Beratungssoftware DACH 2026

Beratungssoftware Vergleich.
9 Systeme. Kein Bias.

Beratungsunternehmen brauchen mehr als Einzel-Tools: Projektmanagement, Ressourcenplanung, Zeiterfassung, Angebots- und Rechnungsstellung, CRM für die Akquise und Wissensmanagement müssen ineinandergreifen. Der anbieterneutrale Marktüberblick für Unternehmens-, IT-, Strategie- und Ingenieurberatungen im DACH-Raum, mit GoBD- und E-Rechnungs-Check, Rechtsrahmen und geprüften Herstellerpreisen (Stand Oktober 2026).

Projektmanagement Ressourcenplanung Zeiterfassung Angebote & Rechnungen CRM & Akquise Wissensmanagement Projektcontrolling GoBD & E-Rechnung
49,0 Mrd. €
Umsatz Unternehmensberatung Deutschland 2025 (BDU, Facts & Figures zum Consultingmarkt 2026)
+4,5 %
Wachstumsprognose 2026 auf 51,1 Mrd. € (BDU, Stand 03/2026)
+18,8 %
Wachstum im Beratungsfeld KI 2025 (BDU, Stand 03/2026)
9
Systeme im Tiefenvergleich, anbieterneutral
Marktlage

Warum Beratungen spezialisierte Software brauchen

Beratungsunternehmen verkaufen Zeit und Expertise. Ohne durchgängige Software-Unterstützung entstehen blinde Flecken bei Projektprofitabilität, Ressourcenplanung und Kundenbindung, mit direktem Einfluss auf Marge und Wachstum. Der Druck steigt: Der deutsche Unternehmensberatungsmarkt wuchs 2025 nur um 0,5 Prozent auf 49,0 Milliarden Euro, kleine Beratungen bis 1 Million Euro Umsatz verzeichneten sogar ein Minus von bis zu 2,5 Prozent, und Projekte mussten vom Auftraggeber häufiger belastbar begründet werden als früher (Quelle: BDU, Facts & Figures zum Consultingmarkt 2026, Stand 03/2026). Wer Auslastung, Marge und Abrechnung nicht laufend im Blick hat, reagiert zu spät. Für die Kundenseite gibt es eine eigene Seite zu CRM für Dienstleister.

Ohne integrierte Lösung
  • Zeiterfassung in Excel: fehleranfällig, ohne Änderungsprotokoll und in der Betriebsprüfung schwer nachvollziehbar
  • Projektprofitabilität erst nach Projektabschluss sichtbar, also zu spät für Gegenmaßnahmen
  • CRM und Projektmanagement als isolierte Insellösungen mit doppelter Datenpflege
  • Manuelle Stundennachweise und Rechnungsstellung kosten wertvolle Beraterstunden
  • Wissensilos zwischen Consultants: Projekterfahrungen gehen beim Mitarbeiterwechsel verloren
  • Ressourcen-Overload und Unterauslastung gleichzeitig mangels Kapazitätsübersicht
  • Keine verlässliche Datenbasis für Angebotspreise neuer Projekte
Mit PSA-Systemunterstützung
  • Zeiterfassung direkt im Projektkontext mit Änderungsprotokoll als Basis für GoBD-konforme Prozesse
  • Live-Dashboard für Projektmarge, Budget-Auslastung und verbleibende Kapazität
  • CRM, Projekt und Abrechnung in einem integrierten System ohne Datenbrüche
  • Automatische Stundenzettel und One-Click-Rechnungsstellung nach Stunden oder Festpreis
  • Zentrales Wissensmanagement und Projektdokumentation mit Suchfunktion
  • Kapazitätsplanung über alle laufenden und geplanten Projekte in einer Ansicht
  • Fundierte Angebotspreise auf Basis historischer Projektdaten und realer Margen
Beratungstypen

Welche Software welche Beratungsform braucht

Beratung ist nicht gleich Beratung. 2025 wuchsen die IT-Beratung um 2,8 Prozent und die Strategieberatung um 1,1 Prozent, während HR- sowie Organisations- und Prozessberatung um jeweils 0,8 Prozent zurückgingen. Für 2026 erwartet der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) in der Strategieberatung ein Plus von 5,2 Prozent und in der IT-Beratung von 4,7 Prozent (Quelle: BDU, Facts & Figures zum Consultingmarkt 2026, Stand 03/2026). Je nach Geschäftsmodell unterscheiden sich die Anforderungen an die Software deutlich.

01 · Strategieberatung

Wenige, hoch bepreiste Projekte

Kleine Teams, hohe Tagessätze, oft Festpreis- oder Phasenhonorare. Entscheidend sind eine saubere Angebotskalkulation, Budgetkontrolle je Phase und eine vertrauliche Ablage für Kundendaten. Umfangreiche Ressourcenplanung ist meist zweitrangig.

  • Angebots- und Phasenkalkulation
  • Budget vs. Ist je Projektphase
  • Rollen- und Rechtekonzept für vertrauliche Mandate
  • Reisekosten und Spesen
02 · IT-Beratung

Viele Berater, viele parallele Einsätze

IT-Beratungen arbeiten häufig nach Aufwand, mit Rahmenverträgen, Abrufen und gemischten Teams aus Angestellten und Freelancern. Gebraucht werden skillbasierte Einsatzplanung, Kontingentverwaltung und Schnittstellen zu Ticket- und Entwicklungswerkzeugen wie Jira.

  • Skill- und Kapazitätsplanung
  • Rahmenvertrags- und Kontingentverwaltung
  • Freelancer-Einsatz mit Statusprüfung
  • Jira- und Ticket-Anbindung
03 · Ingenieur- und Technikberatung

Projektnahe Leistungsabrechnung

Ingenieurbüros und technische Beratungen rechnen oft nach Leistungsphasen, Nachträgen und Meilensteinen ab und brauchen Projektstrukturpläne mit vielen Ebenen. Projektron BCS und Deltek Vantagepoint positionieren sich laut Herstellerangaben ausdrücklich für projektbasierte Unternehmen.

  • Mehrstufige Projektstrukturpläne
  • Meilenstein- und Nachtragsabrechnung
  • Multiprojekt- und Ressourcensicht
  • Dokumentbezug am Arbeitspaket
04 · Steuer- und WP-nahe Beratung

Kanzleilogik und Berufsrecht

Steuerberatungen, Wirtschaftsprüfer und prüfungsnahe Beratungen unterliegen dem Berufsgeheimnis nach § 203 StGB und arbeiten eng mit DATEV-Prozessen. Hier zählen Mandantentrennung, revisionssichere Ablage und eine belastbare Schnittstelle zur Finanzbuchhaltung oft mehr als ein breites PSA-Funktionsset.

  • Mandantengetrennte Datenhaltung
  • DATEV-Export oder DATEV-Schnittstelle
  • Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO
  • Fristen- und Aufgabensteuerung
05 · HR- und Organisationsberatung

Workshops, Trainings, Retainer

Viele kleinere Aufträge, wiederkehrende Workshops und Coaching-Pakete prägen das Geschäft. Gefragt sind einfache Zeiterfassung, Pauschal- und Retainer-Abrechnung sowie eine schlanke Kunden- und Terminverwaltung. Laut BDU war dieses Beratungsfeld 2025 leicht rückläufig, was den Kostendruck auf Tools erhöht.

  • Pauschal- und Retainer-Abrechnung
  • Mobile Zeiterfassung
  • Vorlagen für wiederkehrende Leistungen
  • Einfache Kunden- und Kontakthistorie
06 · Freelancer und Solo-Berater

Schnell startklar

Einzelberater brauchen vor allem Zeiterfassung, Angebot und Rechnung im E-Rechnungsformat. Clockodo bietet Solo-Selbstständigen einen kostenlosen Tarif für einen Nutzer, MOCO startet bei 15 € pro Benutzer und Monat (Herstellerangaben, Stand Oktober 2026).

