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PIM Software (Product Information Management) zentralisiert alle Produktinformationen, reichert sie an und spielt sie konsistent an Shop, Marktplätze, Print und Vertrieb aus. Dieser Leitfaden erklärt, was PIM ist, welche Funktionen zählen, wie sich PIM von MDM und DAM abgrenzt, welche Open Source Optionen es gibt und wie Sie ein System auswählen.
Zuletzt geprüft am 13.10.2026
PIM Software (Product Information Management) ist ein System, das alle Produktinformationen wie Attribute, Beschreibungen, Varianten, Bilder und Klassifikationen an einer Stelle verwaltet. Es reichert die Daten in Workflows an, prüft sie auf Vollständigkeit und spielt sie kanalgerecht an Onlineshop, Marktplätze, Print und Vertrieb aus.
PIM verwaltet vertriebs- und marketingrelevante Produktinhalte und spielt sie aufbereitet in Shop, Marktplätze, Kataloge und Vertrieb aus.
MDM (Master Data Management) führt die Stammdaten mehrerer Domänen wie Produkte, Kunden, Lieferanten und Standorte unternehmensweit als verbindliche Referenz.
DAM (Digital Asset Management) speichert und organisiert Medien wie Bilder, Videos und Dokumente mit Formaten, Versionen und Nutzungsrechten.
Wann welches System führt und wie die drei zusammenspielen, zeigt der ausführliche Vergleich PIM gegen MDM gegen DAM. Die Abgrenzung folgt der Beschreibung von inriver (Abruf 13.10.2026).
Produktdaten liegen verstreut in ERP, Excel, Mails der Lieferanten und Bildordnern. Ein PIM bündelt sie an einem Ort, sichert ihre Qualität und spielt sie konsistent in jeden Kanal aus, vom Onlineshop bis zum Katalog.
Ein PIM ist die Drehscheibe zwischen Datenquellen und Ausgabekanälen. Es sammelt, reichert an, sichert Qualität und verteilt. Wer den Fluss versteht, bewertet Anbieter realistischer.
Import von Basisdaten aus ERP, Lieferanten-Feeds, Excel und Klassifikationskatalogen in eine zentrale Plattform.
Marketingtexte, Bilder, Varianten, Übersetzungen und Beziehungen werden in Workflows ergänzt und freigegeben.
Regeln prüfen Vollständigkeit und Konsistenz je Kanal. Erst freigegebene, vollständige Daten werden ausgespielt.
Kanalgerechte Ausspielung an Shop, Marktplätze, Print und Vertrieb, jeweils im passenden Format und Datenstandard.
Wichtig bei der Bewertung: Der größte Hebel liegt in den Stufen Anreichern und Qualität. Achten Sie weniger auf die reine Datenhaltung als auf Workflow-Fähigkeit, Regelwerke für Datenqualität und die kanalgerechte Ausspielung, dort entscheidet sich der spätere Nutzen.
Diese sechs Funktionsbereiche bilden den Kern moderner PIM-Software. Je nach Sortiment, Branche und Kanalstrategie werden sie unterschiedlich stark gewichtet.
Flexible Attribute, Kategorien, Varianten und Beziehungen. Unterstützung für Klassifikationsstandards wie eCl@ss und ETIM für technische Produkte.
Aufgabenbasierte Anreicherung mit Status, Verantwortlichkeiten und Freigaben. Mehrere Teams arbeiten parallel an vollständigen Produkten.
Verwaltung von Bildern, Videos und Dokumenten direkt am Produkt. Varianten, Formate und Rechte zentral gepflegt und mit ausgespielt.
Kanalgerechte Ausspielung an Shop, Marktplätze, Print und Vertrieb. Mapping auf die Anforderungen von Amazon, Google und Handelspartnern.
Regeln für Pflichtfelder, Formate und Konsistenz. Qualitäts- und Vollständigkeitsquoten machen den Reifegrad je Kanal sichtbar.
Übersetzungs-Workflows, Sprach- und Marktvarianten. Inhalte werden pro Land und Sprache differenziert gepflegt und ausgespielt.
