xentral Alternative: Die besten ERP-Systeme im Vergleich 2026
xentral (cloudbasiertes ERP für Handelsunternehmen im DACH-Raum, hervorgegangen aus dem Mikrocontroller-Geschäft der Gründer Benedikt und Claudia Sauter, als Xentral ERP Software GmbH 2017 in Augsburg gegründet) bedient heute mehr als 2.000 Händler mit 10 bis 250 Mitarbeitenden (Quelle: xentral.com, 2026). Sobald Fertigungstiefe, Mehrmandantenfähigkeit oder internationale Konsolidierung gefragt sind, stößt das reine SaaS-System an Grenzen. Diese Seite vergleicht sechs relevante ERP-Alternativen für Unternehmen, die aus xentral herauswachsen.
Wann sich ein Wechsel von xentral lohnt, und wann nicht
xentral deckt Auftragsmanagement, Lagerverwaltung und Buchhaltung für wachsende Onlinehändler zuverlässig ab. Ob ein Wechsel sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, in welche Richtung ein Unternehmen wächst.
Wenn xentral an Grenzen stößt
Diese vier Signale deuten darauf hin, dass ein Wechsel mittelfristig ansteht:
- Fertigungsaufträge, mehrstufige Stücklisten oder Kapazitätsplanung werden benötigt, die xentral nicht abbildet
- Mehrere Landesgesellschaften oder Mandanten müssen konsolidiert werden, nicht nur mehrere Lager
- Das API-Ratenlimit von bis zu 100 Calls pro Minute bremst die wachsende Integrationslandschaft
- Das Business- oder Pro-Paket (649 bis 849 €/Monat) ist ausgereizt, ein Wechsel ins individuelle Scale-Paket steht an
Wenn xentral weiterhin passt
Ein Wechsel ist selten sinnvoll, solange diese Punkte zutreffen:
- Das Geschäftsmodell bleibt reiner Handel ohne eigene Fertigung
- Die Auftragszahlen liegen unter den Grenzen des Starter- oder Business-Pakets
- Schnelle Shop- und Marktplatz-Anbindungen (Amazon, Shopify, Shopware) sind wichtiger als Fertigungstiefe
- Ein Wechsel würde laufende Integrationen und eingespieltes Tagesgeschäft unnötig gefährden
In der Praxis zeigt sich der Wechselbedarf selten an einem einzelnen Ereignis, sondern an der Häufung mehrerer Signale innerhalb weniger Monate. Unternehmen, die zwei oder mehr der oben genannten Anzeichen gleichzeitig beobachten, sollten spätestens jetzt eine strukturierte Marktsichtung starten, auch wenn der eigentliche Wechsel erst in sechs bis zwölf Monaten ansteht.
xentral und sechs Alternativen im Direktvergleich
Die erste Zeile zeigt xentral als Referenz. Darunter stehen sechs Alternativen mit Herkunft, Kernstärke, Fertigungstiefe und Preismodell. Preise sind Orientierungswerte für 2026 und je nach Umfang und Vertrag verhandelbar.
