CIO Summary
In der Kalenderwoche 24 dominiert ein einziges Thema den Enterprise-Software-Markt: autonome KI-Agenten und die Foundation Models, die sie antreiben. Auf der Microsoft Build 2026 stellte Microsoft mit MAI-Code-1 und MAI-Thinking-1 erstmals eigene Coding- und Reasoning-Modelle vor und verankerte mit dem Agent 365 SDK eine Governance-Schicht für produktive Agenten. NVIDIA, MiniMax und Alibaba lieferten zeitgleich offene oder günstige Frontier Models, die agentische Workloads um bis zu 90 Prozent verbilligen. Snowflake, Salesforce, Workday, OpenAI und IBM bauten ihre Plattformen vom Werkzeug zum eigenständigen Akteur um. Für CIOs verschiebt sich die Leitfrage von „Welcher Copilot?“ zu „Welche Daten-, Identitäts- und Kontrollebene trägt unsere Agenten?“. Wer jetzt Architektur und Governance festlegt, entscheidet über Kosten und Sicherheit der nächsten Jahre.
Die vergangene Woche war einer der dichtesten Zeiträume des Jahres für die Enterprise-Softwareauswahl. Drei der einflussreichsten Branchenereignisse fielen zusammen: die Microsoft Build 2026, der NVIDIA-Auftritt auf der Computex in Taipeh und der Snowflake Summit 2026. Im Zentrum stand durchgehend der KI-Agent, also Software, die Aufgaben nicht nur vorschlägt, sondern eigenständig plant, ausführt und überprüft. Insgesamt verzeichnete unser Marktüberblick mehr als 40 relevante Launches, von Foundation Models über Coding-Agenten bis zu spezialisierten Sicherheitslösungen. Dieser Wochenüberblick ordnet die wichtigsten Neuvorstellungen ein, erklärt ihren konkreten Nutzen und zeigt, worauf es bei der Bewertung für das eigene Unternehmen ankommt. Das Tempo macht klar: Die agentische Ära ist von der Vision in die Beschaffungsrealität gerückt.
Microsoft Build 2026: Eigene Modelle und eine Kontrollebene für Agenten
Auf der Build 2026 (2. bis 3. Juni) verschob Microsoft den Schwerpunkt von fremden Modellen hin zu eigener Modell-IP und zu der Frage, wie sich Agenten unternehmensweit sicher betreiben lassen. Sieben neue MAI-Modelle und eine ganze Familie von Knowledge- und Daten-Diensten bilden das Fundament.
MAI-Code-1 von Microsoft
MAI-Code-1 ist eine AI-Coding-Model-Lösung von Microsoft, die speziell für GitHub und den Entwickler-Workflow gebaut ist.
Was es bringt: Die Variante MAI-Code-1-Flash ist direkt in VS Code integriert, ohne API-Aufrufe oder SDK-Setup, und steht zahlenden Copilot-Abonnenten sofort im Model-Picker zur Verfügung. Das Modell ist auf sehr effiziente Inferenz ausgelegt und damit auch für hohe Anfragevolumen wirtschaftlich.
Für wen es spannend ist: Engineering-Teams, die agentische Coding-Workflows einführen und ihre Modellabhängigkeit diversifizieren möchten.
Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Microsoft besitzt das Modell selbst und bietet es zusätzlich über OpenRouter, Fireworks AI und Baseten an, reduziert also die Abhängigkeit von einem einzelnen Vorlieferanten.
Wann ein genauerer Blick lohnt: Sobald Copilot-Kosten oder Vendor-Lock-in im Code-Stack zum Thema werden.
MAI-Thinking-1 von Microsoft
MAI-Thinking-1 ist Microsofts erstes dediziertes Reasoning-Model für komplexe, mehrstufige Aufgaben.
Was es bringt: Das Modell ist auf mehrstufige Tool-Aufrufe und Enterprise-Agenten-Workflows ausgelegt und reduziert die Abhängigkeit von externen Reasoning-Modellen. Verfügbar ist es zunächst über Azure AI Foundry in der Private Preview, breiter über Fireworks AI, Baseten und OpenRouter.
Für wen es spannend ist: Enterprise-KI-Teams, die Agenten mit überlegter Planung und Tool-Orchestrierung bauen.
Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Es ist Microsofts erster eigener Reasoning-Baustein und schließt eine strategische Lücke gegenüber OpenAI und Anthropic.
Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn Planungs- und Entscheidungslogik bisher das teuerste Element Ihrer Agenten-Pipeline ist.
Foundry IQ von Microsoft
Foundry IQ ist eine AI-Knowledge-Layer-Lösung, die Work IQ, Fabric IQ, File Search, Azure SQL und MCP-Quellen hinter einem SLA-gesicherten Retrieval-Endpunkt vereint.
Was es bringt: Sie dient als Grounding-Schicht für KI-Agenten in Azure AI Foundry, Copilot Studio und GitHub Copilot und liefert konsistenten Zugriff auf Unternehmenswissen über Anwendungen hinweg. Das senkt Halluzinationen und vereinheitlicht die Wissensbasis.
Für wen es spannend ist: Entwickler und ISVs, die eine geprüfte, einheitliche Retrieval-API über Enterprise- und Web-Quellen benötigen.
Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Microsoft bündelt mit Web IQ sogar frischen Webkontext und positioniert eine SLA-gestützte Retrieval-Garantie statt selbst gebauter RAG-Pipelines.
Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn mehrere Agenten im Haus auf widersprüchlichen Wissensquellen aufsetzen.
Agent 365 SDK von Microsoft
Agent 365 SDK ist eine AI-Agent-Platform-Komponente, die ein einheitliches Toolkit zum Bau sicherer, enterprise-tauglicher KI-Agenten bereitstellt.
Was es bringt: Eingebaute Observability, Identitäten, Zugriffskontrollen und Compliance-Durchsetzung, integriert in die Agent 365 Control Plane sowie in Intune und Defender. In Public Preview kommen Context Mapping, richtlinienbasierte Kontrollen und Laufzeit-Blocking hinzu.
Für wen es spannend ist: Unternehmen und ISVs, die produktive Agenten unter einer einheitlichen Governance-Schicht ausrollen.
Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Es behandelt Agenten wie verwaltete Identitäten im selben Sicherheitsstack wie Mitarbeiter und Geräte.
Wann ein genauerer Blick lohnt: Sobald die Zahl produktiver Agenten zweistellig wird und Auditierbarkeit zur Pflicht.
Das Foundation-Model-Rennen: NVIDIA, MiniMax und Alibaba
Parallel zu Microsoft drückten drei Modellanbieter die Kosten agentischer Workloads massiv nach unten. Der gemeinsame Nenner: lange Kontextfenster, hohe Effizienz und offene oder sehr günstige Verfügbarkeit.
Nemotron 3 Ultra von NVIDIA
Nemotron 3 Ultra ist ein AI-Foundation-Model mit offenen Gewichten und 550 Milliarden Parametern in einer Mixture-of-Experts-Architektur.
Was es bringt: Frontier-Intelligenz für lang laufende Agenten in Coding, Research und Enterprise-Workflows, mit bis zu 5-facher Inferenzgeschwindigkeit und rund 30 Prozent geringeren Kosten gegenüber vergleichbaren offenen Modellen. CrowdStrike und Palantir setzen es bereits für Agenten in Cybersicherheit und operativer Entscheidungsfindung ein.
Für wen es spannend ist: KI-Engineering-Teams, die inferenzlastige Enterprise-Agenten auf eigener Infrastruktur bauen.
Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Offene Gewichte plus eine als führend gemessene Intelligenz unter US-Modellen, verteilt über Hugging Face, ModelScope, OpenRouter und build.nvidia.com.
Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn Datenhoheit lokalen Betrieb erzwingt, Sie aber Frontier-Qualität benötigen.
MiniMax M3 von MiniMax AI
MiniMax M3 ist ein Open-Weight-Foundation-Model, das Coding- und Agenten-Performance mit einem Kontextfenster von einer Million Token verbindet.
Was es bringt: Über MiniMax Sparse Attention sinkt der Rechenaufwand pro Token auf rund ein Zwanzigstel früherer Generationen. Das Modell soll GPT-5.5-Niveau bei 5 bis 10 Prozent der API-Kosten erreichen, verarbeitet Bild und Video und kann einen Desktop steuern.
