WaWi gegen ERP.
Warenfluss oder ganzes Unternehmen.
Ein Warenwirtschaftssystem (WaWi) verwaltet Artikel, Einkauf, Lager, Verkauf und Fakturierung. Ein ERP-System (Enterprise Resource Planning) enthält diese Warenwirtschaft und verbindet sie mit Finanzbuchhaltung, Controlling, Produktion, Personal und Projekten. Diese Seite richtet sich an Händler, Onlineshops, Großhändler und kleine Hersteller im DACH-Raum mit 10 bis 500 Mitarbeitenden. Sie zeigt die Unterschiede Merkmal für Merkmal, acht Systeme von Billbee bis SAP Business One mit Listenpreisen und die Signale, an denen Sie erkennen, dass die WaWi zu klein wird.
Jedes ERP enthält eine WaWi.
Nicht jede WaWi ist ein ERP.
Die beiden Systeme stehen nicht nebeneinander, sondern ineinander. Die Warenwirtschaft steuert den Warenfluss, das ERP steuert das ganze Unternehmen. Eine Norm für die Begriffe gibt es nicht, im Handel werden sie oft synonym benutzt. Entscheidend ist der Funktionsumfang, nicht das Etikett.
Warenwirtschaftssystem (WaWi)
- Artikelstamm mit Varianten, Preisen und Lieferanten
- Einkauf, Bestellwesen und Wareneingang
- Lager, Bestandsführung und Inventur
- Aufträge, Lieferscheine, Rechnungen und Versand
- Anbindung von Shop und Marktplätzen
- Buchhaltung meist nur als Export an DATEV oder Steuerberater
ERP-System
- Alle Funktionen der Warenwirtschaft
- Integrierte Finanzbuchhaltung, Kostenrechnung und Controlling
- Produktion mit mehrstufigen Stücklisten, Arbeitsplänen und Kapazitäten
- Mehrere Mandanten, Gesellschaften und Lager
- Projekte, Service und oft Personal
- Eine Datenbasis für Vor- und Nachkalkulation mit echten Herstellkosten
Quellen: Eurostat isoc_eb_iip, bevh, § 27 UStG, Stand 2026.
Sechs Unterschiede,
die bei der Auswahl zählen.
Diese sechs Merkmale zeigen am deutlichsten, wo die WaWi endet und das ERP beginnt. Wer drei oder mehr davon heute schon braucht, sollte ein ERP prüfen.
Warenfluss oder Gesamtsteuerung
Die WaWi beantwortet, was wo liegt, was bestellt ist und was verkauft wurde. Das ERP beantwortet zusätzlich, was es gekostet hat und was dabei verdient wurde.
- WaWi: Ware, Lager, Auftrag
- ERP: Ware, Geld, Kapazität, Personal
Export oder integrierte Buchhaltung
Die meisten Warenwirtschaften übergeben Belege an DATEV. Ein ERP bucht selbst, mit offenen Posten, Mahnwesen, Anlagen und Kostenstellen.
- WaWi: Belegexport, Abgleich beim Monatsabschluss
- ERP: Buchung in Echtzeit, Controlling auf Knopfdruck
Sets oder Fertigung
WaWis kennen Stücklisten oft nur als Set oder Bundle. Ein ERP plant Fertigungsaufträge mit Arbeitsgängen, Maschinen und Material.
- WaWi: einfache Stückliste, Konfektionierung
- ERP: mehrstufige Stücklisten, Kapazitätsplanung
Ein Shop oder mehrere Gesellschaften
Mit Holding, Auslandsgesellschaft oder zweitem Lager wächst der Bedarf an Mandanten, Konsolidierung und Intercompany-Buchungen.
- WaWi: ein Mandant, wenige Lager
- ERP: unbegrenzte Mandanten etwa bei Sage 100
Einkaufspreis oder Herstellkosten
Ohne integrierte Buchhaltung bleibt die Marge eine Schätzung. Ein ERP rechnet Fracht, Zoll, Fertigungszeit und Gemeinkosten auf den Artikel.
- WaWi: Rohertrag pro Auftrag
- ERP: Deckungsbeitrag bis Stufe III
Handelsteam oder ganzes Haus
Eine WaWi nutzen Einkauf, Lager und Vertrieb. Im ERP arbeiten zusätzlich Buchhaltung, Produktion, Service und Geschäftsführung.
- WaWi: Handel und Distribution
- ERP: Handel, Fertigung, Dienstleistung
Quellen: Sage 100, xentral vs JTL-Wawi, Stand 2026.
8 Systeme zwischen
WaWi und ERP.
