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Beratungsunternehmen brauchen mehr als Einzel-Tools: Projektmanagement, Ressourcenplanung, Zeiterfassung, Angebots- und Rechnungsstellung, CRM für die Akquise und Wissensmanagement müssen ineinandergreifen. Der anbieterneutrale Marktüberblick für Unternehmens-, IT-, Strategie- und Ingenieurberatungen im DACH-Raum, mit GoBD- und E-Rechnungs-Check, Rechtsrahmen und geprüften Herstellerpreisen (Stand Oktober 2026).
Beratungsunternehmen verkaufen Zeit und Expertise. Ohne durchgängige Software-Unterstützung entstehen blinde Flecken bei Projektprofitabilität, Ressourcenplanung und Kundenbindung, mit direktem Einfluss auf Marge und Wachstum. Der Druck steigt: Der deutsche Unternehmensberatungsmarkt wuchs 2025 nur um 0,5 Prozent auf 49,0 Milliarden Euro, kleine Beratungen bis 1 Million Euro Umsatz verzeichneten sogar ein Minus von bis zu 2,5 Prozent, und Projekte mussten vom Auftraggeber häufiger belastbar begründet werden als früher (Quelle: BDU, Facts & Figures zum Consultingmarkt 2026, Stand 03/2026). Wer Auslastung, Marge und Abrechnung nicht laufend im Blick hat, reagiert zu spät. Für die Kundenseite gibt es eine eigene Seite zu CRM für Dienstleister.
Beratung ist nicht gleich Beratung. 2025 wuchsen die IT-Beratung um 2,8 Prozent und die Strategieberatung um 1,1 Prozent, während HR- sowie Organisations- und Prozessberatung um jeweils 0,8 Prozent zurückgingen. Für 2026 erwartet der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) in der Strategieberatung ein Plus von 5,2 Prozent und in der IT-Beratung von 4,7 Prozent (Quelle: BDU, Facts & Figures zum Consultingmarkt 2026, Stand 03/2026). Je nach Geschäftsmodell unterscheiden sich die Anforderungen an die Software deutlich.
Kleine Teams, hohe Tagessätze, oft Festpreis- oder Phasenhonorare. Entscheidend sind eine saubere Angebotskalkulation, Budgetkontrolle je Phase und eine vertrauliche Ablage für Kundendaten. Umfangreiche Ressourcenplanung ist meist zweitrangig.
IT-Beratungen arbeiten häufig nach Aufwand, mit Rahmenverträgen, Abrufen und gemischten Teams aus Angestellten und Freelancern. Gebraucht werden skillbasierte Einsatzplanung, Kontingentverwaltung und Schnittstellen zu Ticket- und Entwicklungswerkzeugen wie Jira.
Ingenieurbüros und technische Beratungen rechnen oft nach Leistungsphasen, Nachträgen und Meilensteinen ab und brauchen Projektstrukturpläne mit vielen Ebenen. Projektron BCS und Deltek Vantagepoint positionieren sich laut Herstellerangaben ausdrücklich für projektbasierte Unternehmen.
Steuerberatungen, Wirtschaftsprüfer und prüfungsnahe Beratungen unterliegen dem Berufsgeheimnis nach § 203 StGB und arbeiten eng mit DATEV-Prozessen. Hier zählen Mandantentrennung, revisionssichere Ablage und eine belastbare Schnittstelle zur Finanzbuchhaltung oft mehr als ein breites PSA-Funktionsset.
Viele kleinere Aufträge, wiederkehrende Workshops und Coaching-Pakete prägen das Geschäft. Gefragt sind einfache Zeiterfassung, Pauschal- und Retainer-Abrechnung sowie eine schlanke Kunden- und Terminverwaltung. Laut BDU war dieses Beratungsfeld 2025 leicht rückläufig, was den Kostendruck auf Tools erhöht.
Einzelberater brauchen vor allem Zeiterfassung, Angebot und Rechnung im E-Rechnungsformat. Clockodo bietet Solo-Selbstständigen einen kostenlosen Tarif für einen Nutzer, MOCO startet bei 15 € pro Benutzer und Monat (Herstellerangaben, Stand Oktober 2026).
9 Anbieter im sachlichen Vergleich. Bewertet nach Kriterien, die für DACH-Beratungen wirklich zählen: PSA-Reife, Zeiterfassung, Projektcontrolling, Unterstützung GoBD-konformer Prozesse und Preistransparenz. Alle Preise haben wir im Oktober 2026 auf den Preisseiten der Hersteller geprüft; wo keine Listenpreise veröffentlicht sind, steht „auf Anfrage“. Wer reine Projektmanagement-Tools ohne Abrechnung sucht, findet sie in unserem Projektmanagement-Software Vergleich.