  • Zeiterfassung per Timer und App
  • E-Rechnung als ZUGFeRD oder XRechnung
  • DATEV-Export für die Steuerberatung
  • Keine Implementierung nötig
Anbietervergleich

Die besten Beratungssoftware-Systeme 2026

9 Anbieter im sachlichen Vergleich. Bewertet nach Kriterien, die für DACH-Beratungen wirklich zählen: PSA-Reife, Zeiterfassung, Projektcontrolling, Unterstützung GoBD-konformer Prozesse und Preistransparenz. Alle Preise haben wir im Oktober 2026 auf den Preisseiten der Hersteller geprüft; wo keine Listenpreise veröffentlicht sind, steht „auf Anfrage“. Wer reine Projektmanagement-Tools ohne Abrechnung sucht, findet sie in unserem Projektmanagement-Software Vergleich.

Anbieter Typ Zielgröße Zeiterfassung Projektcontrolling CRM Abrechnung GoBD Preis / User / Mt. Profil
MOCOCloud-PSA aus der Schweiz, seit 2014
PSA 5 bis 200 MA ✓ ✓ Basis ✓ ✓ ab 15 €
Productive.ioPSA für Agenturen und Beratungen, seit 2014
PSA 10 bis 200 MA ✓ ✓ Basis ✓ Eingeschränkt ab 10 USD
BQE CorePSA mit integrierter Buchhaltung, BQE Software USA
PSA 10 bis 500 MA ✓ ✓ ✓ ✓ Basis auf Anfrage
KantataEnterprise-PSA, 2022 aus Mavenlink und Kimble entstanden
PSA 25 bis 500 MA ✓ ✓ ✓ ✓ Eingeschränkt auf Anfrage
Projektron BCSDeutsche PM-Software, Projektron GmbH, Berlin seit 2001
PM / PSA 20 bis 5.000 MA ✓ ✓ ✓ ✓ ✓ 20 € / Lizenz*
Deltek VantagepointProjekt-ERP und PSA, Deltek, Herndon (USA), seit 1983
PSA Enterprise 50 bis 5.000 MA ✓ ✓ ✓ ✓ Basis auf Anfrage Zum Profil →
Microsoft Dynamics 365 Project OperationsERP und PSA für Enterprise-Beratungen
ERP / PSA 100 bis 5.000 MA ✓ ✓ ✓ ✓ ✓ 117,00 €
TimeTacDACH-Zeiterfassung der TimeTac GmbH, Graz
Zeiterfassung 5 bis 500 MA ✓ Basis ✕ Basis ✓ auf Anfrage
clockodoZeiterfassung der Clockodo GmbH, Unna
Zeiterfassung 1 bis 200 MA ✓ Basis ✕ Basis ✓ ab 4 €

* Projektron BCS.light, SaaS-Cloud-Variante: Kosten pro Lizenz 20 € pro Monat, Mindestlaufzeit 6 Monate; On-Premise-Lizenzkauf 200 € pro Lizenz ohne Mindestlaufzeit. Projektron BCS (Vollversion): On-Premise-Lizenzkauf 300 bis 350 Euro pro Nutzer, SaaS-Cloud-Variante 5 % des Lizenzkaufpreises pro Monat (rechnerisch 15 bis 17,50 € pro Nutzer und Monat). Lizenziert wird nach der Zahl der Benutzer, die sich innerhalb von 24 Stunden anmelden. Alle Preise zzgl. MwSt. (Quelle: projektron.de, Editionen und Preise, Stand Oktober 2026).

Weitere Preise pro Nutzer und Monat, netto, Herstellerangaben Stand Oktober 2026: MOCO Core 15 EUR (mocoapp.com); Productive Essential 10 USD bei monatlicher Zahlung (productive.io); Microsoft Dynamics 365 Project Operations 117,00 € bei jährlicher Abrechnung (microsoft.com); Clockodo Basic 4 € nur Arbeitszeit, Pro mit Projektzeiterfassung 10 €, in den ersten 12 Monaten 8 € (clockodo.com). BQE Core, Kantata, Deltek Vantagepoint und TimeTac veröffentlichen keine frei abrufbaren Listenpreise.

Zielgröße und GoBD-Spalte: Einschätzung von Find-Your-Software. Eine amtliche GoBD-Zertifizierung für Software gibt es nicht; maßgeblich sind Festschreibung, Änderungsprotokoll und die Verfahrensdokumentation des Anwenders.

Anbieter im Detail

Die 3 Top-Profile für jede Beratungsgröße

Ein tieferer Blick auf die drei Systeme, die für die häufigsten Beratungsgrößen im DACH-Raum am besten passen: Boutique und Freelance, deutscher Mittelstand mit PMO-Struktur sowie internationale Enterprise-Beratung. Firmendaten und Preise stammen aus Impressum, Unternehmensseiten und Preisseiten der Hersteller (Stand Oktober 2026).

Boutique & Freelancer

MOCO

Gegründet 2014 · Sitz Zürich · everii Switzerland GmbH

Cloud-PSA-Software, die Zeiterfassung, Projektcontrolling, Angebote und Rechnungsstellung in einer schlanken Oberfläche bündelt. Verbreitet bei kleinen und mittleren Unternehmensberatungen und Agenturen im DACH-Raum. Gehostet wird laut Hersteller in der Schweiz, auf gemanagten Servern im Rechenzentrum der IWB in Basel.

  • Projektcontrolling, Angebote und Rechnungen in einem System
  • Leads und Kapazitätsplanung im Tarif Pro
  • E-Rechnungen als ZUGFeRD und XRechnung
  • DATEV-CSV-Export und DATEV-Integration
  • Hosting in der Schweiz (Basel)
ab 15 € / Nutzer / Monat (Core, zzgl. MWST)
Am besten für: Boutique-Beratungen und Freelancer, die ohne IT-Projekt sofort startklar sein wollen.
Grenzen: reiner Cloud-Betrieb ohne On-Premise-Option; Leads und Kapazitätsplanung erst im höheren Tarif Pro.
DACH-Mittelstand & PMO

Projektron BCS

Gegründet 2001 · Berlin · Projektron GmbH · über 140 Beschäftigte

Projektmanagement-Software mit ERP-Funktionen für Dienstleister: Projektcontrolling, Budgetsteuerung, Ressourcenplanung, Zeiterfassung, Angebot und Rechnung. Wahlweise On-Premise in der eigenen IT-Landschaft oder als SaaS-Cloud-Variante, die laut Hersteller ausschließlich in deutschen Rechenzentren der dogado GmbH gehostet wird. Laut Projektron arbeiten über 800 Kundenorganisationen mit BCS.

  • Klassische und agile Planung (Gantt, Scrum, Kanban)
  • Budget- und Kostenkontrolle je Projektphase
  • E-Rechnung: XRechnung, ZUGFeRD, ebInterface, QR-Rechnung
  • ISO/IEC 27001:2022 (TÜV Rheinland), TISAX-Prüfverfahren durchlaufen
  • SaaS-Hosting mit BSI-C5-Testat Typ 1
BCS.light: 20 € / Lizenz / Monat (SaaS, 6 Monate Mindestlaufzeit)
Am besten für: Beratungen mit 20 bis 500 Mitarbeitenden und PMO-Struktur, die Betrieb in Deutschland oder im eigenen Rechenzentrum, nachweisbare Informationssicherheit und granulares Projektcontrolling brauchen.
Grenzen: höherer Einführungs- und Schulungsaufwand als bei schlanken Cloud-Tools; die KI-Hilfe nutzt derzeit ein Mistral-Sprachmodell auf Projektron-Servern und läuft noch nicht vollständig lokal.
Enterprise & International

Deltek Vantagepoint

Deltek gegründet 1983 · Herndon, Virginia (USA)

Projekt-ERP und PSA-Software von Deltek, das laut eigener Darstellung seit 1983 Software für projektbasierte Unternehmen entwickelt. Vantagepoint bündelt Projektmanagement, Ressourcenplanung, CRM und Reporting für Beratungen sowie Architektur- und Ingenieurbüros. Seit Juni 2024 ist der KI-Assistent Ask Dela integriert.