| Anbieter | Segment | Kernstärke ggu. xentral | Fertigung | Deployment | Preismodell |
|---|---|---|---|---|---|
| xentral2017 · Augsburg · Quelle | E-Commerce/KMU | Referenz. Cloud-ERP für Auftragsmanagement, Lager und Buchhaltung im Onlinehandel. | ⦿ Basis | Cloud (nur SaaS) | 99 bis 849 €/Monat gestaffelt, Scale individuell · Quelle |
| Microsoft Dynamics 365 Business CentralNavision 1984 · MS seit 2018 | Mittelstand | Microsoft-Ökosystem (Teams, Outlook, Power BI), breite Partnerbasis, gute Finanzkonsolidierung. | ✓ | Cloud & On-Premise | Essentials ab 80 $, Premium ab 110 $/Nutzer/Monat, 2026 · Quelle |
| SAP Business OneSAP SE, Walldorf · seit 2002 | Mittelstand | SAP-Ökosystem, tiefe Branchenfunktionen, große Partnerlandschaft in DACH. | ✓ | Cloud & On-Premise | 95 bis 250 $/Nutzer/Monat Cloud oder 3.500 bis 5.500 $ Named User + Wartung · Quelle |
| Oracle NetSuite1998, USA · Oracle seit 2016 | Enterprise | Cloud-native Suite, starke Multi-Entity- und Multi-Currency-Konsolidierung. | ⦿ Teilweise | Cloud (nur SaaS) | Basislizenz ab 999 $/Monat + 99 bis 199 $/Nutzer, 2026 · Quelle |
| weclapp2008, Kitzingen · Exact-Gruppe seit 2022 | KMU | Ähnliches Segment wie xentral, mehr Produktions- und Lagerfunktionen im Aufpreis. | ⦿ Teilweise | Cloud | ERP Handel ab 179 €/Nutzer/Monat, 2026 · Quelle |
| Odoo2005, Belgien · als TinyERP | Open Source | Modular, günstig, wahlweise Cloud, Odoo.sh oder Self-Hosting. | ✓ | Cloud oder Self-Hosted | Standard ab 24,90 €, Custom ab 49 €/Nutzer/Monat, 2026 · Quelle |
| proALPHA1992, Weilerbach | Mittelstand | Deutsches ERP mit hoher Fertigungstiefe für Industrie und technischen Großhandel. | ✓ Stark | Cloud & On-Premise | Lizenz oder Subskription auf Anfrage · Quelle |
Microsoft Dynamics 365 Business Central und SAP Business One decken die breiteste Zielgruppe ab und eignen sich für die meisten xentral-Kunden mit Fertigungsbedarf. Oracle NetSuite lohnt sich vor allem bei internationaler Expansion, weclapp und Odoo bei engem Budget im ähnlichen Größensegment wie xentral, und proALPHA dort, wo Fertigung zum Kerngeschäft wird.
Drei Alternativen mit dem besten Fit nach xentral
Für die meisten wachsenden xentral-Kunden sind Microsoft Dynamics 365 Business Central, SAP Business One und Oracle NetSuite die drei ernsthaftesten nächsten Schritte. Sie decken unterschiedliche Wachstumsrichtungen ab: Microsoft-Nähe, SAP-Branchentiefe und internationale Cloud-Konsolidierung.
Microsoft Dynamics 365 Business Central
Business Central ist Microsofts Cloud-ERP für den Mittelstand und geht auf die dänische Software Navision zurück. Die Lösung ist tief in Microsoft 365, Teams und Power BI integriert und wird über ein großes Partnernetzwerk implementiert. Für xentral-Kunden mit engem Microsoft-Bezug oder wachsendem Finanzkonsolidierungsbedarf ist Business Central häufig der naheliegendste Schritt.
SAP Business One
SAP Business One ist SAPs Einstiegs-ERP für kleine und mittlere Unternehmen und bringt einen Teil der Branchentiefe der SAP-Welt mit, ohne die Komplexität von S/4HANA. Der Vertrieb läuft ausschließlich über zertifizierte Partner, wodurch Preise und Implementierungsumfang je nach Region variieren. Für xentral-Kunden, die perspektivisch ins SAP-Ökosystem hineinwachsen oder tiefere Fertigungsfunktionen benötigen, ist Business One eine der etabliertesten Optionen im Mittelstand.
Oracle NetSuite
NetSuite war die erste reine Cloud-ERP-Suite am Markt und ist heute Teil von Oracle. Die Stärke liegt in der Konsolidierung mehrerer Tochtergesellschaften, Währungen und Steuerregime über das Zusatzmodul OneWorld. Für xentral-Kunden, die international expandieren oder mehrere Landesgesellschaften gründen, bietet NetSuite eine der wenigen echten Cloud-Enterprise-Alternativen, allerdings zu deutlich höheren Kosten als xentral.
Sechs Kriterien, an denen ein Wechsel von xentral hängt
Ein ERP-Wechsel scheitert selten an einer einzelnen Funktion und meist an Prozess-Fit, Datenqualität oder Integration. Diese sechs Kriterien sollten vor jeder Entscheidung geklärt sein.
