Software für Logistik: WMS, TMS & SCM für Logistikunternehmen 2026

Logistikunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz brauchen spezialisierte Software für Lagerverwaltung, Transportsteuerung und Lieferkettenoptimierung. Wir vergleichen WMS, TMS, SCM und 3PL-Lösungen – mit Funktionen, Kosten und Anbietern für den DACH-Mittelstand.

WMS – Lagerverwaltung TMS – Transportsteuerung SCM – Supply Chain 3PL – Kontraktlogistik Yard Management
76 %
der Logistikunternehmen in Deutschland nutzen ein WMS, aber nur 38 % ein TMS (Bitkom 2025)
10–25 %
Transportkostensenkung durch den Einsatz eines TMS (Gartner 2025)
15–30 %
mehr Umschlagskapazität durch Yard-Management-Systeme (Fraunhofer IML 2025)
8,2 Mrd. €
Marktvolumen für Logistiksoftware in Deutschland 2026 (Statista 2026)
Die WMS-TMS-SCM-Trias

Drei Systeme, eine integrierte Logistik

Moderne Logistiksoftware besteht aus drei Kernsystemen, die unterschiedliche Aufgaben in der Lieferkette abdecken. Die Wahl der richtigen Kombination entscheidet über Effizienz, Kosten und Wettbewerbsfähigkeit.

System 1
WMS

Warehouse Management System

Steuert alle Prozesse im Lager: Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung, Verpackung, Versand. Verwaltet Bestände in Echtzeit und optimiert die Lagerplatznutzung.

  • Pick-by-Light / Voice / Scan
  • Chaoslagerung vs. Festplatz
  • Konsolidierung & Cross-Docking
  • Integration zu ERP & TMS
System 2
TMS

Transport Management System

Plant und steuert Transporte zwischen Standorten und Kunden. Optimiert Touren, Frachtkosten und Verkehrsträgerwahl. Sorgt für Echtzeit-Transparenz über alle Sendungen.

  • Tourenplanung & Speditionsauswahl
  • Frachtkostenmanagement & Audit
  • Sendungsverfolgung (Track & Trace)
  • Time Slot Management
System 3
SCM

Supply Chain Management

Übergreifende Steuerung der gesamten Lieferkette – von der Beschaffung über die Produktion bis zur Distribution. SCM-Systeme integrieren WMS und TMS und bieten Analysen und Prognosen.

  • Nachfrageprognose & Bedarfsplanung
  • Lieferantenmanagement (SRM)
  • Bestandsoptimierung über Standorte
  • CO₂-Reporting & Nachhaltigkeit
Funktionsabgrenzung

WMS vs. TMS vs. SCM – wer macht was?

Die drei Systeme überlappen sich auf den ersten Blick. Diese Tabelle zeigt die klare Aufgabenteilung zwischen Lagerverwaltung, Transportsteuerung und Supply-Chain-Management.

Funktion WMS TMS SCM
Wareneingang & -ausgang teilweise
Lagerplatzverwaltung
Kommissionierung & Verpackung
Bestandsführung (Inventur, Chargen) Übersicht
Tourenplanung & -optimierung Strategie
Speditionsauswahl & Frachtkosten Budget
Sendungsverfolgung (Track & Trace) Versand Übersicht
Time Slot Management Andock
Nachfrageprognose & Bedarfsplanung
Lieferantenmanagement (SRM)
Bestandsoptimierung (Multi-Site)
CO₂-Reporting & Nachhaltigkeit Transport
Mandantenfähigkeit (3PL) teilweise
Yard Management (Hofsteuerung) Modul
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Marktdaten 2026

Logistik-Digitalisierung in Deutschland

Der Markt für Logistiksoftware wächst rasant. Während WMS-Systeme bereits weit verbreitet sind, liegen TMS und SCM-Lösungen bei vielen Mittelständlern noch brach – mit direktem Einfluss auf Kosten und Wettbewerbsfähigkeit.

Marktvolumen
8,2 Mrd. €

Logistiksoftware DACH 2026

Der Gesamtmarkt für Logistiksoftware in Deutschland wächst auf 8,2 Milliarden Euro (Statista 2026). Davon entfallen 3,1 Mrd. € auf WMS, 2,4 Mrd. € auf TMS und 2,7 Mrd. € auf SCM-Systeme. Das Wachstum beträgt 8,5 % gegenüber 2025.

