SAP Business One vs. Microsoft Business Central: Der Vergleich für KMUs

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Inhaltsverzeichnis

Warum stellt der Vergleich SAP Business One vs Business Central, die wohl komplexeste strategische Richtungsentscheidung für den deutschen Mittelstand dar? Auf den ersten Blick scheint die Situation paradox: Beide Systeme sind unangefochtene Marktführer. Beide stammen von globalen Technologiekonzernen, die Investitionssicherheit garantieren. Und auf der funktionalen Ebene – dem sogenannten „Feature-Set“ – herrscht oft Parität: Beide beherrschen Finanzbuchhaltung, Lagerlogistik und Vertrieb.

Doch der Schein trügt. Eine Entscheidung rein auf Basis von Funktionslisten zu treffen, ist im Jahr 2026 fahrlässig. Die beiden Systeme verkörpern diametral entgegengesetzte Philosophien der Unternehmensführung. Während SAP Business One (B1) die strukturierte Prozess-Exzellenz und tiefe Datengranularität in den Mittelpunkt stellt, positioniert sich Microsoft Dynamics 365 Business Central als agile, cloud-native Plattform, die Grenzen zwischen ERP und Office-Produktivität auflöst. Dieser Leitfaden dient dazu, die Marketing-Layer abzutragen und die architektonische DNA beider Systeme zu analysieren, damit Sie eine Entscheidung treffen können, die auch in zehn Jahren noch Bestand hat.

Es geht hierbei nicht um „besser“ oder „schlechter“, sondern um den „Strategic Fit“: Passt Ihr Organisationsmodell eher zur Prozessdisziplin aus Walldorf oder zur Plattform-Ökonomie aus Redmond? Um diese fundamentale Weichenstellung objektiv und ohne Vertriebsdruck vorzubereiten, empfehle ich Ihnen als ersten operativen Schritt ein neutrales Matching Ihrer Anforderungen auf https://find-your-software.de. Lassen Sie uns nun die Systeme methodisch dekonstruieren.

Runde 1: Die architektonische DNA – Prozess-Governance vs. Plattform-Agilität

Um eine fundierte Prognose über den Erfolg einer ERP-Einführung in Ihrem Unternehmen zu treffen, müssen wir die Herkunft und den strategischen Fokus der Systeme verstehen. Software ist letztlich nichts anderes als gegossene Prozess-Philosophie.

SAP Business One: Der Fokus auf Prozess-Integrität und Core-Stability

Ein weit verbreitetes Missverständnis muss vorab geklärt werden: SAP Business One ist technologisch kein „kleines S/4HANA“. Es ist ein eigenständiges, historisch gewachsenes Produkt, das speziell für den Mittelstand (KMU) konzipiert wurde. Seine DNA ist Stabilität und Kontrolle.

  • Die Philosophie: „Best-of-Process“. SAP Business One gibt klare Strukturen vor. Es ist weniger ein „Baukasten“ als vielmehr ein vorgefertigtes Framework für bewährte Geschäftsprozesse. Das System „erzieht“ das Unternehmen zu Disziplin.
  • Technologischer Kern: Mit der Einführung der SAP HANA In-Memory-Datenbank hat SAP das System massiv aufgewertet. Dies ermöglicht nicht nur transaktionale Arbeit, sondern Echtzeit-Analytics direkt im System. Für Unternehmen mit hohem Fokus auf Lagerumschlag, Chargenrückverfolgung und Finanz-Reporting bietet SAP B1 eine „Out-of-the-Box“-Tiefe, die oft wenig Anpassung erfordert.

Microsoft Dynamics 365 Business Central: Die Demokratisierung der ERP-Daten

Business Central ist die evolutionäre Weiterentwicklung des legendären „Navision“ (Dynamics NAV). Microsoft hat dieses System jedoch vollständig in die Cloud-Architektur von Azure überführt und neu positioniert. Seine DNA ist Produktivität und Interoperabilität.