Für wen es spannend ist: Entwickler, die Long-Context-Coding, Browser-Automatisierung und lokal betreibbare Agenten benötigen.
Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Der lokale Betrieb über offene Gewichte beseitigt API-Datenrisiken und Vendor-Lock-in für sicherheitsbewusste Organisationen.
Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn API-Kosten skalierender Agenten Ihr Budget sprengen.
Qwen3.7-Plus von Alibaba Cloud
Qwen3.7-Plus ist ein proprietäres multimodales Foundation Model, das Text, Video und Bild verarbeitet.
Was es bringt: Mit 0,4 US-Dollar pro Million Eingabe-Token und 1,6 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token positioniert sich das Modell als günstige Alternative zu westlichen Frontier-Modellen für Suche, Dokumentenverständnis und agentische Workflows.
Für wen es spannend ist: Enterprise-Entwickler mit hohem Token-Volumen und scharfem Kostenfokus.
Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Sehr aggressive Preise bei multimodaler Eingabe, bereitgestellt über Alibaba Cloud Model Studio.
Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn Compliance den Einsatz nicht-westlicher Cloud-Modelle zulässt und Kosten priorisiert sind.
Auf einen Blick: Top-3 der Woche
- Microsoft MAI-Code-1 und MAI-Thinking-1: Microsoft wird mit eigenen Coding- und Reasoning-Modellen vom Vermittler zum Modellanbieter.
- NVIDIA Nemotron 3 Ultra: Offenes 550-Milliarden-Modell, das agentische KI wirtschaftlich tragfähig macht.
- Snowflake CoCo und CoWork: Daten und Agenten verschmelzen zu einer Plattform vom Code bis zur Fachabteilung.
Snowflake Summit 2026: Wenn Daten zu Akteuren werden
Snowflake positionierte auf dem Summit die eigene Data Cloud als Steuerungsebene für das agentische Unternehmen. Governance und geprüfte Daten stehen dabei im Mittelpunkt, ergänzt um Datastream für Echtzeit-Streaming und den Horizon Catalog als zentrale Kontrollebene.
Snowflake CoCo von Snowflake
Snowflake CoCo, vormals Cortex Code, ist ein AI-Development-Platform-Agent, mit dem Teams Workflows automatisieren und KI direkt auf geprüften Unternehmensdaten per Prompt operationalisieren.
Was es bringt: CoCo ist in die Snowflake AI Data Cloud eingebettet, mit Horizon Catalog und Cortex AI verbunden und unterstützt nun Desktop, Mobile sowie Integrationen mit Slack, Excel, VS Code und Anthropics Claude Code. Es führt Aufgaben autonom aus.
Für wen es spannend ist: Data Engineers, Analytics Engineers und Anwendungsentwickler, die geprüfte KI-Produkte ohne Plattformwechsel ausliefern.
Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Der Agent arbeitet direkt auf governance-gesicherten Unternehmensdaten statt auf Kopien außerhalb der Plattform.
Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn Ihre Datenplattform bereits Snowflake ist und Sie Datenpipelines beschleunigen wollen.
Snowflake CoWork von Snowflake
Snowflake CoWork, vormals Snowflake Intelligence, ist ein persönlicher KI-Agent für Wissensarbeiter.
Was es bringt: CoWork verbindet Geschäftskontext, geprüfte Daten und agentische KI in einer Konversationsoberfläche und führt Anwender vom Insight zur Aktion, inklusive personalisierter Skills, Memory und Anbindung über das Model Context Protocol.
Für wen es spannend ist: Business-Analysten, Wissensarbeiter und Manager, die datengestützte Entscheidungen ohne SQL benötigen.
Was es vom Wettbewerb unterscheidet: CoWork greift über den Horizon Catalog nativ auf governance-konforme Daten zu, statt eine separate BI-Oberfläche zu sein.
Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn Self-Service-Analytics in den Fachbereichen bisher an SQL-Hürden scheitert.
Agenten für die Wissensarbeit: OpenAI, Salesforce, Workday und IBM
Über die Plattformanbieter hinaus rückten Agenten in konkrete Geschäftsfunktionen vor, von Vertrieb und Finanzen über IT-Service bis zur Reisebuchung.