Digitalisierungsgrad
76 % / 38 %

WMS vs. TMS Verbreitung

76 % der Logistikunternehmen in Deutschland nutzen ein WMS, aber nur 38 % ein TMS (Bitkom 2025). Bei SCM-Systemen liegt der Anteil bei 29 %. Besonders Mittelständler unter 500 Mitarbeitern haben Nachholbedarf: Nur 22 % von ihnen setzen ein TMS ein.

Kostentreiber
15 %

Logistikkosten am Umsatz

Die Logistikkosten deutscher Unternehmen betragen durchschnittlich 15 % des Umsatzes (Bundesvereinigung Logistik 2025). Der Anteil ist in den letzten drei Jahren um 2,3 Prozentpunkte gestiegen – getrieben durch höhere Fracht- und Personalkosten.

Einsparpotenzial
10–25 %

Durch TMS-Einsatz

Unternehmen, die ein TMS einführen, senken ihre Transportkosten um 10 bis 25 Prozent (Gartner 2025). Die Amortisationszeit beträgt typischerweise 6 bis 18 Monate. Haupthebel sind automatische Frachtkostenprüfung, optimierte Tourenplanung und Speditionskonsolidierung.

Fachkräftemangel
54.000

Offene Stellen in der Logistik

Der Logistikbranche in Deutschland fehlen 54.000 Fachkräfte (BVL 2025). Automatisierung durch Software ist der wichtigste Hebel: 67 % der Unternehmen planen, bis 2027 ihre Logistikprozesse stärker zu digitalisieren, um Personalengpässe auszugleichen.

Nachhaltigkeit
42 %

CO₂-Reporting als Pflicht

42 % der Logistikunternehmen sind ab 2026 zur CO₂-Berichterstattung verpflichtet (CSRD-Richtlinie). SCM- und TMS-Systeme mit integriertem CO₂-Reporting werden damit zum Compliance-Tool. Nur 18 % der Unternehmen haben heute die nötige Datengrundlage.

Anbieter-Porträts

Führende Anbieter für Logistiksoftware im DACH-Raum

Drei zentrale Player prägen den Markt für Logistiksoftware in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ihre Systeme decken unterschiedliche Schwerpunkte ab – von der Lagerverwaltung über die Transportsteuerung bis zur integrierten Supply-Chain-Plattform.

WMS-Spezialist

Körber Supply Chain

Körber Supply Chain (Hamburg) ist die Logistiksparte des Körber-Konzerns. Sie entstand 2019 durch die Bündelung der Beteiligungen an Aberle Software (WMS), Numina Group (Materialfluss) und anderen Logistik-Töchtern. Das Unternehmen bietet ein breites WMS-, AFT (Advanced Fabrication Technology) und Software-Integrationsportfolio für Lager- und Logistiklösungen.

  • Hauptsitz Hamburg, gegründet 2019 als Körber Supply Chain
  • WMS-Systeme für 3PL, E-Commerce, Lebensmittel und Pharma
  • Integration von Lagerautomatisierung & Robotik
  • Cloud & On-Premise, über 1.000 Kunden weltweit
Lagerverwaltung

Ehrhardt+Partner (LFS)

Ehrhardt+Partner (gegründet 1987 in Boppard am Rhein) ist einer der führenden deutschen WMS-Hersteller. Das Flaggschiff LFS (Logistik-Führungs-System) ist ein hochflexibles, mandantenfähiges WMS, das speziell für Kontraktlogistiker, 3PL-Dienstleister und mittelständische Lagerbetreiber entwickelt wurde. Das Unternehmen beschäftigt über 700 Mitarbeiter weltweit.

  • Gründungsjahr 1987, Hauptsitz Boppard (Rheinland-Pfalz)
  • LFS: 9.500+ Installationen in 51 Ländern
  • Mandantenfähigkeit & Multi-Site standardmäßig
  • Starke SAP- und Cloud-Integration (LFS.cloud)
TMS-Plattform

Transporeon (Trimble)

Transporeon (gegründet 2000 in Ulm) ist die führende europäische Transport-Management-Plattform. Das Unternehmen verbindet über 1.600 Verlader mit 300.000+ Frachtführern. 2024 von Trimble übernommen, agiert Transporeon als eigenständige Einheit. Die Plattform deckt Ausschreibung, Buchung, Slot-Management, Sendungsverfolgung und Frachtkostenabrechnung ab.