  • Die Philosophie: „Modern Workplace Integration“. Microsoft betrachtet das ERP nicht als isolierten „Datensilo“, sondern als Backend für die tägliche Arbeit. Die Grenzen verschwimmen: Ein Vertriebsmitarbeiter kann Angebote direkt aus Outlook erstellen, ohne das E-Mail-Programm zu verlassen. Genehmigungen laufen über Microsoft Teams.
  • Technologischer Kern: Die Strategie setzt voll auf die Microsoft Power Platform (Power BI, Power Automate, Power Apps). Der Ansatz ist „Low-Code/No-Code“: Fachabteilungen sollen in die Lage versetzt werden, eigene kleine Applikationen und Workflows zu bauen, die auf die ERP-Daten zugreifen. Das fördert die Agilität, erfordert aber auch eine neue Form der IT-Governance, um Wildwuchs zu vermeiden.

Runde 2: SAP Business One vs Business Central – Native SaaS vs. Managed Cloud

An diesem Punkt scheiden sich im Jahr 2026 die Geister und oft auch die strategischen Wege der Unternehmen. Während beide Anbieter das Label „Cloud“ auf ihre Produkte kleben, verbirgt sich dahinter eine fundamental unterschiedliche technische Architektur mit weitreichenden Konsequenzen für Ihren IT-Betrieb.

Microsoft Business Central: Die „Cloud-First“ Strategie (Public SaaS)

Business Central ist als echtes Multi-Tenant SaaS-System auf der Azure-Plattform konzipiert. Das bedeutet, Sie teilen sich die Infrastruktur (hochgradig abgesichert und isoliert) mit anderen Kunden, ähnlich wie bei Microsoft 365.

  • Evergreen IT: Microsoft spielt monatlich kleine Updates und halbjährlich große „Feature-Waves“ ein. Ihr System ist zwangsweise immer aktuell. Das eliminiert die gefürchteten, teuren Migrationsprojekte alle fünf Jahre. Die Kehrseite: Sie benötigen automatisierte Testroutinen, um sicherzustellen, dass Ihre individuellen Anpassungen („Extensions“) nach dem Update noch reibungslos laufen.
  • Skalierbarkeit: Sie benötigen kurzfristig mehr Rechenpower für den Jahresabschluss? Azure skaliert im Hintergrund dynamisch. Sie kümmern sich weder um SQL-Server-Lizenzen noch um Backups oder Geo-Redundanz.
  • Sicherheit: Sie profitieren automatisch von den Milliarden-Investitionen Microsofts in Cyber-Security (ISO 27001, SOC 2). Für den Mittelstand ist dieses Sicherheitsniveau im Eigenbetrieb kaum noch darstellbar.

SAP Business One: Die „Sovereignty“ Strategie (Hosted / Private Cloud)

SAP B1 wird oft als Cloud-Lösung vermarktet, ist technisch gesehen jedoch meist eine Single-Tenant Lösung. Das bedeutet: Ein Partner hostet eine dedizierte Instanz für Sie in einem Rechenzentrum.

  • Kontrolle & Souveränität: Sie (oder Ihr Partner) entscheiden, wann ein Update eingespielt wird. Das ist in regulierten Branchen (z.B. Medizintechnik), wo Software-Änderungen eine Re-Validierung erfordern, ein entscheidender Vorteil gegenüber dem „Update-Zwang“ von SaaS.
  • HANA-Infrastruktur: Die leistungsstarke In-Memory-Datenbank SAP HANA ist hungrig nach Arbeitsspeicher. Sie benötigt zertifizierte, oft kostspielige Hardware-Instanzen. Das macht das Hosting im direkten Vergleich oft teurer als bei SQL-basierten Systemen.
  • Der Web-Client: SAP hat massiv in den HTML5-basierten Web Client investiert, um die Abhängigkeit vom Windows-Fat-Client zu reduzieren. Dennoch nutzen Power-User für maximale Performance und bestimmte Add-ons oft noch die Desktop-Variante via Remote Desktop (RDP) oder Citrix.

Die Entscheidung von SAP Business One vs Business Central ist also philosophisch: Suchen Sie die Innovationsgeschwindigkeit und Wartungsfreiheit von „echtem“ SaaS (Microsoft)? Oder benötigen Sie die volle Kontrolle über Datenbank und Release-Zyklen (SAP)? Prüfen Sie hierzu auch die tiefgehenden Architektur-Analysen im Blogbereich von Find-Your-ERP/, insbesondere die Artikel zum Thema „On-Premise vs. Cloud Kostenmodelle“.

Runde 3: Usability und Integration – Akzeptanz entscheidet über ROI

Die beste Software nützt nichts, wenn die Mitarbeiter sie umgehen. Usability ist kein „weicher Faktor“, sondern entscheidet über die Datenqualität und damit über den Return on Invest.