Von der reinen Multichannel-WaWi bis zum ERP für den Mittelstand. Die Preise sind Listenpreise laut Herstellerseite, netto pro Monat bei Jahreszahlung, Stand Oktober 2026. Einführung und Partnerleistungen kommen hinzu.
| Anbieter | Segment | Preis ab | Typ | Finanzbuchhaltung | Produktion | Preislogik | Profil |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| BillbeeMultichannel-WaWi, 2015 | KMU | ab 9 €/Mo | WaWi | – DATEV-Export | – keine | Staffel nach Bestellungen, monatlich kündbar | Zum Portal → |
| JTL-WawiWaWi, Hückelhoven 2008 | KMU | ab 0 €/Mo | WaWi mit Ausbau | ≈ DATEV-Export ab Advanced | ≈ Grundfunktion | Start 0 €, Advanced 99 €, Pro 329 € | Zum Portal → |
| Xentral ERPCloud, Augsburg 2008 | KMU | ab 99 €/Mo | ERP für Handel | ≈ DATEV-Schnittstelle | ≈ als Add-on | Launch 99 € plus 0,30 € je Auftrag, Business 649 € | Zum Portal → |
| weclappCloud-ERP, 2008 | KMU | ab 39 €/User/Mo | ERP | ✓ Buchhaltung als Lizenz | ✓ Produktion als Lizenz | Pro Nutzer, Handel 163 € | Zum Portal → |
| OdooModulares ERP, Belgien 2005 | KMU | ab 24,90 €/User/Mo | ERP | ✓ Buchhaltungs-App | ✓ Fertigungs-App | Standard pro Nutzer, eine App kostenlos | Zum Portal → |
| Sage 100ERP Mittelstand, Sage GmbH Frankfurt | Mittelstand | ab 56 €/User/Mo | ERP | ✓ Rechnungswesen ab 58 € | ✓ Produktion ab 90 € | Pro Nutzer und Modul, Jahresvertrag | Zum Portal → |
| Dynamics 365 Business CentralERP von Microsoft, seit 2018 | Mittelstand | ab 69,30 €/User/Mo | ERP | ✓ integriert | ≈ im Premium-Plan | Essentials 69,30 €, Premium 95,30 € | Zum Portal → |
| SAP Business OneERP für KMU, SAP Walldorf | Mittelstand | auf Anfrage | ERP | ✓ integriert | ✓ Stücklisten und Produktion | Lizenz über SAP-Partner | Zum Portal → |
Listenpreise laut Herstellerseiten, netto, Stand Oktober 2026: Billbee, JTL, xentral, weclapp, Odoo, Sage 100, Microsoft. Bewertungen und Schätzungen von Vergleichsportalen nutzen wir nicht.
Was die acht Systeme
können und was nicht.
Kurzprofile mit Gründung, Sitz und Einordnung laut Herstellerangaben. Stärken und Grenzen sind eine neutrale Einschätzung von Find-Your-Software.
Billbee
Multichannel-Tool, gegründet 2015
Billbee bündelt Aufträge aus über 150 Integrationen, erstellt Rechnungen und Versandlabels und übergibt Belege an DATEV. Über 20.000 Händler nutzen das Tool. Eine Finanzbuchhaltung oder Produktion bietet Billbee nicht.
- Stärke: günstiger Einstieg ab 9 €
- Stärke: monatlich kündbar
- Grenze: keine Buchhaltung, keine Fertigung
ab 9 € netto im Monat
JTL-Wawi
JTL-Software, Hückelhoven, gegründet 2008
JTL nennt über 15.000 Kunden und 460 Mitarbeitende. Über 30 Marktplätze sind ohne Zusatzlizenz angebunden, das System läuft lokal oder in der Cloud mit unbegrenzten Nutzern. Ab Advanced gibt es den DATEV-Export, die E-Rechnung läuft über Partner.
- Stärke: Marktplätze und Onlinehandel
- Stärke: Startpaket für 0 €
- Grenze: Support im Start nur über Community
0 €, 99 € oder 329 € im Monat
Xentral ERP
Xentral ERP Software, Augsburg, seit 2018 unter diesem Namen
Xentral bezeichnet sich als ERP, weist aber eine DATEV-Schnittstelle statt integrierter Finanzbuchhaltung aus. Der Tarif Launch endet bei 1.200 Aufträgen und 500.000 € Jahresumsatz und ist auf einen Shop und einen Marktplatz begrenzt.