  • Multi-Currency- und Multi-Entity-Abrechnung
  • Pipeline- und CRM-Management
  • Anpassbare Dashboards
  • Audit-Trails für Compliance-Reporting
  • KI-Assistent Ask Dela
Preis auf Anfrage
Am besten für: internationale Beratungs- und Engineering-Unternehmen mit komplexen, mehrstufigen Projektstrukturen.
Grenzen: kein deutscher Hersteller; DATEV-Anbindung und deutsche E-Rechnungsformate sollten Sie in der Demo konkret prüfen.
Funktionsübersicht

Acht Module, die jede Beratung braucht

Professionelle Beratungssoftware bildet den gesamten Projektzyklus ab: von der Akquise über Projektmanagement, Ressourcenplanung und Zeiterfassung bis zu Angebots-/Rechnungsstellung und Wissenskonservierung. Diese acht Module sind der Kern jeder PSA-Lösung für Beratungsunternehmen.

01 · Projektmanagement

Projekte planen und steuern

Klassische und agile Projektplanung mit Meilensteinen, Gantt-Ansichten und Kanban-Boards. Grundlage für Termintreue, transparente Status-Kommunikation an Kunden und ein sauberes Multi-Projekt-Portfolio.

  • Gantt- und Kanban-Ansichten
  • Meilenstein- und Abhängigkeitsplanung
  • Multi-Projekt-Portfolioüberblick
  • Status-Reporting für Kunden
02 · Ressourcenplanung

Kapazitäten optimal einsetzen

Auslastungsübersicht über alle Berater und Projekte. Engpässe und Leerlaufzeiten sichtbar machen, bevor sie entstehen. Grundlage für realistische Angebotskalkulation.

  • Kapazitätskalender aller Berater
  • Skill-basierte Ressourcenzuweisung
  • Auslastungs-Forecast (8 bis 12 Wochen)
  • Urlaubsplanung integriert
03 · Zeiterfassung

Projektstunden präzise erfassen

Minutengenaue Zeiterfassung direkt im Projektkontext. Mobil für unterwegs, Browser-Timer für den Schreibtisch. Basis für GoBD-konforme Stundenzettel und faire Kundenabrechnungen.

  • Timer-Funktion und manuelle Eingabe
  • Aufteilung nach Projekt, Aufgabe, Tätigkeit
  • App für iOS und Android
  • GoBD-konforme Protokollierung
04 · Angebots- & Rechnungsstellung

Von der Kalkulation zur bezahlten Rechnung

Angebote auf Basis historischer Stundensätze kalkulieren, nach Zuschlag direkt ins Projekt übernehmen und am Ende automatisch abrechnen: nach Zeit, Festpreis oder Meilenstein.

  • Angebotskalkulation aus Ist-Stundensätzen
  • Vorlagen für Rahmenverträge & Retainer
  • Ein-Klick-Rechnung nach Zeit/Festpreis/Meilenstein
  • DATEV-Export und Mahnwesen
05 · CRM & Akquise

Kundenbeziehungen systematisch pflegen

Leads, Angebote und Kundenhistorie in einem System. Nahtloser Übergang vom gewonnenen Auftrag zum Projekt ohne doppelte Datenpflege zwischen CRM und PSA.

  • Lead-Pipeline und Angebotsverfolgung
  • Kundenhistorie mit Projektbezug
  • Angebotserstellung aus Zeitbudgets
  • CRM-Übergabe in Projektmanagement
06 · Wissensmanagement

Projekterfahrung im Unternehmen halten

Zentrale, durchsuchbare Ablage für Projektdokumentation, Methodik-Vorlagen und Lessons Learned. Verhindert, dass Erfahrungswissen mit ausscheidenden oder wechselnden Beratern verloren geht.

  • Zentrale Projekt- und Methodik-Bibliothek
  • Lessons-Learned je Projekt dokumentieren
  • Volltextsuche über Angebote und Reports
  • Onboarding-Vorlagen für neue Berater
07 · Projektcontrolling

Echtzeit-Einblick in Projektmarge

Live-Dashboard mit Budget, Ist-Stunden, Marge und verbleibender Kapazität. Ampelsystem warnt frühzeitig vor Budgetüberschreitungen, bevor der Kunde anruft.

  • Budget vs. Ist in Echtzeit
  • Marge pro Projekt und Berater
  • Projektampel und Frühwarnsystem
  • Projektprofitabilitäts-Reports
08 · Reporting & Analytics

Datenbasis für strategische Entscheidungen

Auswertungen auf Unternehmens-, Team- und Projektebene. KPIs wie Auslastungsgrad, Realisierungsrate und Durchschnittsstundensatz auf einem Management-Dashboard.

  • Auslastungsgrad und Realisierungsrate
  • Durchschnittsstundensatz und Deckungsbeitrag
  • Kundenrentabilität im Vergleich
  • Export für Management-Reporting
Kennzahlen

Die KPIs, die eine Beratungssoftware liefern muss

Beratungen steuern nicht über Stückzahlen, sondern über verkaufte Stunden. Die folgenden Kennzahlen sollte jede PSA-Software ohne Excel-Nacharbeit liefern. Wir erklären sie bewusst ohne Branchen-Benchmarks, weil frei zugängliche, belastbare Vergleichswerte für den DACH-Markt fehlen und Zielwerte stark vom Geschäftsmodell abhängen. Der Rechtfertigungsdruck wächst: Laut BDU mussten Projekte 2025 vom Auftraggeber häufig belastbarer begründet werden als in der Vergangenheit (Quelle: BDU, Facts & Figures zum Consultingmarkt 2026, Stand 03/2026).

KPI 01 · Auslastung

Utilization: verkaufte Zeit

Anteil der fakturierbaren Stunden an der verfügbaren Arbeitszeit eines Beraters oder Teams. Verfügbar heißt: Sollarbeitszeit abzüglich Urlaub, Krankheit und Feiertagen. Die Software muss fakturierbare, interne und nicht fakturierbare Kundenzeiten sauber trennen.

  • Formel: fakturierbare Stunden ÷ verfügbare Stunden
  • Sicht je Berater, Team und Rolle
  • Plan- und Ist-Auslastung im Vergleich
KPI 02 · Realisierungsgrad

Kommt die Leistung beim Kunden an?

Verhältnis des tatsächlich abgerechneten Werts zum Wert der erfassten Stunden zum Standardsatz. Abschreibungen, Kulanz und Festpreisüberschreitungen senken ihn. Er zeigt, ob gute Auslastung auch in Umsatz ankommt.

  • Formel: abgerechneter Wert ÷ erfasster Wert zum Standardsatz
  • Abschreibungen mit Begründung protokollieren
  • Auswertung je Kunde und Projektart
KPI 03 · Effektiver Stundensatz

Was ein Projekt wirklich bringt

Umsatz geteilt durch alle auf das Projekt gebuchten Stunden. Er macht sichtbar, wie viel ein Festpreisprojekt tatsächlich pro Stunde erwirtschaftet hat, und ist die beste Grundlage für die nächste Angebotskalkulation.