Fertigungstiefe
Deckt das System Materialbedarfsplanung (MRP), Kapazitätsplanung und mehrstufige Fertigungsaufträge ab, die xentral nicht bietet?
- Stücklistenebenen prüfen
- MRP-Funktionen testen
- Fertigungsaufträge simulieren
Mehrmandantenfähigkeit
Können mehrere Landesgesellschaften, Mandanten oder Marken zentral konsolidiert werden, statt wie bei xentral nur mehrere Lager zu verwalten?
- Mandantenstruktur klären
- Konsolidierungsregeln testen
- Berechtigungskonzept prüfen
Internationalisierung
Deckt das System mehrere Währungen, länderspezifische Steuerkonfigurationen und lokale Rechnungsformate ab?
- Multi-Currency prüfen
- Ländervorlagen testen
- E-Rechnungsstandards abgleichen
API- und Integrationstiefe
xentrals untere Pakete begrenzen API-Aufrufe auf bis zu 100 Calls pro Minute. Reicht das Ratenlimit des neuen Systems für Ihr Integrationsvolumen?
- API-Ratenlimits vergleichen
- Webhook-Unterstützung prüfen
- Bestehende Schnittstellen auflisten
Gesamtkosten (TCO)
Der Lizenzpreis ist nur ein Teil der Rechnung. Migration, Schulung und laufender Betrieb bestimmen die tatsächlichen Kosten über fünf Jahre.
- Migrationskosten einholen
- Schulungsaufwand einplanen
- Kosten über Laufzeit rechnen
Datenmigration aus xentral
xentrals offene REST-API erleichtert den Export von Artikeln, Aufträgen und Lagerbeständen. Wie gut unterstützt der neue Anbieter den strukturierten Import?
- Exportformate aus xentral prüfen
- Testmigration einplanen
- GoBD-Archivierung sichern
Womit ein ERP nach xentral verbunden sein muss
xentral punktet mit vorgefertigten Integrationen zu über 200 Anbindungen (Quelle: xentral.com, 2026). Ein Nachfolgesystem sollte mindestens diese vier Bereiche ebenso gut abdecken, nur mit mehr Tiefe.
Webshop & Marktplätze
Amazon, Shopify, Shopware und weitere Marktplätze müssen Artikel, Bestände und Aufträge in Echtzeit synchronisieren, sonst entstehen Medienbrüche im Checkout.
Buchhaltung & DATEV
Viele Mittelständler arbeiten über DATEV mit dem Steuerberater. Eine saubere Belegschnittstelle sichert GoBD-Konformität und spart manuelle Nacharbeit.
CRM & Kundendaten
Angebote, Aufträge und Kundenhistorie sollten zwischen ERP und CRM synchron sein. xentral bindet zum Beispiel HubSpot direkt an, ein Nachfolgesystem sollte das ebenso leisten.
Versand & Lager
Versanddienstleister, Kommissionierung und mobile Lagerprozesse müssen nahtlos angebunden sein, insbesondere bei wachsendem Sendungsvolumen über mehrere Lager.
Vor jeder Anbieterentscheidung lohnt sich eine vollständige Inventur aller aktuell mit xentral verbundenen Systeme, inklusive selbst gebauter Skripte gegen die REST-API. Diese Liste wird später zur Checkliste für die Implementierungspartner des neuen Systems und verhindert, dass einzelne Schnittstellen erst kurz vor dem Go-Live auffallen.
Rechtliche Anforderungen an ein deutsches ERP nach dem xentral-Wechsel
xentral verarbeitet als deutsches Unternehmen steuerlich relevante Daten ausschließlich in der EU. Diese drei Punkte sollte jede Alternative mindestens ebenso gut erfüllen.
GoBD-Konformität
Die GoBD regeln die ordnungsmäßige Führung und Aufbewahrung von Büchern und Belegen in elektronischer Form. Rechnungen und Gutschriften müssen unveränderbar und maschinell auswertbar gespeichert werden, auch nach einer xentral-Kündigung.