Codex von OpenAI
Codex entwickelte sich mit dem Juni-Update von der Coding-Hilfe zur agentischen Plattform für Wissensarbeit.
Was es bringt: Sechs rollenbezogene Plugins (Data Analytics, Creative Production, Sales, Product Design, Equity Investing, Investment Banking), eine Sites-Funktion zum Veröffentlichen von Ergebnissen als gehostete Websites sowie Annotationen für gezielte Bearbeitungen. Codex zählt über 5 Millionen wöchentlich aktive Nutzer, Wissensarbeiter sind das am schnellsten wachsende Segment.
Für wen es spannend ist: Wissensarbeiter-Teams und Unternehmen, die agentische Produktivitäts-Software einführen.
Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Die Verlagerung von reinem Code hin zu domänenspezifischen Job-Profilen mit teilbaren, persistenten Ergebnissen.
Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn Sie wiederkehrende Analyse- oder Erstellungsaufgaben in Fachteams standardisieren wollen.
Headless 360 von Salesforce
Headless 360 ist eine CRM-Produktlinie, die Customer-360-Funktionen als Headless APIs und Services bereitstellt.
Was es bringt: Externe KI-Agenten, eigene Front-Ends und Drittanbieter-Orchestratoren können Salesforce-Daten, Transaktionen und Prozessautomatisierung konsumieren, ohne die nativen Oberflächen zu nutzen.
Für wen es spannend ist: Unternehmen, die maßgeschneiderte Agenten-Erlebnisse bauen, und Entwicklerteams, die Customer 360 als Backend wollen.
Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Salesforce öffnet sein bislang oberflächengebundenes Ökosystem konsequent für fremde Agenten.
Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn Sie CRM-Daten in eigene Agenten-Workflows einbetten, aber Salesforce als System of Record behalten wollen.
Sana for IT Service Management von Workday
Sana for IT Service Management ist eine ITSM-Lösung, die nativ auf der Workday-Plattform Workflows über konversationelle KI-Agenten automatisiert.
Was es bringt: Automatisierung von Onboarding und Offboarding, Zugriffsänderungen und alltäglichen IT-Anfragen, verbunden mit Organisationsdaten, Genehmigungsketten und Policy-Kontext. Verfügbar ab dem zweiten Halbjahr 2026 für Early Adopter.
Für wen es spannend ist: HR-nahe IT-Operations-Teams und Evaluatoren von ServiceNow-Alternativen.
Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Sana erbt Workdays Sicherheit und Governance und nutzt die enge Verbindung von HR- und IT-Daten.
Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn Sie ITSM und HCM auf einer Plattform konsolidieren wollen.
Marktüberblick in Tabellen
Die folgenden Tabellen fassen die Launches der Woche nach Themenfeldern zusammen und dienen als schneller Einstieg in Ihr IT-Sourcing.
KI-Plattformen und Foundation Models
| Anbieter | Produkt | Kategorie | Kernnutzen | Zielgruppe | Verfügbar seit | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Microsoft | MAI-Code-1 | AI Coding Model | Eigenes, effizientes Coding-Modell in VS Code | Engineering-Teams | 02.06.2026 | microsoft.ai |
| Microsoft | MAI-Thinking-1 | AI Reasoning Model | Reasoning und Tool-Orchestrierung für Agenten | Enterprise-KI-Teams | 02.06.2026 | microsoft.ai |
| Microsoft | Foundry IQ | AI Knowledge Layer | SLA-gesicherte Grounding-Schicht für Agenten | Entwickler, ISVs | 02.06.2026 | Build 2026 |
| Microsoft | Azure HorizonDB | Cloud Database | PostgreSQL-kompatibel mit Vektorsuche | Anwendungsteams | 02.06.2026 (Preview) | Azure Blog |
| NVIDIA | Nemotron 3 Ultra | AI Foundation Model | Offenes 550B-Modell, 30 Prozent günstiger | KI-Engineering | 04.06.2026 | NVIDIA Blog |
| MiniMax AI | MiniMax M3 | AI Foundation Model | 1 Mio. Token Kontext, sehr niedrige Kosten | Entwickler | 01.06.2026 | minimax.io |
| Alibaba Cloud | Qwen3.7-Plus | AI Foundation Model | Günstiges multimodales Modell | Enterprise-Entwickler | 06/2026 | Alibaba Cloud |