Eingeordnet nach Segment, Schwerpunkt, Open-Source-Option und DAM, jeweils mit Link zur Herstellerseite. Schwerpunkt, Sitz, Open Source und DAM stammen von den Herstellerseiten, das Segment ist eine Einschätzung von Find-Your-Software. Die ausführliche Anbieterliste mit Betriebsmodell steht unter PIM Anbieter im Detail, Kriterien und Tabelle nach Segmenten im Vergleich der PIM Software.
| Anbieter | Segment (Einschätzung) | Schwerpunkt laut Hersteller | Open Source | DAM laut Hersteller | Herstellerseite |
|---|---|---|---|---|---|
AkeneoAkeneo SAS laut Lizenzdatei |
Mittelstand+ | PIM mit Community Edition auf GitHub | ✓ OSL-3.0 | keine Angabe | Lizenz |
ContentservTeil von Centric Software |
Mittelstand+ | Centric PXM für Konsumgüter, Handel und Fertigung | nein | keine Angabe | contentserv.com |
Stibo SystemsAarhus, Dänemark |
Enterprise | Multidomain Stammdaten mit Product, Customer, Supplier und Location Data Cloud | nein | keine Angabe | stibosystems.com |
inriverMalmö, Schweden |
Enterprise | PIM mit Syndication in Shops, Marktplätze und Print | nein | ○ Anbindung | inriver.com |
PimcoreSalzburg, Österreich |
Mittelstand+ | Plattform mit PIM, MDM und DAM, Editionen bis PaaS | ✓ POCL | ✓ | pimcore.com |
SalsifyBoston, USA |
Enterprise | PXM mit Syndication und GDSN Data Pool | nein | keine Angabe | salsify.com |
SyndigoChicago, USA |
Enterprise | PIM, MDM, GDSN und Syndication, 1WorldSync ist Teil von Syndigo | nein | keine Angabe | syndigo.com |
ViamediciEttlingen, Deutschland |
Mittelstand+ | EPIM Plattform mit VIA/PIM360°, VIA/MDM, VIA/DAM und CPQ | nein | ✓ | viamedici.com |
PerfionTeil von Boyum Solutions |
Mittelstand | PIM mit Anbindung an Dynamics 365, SAP Business One und S/4HANA | nein | ✓ | perfion.boyum-solutions.com |
ProductsupBerlin, Deutschland |
Mittelstand+ | Feed Management und Syndication, kein klassisches PIM | nein | nein | productsup.com |
Bluestone PIMTønsberg, Norwegen |
Mittelstand+ | Headless und API-first, MACH-zertifiziert | nein | ○ AI DAM, Anbindung | bluestonepim.com |
PlytixSitz auf Herstellerseite nicht genannt |
KMU | PIM mit DAM Modul | nein | ✓ | plytix.com |
✓ = laut Herstellerseite vorhanden, ○ = eingeschränkt oder über Anbindung, nein = nicht angeboten, keine Angabe = auf der abgerufenen Herstellerseite nicht genannt. Preise nennen die meisten Hersteller nur auf Anfrage, deshalb stehen keine Preise in der Tabelle. Abruf der Herstellerseiten am 13.10.2026, anbieterneutral. Zuletzt geprüft am 13.10.2026.
Zwei bekannte PIM Systeme stellen ihren Quellcode frei zur Verfügung. Die Lizenzen unterscheiden sich deutlich, deshalb lohnt der Blick in die Bedingungen des Herstellers vor dem produktiven Einsatz.
Der Quellcode liegt im öffentlichen Repository von Akeneo. Die Lizenzdatei nennt die Open Software License 3.0 (OSL-3.0) der Akeneo SAS.
Alle Pimcore Editionen stehen laut Hersteller unter der Pimcore Open Core License (POCL) mit vollem Quellcode. Die Community Edition ist laut Pimcore kostenlos für Organisationen unter 5 Mio. EUR oder USD Jahresumsatz, für Non-Profits und Hochschulen sowie für den Nicht-Produktivbetrieb.
Open Source senkt die Lizenzkosten, nicht den Aufwand für Datenmodell, Datenübernahme, Schnittstellen, Hosting, Updates und Support. Diese Arbeit leisten Sie selbst oder kaufen sie bei einem Partner ein (Erfahrungswert von Find-Your-Software).