- Unveränderbarkeit sicherstellen
- Aufbewahrungsfristen prüfen
- Exportformat vertraglich klären
Datenübermittlung in die USA
Der EuGH erklärte mit dem Schrems-II-Urteil vom 16. Juli 2020 (Rechtssache C-311/18) den EU-US Privacy Shield für ungültig. Das EU-US Data Privacy Framework gilt seit Juli 2023, steht laut Berichten 2026 nach einer US-Supreme-Court-Entscheidung zur FTC-Unabhängigkeit im Juni 2026 erneut unter rechtlichem Druck. Bei Anbietern mit US-Mutterkonzern wie Microsoft oder Oracle NetSuite lohnt der Blick auf EU-Rechenzentren.
- EU-Rechenzentrum wählen
- Auftragsverarbeitungsvertrag prüfen
- Verschlüsselungshoheit klären
Mitbestimmung bei Auswertungen
Nach Paragraf 87 Absatz 1 Nummer 6 BetrVG hat der Betriebsrat ein zwingendes Mitbestimmungsrecht bei technischen Einrichtungen, die Verhalten oder Leistung von Beschäftigten überwachen können, etwa Kommissionier- oder Fehlerquoten-Reports.
- Betriebsvereinbarung frühzeitig klären
- Auswertungsfunktionen dokumentieren
- Betriebsrat vor Rollout einbinden
Wer bei einem Wechsel bewusst mehr Datenhoheit möchte als bei einem reinen SaaS-System wie xentral, kann bei Microsoft Dynamics 365 Business Central, SAP Business One oder proALPHA zwischen Cloud- und On-Premise-Betrieb wählen. Cloud senkt den Betriebsaufwand, On-Premise maximiert die Kontrolle über Infrastruktur und Speicherort der Daten, ein Kompromiss, den es bei xentral selbst mangels On-Premise-Option nicht gibt.
Was ein Wechsel von xentral realistisch kostet
Die folgenden Spannen sind Orientierungswerte für 2026 und variieren nach Zielsystem und Anpassungsgrad. Sie dienen der ersten Budgetierung, nicht als Angebot.
| Ausgangslage | Lizenz oder Abo | Migration einmalig | Betrieb pro Jahr | Orientierung Jahr 1 |
|---|---|---|---|---|
| Bis 50 MA (xentral Launch/Starter) | ab 25 bis 180 €/Nutzer/Monat (weclapp, Odoo, Business Central Essentials) | ca. 8.000 bis 40.000 € | ca. 5.000 bis 20.000 € | ca. 25 bis 80 Tsd. € |
| 50 bis 250 MA (xentral Business/Pro) | 80 bis 250 $/Nutzer/Monat (SAP B1, Business Central Premium, NetSuite Basis) | ca. 40.000 bis 150.000 € | ca. 20.000 bis 70.000 € | ca. 80 bis 250 Tsd. € |
| 250+ MA / internationale Skalierung | NetSuite OneWorld, SAP oder Dynamics Enterprise, individuell verhandelt | ab 150.000 € | ab 70.000 € | ab ca. 300 Tsd. € |
Der größte Kostentreiber ist selten die Lizenz, sondern die Datenmigration aus xentral und die Neuanbindung von Shop-, Zahlungs- und Versandschnittstellen. Als Faustregel liegt der Dienstleistungsanteil eines ERP-Wechsels oft beim Ein- bis Zweifachen der jährlichen Lizenzkosten. Cloud-Abomodelle wie bei xentral, weclapp oder Business Central verschieben Investitionen in laufende Betriebskosten, während On-Premise-Lizenzen wie bei SAP Business One eine höhere Anfangsinvestition, dafür aber planbarere Folgekosten bedeuten.
In sechs Schritten von xentral zur neuen ERP-Lösung
Ein strukturierter Wechsel senkt das Risiko von Datenverlust und Prozessabbrüchen. Diese sechs Schritte führen vom ersten Anlass bis zum vollständigen Cutover und dauern je nach Zielsystem drei bis neun Monate.