- Stärke: unbegrenzte Nutzer in allen Tarifen
- Stärke: Prozessautomatisierung im Handel
- Grenze: Produktion nur als Add-on
99 € bis 849 € im Monat
weclapp
weclapp GmbH, gegründet 2008, Marktstart 2013
weclapp nennt über 7.000 Kunden und richtet sich an Unternehmen mit 5 bis 250 Mitarbeitenden. Buchhaltung, Lager und Produktion gibt es als Einzellizenzen, damit wächst das System vom Handel zum ERP.
- Stärke: modulare Lizenzen pro Nutzer
- Stärke: Buchhaltung im System
- Grenze: Preis steigt mit jedem Nutzer
39 € bis 163 € pro Nutzer im Monat
Odoo
Odoo SA, Belgien, gegründet 2005 als TinyERP
Odoo besteht aus Apps für Verkauf, Lager, Buchhaltung, Fertigung und mehr. Eine App ist kostenlos, der Tarif Standard kostet laut Preisseite ab 24,90 € pro Nutzer im Monat. Mehrere Gesellschaften gibt es erst im Tarif Custom.
- Stärke: niedriger Nutzerpreis
- Stärke: sehr breiter Funktionsumfang
- Grenze: Anpassungen über Partner kosten extra
ab 24,90 € pro Nutzer im Monat
Sage 100
The Sage Group, Sage GmbH Frankfurt
Sage 100 verbindet Warenwirtschaft, Rechnungswesen und Produktion und unterstützt unbegrenzte Mandanten. Die Module werden einzeln pro Nutzer berechnet, im Jahresvertrag.
- Stärke: deutsche Buchhaltung im Kern
- Stärke: viele Mandanten möglich
- Grenze: Kosten summieren sich über Module
Warenwirtschaft ab 56 € pro Nutzer im Monat
Dynamics 365 Business Central
Microsoft, Nachfolger von Navision, seit 2018
Business Central ist das ERP von Microsoft für kleine und mittlere Unternehmen. Essentials enthält Finanzen, Einkauf, Verkauf und Lager, Premium ergänzt Fertigung und Service. Eingeführt wird über Microsoft-Partner.
- Stärke: Integration in Microsoft 365
- Stärke: großes Partnernetz
- Grenze: Projektkosten je nach Partner
69,30 € oder 95,30 € pro Nutzer im Monat
SAP Business One
SAP SE, Walldorf, gegründet 1972
SAP Business One ist das ERP von SAP für kleine und mittlere Unternehmen mit Finanzen, Warenwirtschaft und Produktion in einem System. Lizenz und Einführung werden über SAP-Partner angeboten.
- Stärke: integrierte Finanzbuchhaltung
- Stärke: Weg in die SAP-Welt
- Grenze: keine öffentlichen Preise
auf Anfrage
Quellen: Billbee, JTL Unternehmen, xentral Preise, weclapp Factsheet, Odoo, Sage 100, Business Central, SAP, Stand 2026.
Wann die WaWi reicht
und wann ein ERP kommt.
Die Wahl hängt weniger an der Unternehmensgröße als an der Komplexität der Prozesse. Diese drei Fälle geben Orientierung.
Reiner Handel ohne Fertigung
Onlineshop, Marktplätze, kleiner Großhandel
Wenn Einkauf, Lager und Versand im Mittelpunkt stehen und der Steuerberater bucht, ist eine gute WaWi günstiger und schneller eingeführt. Laut HDE entfielen 2025 bereits 56,7 % der Onlineumsätze auf Marktplätze, dort sind WaWis wie JTL oder Billbee stark.
- Ein Mandant, ein bis zwei Lager
- Buchhaltung beim Steuerberater
- Keine eigene Fertigung
Billbee, JTL-Wawi
Heute Handel, morgen mehr
Wachsender Händler mit Eigenmarke
Viele Systeme starten als WaWi und wachsen modular. Wer Eigenmarken konfektioniert, ein zweites Lager plant oder ins Ausland expandiert, sollte die Erweiterbarkeit früh prüfen, damit der Ausbau kein Systemwechsel wird.
- Umsatz oder Aufträge nähern sich Tarifgrenzen
- Kostenstellen und SEPA werden gebraucht
- Erste Sets und Konfektionierung
Xentral, weclapp, Odoo
Fertigung oder mehrere Gesellschaften
Hersteller, Großhandel mit Service, Gruppen
Sobald Produktion, integrierte Buchhaltung oder mehrere Gesellschaften zusammenarbeiten, führt am ERP kein Weg vorbei. Dann zählen Herstellkosten, Kapazitäten und ein schneller Monatsabschluss.