Microsoft: Die „Office-Dividende“ und Kontext-Integration

Die wohl mächtigste Waffe von Business Central ist der sogenannte „Halo-Effekt“ der Microsoft-Welt. Wer Excel und Outlook bedienen kann, findet sich in Business Central sofort zurecht.

  • Das Ende des Kontextwechsels: Studien zeigen, dass Mitarbeiter durch das ständige Wechseln zwischen Apps (Alt-Tab) bis zu 40% Produktivität verlieren. Microsoft eliminiert dies. Ein Vertriebsmitarbeiter erhält eine E-Mail-Anfrage. Er öffnet in Outlook (!) eine Seitenleiste („Contact Insights“), sieht live die offenen Posten und Lagerbestände und versendet das Angebot direkt aus der E-Mail. Die ERP-Daten kommen zum Nutzer, nicht umgekehrt.
  • Teams-Integration: Genehmigungsworkflows oder Diskussionen über einen Kundenauftrag finden nativ in Microsoft Teams statt, wobei der Datensatz direkt verlinkt ist („Adaptive Cards“).

SAP Business One: Das Cockpit für Experten

SAP B1 verfolgt einen anderen Ansatz. Die Oberfläche („Fiori-Style“ im Web Client oder klassisch) ist auf maximale Informationsdichte ausgelegt. Es ist ein Werkzeug für Profis, die den ganzen Tag im System arbeiten.

  • Funktionalität vor Design: Die Masken sind dicht gepackt. Ein Buchhalter oder Disponent hat alle relevanten Felder auf einem Blick, ohne scrollen zu müssen. Das wirkt anfangs komplexer („Ingenieurs-Software“), ermöglicht nach der Einarbeitung aber eine extrem hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit.
  • Enterprise Search: Ein echtes Highlight der HANA-Technologie ist die globale Suche. Sie funktioniert wie Google für Ihre Unternehmensdaten. Sie tippen eine Rechnungsnummer, einen Kundennamen oder eine Artikelnummer ein, und das System durchsucht in Sekundenbruchteilen die gesamte Datenbank – inklusive Anhängen und Notizen. Das spart im Arbeitsalltag massiv Suchzeit.

Runde 4: Erweiterbarkeit und Ökosystem – „App-Store“ vs. „Deep Vertical“

Im Jahr 2026 ist die Zeit der monolithischen „Alles-Könner“-ERPs vorbei. Kein Standardsystem der Welt kann Ihre spezifischen Nischenprozesse zu 100% abdecken. Die entscheidende Frage lautet daher nicht: „Kann das ERP das?“, sondern: „Wie einfach und update-sicher kann ich die fehlenden 5% nachrüsten?“ Hier verfolgen die Giganten zwei radikal unterschiedliche Philosophien.

Microsoft Business Central: Der „App-Store“ und die Low-Code Revolution

Microsoft hat mit dem AppSource den wohl größten B2B-Marktplatz der Welt geschaffen. Die Philosophie gleicht dem Smartphone: Sie benötigen eine DATEV-Schnittstelle, eine Reisekostenabrechnung oder einen Konnektor zu Amazon? Sie laden die App, aktivieren sie, und sie läuft.

  • Technologische Sicherheit (AL-Extensions): Anders als früher ändern Apps in Business Central niemals den Quellcode des Kernsystems. Sie docken als „Extensions“ (Erweiterungen) an. Das garantiert, dass das monatliche Microsoft-Update nicht durch Ihre Anpassungen blockiert wird.
  • Die Demokratisierung der IT (Power Platform): Der größte Wettbewerbsvorteil ist die Integration von Power Automate und Power Apps. Fachabteilungen können eigene kleine Workflows bauen (z.B. „Wenn Lagerbestand < 10, poste Nachricht in Teams"), ohne eine einzige Zeile Code zu schreiben. Das reduziert den "Backlog" der IT-Abteilung massiv.

SAP Business One: Die „Deep Vertical“ Strategie

Das Ökosystem von SAP B1 ist kleiner, aber oft tiefer spezialisiert. SAP setzt auf sogenannte Software Solution Partners (SSPs). Lösungen wie „Boyum IT“ (für Usability & Fertigung) oder „Coresystems“ (für Field Service) sind in der B1-Welt allgegenwärtig.