Ist-Analyse: Warum xentral nicht mehr reicht
Kernprozesse, Auftragsvolumen, Fertigungsanteil und alle bestehenden xentral Schnittstellen dokumentieren. Diese Bestandsaufnahme zeigt, welche Grenzen des aktuellen Pakets konkret erreicht wurden.
Lastenheft und Longlist
Muss- und Kann-Kriterien priorisieren, insbesondere Fertigungstiefe, Mehrmandantenfähigkeit und Internationalisierung. Auf dieser Basis eine Longlist von sechs bis zehn Anbietern erstellen.
Shortlist und Demos mit echten Daten
Die Longlist auf drei bis vier Kandidaten verdichten und Anbieter anhand echter xentral Auftrags- und Lagerdaten vorführen lassen, nicht anhand von Standarddemos.
Datenexport aus xentral
Artikelstammdaten, Kundendaten, offene Aufträge und Lagerbestände über die xentral REST-API strukturiert exportieren und auf Vollständigkeit sowie GoBD-Konformität prüfen.
Parallelbetrieb und Testphase
Neues System vier bis acht Wochen parallel zu xentral betreiben, Mitarbeitende schulen und einen konkreten Cutover-Termin mit Rollback-Option festlegen.
Go-Live und xentral Abschaltung
Nach erfolgreichem Go-Live steuerlich relevante Belege GoBD-konform archivieren und den xentral Vertrag erst nach vollständiger Datensicherung kündigen.
Häufige Fragen zur xentral Alternative
Die folgenden 14 Fragen fassen die wichtigsten Entscheidungspunkte rund um einen Wechsel von xentral zusammen, inklusive Preisen, Fristen und rechtlichen Aspekten.
Wann sollte ein Unternehmen von xentral zu einem anderen ERP wechseln?
Ein Wechsel von xentral lohnt sich meist, sobald ein Unternehmen die xentral Pakete Business oder Pro (649 bis 849 Euro pro Monat) ausgereizt hat und trotzdem an Grenzen stößt, etwa bei Fertigungsplanung, Mehrmandantenfähigkeit oder internationaler Konsolidierung. Laut den offiziellen xentral Preisangaben endet das öffentlich buchbare Angebot beim Scale Paket mit individueller Preisgestaltung, das sich gezielt an Marktführer mit sehr hohem API- und Automatisierungsbedarf richtet (Quelle: xentral.com, 2026). Wer regelmäßig Fertigungsaufträge, mehrstufige Stücklisten oder Kapazitätsplanung benötigt, sollte parallel zur xentral Nutzung bereits eine Longlist möglicher Alternativen führen. Ein struktureller Wechselgrund ist auch das API-Ratenlimit der unteren xentral Pakete von bis zu 100 Calls pro Minute, das bei wachsendem Integrationsvolumen zum Engpass werden kann.
Was sind die größten Schwächen von xentral im Vergleich zu Mittelstands-ERPs?
xentral ist ein Cloud-ERP, das ausschließlich als SaaS betrieben wird und auf E-Commerce sowie Warenwirtschaft für Handelsunternehmen mit 10 bis 250 Mitarbeitenden zugeschnitten ist (Quelle: xentral.com, 2026). Im Vergleich zu Mittelstands-ERPs wie SAP Business One, Microsoft Dynamics 365 Business Central oder proALPHA fehlen xentral tiefe Fertigungsfunktionen wie Materialbedarfsplanung (MRP), Kapazitätsplanung und mehrstufige Fertigungsaufträge. Auch echte Mehrmandantenfähigkeit für Konzernstrukturen mit mehreren Landesgesellschaften, konsolidierte Finanzberichte über mehrere Währungen und ein On-Premise-Betrieb für Unternehmen mit strengen Datenhoheitsanforderungen sind bei xentral nicht vorgesehen, da das System bewusst reines SaaS bleibt.
Welche ERP-Systeme sind die besten xentral Alternativen 2026?