  • Vergleich mit dem Listensatz
  • Nachkalkulation je Projektphase
  • Basis für neue Angebote
KPI 04 · Deckungsbeitrag je Projekt

Marge statt Umsatz

Umsatz abzüglich der direkten Personalkosten (Stunden mal interner Kostensatz) und direkter Projektkosten wie Reisen oder Freelancer. Dafür braucht die Software interne Kostensätze, die getrennt von den Verkaufssätzen gepflegt werden.

  • Interne Kostensätze je Rolle
  • Freelancer- und Reisekosten am Projekt
  • Ampel bei Budgetüberschreitung
KPI 05 · Unfertige Leistungen

Work in Progress im Blick

Erbrachte, aber noch nicht abgerechnete Leistungen. Ein hoher Bestand bindet Liquidität und ist ein Frühwarnsignal für Abrechnungsrückstände oder Streit über Leistungsnachweise.

  • Bewertung zum Stichtag
  • Freigabe-Workflow für Stundennachweise
  • Übergabe an die Buchhaltung
KPI 06 · Gewichtete Pipeline

Kapazität und Vertrieb zusammen

Abgleich der Vertriebschancen, gewichtet nach Abschlusswahrscheinlichkeit, mit der freien Kapazität der nächsten Wochen. So erkennen Sie früh, ob Sie einstellen, Freelancer einbinden oder die Akquise verstärken müssen.

  • CRM-Pipeline mit Wahrscheinlichkeiten
  • Kapazitätsforecast
  • Szenarien für die Personalplanung
Integrationsökosystem

Beratungssoftware in der bestehenden IT-Landschaft

Moderne PSA-Systeme lassen sich über Standardschnittstellen und offene APIs in die vorhandene Infrastruktur von Beratungsunternehmen einbinden. Die vier wichtigsten Integrationsfelder reduzieren manuelle Datenpflege deutlich. Zwei Beispiele aus Herstellerangaben: MOCO bietet einen DATEV-CSV-Export und eine DATEV-Integration, Projektron kündigt für BCS ab Version 26.4 eine erste MCP-Schnittstelle an, über die externe KI-Agenten Abfragen und Aktionen ausführen können (Stand Oktober 2026).

Buchhaltung & Steuer

Finanzintegration

Synchronisation von Rechnungen, Zahlungen und Belegen in die Finanzbuchhaltung. DATEV-Export für Steuerberater, SEPA-Zahlungen und automatische Buchungssätze ohne manuelle Übertragung.

  • DATEV-Export oder DATEV-Schnittstelle
  • sevDesk, Lexware, SAGE-Integration
  • SEPA-Zahlungsexport
  • Umsatzsteuer-Voranmeldung-Vorbereitung
Kollaboration & Kommunikation

Team-Tools

Nahtlose Verbindung mit Microsoft 365, Google Workspace und Slack. Projektaufgaben direkt aus Meeting-Notizen erstellen, Dateien aus SharePoint verknüpfen, Kalender synchronisieren.

  • Microsoft Teams und Outlook-Kalender-Sync
  • Google Workspace (Gmail, Drive, Calendar)
  • Slack und Teams-Notifications
  • Confluence für Wissensmanagement
CRM & Vertrieb

Akquise-Integration

Bidirektionale Synchronisation zwischen PSA und CRM. Gewonnene Angebote werden automatisch zu Projekten, Kundendaten bleiben in beiden Systemen ohne manuelle Pflege aktuell.

  • Salesforce und HubSpot-Anbindung
  • Microsoft Dynamics 365 Sales
  • Pipedrive und Zoho CRM
  • Lead-zu-Projekt-Konvertierung
Projektmanagement

PM-Tool-Integration

Für Beratungen, die bereits auf Jira, Asana oder monday.com setzen: PSA-Systeme synchronisieren Aufgaben und Stunden bidirektional, ohne Systemwechsel für die Berater.

  • Jira und Confluence (Atlassian)
  • Asana, monday.com, Trello
  • Microsoft Project und Planner
  • Automatische Stunden-Synchronisation
KI in PSA-Software

Was KI in Beratungssoftware heute konkret leistet

KI ist der stärkste Wachstumstreiber im Beratungsmarkt selbst: Für das Beratungsfeld Künstliche Intelligenz weist der BDU für 2025 ein Wachstum von 18,8 Prozent und für 2026 eine Prognose von 22 Prozent aus (Quelle: BDU, Facts & Figures zum Consultingmarkt 2026, Stand 03/2026). Auch die PSA-Hersteller bauen KI-Funktionen ein. Die Übersicht beruht ausschließlich auf Herstellerangaben; prüfen Sie Verfügbarkeit, Tarif und Datenverarbeitung in der Demo. Einen breiteren Überblick gibt unser Beitrag zu KI in Unternehmenssoftware.

Projektron BCS

KI-Hilfe, Zusammenfassungen, MCP

Verfügbar sind laut Projektron eine KI-Hilfe zur Bedienung auf Basis der BCS-Dokumentation (RAG-Verfahren), Zusammenfassungen von Tickets und Kontakthistorien sowie ab Version 26.3 ein Kontakthistorie-Chat. Eine erste MCP-Schnittstelle für externe KI-Agenten ist ab 26.4 angekündigt. Das Sprachmodell stammt von Mistral AI und läuft auf einem Server der Projektron GmbH; eine vollständig lokale Variante ist geplant.

  • Administratoren aktivieren KI-Bausteine gezielt
  • Antworten mit Quellenangaben
  • Verfügbarkeit in BCS.light je nach Lizenz
Productive.io

KI ab dem Einstiegstarif

Laut Preisseite enthält bereits der Tarif Essential einen AI Assistant und AI Time Tracking. Der Tarif Ultimate nennt zusätzlich Agents und Webhooks. Productive rechnet in US-Dollar ab.

  • AI Assistant und AI Time Tracking
  • Agents im Tarif Ultimate
  • Quelle: productive.io/pricing, Stand Oktober 2026
Kantata

Resourcing Agent

Kantata hat im September 2025 einen Resourcing Agent angekündigt. Er überwacht Projekt- und Personaldaten, erkennt Überallokationen, nicht abgestimmte Zeitpläne und drohende Budgetüberschreitungen und kann Zuordnungen anpassen oder Stunden neu verteilen.

  • Frühwarnung bei Überallokation
  • Automatische Anpassung von Zuordnungen
  • Quelle: kantata.com, Mitteilung vom 24.09.2025
Deltek Vantagepoint

Assistent Ask Dela

Seit Juni 2024 ersetzt Ask Dela die frühere Sprachfunktion in Vantagepoint. Der Assistent ruft Informationen zu Projekten, Mitarbeitenden, Firmen, Kontakten und Aktivitäten ab, liefert Projektzusammenfassungen und entwirft E-Mails auf Basis der Vantagepoint-Daten.

  • Abfragen in natürlicher Sprache
  • Projektzusammenfassungen
  • Quelle: deltek.com, Juni 2024
Microsoft Dynamics 365 Project Operations

Copilot in der Zeiterfassung

Copilot schlägt Zeiteinträge auf Basis von Aufgabenzuweisungen vor und formuliert kundengerichtete Kommentare mit weniger als 100 Zeichen. Laut Microsoft ist die Funktion ab Version 4.120 in allen Regionen allgemein verfügbar und standardmäßig aktiviert. Für Dynamics-365-Agents sind zusätzliche Copilot Credits nötig.