  • Gründungsjahr 2000, Hauptsitz Ulm (Baden-Württemberg)
  • Über 300.000 Frachtführer auf der Plattform
  • Time Slot Management & Yard Integration
  • CO₂-Reporting & Nachhaltigkeitsdashboards
Kostenvergleich 2026

Was kosten WMS, TMS & SCM für Logistikunternehmen?

Die Kosten für Logistiksoftware variieren stark nach Unternehmensgröße, Funktionsumfang und Betriebsmodell (Cloud vs. On-Premise). Diese Tabelle gibt eine realistische Orientierung für den DACH-Mittelstand.

Kostenblock WMS (Lagerverwaltung) TMS (Transportsteuerung) SCM (Supply Chain)
Lizenz (Cloud, pro Jahr) 15.000–80.000 € 10.000–60.000 € 25.000–120.000 €
Lizenz (On-Premise, einmalig) 40.000–250.000 € 30.000–180.000 € 60.000–350.000 €
Implementierung & Consulting 25.000–150.000 € 20.000–100.000 € 40.000–200.000 €
Schulung & Change Management 5.000–25.000 € 5.000–20.000 € 8.000–35.000 €
Wartung (jährlich, 15–20 %) 6.000–50.000 € 4.500–36.000 € 9.000–70.000 €
Schnittstellen & Integrationen 5.000–30.000 € 5.000–25.000 € 10.000–50.000 €
Gesamt (3 Jahre, Cloud) 80.000–340.000 € 55.000–260.000 € 120.000–500.000 €

Preisspannen basieren auf Markterhebungen von Gartner (2025), Fraunhofer IML (2025) sowie eigenen Projekterfahrungen. Die tatsächlichen Kosten hängen von Lagergröße, Transportvolumen, Anzahl der Mandanten und Integrationskomplexität ab.

FAQ

Häufige Fragen zu Software für Logistik

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um WMS, TMS, SCM und 3PL-Software für Logistikunternehmen.