- Mehrstufige Stücklisten
- Mehrere Mandanten
- Controlling für die Geschäftsführung
Sage 100, Business Central, SAP Business One
Quelle: HDE Online Monitor 2026, Stand Juni 2026.
Sechs Signale, dass die WaWi
zu klein wird.
Kein einzelnes Signal erzwingt den Wechsel. Treffen aber drei oder mehr dieser Punkte zu, kostet die WaWi meist mehr Zeit, als ein ERP an Lizenz kostet.
Der Monatsabschluss zieht sich
Warenwirtschaft und Buchhaltung laufen getrennt, Belege werden exportiert, abgeglichen und korrigiert. Jeder Abschluss braucht Tage statt Stunden.
- Differenzen zwischen Lager und Buchhaltung
- Steuerberater fragt regelmäßig nach
Die Marge ist eine Schätzung
Fracht, Zoll, Retouren und Fertigungszeit landen nicht am Artikel. Welche Produkte wirklich Geld verdienen, weiß niemand genau.
- Kalkulation in Excel
- Preise nach Gefühl statt nach Kosten
Mehr als zwei Programme pro Vorgang
Ein Auftrag läuft durch Shop, WaWi, Versandtool, Excel und Buchhaltung. Jede Übergabe kostet Zeit und erzeugt Fehler.
- Doppelte Datenpflege
- Medienbrüche zwischen Teams
Tarifgrenzen werden erreicht
Viele Systeme deckeln Aufträge, Umsatz oder Kanäle im Tarif. Xentral Launch endet bei 1.200 Aufträgen und 500.000 € Jahresumsatz.
- Sprung in den nächsten Tarif
- Vergleich mit einem ERP lohnt jetzt
Zweite Gesellschaft oder zweites Lager
Eine Auslandsgesellschaft, ein Außenlager oder ein Fulfillment-Partner verlangen Mandanten, Lagerorte und konsolidierte Zahlen.
- Intercompany-Rechnungen
- Konzernweite Bestände
Aus Handel wird Herstellung
Eigenmarken, Konfektionierung oder eigene Montage brauchen Stücklisten, Arbeitsgänge und Materialplanung, die eine WaWi kaum abbildet.
- Mehrstufige Stücklisten
- Kapazität und Termine planen
Quelle: xentral Preise, Stand Oktober 2026. Signale sind Erfahrungswerte von Find-Your-Software aus Auswahlprojekten.
Drei Unternehmen,
drei Antworten.
Diese Ausgangslagen begegnen uns in Auswahlprojekten immer wieder. Es sind typisierte Beispiele, keine Kundenfälle.
Onlinehändler mit 8 Mitarbeitenden
Shop plus drei Marktplätze, Buchhaltung beim Steuerberater
Das Problem sind manuelle Bestandsabgleiche zwischen den Kanälen, nicht die Buchhaltung. Eine Multichannel-WaWi mit DATEV-Export löst das Problem schneller und günstiger als ein ERP.
- Ergebnis: WaWi
- Kanäle und Bestände zentral
- E-Rechnung im Tarif prüfen
Beispielsysteme: Billbee, JTL-Wawi
Großhändler mit 60 Mitarbeitenden
Zwei Lager, Außendienst, eigene Buchhaltung
Die Buchhaltung arbeitet im Haus, die Marge pro Kunde ist unklar und das zweite Lager wird per Excel geführt. Hier lohnt ein ERP mit integrierter Finanzbuchhaltung und mehreren Lagerorten.
- Ergebnis: ERP
- Deckungsbeitrag pro Kunde
- Lagerorte und Chargen
Beispielsysteme: weclapp, Sage 100, Business Central
Hersteller mit 120 Mitarbeitenden
Eigene Montage, Handel mit Ersatzteilen
Fertigungsaufträge, Stücklisten und Nachkalkulation entscheiden über die Marge. Eine WaWi reicht nicht mehr, gebraucht wird ein ERP mit Produktion und Controlling, bei Schichtbetrieb ergänzt um ein MES.
- Ergebnis: ERP mit Produktion
- Herstellkosten pro Auftrag
- Maschinendaten über MES
Beispielsysteme: SAP Business One, Business Central Premium, Sage 100
Typisierte Beispiele von Find-Your-Software, keine realen Kundenfälle.
Vier Schnittstellen,
an denen die Wahl hängt.
Ob WaWi oder ERP, beide Systeme müssen mit Steuerberater, Shop, Versand und Kunden Daten austauschen. Prüfen Sie diese vier Punkte in jeder Demo.