  • Vorschläge für Zeiteinträge
  • Generierte Kundenkommentare
  • Quelle: learn.microsoft.com, Stand Januar 2026
Prüffragen

Worauf Sie bei KI achten sollten

Klären Sie, wo das Sprachmodell läuft und welche Daten das System verlassen. Der Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO muss die KI-Verarbeitung und alle Unterauftragnehmer abdecken. Bei Mandaten mit Berufsgeheimnis ist die Einbindung externer Dienstleister nur unter den Voraussetzungen des § 203 Abs. 3 und 4 StGB zulässig.

  • KI je Rolle abschaltbar?
  • Training mit Kundendaten ausgeschlossen?
  • Quellen und Protokoll der KI-Ergebnisse?
Recht & Compliance

Rechtlicher Rahmen für DACH-Beratungen

Beratungssoftware berührt Steuerrecht, Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht und Datenschutz. Die folgenden Pflichten gelten für Beratungen in Deutschland; Österreich und die Schweiz haben eigene Regeln, etwa das ebInterface-Format für E-Rechnungen in Österreich oder die QR-Rechnung in der Schweiz. Stand der Normen: Oktober 2026. Die Übersicht ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

Steuerrecht

GoBD und Aufbewahrung

Die GoBD (BMF-Schreiben vom 28.11.2019, zuletzt geändert am 14.07.2025) verlangen Nachvollziehbarkeit, Unveränderbarkeit und eine Verfahrensdokumentation. Nach § 147 Abs. 3 AO sind Bücher und Jahresabschlüsse zehn Jahre, Buchungsbelege wie Rechnungen acht Jahre und sonstige steuerlich relevante Unterlagen sechs Jahre aufzubewahren; für Rechnungen nennt auch § 14b UStG acht Jahre.

  • Änderungsprotokoll für Zeiteinträge und Rechnungen
  • Festschreibung abgerechneter Leistungen
  • Export für den Datenzugriff der Finanzverwaltung
  • Verfahrensdokumentation des Anwenders
Umsatzsteuer

E-Rechnung nach § 14 UStG

Eine E-Rechnung ist nach § 14 Abs. 1 UStG eine Rechnung in einem strukturierten elektronischen Format, etwa XRechnung oder ZUGFeRD; ein reines PDF zählt nicht dazu. Die Fristen für den Versand regelt die Übergangsvorschrift in § 27 Abs. 38 UStG, eingeführt durch das Wachstumschancengesetz.

  • Seit 01.01.2025: Empfangspflicht für alle inländischen Unternehmen
  • Bis 31.12.2026: Papier oder PDF mit Zustimmung des Empfängers zulässig
  • Bis 31.12.2027: nur bei höchstens 800.000 € Vorjahresumsatz oder per EDI
  • Ab 01.01.2028: E-Rechnung im inländischen B2B-Verkehr Pflicht
Arbeitsrecht

Arbeitszeiterfassung

Nach dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13.09.2022 (1 ABR 22/21) müssen Arbeitgeber aus § 3 Abs. 2 Nr. 1 ArbSchG ein System einführen, das Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit erfasst. § 16 Abs. 2 ArbZG verlangt zusätzlich die Aufzeichnung der über acht Stunden werktäglich hinausgehenden Zeit. Projektzeiten für die Abrechnung ersetzen diese Erfassung nicht automatisch.

  • Arbeitszeit und Projektzeit getrennt auswerten
  • Reisezeiten nach Unternehmensregel erfassen
  • Ruhezeiten und Höchstarbeitszeit prüfen
  • Mitbestimmung des Betriebsrats beachten
Sozialversicherung

Freelancer und Statusfeststellung

Viele Beratungen setzen freie Berater ein. Ob eine selbständige Tätigkeit oder eine Beschäftigung vorliegt, kann bei der Deutschen Rentenversicherung Bund im Statusfeststellungsverfahren nach § 7a SGB IV geklärt werden. Anhaltspunkte für eine Beschäftigung sind nach § 7 Abs. 1 SGB IV eine Tätigkeit nach Weisungen und die Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Auftraggebers.

  • Eigene Rollen und Rechte für Externe
  • Abrechnung über Eingangsrechnungen
  • Dokumentation von Statusentscheidungen
  • Einsatzdauer je Kunde im Blick
Arbeitnehmerüberlassung

AÜG beim Einsatz beim Kunden

Werden eigene Mitarbeitende so beim Kunden eingesetzt, dass sie in dessen Organisation eingegliedert sind und seinen Weisungen unterliegen, liegt Arbeitnehmerüberlassung vor. Sie bedarf nach § 1 Abs. 1 AÜG einer Erlaubnis, und nach § 1 Abs. 1b AÜG darf derselbe Leiharbeitnehmer höchstens 18 aufeinanderfolgende Monate demselben Entleiher überlassen werden.

  • Vertragsart am Projekt hinterlegen
  • Werk- und Dienstvertrag sauber abgrenzen
  • Einsatzdauer je Mitarbeiter und Kunde
  • Fristenwarnung vor Ablauf von 18 Monaten
Datenschutz

DSGVO und Berufsgeheimnis

Für Cloud-PSA ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO Pflicht, die technischen und organisatorischen Maßnahmen richten sich nach Art. 32 DSGVO. Für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte gilt zusätzlich § 203 StGB: Externe IT-Dienstleister dürfen nach § 203 Abs. 3 und 4 StGB nur eingebunden werden, wenn sie zur Geheimhaltung verpflichtet sind.

  • AVV inklusive Unterauftragnehmer
  • Rollenbasierte Zugriffsrechte
  • Verschlüsselung bei Übertragung und Speicherung
  • Löschkonzept für Mandatsdaten
Kanzleien

Softwareprüfung nach IDW PS 880

Für Steuer- und Wirtschaftsprüfungskanzleien kann eine Bescheinigung nach IDW PS 880 (Prüfung von Softwareprodukten) ein hilfreicher Nachweis sein. Sie ist keine Zertifizierung der GoBD-Konformität im laufenden Betrieb, denn diese hängt immer von Einrichtung, internen Kontrollen und Verfahrensdokumentation ab.

  • Prüfbericht und Prüfumfang anfordern
  • Mandantentrennung prüfen
  • Schnittstelle zur Finanzbuchhaltung testen
  • Berufsrechtliche Verschwiegenheit absichern
Cloud & Hosting

Nachweise statt Versprechen

Fragen Sie nach Prüfberichten statt nach Siegeln. Zwei Beispiele aus Herstellerangaben: Projektron ist nach ISO/IEC 27001:2022 durch TÜV Rheinland zertifiziert, hat das TISAX-Prüfverfahren durchlaufen und nennt für das SaaS-Hosting ein BSI-C5-Testat Typ 1. MOCO hostet in der Schweiz im Rechenzentrum der IWB in Basel, für das ein ISAE-3402-Bericht Typ II angegeben wird.

  • ISO/IEC 27001 mit Geltungsbereich
  • BSI C5 Typ 1 oder Typ 2
  • Serverstandort und Unterauftragnehmer
  • Verfügbarkeit laut SLA
Kosten & TCO

Beratungssoftware Kosten 2026: Was kostet PSA wirklich?

Lizenzkosten sind nur ein Teil der Gesamtkosten. Implementierung, Training, Datenübernahme und laufende Administration machen nach unserer Projekterfahrung oft einen ebenso großen Anteil aus. Die Tabelle zeigt Erfahrungswerte von Find-Your-Software für drei typische Beratungsgrößen, darunter folgt ein Rechenbeispiel mit echten Listenpreisen.