Quellen: Akeneo PIM Lizenzdatei; Pimcore Open Core und Editionen. Abruf jeweils 13.10.2026. Keine Rechtsberatung zur Lizenz. Mehr zu Editionen und Anbietern in der Anbieterliste, Abschnitt Open Source. Zuletzt geprüft am 13.10.2026.
Ein PIM führt die Produktdaten, ein DAM die Medien. Im Alltag gehören beide zusammen: Bilder, Videos und Datenblätter hängen am Artikel und werden gemeinsam in jeden Kanal ausgespielt.
| Variante | So funktioniert es | Beispiele laut Hersteller |
|---|---|---|
DAM im PIM integriert | Medien werden direkt im PIM verwaltet und mit dem Produkt ausgespielt. | Perfion, Plytix |
Plattform mit PIM, MDM und DAM | Ein Hersteller bietet Produktdaten, Stammdaten und Medien als Module einer Plattform. | Pimcore, Viamedici (VIA/PIM360°, VIA/MDM, VIA/DAM) |
Eigenständiges DAM angebunden | Das PIM bindet ein vorhandenes DAM über eine Schnittstelle an und verknüpft die Medien mit dem Artikel. | inriver beschreibt die Anbindung des DAM, Bluestone PIM die Verbindung zu ERP, Commerce und DAM |
Faustregel: Sind die Medien überwiegend Produktbilder und Datenblätter, reicht oft das DAM im PIM. Verwalten Marketing und Agenturen viele Markenmedien mit Nutzungsrechten, ist ein eigenständiges DAM mit Anbindung meist die bessere Wahl (Einschätzung von Find-Your-Software). Details zur Abgrenzung im Vergleich PIM, MDM und DAM im Detail.
Quellen: Perfion; Plytix; Pimcore DAM; Viamedici; inriver; Bluestone PIM. Abruf jeweils 13.10.2026. Zuletzt geprüft am 13.10.2026.
Konsumgüter brauchen andere PIM-Funktionen als technische B2B-Produkte. Diese Einordnung zeigt bewährte Systeme je Profil als Ausgangspunkt für die Vorauswahl.
| Profil | Kritische Anforderungen | Bewährte Systeme |
|---|---|---|
Hersteller technischer ProdukteIndustrie, B2B |
eCl@ss/ETIM, Varianten, Datenblätter, BMEcat | Viamedici, Contentserv, Pimcore |
Konsumgüter / MarkenherstellerFMCG, Retail |
GDSN, Digital Shelf, Marken-Content | Salsify, Syndigo, inriver, Akeneo |
Händler & MarktplätzeE-Commerce |
Syndication, Feed-Management, viele Kanäle | Productsup, Akeneo, Salsify |
Mittelstand mit Microsoft-StackDynamics 365 |
Enge ERP-Integration, schlanke Einführung | Perfion, Contentserv |
Open-Source-orientiertvolle Datenhoheit |
Anpassbarkeit, On-Premise, kein Lizenz-Lock-in | Pimcore, Akeneo Community |
KMU / Einstiegkleines Sortiment |
Schnelle Einführung, geringe Kosten | Plytix, Bluestone PIM |
Orientierung nach typischen Profilen, keine abschließende Eignungsaussage. Stand Juni 2026, anbieterneutral.
Ein PIM entfaltet seinen Wert über die Anbindung an Quellsysteme und Ausgabekanäle. Standardkonnektoren und offene APIs entscheiden, wie schnell neue Kanäle erschlossen werden.
Wichtig bei der Evaluierung: Prüfen Sie, ob für Ihr ERP und Shopsystem fertige Konnektoren existieren und wie die Marktplatz-Syndication abgebildet wird. Eine dokumentierte REST-API und vorhandene Standard-Schnittstellen entscheiden über Aufwand, Geschwindigkeit und spätere Flexibilität.
Produktdaten sind nur wertvoll, wenn sie standardkonform, vollständig und austauschbar sind. Diese sechs Punkte entscheiden über die Eignung eines PIM, gerade im DACH-Raum.
Das Global Data Synchronization Network (GDSN) auf Basis von GS1-Standards (GTIN) ist der Standard für den Stammdatenaustausch zwischen Herstellern und Handel, vor allem bei Konsumgütern.
eCl@ss und ETIM sind Klassifikationsstandards für technische und industrielle Produkte. Sie beschreiben Kategorien und Merkmale einheitlich und sind im B2B-Handel oft Pflicht.