Daten- und Agentenplattformen
| Anbieter | Produkt | Kategorie | Kernnutzen | Zielgruppe | Verfügbar seit | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Snowflake | CoCo | AI Development Platform | Coding-Agent auf geprüften Daten | Data Engineers | 02.06.2026 | Snowflake |
| Snowflake | CoWork | AI Agent | Persönlicher Agent für Wissensarbeiter | Analysten, Manager | 02.06.2026 | Snowflake |
| Microsoft | Agent 365 SDK | AI Agent Platform | Governance und Identität für Agenten | Unternehmen, ISVs | 02.06.2026 (GA) | Microsoft Learn |
| OpenAI | Codex (Update) | AI Agent | Rollen-Plugins und Sites für Wissensarbeit | Wissensarbeiter | 02.06.2026 | TechCrunch |
| Salesforce | Headless 360 | CRM | Customer 360 als Headless APIs | Entwicklerteams | 06/2026 | Salesforce |
| IBM | Bob | Developer Tools | Agentische End-to-End-Softwarebereitstellung | Große IT-Organisationen | 06/2026 | IBM |
| Nextworld | Agentic Development | Low-Code-Plattform | Prompt-to-Production-Anwendungen | Enterprise-IT, Fachbereiche | 06/2026 | Nextworld |
| Workday | Sana for ITSM | ITSM | Konversationeller IT-Service auf HR-Daten | IT-Operations | H2 2026 (Early Access) | Workday |
| Workday | Travel Agent | Travel & Expense | Reisebuchung und Policy in einem Workflow | Finanz- und HR-Teams | H2 2026 | Workday |
| Miro | AI Sidekicks | Collaboration | Konversationaler KI-Partner im Board | Produkt- und Designteams | 01.06.2026 | Miro |
| HyperionWave | UnaGo | AI Agent Platform | Multi-Agenten-Team mit 500+ Tools | Schnell wachsende KMU | 02.06.2026 | UnaGo |
Sicherheit in der agentischen Ära
| Anbieter | Produkt | Kategorie | Kernnutzen | Zielgruppe | Verfügbar seit | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|
| AppOmni | Marlin AI | SaaS Security | Autonome Untersuchung von SaaS-Vorfällen | Security-Operations | 26.05.2026 | AppOmni |
| Sysdig | Headless Cloud Security | Cloud Security | API-first-Workflows für KI-Agenten | Cloud- und Kubernetes-Teams | 05/2026 | Sysdig |
| Cogent Security | Zero Day Response | Vulnerability Management | Schnelle Reaktion auf Zero-Day-Lücken | Security-Teams | 05/2026 | Cogent |
| Versa Networks | Cloud Security Posture Mgmt | Cloud Security | CSPM innerhalb der SASE-Plattform | Netzwerk- und Security-Teams | 05/2026 | Versa |
| Proofpoint | Active Exploits Protection | Cybersecurity | Schutz vor aktiv ausgenutzten Lücken | E-Mail-Security-Teams | 06/2026 | Proofpoint |
„CoCo und Datastream geben Organisationen einen einfacheren Weg, Echtzeit-KI-Anwendungen zu bauen, indem sie KI-gestützte Entwicklung mit kontinuierlich fließenden Daten auf einer einzigen Plattform verbinden.“
Snowflake, SiliconANGLE, Snowflake Summit 2026
Was bedeuten diese Entwicklungen für Ihre IT?
Die Woche markiert einen Wendepunkt: KI-Agenten sind kein Pilotthema mehr, sondern Beschaffungsrealität. Drei praktische Konsequenzen sollten Sie jetzt einplanen. Erstens entsteht eine neue Architekturschicht. Wissens- und Grounding-Dienste wie Foundry IQ oder der Horizon Catalog entscheiden darüber, ob Agenten auf konsistenten, geprüften Daten arbeiten oder neue Silos erzeugen. Klären Sie früh, welche dieser Kontrollebenen zu Ihrer bestehenden Datenlandschaft passt. Zweitens wird Governance zur Pflicht. Mit dem Agent 365 SDK behandelt Microsoft Agenten wie verwaltete Identitäten. Prüfen Sie, ob Ihr Identity- und Compliance-Stack autonome Akteure überhaupt abbilden kann. Drittens fallen die Modellkosten dramatisch. Offene Modelle wie Nemotron 3 Ultra und MiniMax M3 senken die Inferenzkosten um bis zu 90 Prozent und machen lokalen Betrieb realistisch. Für die Softwareauswahl heißt das: Bewerten Sie nicht das einzelne Tool, sondern die Daten-, Identitäts- und Modellebene als zusammenhängendes System. Wer hier eine klare Referenzarchitektur definiert, vermeidet teure Nachjustierungen im kommenden Jahr.