Kostenkategorie
Boutique
1 bis 15 Berater
Mid-Size
15 bis 100 Berater
Enterprise
ab 100 Berater
Lizenz / SaaS (pro Nutzer und Monat) 8 bis 18 € 12 bis 25 € 20 bis 45 €
Implementierung (einmalig) 0 bis 2.000 € 5.000 bis 20.000 € 25.000 bis 100.000 €
Datenmigration (einmalig) 500 bis 2.000 € 2.000 bis 8.000 € 10.000 bis 50.000 €
Training & Onboarding selbst oder kostenlos 1.000 bis 5.000 € 5.000 bis 30.000 €
Integrationen (DATEV, ERP, CRM) 0 bis 1.000 € 2.000 bis 10.000 € 10.000 bis 50.000 €
Laufende Administration (p.a.) intern, unter 1 Std. pro Woche 0,2 bis 0,5 FTE intern 1 bis 2 FTE intern
Jahres-TCO (Rechenbeispiel) 2.000 bis 4.000 € p.a. 25.000 bis 80.000 € p.a. 150.000 bis 500.000 € p.a.

Alle Kostenrahmen dieser Tabelle sind Erfahrungswerte und Rechenbeispiele von Find-Your-Software aus Auswahlprojekten, keine Herstellerangaben. Den größten Einfluss auf die Einführungskosten haben Datenqualität, Zahl der Schnittstellen und die Vielfalt der Abrechnungsmodelle.

Rechenbeispiel: Lizenzkosten für 50 Berater pro Jahr

Grundlage sind die veröffentlichten Listenpreise der Hersteller, netto, Stand Oktober 2026 (Quellen siehe Anbietervergleich). Rechnung: Preis pro Nutzer und Monat × 50 Nutzer × 12 Monate. Rabatte, Zusatzmodule und Einführungsleistungen sind nicht enthalten.

System und Edition
Listenpreis
pro Nutzer und Monat
Lizenzkosten
50 Nutzer, 12 Monate
Clockodo Pro (nur Zeiterfassung) 10 € 6.000 €
MOCO Core 15 € 9.000 €
Projektron BCS, SaaS 15 bis 17,50 € 9.000 bis 10.500 €
Projektron BCS.light, SaaS 20 € 12.000 €
Microsoft Dynamics 365 Project Operations 117,00 € 70.200 €

Rechenbeispiel von Find-Your-Software. Projektron BCS SaaS: 5 % des Lizenzkaufpreises von 300 bis 350 Euro pro Nutzer und Monat. Clockodo Pro: regulärer Preis, in den ersten 12 Monaten 8 €.

Empfehlung für Boutique-Beratungen (1 bis 15 MA): MOCO oder Clockodo sind ohne IT-Projekt nutzbar. MOCO startet laut Preisseite bei 15 € pro Benutzer und Monat und bietet DATEV-CSV-Export sowie DATEV-Integration, Clockodo Pro mit Projektzeiterfassung kostet 10 €, in den ersten 12 Monaten 8 €.

Empfehlung für Mid-Size (15 bis 100 MA): Productive.io, BQE Core oder Projektron BCS.light lohnen einen direkten Vergleich. Nach Erfahrungswerten von Find-Your-Software dauert die Einführung mit Datenübernahme meist 4 bis 8 Wochen.

Empfehlung für PMO-Strukturen & öffentliche Aufträge: Projektron BCS (Berlin, seit 2001) läuft On-Premise oder als SaaS in deutschen Rechenzentren, ist nach ISO/IEC 27001:2022 zertifiziert, hat das TISAX-Prüfverfahren durchlaufen und erzeugt XRechnung und ZUGFeRD. BCS.light kostet als SaaS 20 € pro Lizenz und Monat bei 6 Monaten Mindestlaufzeit, die Vollversion als SaaS 5 % des Lizenzkaufpreises von 300 bis 350 € pro Nutzer und Monat.

Empfehlung für Enterprise (ab 100 MA): Kantata oder Deltek Vantagepoint bieten Enterprise-Governance mit mandantenfähiger Struktur und API-Integration in bestehende ERP-Landschaften (Preise auf Anfrage). Für Unternehmen im Microsoft-Ökosystem kommt Dynamics 365 Project Operations für 117,00 € pro Benutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung in Frage.

Entscheidungsmatrix

Welche Lösungsklasse zu Ihrer Beratungsgröße passt

Die Matrix ordnet typische Anforderungen den Beratungsgrößen zu. Sie ersetzt keine Bewertung mit eigenen Gewichten; wie Sie Kriterien gewichten und Anbieter vergleichbar machen, zeigt unser Leitfaden zur Nutzwertanalyse in der Softwareauswahl. Die Größe ist dabei mehr als eine Formalie: 2025 standen kleine Beratungen bis 1 Million Euro Umsatz mit einem Minus von bis zu 2,5 Prozent am stärksten unter Druck, während mittelgroße Beratungen mit 1 bis 50 Millionen Euro Umsatz um 0,5 bis 2,0 Prozent wuchsen (Quelle: BDU, Facts & Figures zum Consultingmarkt 2026, Stand 03/2026).

Kriterium
Solo & Boutique
1 bis 15 MA
Mittelstand
15 bis 100 MA
Gehobener Mittelstand
100 bis 500 MA
Konzern
ab 500 MA
Lösungsklasse Zeiterfassung plus Rechnung oder schlanke Cloud-PSA Cloud-PSA mit Ressourcenplanung PSA mit Projekt-ERP-Funktionen Enterprise-PSA oder ERP mit PSA-Modul
Beispiele aus dem Vergleich Clockodo, MOCO MOCO, Productive.io, BQE Core, Projektron BCS.light Projektron BCS, Kantata, BQE Core Deltek Vantagepoint, Kantata, Dynamics 365 Project Operations
Muss-Kriterien Timer-App, E-Rechnung, DATEV-Export Kapazitätsplanung, Budget vs. Ist, CRM-Anbindung Multiprojekt-Controlling, Rollen und Rechte, Freigabe-Workflows Multi-Entity, Mehrwährung, Konzernverrechnung, SSO
Betriebsform Cloud Cloud Cloud oder On-Premise Cloud, Private Cloud oder On-Premise
Einführungsdauer (Erfahrungswert) wenige Tage 2 bis 8 Wochen 2 bis 4 Monate 3 bis 6 Monate und länger
Wichtigste Prüffrage Erzeugt das Tool ZUGFeRD oder XRechnung? Wie gut plant es Freelancer und Teilzeit ein? Passt das Controlling zu unserer Phasenlogik? Wie werden DATEV und deutsche E-Rechnung im Konzern-ERP abgebildet?

Einschätzung von Find-Your-Software aus Auswahlprojekten, Stand Oktober 2026. Die Beispiele sind keine Rangfolge.

Tipp: Wer zwischen einer integrierten PSA-Suite und spezialisierten Einzeltools für Zeiterfassung, CRM und Rechnung schwankt, findet die Abwägung im Beitrag Best-of-Breed oder All-in-One.

Auswahlprozess

In 6 Schritten zur richtigen Beratungssoftware

Der Durchschnitt liegt bei 4 bis 6 Monaten vom ersten Bedarf bis zum Go-Live. Wer strukturiert vorgeht, reduziert diese Zeit auf 6 bis 10 Wochen und vermeidet teure Fehlkäufe.

01

Anforderungen definieren

Erfassen Sie alle Stakeholder-Anforderungen: welche Module werden benötigt (PSA, Zeit, CRM, Abrechnung)? Wie viele User? Welche Integrationen zu DATEV, ERP oder CRM müssen bestehen? Compliance-Anforderungen (GoBD, DSGVO) dokumentieren.

1 bis 2 Wochen
02

Longlist erstellen

Basierend auf Ihrem Anforderungsprofil, Ihrer Unternehmensgröße und Budget erstellen Sie eine Longlist von 6 bis 10 Anbietern. Nutzen Sie Herstellerangaben, Analystenberichte wie Gartner und Peer-Referenzen aus Ihrem Netzwerk.