BMEcat ist das verbreitete XML-Format für den elektronischen Austausch von Produktkatalogen im B2B. Ein PIM sollte BMEcat im- und exportieren können.
Regeln für Pflichtfelder, Formate und Konsistenz sowie Vollständigkeits-Scores je Kanal. Schlechte Produktdaten sind der häufigste Grund für PIM-Projekte.
PIM fokussiert produktbezogene, vertriebsnahe Daten. MDM verwaltet alle Stammdaten-Domänen unternehmensweit. Manche Plattformen (Stibo, Pimcore) decken beides ab.
Moderne PIM sind API-first und headless, damit Inhalte flexibel in beliebige Frontends fließen. Die Weiterentwicklung zum PXM stellt das Produkterlebnis in den Mittelpunkt.
Die meisten PIM Hersteller nennen Preise nur auf Anfrage. Belastbar vergleichen lassen sich deshalb vor allem die Kostenblöcke. Der größere Aufwand steckt oft in Datenmodellierung und Bereinigung, nicht in der Lizenz.
| Kostenblock | Was ihn treibt | Belegte Herstellerangaben |
|---|---|---|
Lizenz oder Abo |
Zahl der Produkte, Nutzer, Kanäle, Sprachen und Module | Pimcore Community Edition laut Hersteller kostenlos für Organisationen unter 5 Mio. EUR oder USD Jahresumsatz, Non-Profits, Hochschulen und Nicht-Produktivbetrieb. Akeneo Community Edition unter OSL-3.0. Übrige Preise auf Anfrage. |
Einführung |
Datenmodell, Workflows, Rollen, Klassifikation wie eCl@ss oder ETIM | Keine öffentlichen Herstellerangaben |
Datenübernahme |
Qualität und Verteilung der Bestandsdaten in ERP, Excel und Lieferantenfeeds | Keine öffentlichen Herstellerangaben |
Schnittstellen |
Anbindung an ERP, Shop, DAM, Marktplätze und Datenpools | Keine öffentlichen Herstellerangaben |
Betrieb |
Hosting, Updates und Support, bei Open Source in eigener Verantwortung | Keine öffentlichen Herstellerangaben |
Wichtige Kostentreiber: Datenmodellierung und Bereinigung der Bestandsdaten, Anzahl der angebundenen Kanäle und Sprachen, Schnittstellen zu ERP, Shop und DAM sowie Schulung der Redaktionsteams. Open Source spart Lizenzkosten, verlagert den Aufwand aber auf Hosting und Implementierung (Erfahrungswert von Find-Your-Software). Quelle Pimcore: Pimcore Open Core, Quelle Akeneo: Akeneo Lizenzdatei, Abruf 13.10.2026. Zuletzt geprüft am 13.10.2026.
PIM-Projekte scheitern selten an der Software und oft an unklaren Datenmodellen und schlechter Datenqualität. Dieser Prozess führt vom Sortiment bis zum produktiven, sauberen PIM.
Bestehende Datenquellen, Sortimentsgröße, Attributtiefe und alle Ausgabekanäle wie Shop, Marktplätze, Print und Vertrieb erfassen.
Funktionen wie Anreicherungs-Workflows, DAM, Mehrsprachigkeit und Klassifikation (eCl@ss, ETIM) priorisieren und das Zieldatenmodell skizzieren.
Anbindung an ERP, Shopsystem, DAM und Syndication-Kanäle bewerten. Offene APIs und vorhandene Konnektoren reduzieren den Aufwand erheblich.
5 bis 8 Anbieter vorauswählen und mit eigenem Sortiment und echten Use Cases testen, etwa Anreicherung und Ausspielung in einen Kanal.
Prüfen, wie das System Datenqualität, Vollständigkeit und Freigabe-Workflows sicherstellt. Schlechte Produktdaten sind der häufigste Projektgrund.
Datenmodell aufsetzen, Bestandsdaten migrieren und bereinigen, Workflows etablieren und schrittweise weitere Kanäle anbinden.
Antworten zu Begriff, Abgrenzung zu DAM und MDM, Open Source, Anbietern, Kosten, Eignung und Einführungsdauer. Zuletzt geprüft am 13.10.2026.
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