Die relevantesten xentral Alternativen 2026 sind Microsoft Dynamics 365 Business Central, SAP Business One, Oracle NetSuite, weclapp, Odoo und proALPHA. Diese sechs Systeme decken unterschiedliche Wechselprofile ab: Business Central und SAP Business One eignen sich für den klassischen Mittelstand mit Fertigungsbedarf, NetSuite für international skalierende Onlinehändler, weclapp und Odoo für kleinere Budgets im ähnlichen Segment wie xentral, und proALPHA für Unternehmen mit hoher Fertigungstiefe im industriellen Mittelstand. Die Wahl hängt vor allem von Unternehmensgröße, Fertigungsanteil und internationaler Ausrichtung ab.
Was kostet ein Wechsel von xentral zu Microsoft Dynamics 365 Business Central?
Microsoft Dynamics 365 Business Central kostet in der Essentials-Version 80 US-Dollar und in der Premium-Version 110 US-Dollar pro Nutzer und Monat bei jährlicher Zahlung, zusätzliche Team-Members-Lizenzen kosten 8 US-Dollar pro Nutzer und Monat (Quelle: microsoft.com, 2026). Hinzu kommen einmalige Einführungskosten, die laut Marktorientierungswerten für den Mittelstand zwischen 40.000 und 150.000 Euro liegen, je nach Anpassungsgrad und Datenmigrationsumfang aus xentral. Für ein Unternehmen mit 20 Nutzern ergibt sich damit ein realistisches Gesamtbudget von rund 80.000 bis 200.000 Euro für das erste Jahr inklusive Lizenz, Einführung und Schulung.
Was kostet ein Wechsel von xentral zu SAP Business One?
SAP Business One kostet als Cloud-Abonnement zwischen 95 und 250 US-Dollar pro Nutzer und Monat, abhängig vom Lizenztyp Professional User oder Limited User. Alternativ ist eine einmalige On-Premise-Lizenz für 3.500 bis 5.500 US-Dollar pro Nutzer plus 18 bis 20 Prozent jährliche Wartungsgebühr möglich (Quelle: erpresearch.com, 2026, da SAP selbst keine öffentliche Preisliste veröffentlicht und ausschließlich über zertifizierte Partner verkauft). Die Einführung kostet je nach Komplexität zwischen 15.000 und 150.000 US-Dollar. Ein typisches Projekt für 25 Nutzer liegt damit im ersten Jahr bei etwa 100.000 bis 180.000 Euro.
Ist Odoo eine gute xentral Alternative für kleine Unternehmen?
Odoo (belgische Open-Source-Business-Suite, gegründet 2005 von Fabien Pinckaers als TinyERP) ist für kleine Unternehmen mit schmalem Budget oft eine sinnvollere Alternative als ein klassisches Mittelstands-ERP. Die Standard-Version kostet 2026 zwischen 24,90 und 31,10 Euro pro Nutzer und Monat bei jährlicher Zahlung, die Custom-Version mit On-Premise-Option und Multi-Company-Funktionen zwischen 49 und 61,10 Euro (Quelle: odoo.com, 2026). Odoo bietet zudem eine kostenlose Ein-App-Version für den Einstieg. Sobald jedoch branchenspezifisches Customizing oder tiefe Fertigungsplanung gefragt sind, stößt auch Odoo an ähnliche Grenzen wie xentral.
Eignet sich weclapp als Alternative zu xentral?
weclapp (deutsches Cloud-ERP, gegründet 2008 als Tochter der 3U HOLDING, seit Oktober 2022 Teil der niederländischen Exact-Gruppe, Hauptsitz Kitzingen) bewegt sich im ähnlichen Marktsegment wie xentral und richtet sich ebenfalls an kleine und mittlere Unternehmen. Der Tarif ERP Handel kostet ab 179 Euro pro Nutzer und Monat und deckt zusätzlich zu Auftragsmanagement und Buchhaltung auch Produktion, Lagerverwaltung und Marktplatz-Integrationen ab (Quelle: weclapp.com, 2026). Für Unternehmen, die vor allem mehr Produktionsfunktionen im gleichen Preissegment wie xentral suchen, ist weclapp ein realistischer seitlicher Wechsel, für einen echten Sprung in Richtung Mittelstands-ERP reicht die Tiefe jedoch meist nicht aus.