  • Integrationstiefe: Während Microsoft-Apps oft leichtgewichtige Ergänzungen sind, greifen SAP-Add-ons tief in die Logik ein. Ein Fertigungs-Add-on für B1 fühlt sich nicht wie ein Fremdkörper an, sondern wie ein natives Modul.
  • Branchen-Komplettlösungen: Oft kaufen Sie SAP B1 nicht „nackt“, sondern als vorgefertigte Branchenlösung (z.B. „SAP B1 für den Anlagenbau“), bei der das Add-on bereits der dominierende Faktor ist. Das reduziert den Anpassungsaufwand, erhöht aber die Abhängigkeit vom spezifischen SAP-Partner.

Einen strategischen Überblick über branchenspezifische Erweiterungen und deren Notwendigkeit finden Sie auf Find-Your-ERP/. Filtern Sie dort gezielt nach Ihrer Branche, um zu sehen, welches Ökosystem für Ihren Sektor „reifer“ ist.

Use Cases: Wer gewinnt die „Strategic Fit“ Analyse?

Lassen Sie uns zwei typische Mittelstands-Archetypen durchspielen, um die Unterschiede greifbar zu machen.

Use Case A: Der internationale High-Velocity Trader (Großhandel)

Das Profil: 80 Mitarbeiter, Handel mit Elektronikbauteilen, Standorte in Deutschland und den USA. Hoher Fokus auf CRM-Geschwindigkeit, E-Commerce-Anbindung und schnelle Skalierung.

Die Empfehlung: Microsoft Business Central.

  • Warum? Die Multi-Company-Fähigkeit in der Cloud ist exzellent. Ein neuer Standort in den USA ist in wenigen Stunden als neuer Mandant aufgesetzt (Intercompany-Verrechnung inklusive).
  • Der Prozess-Vorteil: Die Integration von Outlook ist der Gamechanger. Im schnelllebigen Trading zählt jede Minute. Angebote direkt aus der E-Mail zu senden, ohne das Programm zu wechseln, erhöht die Schlagzahl des Vertriebs messbar. Konnektoren zu Shopify oder Magento sind im AppSource „Plug & Play“.

Use Case B: Der spezialisierte „Hidden Champion“ (Fertigung)

Das Profil: 120 Mitarbeiter, Herstellung von Präzisionswerkzeugen. Hohe Fertigungstiefe, komplexe mehrstufige Stücklisten, Notwendigkeit zur lückenlosen Chargenrückverfolgung (Traceability).

Die Empfehlung: SAP Business One (meist mit Fertigungs-Add-on).

  • Warum? Hier schlägt „deutsche Gründlichkeit“ die „amerikanische Flexibilität“. SAP B1 bringt bereits im Standard eine sehr robuste Lagerlogik und Materialbedarfsplanung (MRP) mit.
  • Der Prozess-Vorteil: Die Logik für Seriennummern und Chargen zieht sich konsequent durch jeden Beleg. Mit spezialisierten Add-ons (z.B. Beas Manufacturing) wird B1 zu einem vollwertigen PPS-System, das auch Maschinendaten (BDE) verarbeiten kann. Die HANA-Datenbank ermöglicht zudem Echtzeit-Kalkulationen der Herstellkosten, was bei schwankenden Rohstoffpreisen existenzsichernd ist.

Spezialdisziplinen: Die Grenzen des ERP-Standards (HR & ESG)

Ein häufiger Fehler in Auswahlprozessen ist die Erwartungshaltung, das ERP könne „alles“. Sowohl SAP B1 als auch BC sind Finanz- und Warenwirtschaftssysteme, keine Spezialisten für Human Resources oder Nachhaltigkeit.

Human Resources (HR): Verwaltung vs. Talent Management

Beide Systeme können Mitarbeiterstammdaten verwalten (Wer wohnt wo? Was kostet er die Kostenstelle?). Doch moderne HR-Arbeit ist mehr.

  • Die Realität: Für Payroll (Lohnabrechnung), Recruiting oder Zeiterfassung benötigen Sie externe Software. Ein „All-in-One“-Anspruch scheitert hier meist an der Komplexität des deutschen Arbeitsrechts.
  • Die Lösung: Microsoft-Kunden greifen oft zu „Dynamics 365 Human Resources“ oder Partner-Apps wie „Hubdrive“. SAP-Kunden nutzen Schnittstellen zu DATEV.