| Anbieter | Typ | Zielgröße | Zeiterfassung | Projektcontrolling | CRM | Abrechnung | GoBD | Preis / User / Mt. | Profil |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
MOCOCloud-PSA aus der Schweiz, seit 2014 |
PSA | 5 bis 200 MA | ✓ | ✓ | Basis | ✓ | ✓ | ab 15 € | |
Productive.ioPSA für Agenturen und Beratungen, seit 2014 |
PSA | 10 bis 200 MA | ✓ | ✓ | Basis | ✓ | Eingeschränkt | ab 10 USD | |
BQE CorePSA mit integrierter Buchhaltung, BQE Software USA |
PSA | 10 bis 500 MA | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | Basis | auf Anfrage | |
KantataEnterprise-PSA, 2022 aus Mavenlink und Kimble entstanden |
PSA | 25 bis 500 MA | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | Eingeschränkt | auf Anfrage | |
Projektron BCSDeutsche PM-Software, Projektron GmbH, Berlin seit 2001 |
PM / PSA | 20 bis 5.000 MA | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | 20 € / Lizenz* | |
Deltek VantagepointProjekt-ERP und PSA, Deltek, Herndon (USA), seit 1983 |
PSA Enterprise | 50 bis 5.000 MA | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | Basis | auf Anfrage | Zum Profil → |
Microsoft Dynamics 365 Project OperationsERP und PSA für Enterprise-Beratungen |
ERP / PSA | 100 bis 5.000 MA | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | 117,00 € | |
TimeTacDACH-Zeiterfassung der TimeTac GmbH, Graz |
Zeiterfassung | 5 bis 500 MA | ✓ | Basis | ✕ | Basis | ✓ | auf Anfrage | |
clockodoZeiterfassung der Clockodo GmbH, Unna |
Zeiterfassung | 1 bis 200 MA | ✓ | Basis | ✕ | Basis | ✓ | ab 4 € |
* Projektron BCS.light, SaaS-Cloud-Variante: Kosten pro Lizenz 20 € pro Monat, Mindestlaufzeit 6 Monate; On-Premise-Lizenzkauf 200 € pro Lizenz ohne Mindestlaufzeit. Projektron BCS (Vollversion): On-Premise-Lizenzkauf 300 bis 350 Euro pro Nutzer, SaaS-Cloud-Variante 5 % des Lizenzkaufpreises pro Monat (rechnerisch 15 bis 17,50 € pro Nutzer und Monat). Lizenziert wird nach der Zahl der Benutzer, die sich innerhalb von 24 Stunden anmelden. Alle Preise zzgl. MwSt. (Quelle: projektron.de, Editionen und Preise, Stand Oktober 2026).
Weitere Preise pro Nutzer und Monat, netto, Herstellerangaben Stand Oktober 2026: MOCO Core 15 EUR (mocoapp.com); Productive Essential 10 USD bei monatlicher Zahlung (productive.io); Microsoft Dynamics 365 Project Operations 117,00 € bei jährlicher Abrechnung (microsoft.com); Clockodo Basic 4 € nur Arbeitszeit, Pro mit Projektzeiterfassung 10 €, in den ersten 12 Monaten 8 € (clockodo.com). BQE Core, Kantata, Deltek Vantagepoint und TimeTac veröffentlichen keine frei abrufbaren Listenpreise.
Zielgröße und GoBD-Spalte: Einschätzung von Find-Your-Software. Eine amtliche GoBD-Zertifizierung für Software gibt es nicht; maßgeblich sind Festschreibung, Änderungsprotokoll und die Verfahrensdokumentation des Anwenders.
Ein tieferer Blick auf die drei Systeme, die für die häufigsten Beratungsgrößen im DACH-Raum am besten passen: Boutique und Freelance, deutscher Mittelstand mit PMO-Struktur sowie internationale Enterprise-Beratung. Firmendaten und Preise stammen aus Impressum, Unternehmensseiten und Preisseiten der Hersteller (Stand Oktober 2026).
Cloud-PSA-Software, die Zeiterfassung, Projektcontrolling, Angebote und Rechnungsstellung in einer schlanken Oberfläche bündelt. Verbreitet bei kleinen und mittleren Unternehmensberatungen und Agenturen im DACH-Raum. Gehostet wird laut Hersteller in der Schweiz, auf gemanagten Servern im Rechenzentrum der IWB in Basel.
Projektmanagement-Software mit ERP-Funktionen für Dienstleister: Projektcontrolling, Budgetsteuerung, Ressourcenplanung, Zeiterfassung, Angebot und Rechnung. Wahlweise On-Premise in der eigenen IT-Landschaft oder als SaaS-Cloud-Variante, die laut Hersteller ausschließlich in deutschen Rechenzentren der dogado GmbH gehostet wird. Laut Projektron arbeiten über 800 Kundenorganisationen mit BCS.
Projekt-ERP und PSA-Software von Deltek, das laut eigener Darstellung seit 1983 Software für projektbasierte Unternehmen entwickelt. Vantagepoint bündelt Projektmanagement, Ressourcenplanung, CRM und Reporting für Beratungen sowie Architektur- und Ingenieurbüros. Seit Juni 2024 ist der KI-Assistent Ask Dela integriert.
Professionelle Beratungssoftware bildet den gesamten Projektzyklus ab: von der Akquise über Projektmanagement, Ressourcenplanung und Zeiterfassung bis zu Angebots-/Rechnungsstellung und Wissenskonservierung. Diese acht Module sind der Kern jeder PSA-Lösung für Beratungsunternehmen.
Klassische und agile Projektplanung mit Meilensteinen, Gantt-Ansichten und Kanban-Boards. Grundlage für Termintreue, transparente Status-Kommunikation an Kunden und ein sauberes Multi-Projekt-Portfolio.
Auslastungsübersicht über alle Berater und Projekte. Engpässe und Leerlaufzeiten sichtbar machen, bevor sie entstehen. Grundlage für realistische Angebotskalkulation.
Minutengenaue Zeiterfassung direkt im Projektkontext. Mobil für unterwegs, Browser-Timer für den Schreibtisch. Basis für GoBD-konforme Stundenzettel und faire Kundenabrechnungen.
Angebote auf Basis historischer Stundensätze kalkulieren, nach Zuschlag direkt ins Projekt übernehmen und am Ende automatisch abrechnen: nach Zeit, Festpreis oder Meilenstein.
Leads, Angebote und Kundenhistorie in einem System. Nahtloser Übergang vom gewonnenen Auftrag zum Projekt ohne doppelte Datenpflege zwischen CRM und PSA.