CIO Insights
Aus Budget- und Strategieperspektive verschiebt sich das Make-or-Buy-Kalkül spürbar. Dass Microsoft mit MAI-Code-1 und MAI-Thinking-1 eigene Modelle baut und NVIDIA, MiniMax sowie Alibaba offene oder sehr günstige Alternativen liefern, zerschlägt die Annahme eines einzelnen, teuren Modellvorlieferanten. Eine Multi-Model-Strategie wird vom Sonderfall zur Norm und senkt zugleich das Vendor-Lock-in-Risiko. Reservieren Sie Budget weniger für Lizenzen einzelner Copiloten und mehr für die Integrations- und Governance-Ebene, denn dort entstehen die nachhaltigen Wettbewerbsvorteile und die schwer reversiblen Entscheidungen. Beobachten Sie zwei Trends besonders: die Konsolidierung von Daten und Agenten auf einer Plattform, wie sie Snowflake und Salesforce vorantreiben, sowie die Spezialisierung von Agenten nach Geschäftsfunktion, wie bei den Codex-Plugins oder Workday Sana. Für die Enterprise-Softwareauswahl empfiehlt sich ein Proof of Value mit klar definierten Kostenzielen, bevor Sie sich auf eine dominante Plattform festlegen.
Häufige Fragen (FAQ)
Was war das beherrschende Thema der KI- und Software-Launches in KW24?
Eindeutig die agentische KI für Unternehmen. Microsoft Build 2026, der NVIDIA-Computex-Auftritt und der Snowflake Summit standen alle im Zeichen autonomer KI-Agenten und der Foundation Models sowie Governance-Schichten, die sie tragen.
Sind die neuen Foundation Models bereits produktiv einsetzbar?
Teilweise. Nemotron 3 Ultra und MiniMax M3 sind als offene Modelle verfügbar, Qwen3.7-Plus über Alibaba Cloud. Microsofts MAI-Thinking-1 ist zunächst nur in der Private Preview. Für Produktivszenarien empfiehlt sich ein begrenzter Proof of Value mit klaren Kosten- und Sicherheitskriterien.
Warum ist Governance für KI-Agenten so wichtig geworden?
Agenten handeln eigenständig und greifen auf sensible Daten und Systeme zu. Ohne Identitäten, Zugriffskontrollen und Auditierbarkeit entstehen Sicherheits- und Compliance-Risiken. Lösungen wie das Agent 365 SDK behandeln Agenten daher wie verwaltete Identitäten im Sicherheitsstack.
Wie finde ich die passende Lösung für mein Unternehmen?
Bewerten Sie nicht nur einzelne Tools, sondern die zusammenhängende Daten-, Modell- und Governance-Ebene. Einen neutralen Marktüberblick und Orientierung für Ihr IT-Sourcing finden Sie auf find-your-software.de.
Fazit
Die Kalenderwoche 24 hat gezeigt, dass die agentische Ära in der Beschaffung angekommen ist. Microsoft, NVIDIA, Snowflake, OpenAI, Salesforce, Workday und IBM definieren ihre Plattformen vom Werkzeug zum eigenständigen Akteur um, während offene Foundation Models die Kosten drastisch senken. Für Entscheider verschiebt sich der Fokus von der Auswahl einzelner Copiloten hin zu Architektur, Datenebene und Governance. Wer diese Grundlagen jetzt sauber legt, verschafft sich Kostenvorteile und Sicherheit für die kommenden Jahre. Einen laufend aktualisierten Marktüberblick und Unterstützung bei der Softwareauswahl bietet find-your-software.de.

