pflicht vor jeder Entscheidung. Der Scan kostet ca. 5.000–15.000 € und zeigt, welche Z-Objekte HANA-kompatibel sind.

💡 Praxis-Tipp: Planen Sie 30 % Puffer für Datenbereinigung ein. Stammdatenqualität (Dubletten, fehlende Felder) wird erst im Projekt sichtbar.
2

Strategische Optionen prüfen

Drei Pfade vergleichen: Brownfield (S/4HANA Conversion), Greenfield (S/4HANA Neuimplementierung) oder Alternativ-ERP (Business Central, IFS, Infor, Odoo, proALPHA). Jeder Pfad hat andere Kosten, Risiken, Zeiträume und Organisationsauswirkungen. Entscheiden Sie nach Kernproblem, nicht nach Hersteller.

💡 Praxis-Tipp: Lassen Sie sich von 2–3 Anbietern (SAP + 2 Alternativen) eine Grobkalkulation machen – der Wettbewerb senkt die Preise und schärft Ihr Anforderungsprofil.
3

Anforderungen strukturieren

Lastenheft nach Muss/Soll/Kann erstellen. Fachbereiche (Finanzen, Logistik, Produktion, Vertrieb, HR) einbinden. Schnittstellen (MES, CRM, BI, E-Commerce, EDI) und regulatorische Pflichten (GoBD, LkSG, CSRD, E-Rechnung) dokumentieren. Nutzwertanalyse als Bewertungsraster vorbereiten.

💡 Praxis-Tipp: Definieren Sie 3–5 kritische Prozesse (z. B. Auftragsabwicklung, MRP-Lauf, Monatsabschluss) als Test-Szenarien für den späteren Proof of Concept.
4

Longlist & Shortlist bilden

Anbieter aus dem passenden Typ sammeln (siehe Vergleichstabelle). 2–3 Anbieter auf Shortlist setzen, die Branche, Größe und Systemlandschaft abdecken. Typen nicht vermischen – vergleichen Sie Business Central mit Odoo, nicht mit S/4HANA.

💡 Praxis-Tipp: Prüfen Sie bei jedem Shortlist-Kandidaten: Hat der Partner in den letzten 24 Monaten ein Projekt in Ihrer Branche und Größe erfolgreich abgeschlossen? Lassen Sie sich Referenzen nennen.
5

Proof of Concept mit echten Daten

Top-2–3 Anbieter mit eigenen Stamm- und Bewegungsdaten testen. Nur echte Daten zeigen, ob Prozesse abgebildet werden. Konkret: Liefern Sie Stammdaten (Artikel, Kunden, Lieferanten), offene Posten und 3 Monate Bewegungsdaten. Demo-Szenarien definieren (Auftragsabwicklung, MRP-Lauf, Monatsabschluss), Bewertungsraster anwenden.

💡 Praxis-Tipp: Ein Proof of Concept kostet 10.000–30.000 € pro Anbieter – das ist die günstigste Versicherung gegen eine Fehlentscheidung. Investieren Sie hier, nicht in der Implementierung.
6

TCO & Förderung berechnen

Lizenz, Implementierung, Datenmigration, Schnittstellen, Betrieb über 5–7 Jahre gegenüberstellen. BAFA-Förderung (bis 80 % Beratungskosten) und steuerliche Vorteile (Sofortabschreibung, Investitionsabzugsbetrag) einrechnen. Entscheidung dokumentieren, Business Case vorlegen, Go/No-Go treffen.

💡 Praxis-Tipp: Rechnen Sie nicht nur die Kosten, sondern auch den Nutzen: 20–40 % Produktivitätsgewinn, 30–50 % weniger Prozessvarianten, Ende der SAP-Basis-Administration.

Methodik: Die Nutzwertanalyse macht Kriterien vergleichbar. Lastenheft-Vorlage und Bewertungsraster finden Sie in unserer Methodik-Sektion.

Zur Nutzwertanalyse
Typische Fehler

Sechs Fallen bei der SAP-Ablösung

60 % aller ERP-Projekte überschreiten Budget oder Zeitplan. Diese sechs Muster sind die häufigste Ursache. Alle sind vermeidbar, wenn man sie kennt – und die Beispiele zeigen, wie teuer jeder Fehler werden kann.