Zentrale, durchsuchbare Ablage für Projektdokumentation, Methodik-Vorlagen und Lessons Learned. Verhindert, dass Erfahrungswissen mit ausscheidenden oder wechselnden Beratern verloren geht.
Live-Dashboard mit Budget, Ist-Stunden, Marge und verbleibender Kapazität. Ampelsystem warnt frühzeitig vor Budgetüberschreitungen, bevor der Kunde anruft.
Auswertungen auf Unternehmens-, Team- und Projektebene. KPIs wie Auslastungsgrad, Realisierungsrate und Durchschnittsstundensatz auf einem Management-Dashboard.
Beratungen steuern nicht über Stückzahlen, sondern über verkaufte Stunden. Die folgenden Kennzahlen sollte jede PSA-Software ohne Excel-Nacharbeit liefern. Wir erklären sie bewusst ohne Branchen-Benchmarks, weil frei zugängliche, belastbare Vergleichswerte für den DACH-Markt fehlen und Zielwerte stark vom Geschäftsmodell abhängen. Der Rechtfertigungsdruck wächst: Laut BDU mussten Projekte 2025 vom Auftraggeber häufig belastbarer begründet werden als in der Vergangenheit (Quelle: BDU, Facts & Figures zum Consultingmarkt 2026, Stand 03/2026).
Anteil der fakturierbaren Stunden an der verfügbaren Arbeitszeit eines Beraters oder Teams. Verfügbar heißt: Sollarbeitszeit abzüglich Urlaub, Krankheit und Feiertagen. Die Software muss fakturierbare, interne und nicht fakturierbare Kundenzeiten sauber trennen.
Verhältnis des tatsächlich abgerechneten Werts zum Wert der erfassten Stunden zum Standardsatz. Abschreibungen, Kulanz und Festpreisüberschreitungen senken ihn. Er zeigt, ob gute Auslastung auch in Umsatz ankommt.
Umsatz geteilt durch alle auf das Projekt gebuchten Stunden. Er macht sichtbar, wie viel ein Festpreisprojekt tatsächlich pro Stunde erwirtschaftet hat, und ist die beste Grundlage für die nächste Angebotskalkulation.
Umsatz abzüglich der direkten Personalkosten (Stunden mal interner Kostensatz) und direkter Projektkosten wie Reisen oder Freelancer. Dafür braucht die Software interne Kostensätze, die getrennt von den Verkaufssätzen gepflegt werden.
Erbrachte, aber noch nicht abgerechnete Leistungen. Ein hoher Bestand bindet Liquidität und ist ein Frühwarnsignal für Abrechnungsrückstände oder Streit über Leistungsnachweise.
Abgleich der Vertriebschancen, gewichtet nach Abschlusswahrscheinlichkeit, mit der freien Kapazität der nächsten Wochen. So erkennen Sie früh, ob Sie einstellen, Freelancer einbinden oder die Akquise verstärken müssen.
Moderne PSA-Systeme lassen sich über Standardschnittstellen und offene APIs in die vorhandene Infrastruktur von Beratungsunternehmen einbinden. Die vier wichtigsten Integrationsfelder reduzieren manuelle Datenpflege deutlich. Zwei Beispiele aus Herstellerangaben: MOCO bietet einen DATEV-CSV-Export und eine DATEV-Integration, Projektron kündigt für BCS ab Version 26.4 eine erste MCP-Schnittstelle an, über die externe KI-Agenten Abfragen und Aktionen ausführen können (Stand Oktober 2026).
Synchronisation von Rechnungen, Zahlungen und Belegen in die Finanzbuchhaltung. DATEV-Export für Steuerberater, SEPA-Zahlungen und automatische Buchungssätze ohne manuelle Übertragung.
Nahtlose Verbindung mit Microsoft 365, Google Workspace und Slack. Projektaufgaben direkt aus Meeting-Notizen erstellen, Dateien aus SharePoint verknüpfen, Kalender synchronisieren.
Bidirektionale Synchronisation zwischen PSA und CRM. Gewonnene Angebote werden automatisch zu Projekten, Kundendaten bleiben in beiden Systemen ohne manuelle Pflege aktuell.
Für Beratungen, die bereits auf Jira, Asana oder monday.com setzen: PSA-Systeme synchronisieren Aufgaben und Stunden bidirektional, ohne Systemwechsel für die Berater.
KI ist der stärkste Wachstumstreiber im Beratungsmarkt selbst: Für das Beratungsfeld Künstliche Intelligenz weist der BDU für 2025 ein Wachstum von 18,8 Prozent und für 2026 eine Prognose von 22 Prozent aus (Quelle: BDU, Facts & Figures zum Consultingmarkt 2026, Stand 03/2026). Auch die PSA-Hersteller bauen KI-Funktionen ein. Die Übersicht beruht ausschließlich auf Herstellerangaben; prüfen Sie Verfügbarkeit, Tarif und Datenverarbeitung in der Demo. Einen breiteren Überblick gibt unser Beitrag zu KI in Unternehmenssoftware.
Verfügbar sind laut Projektron eine KI-Hilfe zur Bedienung auf Basis der BCS-Dokumentation (RAG-Verfahren), Zusammenfassungen von Tickets und Kontakthistorien sowie ab Version 26.3 ein Kontakthistorie-Chat. Eine erste MCP-Schnittstelle für externe KI-Agenten ist ab 26.4 angekündigt. Das Sprachmodell stammt von Mistral AI und läuft auf einem Server der Projektron GmbH; eine vollständig lokale Variante ist geplant.
Laut Preisseite enthält bereits der Tarif Essential einen AI Assistant und AI Time Tracking. Der Tarif Ultimate nennt zusätzlich Agents und Webhooks. Productive rechnet in US-Dollar ab.