Wie lange dauert ein ERP-Wechsel von xentral?
Ein strukturierter Wechsel von xentral zu einem neuen ERP-System dauert typischerweise drei bis sechs Monate, bei komplexeren Zielsystemen wie SAP Business One oder Microsoft Dynamics 365 Business Central mit Fertigungsmodulen sechs bis neun Monate. Die Projektlaufzeit hängt vor allem vom Umfang der Datenmigration, der Anzahl der Schnittstellen zu Shopsystemen und Marktplätzen sowie der Komplexität der Fertigungsprozesse ab. xentrals offene REST-API erleichtert den strukturierten Export von Artikelstammdaten, Aufträgen und Lagerbeständen gegenüber proprietären Altsystemen ohne API-Zugriff.
Was passiert mit den Daten aus xentral bei einem Anbieterwechsel?
Bei einem Wechsel sollten Artikelstammdaten, Kundendaten, offene Aufträge, Lagerbestände und die vollständige Beleghistorie strukturiert aus xentral exportiert werden, bevor der Vertrag gekündigt wird. xentral bietet dafür eine REST-API sowie Standardexporte an, die im API-Zugriff der Pakete Business, Pro und Scale enthalten sind (Quelle: xentral.com, 2026). Aus GoBD-Gründen müssen steuerlich relevante Belege wie Rechnungen und Gutschriften auch nach der Kündigung unveränderbar und maschinell auswertbar aufbewahrt werden, weshalb viele Unternehmen eine reine Archivinstanz des Altsystems oder einen GoBD-konformen Datenexport zusätzlich zur eigentlichen Migration einplanen.
Welches ERP eignet sich für Unternehmen mit Fertigung, die aus xentral herauswachsen?
Für Unternehmen, die aus dem reinen Handelsgeschäft in echte Fertigung mit Stücklisten, Materialbedarfsplanung und Kapazitätsplanung hineinwachsen, bieten SAP Business One, Microsoft Dynamics 365 Business Central und proALPHA (deutsches ERP für den industriellen Mittelstand, gegründet 1992, über 17.500 Kunden weltweit) die größte Fertigungstiefe. proALPHA ist dabei auf produzierende Betriebe und technischen Großhandel spezialisiert und bietet mehr Branchenfunktionen für Fertigungsprozesse als die stärker handelsorientierten Systeme SAP Business One und Business Central. xentral selbst deckt nur einfache Stücklisten ohne echte MRP-Planung ab.
Ist Oracle NetSuite eine sinnvolle Alternative zu xentral für international wachsende Onlinehändler?
Oracle NetSuite (1998 in den USA gegründet, seit 2016 Teil von Oracle, erste reine Cloud-ERP-Suite des Marktes) ist besonders für Onlinehändler geeignet, die über mehrere Länder, Währungen und rechtliche Einheiten hinweg wachsen und eine konsolidierte Finanzsicht benötigen. Die Basislizenz kostet ab 999 US-Dollar pro Monat zuzüglich 99 bis 199 US-Dollar pro Nutzer und Monat, das Modul OneWorld für Mehrfirmenkonsolidierung kostet zusätzlich 500 bis 1.000 US-Dollar pro Tochtergesellschaft und Monat (Quelle: erpresearch.com, 2026). Für Unternehmen, die noch ausschließlich im DACH-Raum operieren, ist NetSuite meist überdimensioniert, für international skalierende Marken mit mehreren Landesgesellschaften jedoch eine der wenigen echten Cloud-Enterprise-Alternativen.
Welche Rolle spielt die DSGVO beim Wechsel von einem deutschen Cloud-ERP zu einem US-Anbieter?
xentral speichert Daten als deutsches Unternehmen ausschließlich cloudbasiert innerhalb der EU. Wechselt ein Unternehmen zu einem Anbieter mit US-Mutterkonzern wie Microsoft oder Oracle NetSuite, wird die Datenübermittlung in die USA relevant. Der Europäische Gerichtshof erklärte mit dem Schrems-II-Urteil vom 16. Juli 2020 (Rechtssache C-311/18) den EU-US Privacy Shield für ungültig, die Nachfolgeregelung EU-US Data Privacy Framework gilt seit der Angemessenheitsentscheidung der EU-Kommission vom Juli 2023, steht laut Rechtsberichterstattung 2026 aber nach einer Entscheidung des US Supreme Court zur Unabhängigkeit der Aufsichtsbehörde FTC im Juni 2026 erneut unter rechtlichem Druck. Unternehmen sollten deshalb zusätzlich zu Standardvertragsklauseln auf EU-Rechenzentren und eigene Verschlüsselungshoheit achten.