Falle 1
Panikmigration ohne Strategie

Unter Zeitdruck (2027 naht) wird der erstbeste Pfad gewählt – oft Brownfield S/4HANA – ohne Alternativen zu prüfen. Ergebnis: Altlasten werden mitgenommen, Kosten explodieren, Nutzen bleibt aus.

📌 Beispiel: Ein Automotive-Zulieferer migrierte in 14 Monaten auf S/4HANA Brownfield – und stellte nach dem Go-Live fest, dass 40 % der Z-Programme nicht HANA-kompatibel waren. Nachbesserung: +300.000 € und 6 Monate Verzögerung.
Falle 2
Nur SAP denken

Der Markt wird nicht gescannt. Microsoft, IFS, Infor, Odoo, proALPHA werden nicht evaluiert. Verhandlungsmacht gegenüber SAP entfällt. Oft passen Alternativen besser zu Mittelstandsprozessen – und sind 40–60 % günstiger im TCO.

📌 Beispiel: Ein Handelsunternehmen mit 120 MA ließ nur SAP-Angebote einholen – und zahlte 180.000 €/Jahr Lizenz. Ein Parallel-Angebot von Business Central lag bei 72.000 €/Jahr inklusive Cloud-Betrieb.
Falle 3
Datenmigration unterschätzt

Stammdatenqualität (Dubletten, fehlende Pflichtfelder, alte Mandanten) wird erst im Projekt sichtbar. Datenbereinigung dauert 30–50 % der Projektzeit. Early Data Assessment ist Pflicht.

📌 Beispiel: Ein Maschinenbauer mit 180 MA entdeckte während der Migration 15.000 Dubletten in der Artikeldatei und 4.000 Kunden mit fehlenden Steuernummern. Datenbereinigung kostete 80.000 € und 3 Monate.
Falle 4
Custom Code mitschleppen

Z-Entwicklungen werden 1:1 migriert statt abgelöst. Bei S/4HANA bedeutet das massive Remediation-Aufwände. Bei Alternativ-ERP: Prozesse in Standard überführen, Low-Code nutzen.

📌 Beispiel: Ein Unternehmen mit 2.500 Z-Objekten ließ alle 1:1 nach S/4HANA migrieren – Kosten: 450.000 € für Code-Remediation. Nach dem Go-Live waren 60 % der Z-Programme obsolet, weil der Standard die Prozesse abdeckte.
Falle 5
Change Management ignoriert

Neues ERP = neue Prozesse = neue Arbeitsweise. Ohne Kommunikation, Training, Key-User-Einbindung und Führungskommitment scheitert die Adoption. Die User-Adoption-Rate sinkt im ersten Quartal nachweislich um bis zu 45 %, wenn die Führungsebene die neue Software nicht aktiv vorlebt.

📌 Beispiel: Ein Logistiker führte Business Central ein, ohne die Lager-Mitarbeiter einzubinden. Nach 3 Monaten nutzten 70 % der Kommissionierer weiterhin Excel – das neue System war teures Parallelsystem. Kosten: 150.000 € ohne Nutzen.
Falle 6
Förderung verpassen

BAFA-Beratung (bis 80 % Zuschuss) muss vor Vertragsunterschrift beantragt werden. Wer erst nach Unterschrift fragt, verschenkt bis zu 3.500 € pro Beratung. Partner auf BAFA-Listung prüfen.

📌 Beispiel: Ein Unternehmen beauftragte einen nicht BAFA-gelisteten Berater mit der ERP-Auswahl – und verlor 2.800 € Zuschuss. Der Wechsel zu einem BAFA-Partner hätte 30 Minuten Recherche gekostet.
Kosten & Förderung

Was der Wechsel kostet und was Sie zurückholen

Transparente Orientierung statt Überraschungen. Die Bandbreiten basieren auf DSAG, Trovarit und eigenen Erhebungen 2025/26 für Unternehmen mit 50–500 MA. Die Kosten unterscheiden sich massiv je nach Migrationspfad.