Kantata hat im September 2025 einen Resourcing Agent angekündigt. Er überwacht Projekt- und Personaldaten, erkennt Überallokationen, nicht abgestimmte Zeitpläne und drohende Budgetüberschreitungen und kann Zuordnungen anpassen oder Stunden neu verteilen.
Seit Juni 2024 ersetzt Ask Dela die frühere Sprachfunktion in Vantagepoint. Der Assistent ruft Informationen zu Projekten, Mitarbeitenden, Firmen, Kontakten und Aktivitäten ab, liefert Projektzusammenfassungen und entwirft E-Mails auf Basis der Vantagepoint-Daten.
Copilot schlägt Zeiteinträge auf Basis von Aufgabenzuweisungen vor und formuliert kundengerichtete Kommentare mit weniger als 100 Zeichen. Laut Microsoft ist die Funktion ab Version 4.120 in allen Regionen allgemein verfügbar und standardmäßig aktiviert. Für Dynamics-365-Agents sind zusätzliche Copilot Credits nötig.
Klären Sie, wo das Sprachmodell läuft und welche Daten das System verlassen. Der Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO muss die KI-Verarbeitung und alle Unterauftragnehmer abdecken. Bei Mandaten mit Berufsgeheimnis ist die Einbindung externer Dienstleister nur unter den Voraussetzungen des § 203 Abs. 3 und 4 StGB zulässig.
Beratungssoftware berührt Steuerrecht, Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht und Datenschutz. Die folgenden Pflichten gelten für Beratungen in Deutschland; Österreich und die Schweiz haben eigene Regeln, etwa das ebInterface-Format für E-Rechnungen in Österreich oder die QR-Rechnung in der Schweiz. Stand der Normen: Oktober 2026. Die Übersicht ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Die GoBD (BMF-Schreiben vom 28.11.2019, zuletzt geändert am 14.07.2025) verlangen Nachvollziehbarkeit, Unveränderbarkeit und eine Verfahrensdokumentation. Nach § 147 Abs. 3 AO sind Bücher und Jahresabschlüsse zehn Jahre, Buchungsbelege wie Rechnungen acht Jahre und sonstige steuerlich relevante Unterlagen sechs Jahre aufzubewahren; für Rechnungen nennt auch § 14b UStG acht Jahre.
Eine E-Rechnung ist nach § 14 Abs. 1 UStG eine Rechnung in einem strukturierten elektronischen Format, etwa XRechnung oder ZUGFeRD; ein reines PDF zählt nicht dazu. Die Fristen für den Versand regelt die Übergangsvorschrift in § 27 Abs. 38 UStG, eingeführt durch das Wachstumschancengesetz.
Nach dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13.09.2022 (1 ABR 22/21) müssen Arbeitgeber aus § 3 Abs. 2 Nr. 1 ArbSchG ein System einführen, das Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit erfasst. § 16 Abs. 2 ArbZG verlangt zusätzlich die Aufzeichnung der über acht Stunden werktäglich hinausgehenden Zeit. Projektzeiten für die Abrechnung ersetzen diese Erfassung nicht automatisch.
Viele Beratungen setzen freie Berater ein. Ob eine selbständige Tätigkeit oder eine Beschäftigung vorliegt, kann bei der Deutschen Rentenversicherung Bund im Statusfeststellungsverfahren nach § 7a SGB IV geklärt werden. Anhaltspunkte für eine Beschäftigung sind nach § 7 Abs. 1 SGB IV eine Tätigkeit nach Weisungen und die Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Auftraggebers.
Werden eigene Mitarbeitende so beim Kunden eingesetzt, dass sie in dessen Organisation eingegliedert sind und seinen Weisungen unterliegen, liegt Arbeitnehmerüberlassung vor. Sie bedarf nach § 1 Abs. 1 AÜG einer Erlaubnis, und nach § 1 Abs. 1b AÜG darf derselbe Leiharbeitnehmer höchstens 18 aufeinanderfolgende Monate demselben Entleiher überlassen werden.
Für Cloud-PSA ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO Pflicht, die technischen und organisatorischen Maßnahmen richten sich nach Art. 32 DSGVO. Für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte gilt zusätzlich § 203 StGB: Externe IT-Dienstleister dürfen nach § 203 Abs. 3 und 4 StGB nur eingebunden werden, wenn sie zur Geheimhaltung verpflichtet sind.
Für Steuer- und Wirtschaftsprüfungskanzleien kann eine Bescheinigung nach IDW PS 880 (Prüfung von Softwareprodukten) ein hilfreicher Nachweis sein. Sie ist keine Zertifizierung der GoBD-Konformität im laufenden Betrieb, denn diese hängt immer von Einrichtung, internen Kontrollen und Verfahrensdokumentation ab.
Fragen Sie nach Prüfberichten statt nach Siegeln. Zwei Beispiele aus Herstellerangaben: Projektron ist nach ISO/IEC 27001:2022 durch TÜV Rheinland zertifiziert, hat das TISAX-Prüfverfahren durchlaufen und nennt für das SaaS-Hosting ein BSI-C5-Testat Typ 1. MOCO hostet in der Schweiz im Rechenzentrum der IWB in Basel, für das ein ISAE-3402-Bericht Typ II angegeben wird.