Suchen Sie für diesen Bereich gezielt nach „Best-of-Breed“ Lösungen auf Find-Your-HR, die sich per API nahtlos an Ihr gewähltes ERP andocken lassen.

ESG (Environmental, Social, Governance): Der neue Daten-Standard

Ab 2026 ist Nachhaltigkeits-Reporting keine Kür mehr, sondern Pflicht (CSRD). Hier verschiebt sich das Feld:

  • Microsoft: Punktet mit der „Cloud for Sustainability“. Da die Daten bereits in Azure liegen, bietet Microsoft mächtige KI-Tools, um CO2-Emissionen zu berechnen und zu visualisieren. Der Ansatz ist technologiegetrieben.
  • SAP: Punktet mit Datenkonsistenz. Da SAP oft tiefer in der Produktion und Logistikkette steckt, sind die Daten für Scope-1 und Scope-2 Emissionen oft präziser greifbar.

Wer tiefes, auditsicheres ESG-Reporting benötigt, das über einfache Dashboards hinausgeht, sollte auf Find-Your-ESG.de/ nach spezialisierten Tools suchen, die die Rohdaten aus den SQL/HANA Datenbanken extrahieren und compliant aufbereiten.

Die Kosten (TCO): Die Wahrheit hinter dem Preisschild

Der direkte Preisvergleich zwischen SAP Business One und Microsoft Business Central gleicht oft dem Versuch, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Das liegt an den fundamental unterschiedlichen Betriebsmodellen. Während Microsoft auf ein reines Mietmodell (SaaS/Public Cloud) setzt, bei dem die Infrastruktur „unsichtbar“ eingepreist ist, erfordert SAP Business One (insbesondere in der performanten HANA-Version) oft eine dedizierte Hosting-Architektur.

Für eine seriöse Entscheidung müssen wir die Total Cost of Ownership (TCO) über 5 Jahre betrachten:

Kostenfaktor Microsoft Business Central (SaaS Cloud) SAP Business One (HANA Hosted / Private Cloud)
Lizenzmodell OpEx (Betriebsausgabe):
Monatliche Miete pro „Named User“.
Offizielle Preise (Stand 2025/26):
Dynamics 365 BC Essentials: 65,50 € / User / Monat
Dynamics 365 BC Premium: 93,60 € / User / Monat
Mix aus CapEx/OpEx:
Entweder klassischer Lizenzkauf (On-Premise) + jährliche Wartung (ca. 18-20% vom Listenpreis) oder Partner-Subscription.
Hinweis: SAP veröffentlicht keine Endkunden-Preislisten; der Vertrieb erfolgt ausschließlich über Partner.
Infrastruktur & Betrieb Inklusive (SaaS):
Hosting auf Azure, Backups, Geo-Redundanz und SQL-Datenbank-Lizenzen sind im User-Preis enthalten.
Exklusiv (Teuer):
Die In-Memory Technologie SAP HANA benötigt zertifizierte Hardware (Certified Appliance) mit sehr viel RAM. Hosting kostet oft hunderte Euro extra pro Monat.
Implementierung Faktor 1:2 bis 1:3:
Durch „Rapid Start“ Services und hohe Standardisierung oft schneller live.
Faktor 1:3 bis 1:5:
Höhere initiale Dienstleistungskosten durch komplexere Installation und Anpassung der HANA-Umgebung.
Updates & Wartung Inklusive (Evergreen):
Automatische Updates („Major Waves“) sind im Mietpreis enthalten (siehe Microsoft Update Policy). Budget für Tests nötig.
Manuell (Kostenpflichtig):
Updates müssen vom Partner als Mini-Projekt eingespielt werden. Wartungsverträge decken nur die Bereitstellung, nicht die Durchführung ab.

Die strategische Warnung: Lassen Sie sich nicht vom günstigen Einstiegspreis täuschen. Microsoft erhöht die Preise tendenziell regelmäßig („Cloud Uplift“). Bei SAP B1 sind die initialen Kosten („Hürde“) höher, dafür laufen stabil eingerichtete Systeme oft Jahre lang ohne massive Kostensteigerungen, solange Sie keine Prozesse ändern. Nutzen Sie für eine detaillierte Kostenanalyse Studien von Analysten wie Gartner oder Forrester, um die langfristigen Preiskurven der Hersteller zu verstehen.

