Von AVA und BIM bis Bau-ERP und Baudokumentation: Der unabhängige Marktüberblick für Bauunternehmen, GU, Architekten und Bauträger im DACH-Raum.
Ohne spezialisierte Software kämpfen Bauunternehmen täglich mit denselben Problemen. Laut BITKOM 2026 beträgt der Digitalisierungsrückstand der Baubranche gegenüber Industrie und Handel 3,5 Jahre.
Bewertet nach Funktionstiefe, DACH-Eignung, Implementierungsaufwand und Kosten für Bauunternehmen im Mittelstand (50–500 MA).
| System | Kategorie | Zielgruppe | GAEB | BIM | SOKA-Bau | Preis ab | Segment |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
RIB iTWORIB Software SE, Stuttgart |
Bau-ERP / AVA | GU, Bauträger | ✓ | ✓ 5D | ✓ | 300 EUR/User/Mt. | Enterprise |
PlanRadarPlanRadar GmbH, Wien |
Baudokumentation | Bauleiter, GU, TGA | – | ✓ Viewer | – | 27 EUR/User/Mt. | SMB |
ORCA BausoftwareORCA Software GmbH, Rosenheim |
Kalkulation / AVA | Architekten, KMU | ✓ | – | – | 80 EUR/User/Mt. | Mittelstand |
Nevaris FinanceNevaris Bausoftware GmbH |
Baubuchhaltung | GU, Bauträger | ✓ | – | ✓ | 120 EUR/User/Mt. | Mittelstand |
BRZBRZ Deutschland, Karlsruhe |
Bau-ERP / Lohn | Bauunternehmen 20–200 MA | ✓ | – | ✓ | Auf Anfrage | Mittelstand |
AllplanNemetschek Group, München |
BIM / CAD | Architekten, Tragwerksplaner | – | ✓ IFC | – | 150 EUR/User/Mt. | Spezialist |
ProcoreProcore Technologies, USA/DACH |
Bauprojektmgmt. | GU, internationale Projekte | – | ✓ | – | 200 EUR/User/Mt. | Enterprise |
Das führende Bau-ERP in Deutschland. RIB Software SE (Stuttgart, gegr. 1961) integriert Kalkulation, AVA, BIM 5D, Bauprojektmanagement und Unternehmens-Controlling in einer Plattform. Besonders stark bei Generalunternehmern und Bauträgern ab 100 MA.
Die meistgenutzte Baudokumentations-App in DACH. PlanRadar GmbH (Wien, gegr. 2013) ermöglicht mobile Mängeldokumentation, Aufgabenverwaltung und Bautagesberichte via App. Bereits bei 14.000+ Bauunternehmen weltweit im Einsatz.
Marktführer für AVA-Software in Deutschland. ORCA Software GmbH (Rosenheim, gegr. 1989) bedient Architekten, Ingenieure und Bauunternehmen mit GAEB-konformer Ausschreibung und STLB-Bau-Datenbank.
Vorkalkulation, Angebotserstellung, Leistungsverzeichnis nach GAEB und STLB-Bau. Integrierte Preisdatenbanken für Lohn, Material und Geräte. Abrechnung nach VOB/C.
3D-Planung für Ausführung und Betrieb. OpenBIM (IFC), Kollisionsprüfung, Mengenermittlung aus dem Modell. Ab 2027 schrittweise Pflicht bei öffentlichen Ausschreibungen.
Bautagesberichte, Mängelmanagement mit Fotodokumentation, Checklisten für Bauleiter. Offline-Fähigkeit für den Einsatz auf der Baustelle ohne Netz.
Lohnabrechnung nach Bau-Tarifvertrag, SOKA-Bau-Meldungen, ZVK-Abführung und Mindestlohn-Compliance. DATEV-Schnittstelle für steuerliche Übergabe.
Standort-Tracking, Wartungsplanung und Kostenzuordnung auf Baustellen. Fahrzeugkosten, UVV-Prüfungen, Reparaturhistorie und Rentabilitätsanalyse pro Gerät.
Soll-Ist-Vergleich auf Ebene Kostenstelle und Leistungsposition. Nachkalkulation in Echtzeit, Prognoserechnung und EBITDA-Tracking pro Bauprojekt.