Lizenzkosten sind nur ein Teil der Gesamtkosten. Implementierung, Training, Datenübernahme und laufende Administration machen nach unserer Projekterfahrung oft einen ebenso großen Anteil aus. Die Tabelle zeigt Erfahrungswerte von Find-Your-Software für drei typische Beratungsgrößen, darunter folgt ein Rechenbeispiel mit echten Listenpreisen.
| Kostenkategorie |
Boutique
1 bis 15 Berater
|
Mid-Size
15 bis 100 Berater
|
Enterprise
ab 100 Berater
|
|---|---|---|---|
| Lizenz / SaaS (pro Nutzer und Monat) | 8 bis 18 € | 12 bis 25 € | 20 bis 45 € |
| Implementierung (einmalig) | 0 bis 2.000 € | 5.000 bis 20.000 € | 25.000 bis 100.000 € |
| Datenmigration (einmalig) | 500 bis 2.000 € | 2.000 bis 8.000 € | 10.000 bis 50.000 € |
| Training & Onboarding | selbst oder kostenlos | 1.000 bis 5.000 € | 5.000 bis 30.000 € |
| Integrationen (DATEV, ERP, CRM) | 0 bis 1.000 € | 2.000 bis 10.000 € | 10.000 bis 50.000 € |
| Laufende Administration (p.a.) | intern, unter 1 Std. pro Woche | 0,2 bis 0,5 FTE intern | 1 bis 2 FTE intern |
| Jahres-TCO (Rechenbeispiel) | 2.000 bis 4.000 € p.a. | 25.000 bis 80.000 € p.a. | 150.000 bis 500.000 € p.a. |
Alle Kostenrahmen dieser Tabelle sind Erfahrungswerte und Rechenbeispiele von Find-Your-Software aus Auswahlprojekten, keine Herstellerangaben. Den größten Einfluss auf die Einführungskosten haben Datenqualität, Zahl der Schnittstellen und die Vielfalt der Abrechnungsmodelle.
Grundlage sind die veröffentlichten Listenpreise der Hersteller, netto, Stand Oktober 2026 (Quellen siehe Anbietervergleich). Rechnung: Preis pro Nutzer und Monat × 50 Nutzer × 12 Monate. Rabatte, Zusatzmodule und Einführungsleistungen sind nicht enthalten.
| System und Edition | Listenpreis pro Nutzer und Monat |
Lizenzkosten 50 Nutzer, 12 Monate |
|---|---|---|
| Clockodo Pro (nur Zeiterfassung) | 10 € | 6.000 € |
| MOCO Core | 15 € | 9.000 € |
| Projektron BCS, SaaS | 15 bis 17,50 € | 9.000 bis 10.500 € |
| Projektron BCS.light, SaaS | 20 € | 12.000 € |
| Microsoft Dynamics 365 Project Operations | 117,00 € | 70.200 € |
Rechenbeispiel von Find-Your-Software. Projektron BCS SaaS: 5 % des Lizenzkaufpreises von 300 bis 350 Euro pro Nutzer und Monat. Clockodo Pro: regulärer Preis, in den ersten 12 Monaten 8 €.
Empfehlung für Boutique-Beratungen (1 bis 15 MA): MOCO oder Clockodo sind ohne IT-Projekt nutzbar. MOCO startet laut Preisseite bei 15 € pro Benutzer und Monat und bietet DATEV-CSV-Export sowie DATEV-Integration, Clockodo Pro mit Projektzeiterfassung kostet 10 €, in den ersten 12 Monaten 8 €.
Empfehlung für Mid-Size (15 bis 100 MA): Productive.io, BQE Core oder Projektron BCS.light lohnen einen direkten Vergleich. Nach Erfahrungswerten von Find-Your-Software dauert die Einführung mit Datenübernahme meist 4 bis 8 Wochen.
Empfehlung für PMO-Strukturen & öffentliche Aufträge: Projektron BCS (Berlin, seit 2001) läuft On-Premise oder als SaaS in deutschen Rechenzentren, ist nach ISO/IEC 27001:2022 zertifiziert, hat das TISAX-Prüfverfahren durchlaufen und erzeugt XRechnung und ZUGFeRD. BCS.light kostet als SaaS 20 € pro Lizenz und Monat bei 6 Monaten Mindestlaufzeit, die Vollversion als SaaS 5 % des Lizenzkaufpreises von 300 bis 350 € pro Nutzer und Monat.
Empfehlung für Enterprise (ab 100 MA): Kantata oder Deltek Vantagepoint bieten Enterprise-Governance mit mandantenfähiger Struktur und API-Integration in bestehende ERP-Landschaften (Preise auf Anfrage). Für Unternehmen im Microsoft-Ökosystem kommt Dynamics 365 Project Operations für 117,00 € pro Benutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung in Frage.
Die Matrix ordnet typische Anforderungen den Beratungsgrößen zu. Sie ersetzt keine Bewertung mit eigenen Gewichten; wie Sie Kriterien gewichten und Anbieter vergleichbar machen, zeigt unser Leitfaden zur Nutzwertanalyse in der Softwareauswahl. Die Größe ist dabei mehr als eine Formalie: 2025 standen kleine Beratungen bis 1 Million Euro Umsatz mit einem Minus von bis zu 2,5 Prozent am stärksten unter Druck, während mittelgroße Beratungen mit 1 bis 50 Millionen Euro Umsatz um 0,5 bis 2,0 Prozent wuchsen (Quelle: BDU, Facts & Figures zum Consultingmarkt 2026, Stand 03/2026).