SAP Business One vs Business Central Fazit: Strategie schlägt Feature-Liste

Das Duell SAP Business One vs. Business Central endet unentschieden – denn es gibt keinen technologischen Sieger, nur einen strategisch passenden Partner. Die Entscheidung ist eine Wette auf die Zukunft Ihrer Arbeitsweise.

  • Wählen Sie Microsoft Business Central, wenn Sie eine agile Organisation sind. Wenn Sie „Cloud First“ leben, Ihre Mitarbeiter ohnehin in Microsoft Teams und Outlook „wohnen“ und Sie eine offene Plattform suchen, die mit Ihrem Wachstum skaliert („Best-of-Suite“). Es ist die Wahl für Handelsunternehmen, Dienstleister und moderne Start-ups.
  • Wählen Sie SAP Business One, wenn Sie Prozess-Stabilität über alles stellen. Wenn Sie ein klassischer Fertiger oder Großhändler mit komplexen Lagerstrukturen sind, der klare Leitplanken benötigt. Wenn Sie ein System wollen, das „einfach funktioniert“ und exzellente Performance bei großen Datenmengen liefert („Best-of-Process“).

Egal wie Sie sich entscheiden: Beide Systeme sind „Safe Bets“. Sie werden nicht vom Markt verschwinden. Das eigentliche Risiko liegt nicht in der Software (Code), sondern in der Auswahl des falschen Implementierungspartners und unklaren internen Prozessen. Machen Sie Ihre Hausaufgaben.

Starten Sie Ihren Auswahlprozess niemals mit bunten Demos, sondern immer mit harten Daten. Vergleichen Sie die Systeme basierend auf Ihren individuellen Kriterien jetzt neutral auf Find-Your-Software.de. Finden Sie den Partner, der Ihre Sprache spricht und Ihre Branche versteht.


Häufige Fragen (FAQ) zu SAP Business One vs. Business Central

Ist SAP Business One teurer als Microsoft Business Central?

Initial oft ja. SAP Business One erfordert meist höhere Investitionen in die Implementierung und (bei HANA) in die Server-Infrastruktur. Microsoft Business Central punktet mit niedrigen monatlichen Einstiegskosten (SaaS), kann aber über die Jahre durch Speicherkosten und Preiserhöhungen bei den Lizenzen in der Total Cost of Ownership (TCO) aufholen.

Welches ERP-System eignet sich besser für die Produktion?

Im Standard hat SAP Business One oft die Nase vorn, wenn es um robuste Materialbedarfsplanung (MRP) und Chargenverwaltung geht. Microsoft Business Central bietet ebenfalls Produktionsmodule, benötigt für komplexe Fertigungsszenarien jedoch häufiger zusätzliche Apps aus dem AppSource oder spezialisierte Branchenlösungen.

Ist Business Central der Nachfolger von Dynamics NAV (Navision)?

Ja. Microsoft Dynamics 365 Business Central ist der offizielle, cloud-basierte Nachfolger von Dynamics NAV (ehemals Navision). Der Code wurde modernisiert, aber die grundlegende Geschäftslogik ist für erfahrene NAV-Nutzer sofort wiedererkennbar.

Kann ich SAP Business One auch in der Cloud nutzen?

Ja, aber anders als bei Microsoft. Während Business Central eine „Public Cloud“ (SaaS) Lösung ist, wird SAP Business One meist als „Hosted Cloud“ angeboten. Das bedeutet, ein Partner betreibt einen dedizierten Server für Sie in einem Rechenzentrum. Es ist technisch gesehen oft eine ausgelagerte On-Premise-Installation.

Bild von Dr. Marcel Panzer

Dr. Marcel Panzer

Durch zahlreiche erfolgreich abgeschlossene Auswahlprojekte hat Marcel Geschäftsprozesse in Start-ups, mittelständischen Unternehmen und Konzernen digitalisiert. Er entwickelte mehrere KI-Tools und promovierte im Bereich Deep Learning / Reinforcement Learning, wobei er klassische Heuristiken mit State-of-the-Art-Algorithmen verknüpfte. So verbindet er technische Exzellenz mit praxisnaher Software-Expertise, um Unternehmen schnell die am besten passende Software zu finden.

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