Kostenfaktor 1
Lizenz & Abos

Software-Lizenzen

S/4HANA Public: nutzerbasiert (Professional/Functional). Business Central: Named User. Odoo: pro App. proALPHA: modulbasiert. Cloud-ERP ist oft 30–50 % günstiger im TCO über 5 Jahre – bei regulären Updates und keinem zusätzlichen Wartungsvertrag.

  • S/4HANA: 150–400 €/User/Monat
  • Business Central: 70–100 €/User/Monat
  • Odoo: 20–40 €/User/Monat (pro App)
  • proALPHA: ab 80 €/User/Monat (Cloud)
Kostenfaktor 2
Implementierung

Einführung & Beratung

Der größte Kostenblock. S/4HANA Brownfield: 500 T€–2 Mio. €. Greenfield: 1–3 Mio. €. Alternativ-ERP (Business Central, Odoo, proALPHA): 150–500 T€ bei Standardprozessen. Partner-Tagessätze: 1.200–2.200 €.

  • Workshops & Lastenheft
  • Konfiguration & Customizing
  • Tests & Schulung
Kostenfaktor 3
Daten & Schnittstellen

Migration & Integration

Oft unterschätzt: Stammdatenbereinigung, Altdaten-Archivierung, Delta-Migration, Schnittstellen zu MES, CRM, BI, E-Commerce, Banken, Behörden. 20–40 % des Projektbudgets. Ein Early Data Assessment kann die Kosten senken.

  • Datenqualitäts-Analyse
  • Migrations-Tools / Skripte
  • Schnittstellen-Entwicklung

TCO-Beispielrechnung: 150 MA, Fertigung, SAP ECC → Cloud-ERP

S/4HANA Brownfield
ca. 1.200.000 €
Business Central SaaS
ca. 380.000 €

TCO über 5 Jahre inklusive Lizenz, Implementierung, Betrieb, Schulung. Business Central spart 68 % – bei regelmäßigen Updates, Cloud-Betrieb und keinem zusätzlichen Wartungsvertrag. Quelle: Trovarit 2025, eigene Erhebungen.

BAFA-Förderung

Bis zu 80 % Beratungskosten zurück

Das Programm «Förderung unternehmerischen Know-hows» erstattet KMU die strategische Beratung vor dem ERP-Wechsel. Voraussetzung: Der Berater ist BAFA-gelistet und die Beratung findet vor Vertragsabschluss statt.

Fördersatz

Bis 80 % Erstattung

max. 3.500 € pro Beratung

KMU bis 250 MA: 80 %. KMU 250–500 MA: 60 %. Junge Unternehmen (< 5 Jahre): 90 %. Berater muss BAFA-gelistet sein. Beratung muss vor Vertragsabschluss stattfinden.

Förderfähig

Strategische ERP-Beratung

Lastenheft, Auswahl, Business Case

Förderfähig: Prozessanalyse, Anforderungsdefinition, Anbietervergleich, Wirtschaftlichkeitsberechnung, Change-Readiness. Nicht förderfähig: Implementierung, Lizenzen, Schulung.

Steuerlich

Zusätzliche Hebel

Sofortabschreibung & Investitionsabzugsbetrag

Digitale Wirtschaftsgüter (Software, Cloud) können sofort abgeschrieben werden (§ 7g EStG). Investitionsabzugsbetrag (40 % der geplanten Kosten) vorab geltend machen. Steuerberater einbinden.

Ihr Fahrplan

BAFA-Checkliste

4 Schritte zum Zuschuss
  • BAFA-gelisteten Berater finden
  • Antrag vor Beratungsbeginn stellen
  • Beratung durchführen lassen
  • Verwendungsnachweis einreichen

Wichtig: BAFA-Antrag vor Beratungsbeginn stellen. Bearbeitung ca. 4–6 Wochen. Unser Matching schlägt BAFA-gelistete Partner vor – kostenlos und neutral.

BAFA-Förderung Details & Antrag

Die passende ERP-Strategie neutral finden

SAP ECC Wartung endet 2027. Nutzen Sie die Ablösung als Chance: Prozesse bereinigen, Cloud-nativ werden, Alternativen prüfen. Mit strukturierter Auswahl, BAFA-Förderung und Partnern, die Ihre Branche kennen.