| Kriterium | Solo & Boutique 1 bis 15 MA |
Mittelstand 15 bis 100 MA |
Gehobener Mittelstand 100 bis 500 MA |
Konzern ab 500 MA |
|---|---|---|---|---|
| Lösungsklasse | Zeiterfassung plus Rechnung oder schlanke Cloud-PSA | Cloud-PSA mit Ressourcenplanung | PSA mit Projekt-ERP-Funktionen | Enterprise-PSA oder ERP mit PSA-Modul |
| Beispiele aus dem Vergleich | Clockodo, MOCO | MOCO, Productive.io, BQE Core, Projektron BCS.light | Projektron BCS, Kantata, BQE Core | Deltek Vantagepoint, Kantata, Dynamics 365 Project Operations |
| Muss-Kriterien | Timer-App, E-Rechnung, DATEV-Export | Kapazitätsplanung, Budget vs. Ist, CRM-Anbindung | Multiprojekt-Controlling, Rollen und Rechte, Freigabe-Workflows | Multi-Entity, Mehrwährung, Konzernverrechnung, SSO |
| Betriebsform | Cloud | Cloud | Cloud oder On-Premise | Cloud, Private Cloud oder On-Premise |
| Einführungsdauer (Erfahrungswert) | wenige Tage | 2 bis 8 Wochen | 2 bis 4 Monate | 3 bis 6 Monate und länger |
| Wichtigste Prüffrage | Erzeugt das Tool ZUGFeRD oder XRechnung? | Wie gut plant es Freelancer und Teilzeit ein? | Passt das Controlling zu unserer Phasenlogik? | Wie werden DATEV und deutsche E-Rechnung im Konzern-ERP abgebildet? |
Einschätzung von Find-Your-Software aus Auswahlprojekten, Stand Oktober 2026. Die Beispiele sind keine Rangfolge.
Tipp: Wer zwischen einer integrierten PSA-Suite und spezialisierten Einzeltools für Zeiterfassung, CRM und Rechnung schwankt, findet die Abwägung im Beitrag Best-of-Breed oder All-in-One.
Der Durchschnitt liegt bei 4 bis 6 Monaten vom ersten Bedarf bis zum Go-Live. Wer strukturiert vorgeht, reduziert diese Zeit auf 6 bis 10 Wochen und vermeidet teure Fehlkäufe.
Erfassen Sie alle Stakeholder-Anforderungen: welche Module werden benötigt (PSA, Zeit, CRM, Abrechnung)? Wie viele User? Welche Integrationen zu DATEV, ERP oder CRM müssen bestehen? Compliance-Anforderungen (GoBD, DSGVO) dokumentieren.
Basierend auf Ihrem Anforderungsprofil, Ihrer Unternehmensgröße und Budget erstellen Sie eine Longlist von 6 bis 10 Anbietern. Nutzen Sie Herstellerangaben, Analystenberichte wie Gartner und Peer-Referenzen aus Ihrem Netzwerk.
Shortlist auf 3 bis 5 Anbieter reduzieren. Strukturierten Demo-Leitfaden vorbereiten mit eigenen Use-Cases. Bei Angeboten über 50.000 € Jahreskosten: formalen RFP-Prozess starten. Anbieter auf Basis der gleichen Szenarien bewerten.
Sprechen Sie mit mindestens 3 bestehenden Kunden des Anbieters, idealerweise aus ähnlichen Beratungsbranchen. Fragen Sie konkret nach Implementierungsdauer, Support-Qualität und ob der Anbieter die versprochenen Roadmap-Features geliefert hat.
Top-2-Anbieter in einem 30-tägigen Piloten mit echten Daten testen. Wichtig: reale Projekte, echte Zeiterfassung, reale Rechnungen stellen. Endanwender-Feedback strukturiert erfassen. GoBD-Konformität durch IT-Sicherheitsbeauftragten bestätigen lassen.
Phasen-Rollout beginnen mit Zeiterfassung und Projektanlage. Daten aus Excel/Legacy-System migrieren. Parallel-Betrieb für 4 bis 8 Wochen empfohlen. Change-Management: Berater-Adoption ist der kritische Erfolgsfaktor, nicht die Technik.
PSA steht für Professional Services Automation und bündelt Zeiterfassung, Projektcontrolling, Ressourcenplanung, CRM und Rechnungsstellung in einer Lösung. Beratungen mit mehreren parallelen Projekten und mehr als etwa zehn Mitarbeitenden profitieren nach unserer Erfahrung am stärksten, weil Excel-Listen und getrennte Tools ab dieser Größe viel Abstimmungsaufwand erzeugen. Entscheidend ist, dass gebuchte Stunden ohne Medienbruch in Controlling und Rechnung fließen. Kleinere Beratungen kommen oft mit Zeiterfassung und Rechnungsmodul aus.
Für Boutique-Beratungen und Einzelberater sind schlanke Cloud-Lösungen wie MOCO und Clockodo verbreitet. MOCO (gegründet 2014, Sitz Zürich) bündelt Zeiterfassung, Projektcontrolling, Angebote und Rechnungen ab 15 € pro Benutzer und Monat. Clockodo (Clockodo GmbH, Unna) konzentriert sich auf Zeiterfassung: Basic kostet 4 €, Pro mit Projektzeiterfassung 10 € pro Nutzer und Monat, in den ersten 12 Monaten 8 €, und Solo-Selbstständige erhalten einen kostenlosen Tarif. Beide sind ohne IT-Projekt nutzbar. Steuerberatungen sollten zusätzlich die Anbindung an ihre DATEV-Prozesse prüfen.
Nach Listenpreisen liegen die reinen Lizenzkosten für 50 Nutzer zwischen rund 6.000 und 70.200 Euro pro Jahr: MOCO Core ergibt 9.000 Euro, Projektron BCS als SaaS 9.000 bis 10.500 Euro und Microsoft Dynamics 365 Project Operations 70.200 Euro (Rechenbeispiel von Find-Your-Software auf Basis der Herstellerpreise, Stand Oktober 2026). Dazu kommen nach unserer Projekterfahrung einmalig 5.000 bis 20.000 Euro für die Einführung, 2.000 bis 8.000 Euro für die Datenübernahme und 1.000 bis 5.000 Euro für Schulungen. Die Jahresgesamtkosten liegen bei schlanken bis mittleren PSA-Lösungen meist zwischen 25.000 und 80.000 Euro. Testphasen gibt es etwa bei MOCO über 30 Tage und bei Clockodo über 14 Tage.