Muss der Betriebsrat bei der Einführung eines neuen ERP-Systems mitbestimmen?
Ja, in den meisten Fällen hat der Betriebsrat nach Paragraf 87 Absatz 1 Nummer 6 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) ein zwingendes Mitbestimmungsrecht, wenn das neue ERP-System technisch geeignet ist, das Verhalten oder die Leistung einzelner Beschäftigter zu überwachen. Das betrifft zum Beispiel individuelle Kommissionier-, Durchlaufzeit- oder Fehlerquoten-Auswertungen, wie sie sowohl xentral als auch die meisten Nachfolgesysteme anbieten. Vor dem produktiven Rollout entsprechender Dashboards sollte deshalb unabhängig vom gewählten System früh eine Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat abgeschlossen werden.
Kann man xentral parallel zum neuen System weiterlaufen lassen?
Ja, ein befristeter Parallelbetrieb ist beim ERP-Wechsel üblich und senkt das Risiko eines abrupten Umstiegs. In der Praxis läuft xentral meist vier bis acht Wochen parallel zum neuen System, während Aufträge testweise in beiden Systemen erfasst und abgeglichen werden, bevor der eigentliche Cutover erfolgt. Da xentral monatlich sowie im Jahresvertrag buchbar ist, lässt sich die Kündigung so terminieren, dass sie erst nach erfolgreichem Go-Live und vollständigem, GoBD-konformem Datenexport wirksam wird (Quelle: xentral.com/preise, 2026).
Belege für Preise, Fristen und Kennzahlen
Alle Preise, Fristen und Kennzahlen auf dieser Seite stützen sich auf die folgenden Primärquellen. Stand: September 2026.
- Xentral ERP Software GmbH: offizielle Unternehmensseite mit Gründungsjahr 2017, Investoren und Kundenzahlen, 2026. xentral.com ↗
- Xentral ERP Software GmbH: offizielle Preisseite mit den Paketen Launch, Starter, Business, Pro und Scale, 2026. xentral.com ↗
- Microsoft: offizielle Preisübersicht Dynamics 365 Business Central, Essentials, Premium und Team Members, 2026. microsoft.com ↗
- ERP Research: Preisorientierung für SAP Business One, da SAP selbst keine öffentliche Preisliste veröffentlicht, 2026. erpresearch.com ↗
- ERP Research: Preisorientierung für Oracle NetSuite, da NetSuite selbst keine öffentliche Preisliste veröffentlicht, 2026. erpresearch.com ↗
- Oracle NetSuite: Unternehmensprofil, Gründung 1998, Übernahme durch Oracle 2016. netsuite.com ↗
- weclapp SE: offizielle Preisseite mit den Tarifen ERP Starter, ERP Dienstleistung, ERP Handel und Enterprise, 2026. weclapp.com ↗
- weclapp SE: Unternehmensgeschichte, Gründung 2008, Übernahme durch Exact im Oktober 2022. weclapp.com ↗
- Odoo S.A.: offizielle Preisseite mit den Tarifen One App Free, Standard und Custom, 2026. odoo.com ↗
- Proalpha Group: Unternehmensgeschichte, Gründung 1992, über 17.500 Kunden weltweit. proalpha.com ↗
- Gerichtshof der Europäischen Union: Urteil in der Rechtssache C-311/18 (Schrems II) vom 16. Juli 2020. curia.europa.eu ↗
- Bundesministerium der Justiz: Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), Paragraf 87 Absatz 1 Nummer 6. gesetze-im-internet.de ↗
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