1 Woche
03

Demos & RFP

Shortlist auf 3 bis 5 Anbieter reduzieren. Strukturierten Demo-Leitfaden vorbereiten mit eigenen Use-Cases. Bei Angeboten über 50.000 € Jahreskosten: formalen RFP-Prozess starten. Anbieter auf Basis der gleichen Szenarien bewerten.

2 bis 3 Wochen
04

Referenzen prüfen

Sprechen Sie mit mindestens 3 bestehenden Kunden des Anbieters, idealerweise aus ähnlichen Beratungsbranchen. Fragen Sie konkret nach Implementierungsdauer, Support-Qualität und ob der Anbieter die versprochenen Roadmap-Features geliefert hat.

1 bis 2 Wochen
05

Pilottest

Top-2-Anbieter in einem 30-tägigen Piloten mit echten Daten testen. Wichtig: reale Projekte, echte Zeiterfassung, reale Rechnungen stellen. Endanwender-Feedback strukturiert erfassen. GoBD-Konformität durch IT-Sicherheitsbeauftragten bestätigen lassen.

4 Wochen
06

Rollout & Go-Live

Phasen-Rollout beginnen mit Zeiterfassung und Projektanlage. Daten aus Excel/Legacy-System migrieren. Parallel-Betrieb für 4 bis 8 Wochen empfohlen. Change-Management: Berater-Adoption ist der kritische Erfolgsfaktor, nicht die Technik.

4 bis 8 Wochen
FAQ

Häufige Fragen zur Beratungssoftware

PSA steht für Professional Services Automation und bündelt Zeiterfassung, Projektcontrolling, Ressourcenplanung, CRM und Rechnungsstellung in einer Lösung. Beratungen mit mehreren parallelen Projekten und mehr als etwa zehn Mitarbeitenden profitieren nach unserer Erfahrung am stärksten, weil Excel-Listen und getrennte Tools ab dieser Größe viel Abstimmungsaufwand erzeugen. Entscheidend ist, dass gebuchte Stunden ohne Medienbruch in Controlling und Rechnung fließen. Kleinere Beratungen kommen oft mit Zeiterfassung und Rechnungsmodul aus.

Für Boutique-Beratungen und Einzelberater sind schlanke Cloud-Lösungen wie MOCO und Clockodo verbreitet. MOCO (gegründet 2014, Sitz Zürich) bündelt Zeiterfassung, Projektcontrolling, Angebote und Rechnungen ab 15 € pro Benutzer und Monat. Clockodo (Clockodo GmbH, Unna) konzentriert sich auf Zeiterfassung: Basic kostet 4 €, Pro mit Projektzeiterfassung 10 € pro Nutzer und Monat, in den ersten 12 Monaten 8 €, und Solo-Selbstständige erhalten einen kostenlosen Tarif. Beide sind ohne IT-Projekt nutzbar. Steuerberatungen sollten zusätzlich die Anbindung an ihre DATEV-Prozesse prüfen.

Nach Listenpreisen liegen die reinen Lizenzkosten für 50 Nutzer zwischen rund 6.000 und 70.200 Euro pro Jahr: MOCO Core ergibt 9.000 Euro, Projektron BCS als SaaS 9.000 bis 10.500 Euro und Microsoft Dynamics 365 Project Operations 70.200 Euro (Rechenbeispiel von Find-Your-Software auf Basis der Herstellerpreise, Stand Oktober 2026). Dazu kommen nach unserer Projekterfahrung einmalig 5.000 bis 20.000 Euro für die Einführung, 2.000 bis 8.000 Euro für die Datenübernahme und 1.000 bis 5.000 Euro für Schulungen. Die Jahresgesamtkosten liegen bei schlanken bis mittleren PSA-Lösungen meist zwischen 25.000 und 80.000 Euro. Testphasen gibt es etwa bei MOCO über 30 Tage und bei Clockodo über 14 Tage.

Ja, sobald die Software steuerrelevante Daten wie Rechnungen oder abrechnungsrelevante Stunden verarbeitet, gelten die GoBD (BMF-Schreiben vom 28.11.2019, zuletzt geändert am 14.07.2025). Änderungen müssen protokolliert, abgerechnete Leistungen festgeschrieben und Unterlagen über die gesetzlichen Fristen aufbewahrt werden: Buchungsbelege wie Rechnungen acht Jahre, Bücher und Jahresabschlüsse zehn Jahre (§ 147 Abs. 3 AO, § 14b UStG). Eine amtliche GoBD-Zertifizierung von Software gibt es nicht. Hersteller können ihre Software nach IDW PS 880 prüfen lassen, die Verantwortung für die Verfahrensdokumentation bleibt aber beim Anwender.

Empfangen müssen alle inländischen Unternehmen E-Rechnungen bereits seit 1. Januar 2025. Für den Versand gelten Übergangsfristen nach § 27 Abs. 38 UStG: Bis Ende 2026 sind Papier- und PDF-Rechnungen mit Zustimmung des Empfängers noch erlaubt, bis Ende 2027 nur noch bei höchstens 800.000 Euro Vorjahresumsatz oder per EDI-Verfahren. Ab 1. Januar 2028 müssen inländische B2B-Rechnungen im strukturierten Format wie XRechnung oder ZUGFeRD verschickt werden. Prüfen Sie deshalb, ob Ihre Beratungssoftware beide Formate erzeugt; Projektron BCS und MOCO unterstützen laut Herstellerangaben XRechnung und ZUGFeRD.

Eine DATEV-Anbindung bieten viele PSA-Systeme, allerdings in unterschiedlicher Tiefe. MOCO nennt einen DATEV-CSV-Export und eine DATEV-Integration, und bei Projektron BCS berichten Referenzkunden auf der Herstellerseite von der Rechnungsstellung in Verbindung mit dem DATEV-Export. Internationale PSA-Lösungen wie Kantata oder Deltek binden DATEV meist über Exporte oder Middleware an, was mehr Abstimmung erfordert. Lassen Sie sich in der Demo zeigen, welche Daten übertragen werden, etwa Ausgangsrechnungen, Eingangsrechnungen und Kostenstellen, und in welchem Format.

Die Dauer hängt vor allem von Größe, Abrechnungsmodellen und Schnittstellen ab. Nach Erfahrungswerten von Find-Your-Software sind reine Zeiterfassungslösungen wie Clockodo oder TimeTac in wenigen Tagen nutzbar, schlanke PSA-Lösungen wie MOCO oder Productive.io in 2 bis 4 Wochen inklusive Datenübernahme. Enterprise-PSA wie Kantata, Deltek Vantagepoint oder Microsoft Dynamics 365 Project Operations braucht mit Implementierungspartner meist 3 bis 6 Monate. Der kritische Erfolgsfaktor ist die Akzeptanz: Tägliche Zeiterfassung und saubere Projektanlage müssen im Team verankert werden.

Ja, das ist eine Kernfunktion moderner PSA-Software und der wichtigste Unterschied zu Excel. Lösungen wie Kantata, Productive.io, Projektron BCS und Deltek Vantagepoint vergleichen gebuchte Stunden und Kosten laufend mit dem Budget. Voraussetzung ist, dass alle Berater ihre Zeit zeitnah erfassen und interne Kostensätze getrennt von den Verkaufssätzen gepflegt sind. Erst dann sind Deckungsbeitrag, effektiver Stundensatz und Realisierungsgrad aussagekräftig.