Ja, sobald die Software steuerrelevante Daten wie Rechnungen oder abrechnungsrelevante Stunden verarbeitet, gelten die GoBD (BMF-Schreiben vom 28.11.2019, zuletzt geändert am 14.07.2025). Änderungen müssen protokolliert, abgerechnete Leistungen festgeschrieben und Unterlagen über die gesetzlichen Fristen aufbewahrt werden: Buchungsbelege wie Rechnungen acht Jahre, Bücher und Jahresabschlüsse zehn Jahre (§ 147 Abs. 3 AO, § 14b UStG). Eine amtliche GoBD-Zertifizierung von Software gibt es nicht. Hersteller können ihre Software nach IDW PS 880 prüfen lassen, die Verantwortung für die Verfahrensdokumentation bleibt aber beim Anwender.
Empfangen müssen alle inländischen Unternehmen E-Rechnungen bereits seit 1. Januar 2025. Für den Versand gelten Übergangsfristen nach § 27 Abs. 38 UStG: Bis Ende 2026 sind Papier- und PDF-Rechnungen mit Zustimmung des Empfängers noch erlaubt, bis Ende 2027 nur noch bei höchstens 800.000 Euro Vorjahresumsatz oder per EDI-Verfahren. Ab 1. Januar 2028 müssen inländische B2B-Rechnungen im strukturierten Format wie XRechnung oder ZUGFeRD verschickt werden. Prüfen Sie deshalb, ob Ihre Beratungssoftware beide Formate erzeugt; Projektron BCS und MOCO unterstützen laut Herstellerangaben XRechnung und ZUGFeRD.
Eine DATEV-Anbindung bieten viele PSA-Systeme, allerdings in unterschiedlicher Tiefe. MOCO nennt einen DATEV-CSV-Export und eine DATEV-Integration, und bei Projektron BCS berichten Referenzkunden auf der Herstellerseite von der Rechnungsstellung in Verbindung mit dem DATEV-Export. Internationale PSA-Lösungen wie Kantata oder Deltek binden DATEV meist über Exporte oder Middleware an, was mehr Abstimmung erfordert. Lassen Sie sich in der Demo zeigen, welche Daten übertragen werden, etwa Ausgangsrechnungen, Eingangsrechnungen und Kostenstellen, und in welchem Format.
Die Dauer hängt vor allem von Größe, Abrechnungsmodellen und Schnittstellen ab. Nach Erfahrungswerten von Find-Your-Software sind reine Zeiterfassungslösungen wie Clockodo oder TimeTac in wenigen Tagen nutzbar, schlanke PSA-Lösungen wie MOCO oder Productive.io in 2 bis 4 Wochen inklusive Datenübernahme. Enterprise-PSA wie Kantata, Deltek Vantagepoint oder Microsoft Dynamics 365 Project Operations braucht mit Implementierungspartner meist 3 bis 6 Monate. Der kritische Erfolgsfaktor ist die Akzeptanz: Tägliche Zeiterfassung und saubere Projektanlage müssen im Team verankert werden.
Ja, das ist eine Kernfunktion moderner PSA-Software und der wichtigste Unterschied zu Excel. Lösungen wie Kantata, Productive.io, Projektron BCS und Deltek Vantagepoint vergleichen gebuchte Stunden und Kosten laufend mit dem Budget. Voraussetzung ist, dass alle Berater ihre Zeit zeitnah erfassen und interne Kostensätze getrennt von den Verkaufssätzen gepflegt sind. Erst dann sind Deckungsbeitrag, effektiver Stundensatz und Realisierungsgrad aussagekräftig.
Die Auslastung zeigt den Anteil fakturierbarer Stunden an der verfügbaren Arbeitszeit, also an der Sollzeit abzüglich Urlaub, Krankheit und Feiertagen. Der Realisierungsgrad zeigt, welcher Anteil der erfassten Stunden zum Standardsatz tatsächlich abgerechnet wurde. Hohe Auslastung bei niedrigem Realisierungsgrad deutet auf Kulanz, Abschreibungen oder zu knapp kalkulierte Festpreise hin. Eine gute Beratungssoftware berechnet beide Kennzahlen je Berater, Team, Kunde und Projektart ohne Excel-Export.
MOCO ist ein Schweizer Produkt mit Fokus auf den DACH-Raum, Productive.io ist international ausgerichtet; beide wurden 2014 gegründet und zielen auf Agenturen und Beratungen. MOCO hostet laut Hersteller in der Schweiz (Rechenzentrum der IWB in Basel), bietet DATEV-Export sowie ZUGFeRD und XRechnung und startet bei 15 € pro Benutzer und Monat. Productive.io rechnet in US-Dollar ab und beginnt mit dem Tarif Essential bei 10 USD pro Nutzer und Monat, der bereits Budgetierung, Ressourcenplanung und KI-Funktionen enthält. Für DACH-Beratungen mit deutscher Steuerlogik ist MOCO oft näher am Bedarf, für international verteilte Teams Productive.io.
Ja, Projektron BCS eignet sich vor allem für Beratungen mit 20 bis 500 Mitarbeitenden und PMO-Struktur, die granulares Projektcontrolling und Betrieb in Deutschland brauchen. Die Projektron GmbH wurde im Februar 2001 in Berlin gegründet und betreut laut eigener Angabe über 800 Kundenorganisationen. BCS.light kostet als SaaS 20 € pro Lizenz und Monat bei 6 Monaten Mindestlaufzeit oder 200 € pro Lizenz im Kauf; die Vollversion kostet im Kauf 300 bis 350 € pro Nutzer oder als SaaS 5 % davon pro Monat, jeweils zzgl. MwSt. ISO/IEC 27001:2022, ein durchlaufenes TISAX-Prüfverfahren sowie XRechnung und ZUGFeRD machen BCS für öffentliche Auftraggeber und regulierte Kunden interessant. Die Einarbeitung ist aufwendiger als bei MOCO oder Productive.io, dafür geht das Projektcontrolling tiefer.