Von VOB über HOAI bis SOKA-Bau: Diese Normen und Regelwerke sind für Bauunternehmen im deutschen Markt nicht optional.
Verbindlich für alle öffentlichen Bauprojekte. Software muss VOB-konforme Abrechnung nach Einheitspreisvertrag, Aufmaß und Nachtragsmanagement mit lückenloser Dokumentation unterstützen.
Bausoftware für Architektur- und Ingenieurbüros muss HOAI-konforme Honorarermittlung, Leistungsphasen 1–9 und Nebenkostenabrechnungen nach verbindlicher Gebührenordnung abbilden können.
Pflichtbeitrag für Bauunternehmen mit gewerblichen Arbeitnehmern. Baulohnsoftware muss automatische SOKA-Bau-Meldungen und ZVK-Abführung unterstützen. Fehler führen zu Bußgeldern.
Digitale Belege, Rechnungen und Bauakten müssen unveränderbar archiviert werden. Bausoftware braucht revisionssichere Dokumentenverwaltung mit Zugriffsprotokoll und Löschsperren.
Die EU-Richtlinie 2024/1275 verpflichtet öffentliche Auftraggeber schrittweise zur BIM-Nutzung. Bausoftware ohne IFC-Export wird bei öffentlichen Ausschreibungen über 10 Mio. EUR benachteiligt.
Dokumentation des Mindestlohns, Arbeitszeiterfassung nach § 17 MiLoG und Nachweis-Pflichten für entsandte Arbeitnehmer. Besonders relevant beim Nachunternehmer-Einsatz.
Alle Preise für den DACH-Markt, inkl. Implementierung, Schulung und laufenden Betrieb. Basis: Bauunternehmen mit 50 gewerblichen und 20 kaufmännischen Mitarbeitern.
| Unternehmensgröße | Empfohlene Lösung | Lizenzkosten/Mt. | Implementierung | TCO 3 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Kleinunternehmen 5–30 MA, 1–5 gleichzeitige Projekte |
PlanRadar + ORCA + DATEV | 350–800 EUR | 5.000–15.000 EUR | ca. 30.000–50.000 EUR |
| Mittelstand 30–200 MA, 5–30 gleichzeitige Projekte |
BRZ Komplett oder Nevaris + PlanRadar | 2.000–6.000 EUR | 40.000–120.000 EUR | ca. 150.000–280.000 EUR |
| Großunternehmen / GU 200+ MA, Groß- und Komplexbauprojekte |
RIB iTWO 5D Enterprise | 8.000–25.000 EUR | 200.000–600.000 EUR | ca. 650.000–1,2 Mio. EUR |
Welche Kernprozesse sollen abgebildet werden? Kalkulation, Lohn, Baudokumentation oder vollständiges Bau-ERP? Anforderungen von Bauleitern, kaufmännischer Leitung und IT strukturiert erfassen.
8–12 passende Systeme identifizieren. GAEB-Zertifizierung, VOB-Konformität und SOKA-Bau-Schnittstelle als Mindestanforderungen definieren. Unterscheidung nach Kategorie: AVA, BIM, ERP oder Baudoku.
Anbieter mit konkreten Musterszenarien testen: Aufmaß für ein laufendes Projekt, SOKA-Bau-Meldung, Nachtrag nach VOB, Foto-Dokumentation auf Baustelle. Echte Use Cases statt Standard-Demos.
Mindestens 2 Referenzkunden pro System kontaktieren. Fokus auf Implementierungsdauer, Support-Qualität, Performance bei 20+ gleichzeitigen Baustellen und Updatezuverlässigkeit.
3-monatiger Pilotbetrieb mit echten Polieren und Bauleitern. Akzeptanz der gewerblichen Mitarbeiter ist entscheidend. Ohne Adoption scheitert jedes System unabhängig von seiner Funktionstiefe.
Implementierungsplan mit Meilensteinen, Schulungskonzept für Bauleiter und Lohnbuchhaltung, Datenmigration aus Altsystem. SLA für kritische Lohnperioden (Monatslauf) vertraglich sichern.
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