Die Auslastung zeigt den Anteil fakturierbarer Stunden an der verfügbaren Arbeitszeit, also an der Sollzeit abzüglich Urlaub, Krankheit und Feiertagen. Der Realisierungsgrad zeigt, welcher Anteil der erfassten Stunden zum Standardsatz tatsächlich abgerechnet wurde. Hohe Auslastung bei niedrigem Realisierungsgrad deutet auf Kulanz, Abschreibungen oder zu knapp kalkulierte Festpreise hin. Eine gute Beratungssoftware berechnet beide Kennzahlen je Berater, Team, Kunde und Projektart ohne Excel-Export.

MOCO ist ein Schweizer Produkt mit Fokus auf den DACH-Raum, Productive.io ist international ausgerichtet; beide wurden 2014 gegründet und zielen auf Agenturen und Beratungen. MOCO hostet laut Hersteller in der Schweiz (Rechenzentrum der IWB in Basel), bietet DATEV-Export sowie ZUGFeRD und XRechnung und startet bei 15 € pro Benutzer und Monat. Productive.io rechnet in US-Dollar ab und beginnt mit dem Tarif Essential bei 10 USD pro Nutzer und Monat, der bereits Budgetierung, Ressourcenplanung und KI-Funktionen enthält. Für DACH-Beratungen mit deutscher Steuerlogik ist MOCO oft näher am Bedarf, für international verteilte Teams Productive.io.

Ja, Projektron BCS eignet sich vor allem für Beratungen mit 20 bis 500 Mitarbeitenden und PMO-Struktur, die granulares Projektcontrolling und Betrieb in Deutschland brauchen. Die Projektron GmbH wurde im Februar 2001 in Berlin gegründet und betreut laut eigener Angabe über 800 Kundenorganisationen. BCS.light kostet als SaaS 20 € pro Lizenz und Monat bei 6 Monaten Mindestlaufzeit oder 200 € pro Lizenz im Kauf; die Vollversion kostet im Kauf 300 bis 350 € pro Nutzer oder als SaaS 5 % davon pro Monat, jeweils zzgl. MwSt. ISO/IEC 27001:2022, ein durchlaufenes TISAX-Prüfverfahren sowie XRechnung und ZUGFeRD machen BCS für öffentliche Auftraggeber und regulierte Kunden interessant. Die Einarbeitung ist aufwendiger als bei MOCO oder Productive.io, dafür geht das Projektcontrolling tiefer.

Eine gute Wissensmanagement-Lösung bietet eine durchsuchbare zentrale Ablage für Projektdokumentation, Angebote und Methodik-Vorlagen, damit Wissen nicht an einzelne Berater gebunden bleibt. Wichtig sind Volltextsuche, die Verknüpfung von Lessons Learned mit dem jeweiligen Projekt und ein strukturiertes Onboarding für neue Mitarbeitende. Viele PSA-Systeme bieten Dokumentablagen direkt am Projekt; alternativ lässt sich die PSA-Lösung mit Confluence oder SharePoint kombinieren. KI-Zusammenfassungen, wie sie etwa Projektron BCS für Tickets und Kontakthistorien anbietet, erleichtern zusätzlich Übergaben.

Beide sind PSA-Lösungen mit tiefem Projektcontrolling, unterscheiden sich aber in Herkunft, Betriebsmodell und Zielmarkt. Projektron BCS (Berlin, seit 2001) gibt es On-Premise oder als SaaS in deutschen Rechenzentren, mit ISO/IEC 27001:2022, TISAX-Prüfverfahren, deutschen E-Rechnungsformaten und veröffentlichten Listenpreisen. Deltek (gegründet 1983, Herndon, Virginia) richtet Vantagepoint auf projektbasierte Unternehmen wie Beratungen sowie Architektur- und Ingenieurbüros aus, mit Preisen auf Anfrage und dem KI-Assistenten Ask Dela. Für Beratungen mit Fokus auf deutsche Compliance und öffentliche Aufträge ist Projektron häufig näher am Bedarf, für international aufgestellte Organisationen eher Deltek.

Ja, die meisten modernen PSA-Systeme bieten Schnittstellen zu gängigen CRM-Systemen wie Salesforce, HubSpot, Pipedrive oder Microsoft Dynamics 365 Sales, sodass eine vollständige Ablösung nicht zwingend notwendig ist. Die Synchronisation überträgt gewonnene Angebote als neue Projekte in die PSA-Software, während Kundendaten in beiden Systemen aktuell bleiben. Diese Kombination lohnt sich vor allem, wenn das bestehende CRM tief im Vertriebsprozess verankert ist und ein Wechsel hohe Umstellungskosten verursachen würde. Bei sehr kleinen Beratungen ist ein integriertes System wie MOCO oder Productive.io oft einfacher zu betreiben als zwei verbundene Tools.

Cloud-PSA ist für die meisten Beratungen die pragmatische Wahl, weil sie schnell einsatzbereit ist, automatisch aktualisiert wird und keine eigene Infrastruktur braucht. On-Premise lohnt sich, wenn Kunden oder Behörden verlangen, dass Daten im eigenen Rechenzentrum bleiben, oder wenn eigene IT-Kompetenz vorhanden ist. Einige Anbieter wie Projektron BCS bieten beide Varianten mit derselben Software an: On-Premise per Lizenzkauf oder als SaaS in deutschen Rechenzentren. Die Grundsatzabwägung beschreibt unser Beitrag Cloud vs. On-Premise in der Softwareauswahl.

Rechtssicher heißt vor allem, echte Selbständigkeit belegen zu können. Ob eine selbständige Tätigkeit oder eine Beschäftigung vorliegt, kann bei der Deutschen Rentenversicherung Bund im Statusfeststellungsverfahren nach § 7a SGB IV geklärt werden. Anhaltspunkte für eine Beschäftigung sind nach § 7 Abs. 1 SGB IV Weisungsgebundenheit und Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Auftraggebers. In der Software sollten Freelancer deshalb eigene Rollen erhalten und über Eingangsrechnungen abgerechnet werden. Werden eigene Angestellte weisungsgebunden beim Kunden eingesetzt, kann zudem Arbeitnehmerüberlassung nach § 1 AÜG mit Erlaubnispflicht und einer Höchstdauer von 18 Monaten vorliegen.

Nicht automatisch. Seit dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13.09.2022 (1 ABR 22/21) müssen Arbeitgeber nach § 3 Abs. 2 Nr. 1 ArbSchG ein System einführen, das Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit erfasst. Projektzeiten bilden dagegen nur abrechenbare Leistungen ab und lassen Pausen, interne Zeiten oder Reisezeiten oft unvollständig. Viele PSA-Systeme und Zeiterfassungen wie Clockodo oder TimeTac decken beides ab, wenn Arbeits- und Projektzeit getrennt gebucht werden. Prüfen Sie außerdem die Mitbestimmungsrechte eines Betriebsrats.

Die meisten Hersteller setzen auf Assistenten, Zusammenfassungen und Vorschläge für Zeiteinträge. Microsoft Copilot schlägt in Dynamics 365 Project Operations Zeiteinträge vor, Deltek bietet mit Ask Dela einen Assistenten für Vantagepoint, Kantata einen Resourcing Agent und Projektron eine KI-Hilfe sowie Zusammenfassungen auf Basis eines Mistral-Sprachmodells. Productive.io enthält AI Assistant und AI Time Tracking bereits im Einstiegstarif. Klären Sie vor dem Einsatz, wo das Sprachmodell läuft, ob der Auftragsverarbeitungsvertrag die KI-Verarbeitung abdeckt und ob Kundendaten zum Training genutzt werden.

Nächster Schritt

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Für Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Anwaltschaft gelten eigene Pflichten: Software für Kanzleien und Steuerberatung.

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