Eine gute Wissensmanagement-Lösung bietet eine durchsuchbare zentrale Ablage für Projektdokumentation, Angebote und Methodik-Vorlagen, damit Wissen nicht an einzelne Berater gebunden bleibt. Wichtig sind Volltextsuche, die Verknüpfung von Lessons Learned mit dem jeweiligen Projekt und ein strukturiertes Onboarding für neue Mitarbeitende. Viele PSA-Systeme bieten Dokumentablagen direkt am Projekt; alternativ lässt sich die PSA-Lösung mit Confluence oder SharePoint kombinieren. KI-Zusammenfassungen, wie sie etwa Projektron BCS für Tickets und Kontakthistorien anbietet, erleichtern zusätzlich Übergaben.
Beide sind PSA-Lösungen mit tiefem Projektcontrolling, unterscheiden sich aber in Herkunft, Betriebsmodell und Zielmarkt. Projektron BCS (Berlin, seit 2001) gibt es On-Premise oder als SaaS in deutschen Rechenzentren, mit ISO/IEC 27001:2022, TISAX-Prüfverfahren, deutschen E-Rechnungsformaten und veröffentlichten Listenpreisen. Deltek (gegründet 1983, Herndon, Virginia) richtet Vantagepoint auf projektbasierte Unternehmen wie Beratungen sowie Architektur- und Ingenieurbüros aus, mit Preisen auf Anfrage und dem KI-Assistenten Ask Dela. Für Beratungen mit Fokus auf deutsche Compliance und öffentliche Aufträge ist Projektron häufig näher am Bedarf, für international aufgestellte Organisationen eher Deltek.
Ja, die meisten modernen PSA-Systeme bieten Schnittstellen zu gängigen CRM-Systemen wie Salesforce, HubSpot, Pipedrive oder Microsoft Dynamics 365 Sales, sodass eine vollständige Ablösung nicht zwingend notwendig ist. Die Synchronisation überträgt gewonnene Angebote als neue Projekte in die PSA-Software, während Kundendaten in beiden Systemen aktuell bleiben. Diese Kombination lohnt sich vor allem, wenn das bestehende CRM tief im Vertriebsprozess verankert ist und ein Wechsel hohe Umstellungskosten verursachen würde. Bei sehr kleinen Beratungen ist ein integriertes System wie MOCO oder Productive.io oft einfacher zu betreiben als zwei verbundene Tools.
Cloud-PSA ist für die meisten Beratungen die pragmatische Wahl, weil sie schnell einsatzbereit ist, automatisch aktualisiert wird und keine eigene Infrastruktur braucht. On-Premise lohnt sich, wenn Kunden oder Behörden verlangen, dass Daten im eigenen Rechenzentrum bleiben, oder wenn eigene IT-Kompetenz vorhanden ist. Einige Anbieter wie Projektron BCS bieten beide Varianten mit derselben Software an: On-Premise per Lizenzkauf oder als SaaS in deutschen Rechenzentren. Die Grundsatzabwägung beschreibt unser Beitrag Cloud vs. On-Premise in der Softwareauswahl.
Rechtssicher heißt vor allem, echte Selbständigkeit belegen zu können. Ob eine selbständige Tätigkeit oder eine Beschäftigung vorliegt, kann bei der Deutschen Rentenversicherung Bund im Statusfeststellungsverfahren nach § 7a SGB IV geklärt werden. Anhaltspunkte für eine Beschäftigung sind nach § 7 Abs. 1 SGB IV Weisungsgebundenheit und Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Auftraggebers. In der Software sollten Freelancer deshalb eigene Rollen erhalten und über Eingangsrechnungen abgerechnet werden. Werden eigene Angestellte weisungsgebunden beim Kunden eingesetzt, kann zudem Arbeitnehmerüberlassung nach § 1 AÜG mit Erlaubnispflicht und einer Höchstdauer von 18 Monaten vorliegen.
Nicht automatisch. Seit dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13.09.2022 (1 ABR 22/21) müssen Arbeitgeber nach § 3 Abs. 2 Nr. 1 ArbSchG ein System einführen, das Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit erfasst. Projektzeiten bilden dagegen nur abrechenbare Leistungen ab und lassen Pausen, interne Zeiten oder Reisezeiten oft unvollständig. Viele PSA-Systeme und Zeiterfassungen wie Clockodo oder TimeTac decken beides ab, wenn Arbeits- und Projektzeit getrennt gebucht werden. Prüfen Sie außerdem die Mitbestimmungsrechte eines Betriebsrats.
Die meisten Hersteller setzen auf Assistenten, Zusammenfassungen und Vorschläge für Zeiteinträge. Microsoft Copilot schlägt in Dynamics 365 Project Operations Zeiteinträge vor, Deltek bietet mit Ask Dela einen Assistenten für Vantagepoint, Kantata einen Resourcing Agent und Projektron eine KI-Hilfe sowie Zusammenfassungen auf Basis eines Mistral-Sprachmodells. Productive.io enthält AI Assistant und AI Time Tracking bereits im Einstiegstarif. Klären Sie vor dem Einsatz, wo das Sprachmodell läuft, ob der Auftragsverarbeitungsvertrag die KI-Verarbeitung abdeckt und ob Kundendaten zum Training genutzt werden.
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