Welche Software braucht ein Logistikunternehmen?
Ein Logistikunternehmen benötigt in der Regel drei Kernsysteme: Ein Warehouse-Management-System (WMS) für die Lagerverwaltung, ein Transport-Management-System (TMS) für die Transportplanung und -steuerung sowie ein Supply-Chain-Management-System (SCM) für die übergreifende Steuerung der Lieferkette. Hinzu kommen spezialisierte Lösungen wie Yard-Management für die Hofsteuerung und 3PL-Software für Kontraktlogistiker mit Mandantenfähigkeit. Die genaue Zusammenstellung hängt von der Unternehmensgröße, den Dienstleistungen und der Komplexität der Logistikprozesse ab.
Was ist ein TMS?
Ein Transport-Management-System (TMS) ist eine Software zur Planung, Durchführung und Optimierung von Transporten. Es verwaltet Frachtaufträge, plant Touren, wählt Spediteure aus, berechnet Frachtkosten und verfolgt Sendungen in Echtzeit. Ein TMS senkt nachweislich die Transportkosten um 10 bis 25 Prozent (Gartner 2025), indem es Prozesse automatisiert, Leerfahrten vermeidet und die optimale Verkehrsträgerkombination berechnet. Bekannte TMS-Anbieter sind Transporeon, PTV Group und Oracle Transportation Management.
Was ist der Unterschied zwischen WMS und TMS?
Ein WMS (Warehouse-Management-System) verwaltet die Prozesse innerhalb eines Lagers: Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung, Verpackung und Versand. Ein TMS (Transport-Management-System) steuert die Transporte zwischen den Standorten: Tourenplanung, Speditionsauswahl, Frachtkostenmanagement und Sendungsverfolgung. Vereinfacht gesagt: Das WMS organisiert das „Drin" und das TMS das „Dazwischen". Die Systeme arbeiten eng zusammen – das WMS meldet versandfertige Sendungen an das TMS, das die optimale Transportlösung berechnet. Viele Logistikunternehmen nutzen beide Systeme parallel.
Was ist 3PL-Software?
3PL-Software ist eine spezialisierte WMS-Lösung für Third-Party-Logistics-Dienstleister (Kontraktlogistiker). Sie zeichnet sich durch zwingende Mandantenfähigkeit aus: Jeder Kunde (Mandant) hat eigene Artikel, Preise, Prozesse und Berichtslogiken im selben System. 3PL-Systeme verwalten komplexe Abrechnungsmodelle (Value-Added-Services, Lagermiete pro Palette, Pick-Gebühren), bieten White-Label-Reporting für Kunden und unterstützen Multi-Site-Betrieb an mehreren Standorten. Führende 3PL-WMS-Anbieter sind zum Beispiel LFS von Ehrhardt+Partner und Körber WMS.
Welche WMS-Anbieter gibt es für Kontraktlogistik?
Zu den führenden WMS-Anbietern für Kontraktlogistik im DACH-Raum zählen Ehrhardt+Partner mit LFS (gegründet 1987 in Boppard), Körber Supply Chain (Hamburg, 2019 aus der Beteiligung von Körber an der früheren Aberle software und Numina Group hervorgegangen), SAP EWM für große Logistikzentren, Blue Yonder WMS sowie PSI Logistics. Für mittelständische 3PL-Dienstleister eignen sich zudem die Systeme von GUS Germany, Microlistics und CSB-System. Die Wahl hängt stark von der Anzahl der Mandanten, der Lagerkomplexität und den benötigten Schnittstellen zu ERP- und TMS-Systemen ab.
Was kostet WMS für Logistik?
Die Kosten für ein WMS in der Logistik variieren stark nach Unternehmensgröße und Funktionsumfang. Für kleine bis mittlere Lager (1.000 bis 10.000 Palettenplätze) beginnen die Preise bei rund 15.000 bis 40.000 Euro für eine Cloud-Lizenz pro Jahr beziehungsweise 40.000 bis 100.000 Euro einmalig für eine On-Premise-Lösung inklusive Implementierung. Für große Kontraktlogistik-Zentren (100.000+ Palettenplätze, mehrere Mandanten) sind Gesamtkosten von 250.000 bis 800.000 Euro realistisch. Hinzu kommen Schulungskosten von 5.000 bis 25.000 Euro sowie laufende Wartungsgebühren von 15 bis 20 Prozent der Lizenzkosten jährlich.
Was ist Transporeon?
Transporeon ist eine führende europäische Transport-Management-Plattform mit Hauptsitz in Ulm, gegründet im Jahr 2000. Das Unternehmen wurde 2024 von Trimble übernommen und agiert als eigenständiges Unternehmen innerhalb der Trimble-Gruppe. Transporeon verbindet über 1.600 Verlader mit mehr als 300.000 Frachtführern auf einer zentralen Plattform. Die Lösung deckt die gesamte Transportkette ab: Ausschreibung, Buchung, Slot-Management (Time Slot Management), Sendungsverfolgung, Frachtkostenabrechnung und Nachhaltigkeitsreporting. Transporeon ist einer der dominierenden Anbieter im DACH-Raum für digitale Transportlogistik.
Was ist Yard Management?
Yard Management (Hofmanagement) ist ein Teilbereich der Logistiksoftware, der den Verkehr und die Abwicklung auf dem Betriebshof eines Lagers oder Logistikzentrums steuert. Ein Yard-Management-System (YMS) verwaltet ankommende und abfahrende LKWs, weist Tore und Rampen zu, koordiniert das Ent- und Beladen und verhindert Wartezeiten oder Staus auf dem Hof. Typische Funktionen sind Gate-Check-in per Kennzeichenerfassung, Dock-Zuweisung, Termin-Slot-Management und Echtzeit-Übersicht aller Hofaktivitäten. YMS ist häufig ein Modul in WMS-Suiten oder eine Stand-alone-Software wie PTV Yard oder CViews YMS. Ein gutes YMS kann die Umschlagskapazität eines Logistikzentrums um 15 bis 30 Prozent erhöhen (Fraunhofer IML 2025).

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