DATEV und Steuerberater
- Belegexport oder integrierte Buchhaltung
- Kostenstellen und Kostenträger
- Abstimmung beim Monatsabschluss
Shop und Marktplätze
- Bestände in Echtzeit an alle Kanäle
- Aufträge ohne Doppelerfassung
- Retouren zurück ins Lager
E-Rechnung nach EN 16931
- XRechnung und ZUGFeRD erzeugen
- E-Rechnungen empfangen und prüfen
- Strukturierte Daten archivieren
Versand und Lager
- Labels für Paketdienste
- Anbindung eines WMS bei großem Lager
- Chargen und Seriennummern
Quellen: BMF E-Rechnung, Billbee, Stand 2026.
Sechs Pflichten, die beide
Systeme erfüllen müssen.
Steuerrecht unterscheidet nicht zwischen WaWi und ERP. Wer Rechnungen schreibt und Belege speichert, muss diese Regeln erfüllen, egal wie das System heißt.
Ordnungsmäßige Buchführung
Die GoBD gelten nach BMF-Schreiben vom 28.11.2019, geändert am 11.03.2024 und am 14.07.2025. Bei E-Rechnungen genügt seit der zweiten Änderung die Aufbewahrung des strukturierten Teils.
- Verfahrensdokumentation
- Unveränderbarkeit der Belege
§ 147 AO
Bücher, Jahresabschlüsse und Inventare sind 10 Jahre aufzubewahren, Buchungsbelege 8 Jahre und Handelsbriefe 6 Jahre. Elektronische Daten müssen jederzeit lesbar und maschinell auswertbar sein.
- Altdaten beim Wechsel archivieren
- Zugriff für die Betriebsprüfung
§ 14 Abs. 4 UStG
Pflichtangaben sind unter anderem Namen und Anschriften, Steuernummer oder USt-IdNr., fortlaufende Rechnungsnummer, Leistungszeitpunkt sowie Steuersatz und Steuerbetrag.
- Nummernkreise ohne Lücken
- Gutschriften korrekt kennzeichnen
E-Rechnung seit 01.01.2025
Jedes inländische Unternehmen muss E-Rechnungen empfangen können. Ein E-Mail-Postfach genügt für den Empfang, die Verarbeitung sollte aber im System erfolgen.
- XML lesbar machen
- Prüfung und Freigabe im Workflow
§ 27 Abs. 38 UStG
Ab 01.01.2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz E-Rechnungen ausstellen, ab 01.01.2028 alle im inländischen B2B-Geschäft.
- Tarif mit E-Rechnung wählen
- Partnerlösung oder integriert prüfen
EN 16931
XRechnung und ZUGFeRD ab Version 2.0.1 erfüllen die Norm, ausgenommen die Profile MINIMUM und BASIC-WL. Ein Formatfehler macht die Datei zur sonstigen Rechnung.
- Validierung vor dem Versand
- Kleinbetragsrechnungen bis 250 € ausgenommen
Quellen: GoBD 2. Änderung, § 147 AO, § 14 UStG, § 27 UStG, BMF-Schreiben E-Rechnung vom 15.10.2025.
Was WaWi und ERP
im Monat kosten.
Rechenbeispiel von Find-Your-Software aus den Listenpreisen der Hersteller, netto bei Jahreszahlung, Stand Oktober 2026. Einführung, Datenmigration und Partnerleistungen sind nicht enthalten und kommen bei jedem System hinzu.
| Szenario | Beispielsystem | Rechnung | Lizenz pro Monat | Lizenz 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Onlinehändlerein Shop, wenige Aufträge | JTL-Wawi Advanced | Pauschal, unbegrenzte Nutzer | 99 € | 5.940 € |
| Händler mit Wachstummehrere Kanäle | Xentral Business | Pauschal, unbegrenzte Nutzer | 649 € | 38.940 € |
| Handel und Buchhaltung20 Nutzer | Odoo Standard | 20 × 24,90 € | 498 € | 29.880 € |
| ERP Mittelstand20 Nutzer | Sage 100 WaWi und Rechnungswesen | 20 × (56 € + 58 €) | 2.280 € | 136.800 € |
| ERP Mittelstand20 Nutzer | Business Central Essentials | 20 × 69,30 € | 1.386 € | 83.160 € |
Eigene Rechnung aus Listenpreisen: JTL, xentral, Odoo, Sage 100, Microsoft. Mehr zu Einführungskosten im Beitrag Was kostet ein ERP wirklich.
Von der WaWi zum ERP
in sechs Schritten.
Ein ERP-Projekt dauert laut einer von Sage zitierten Panorama-Studie 6 bis 12 Monate von der Auswahl bis zum Go-live, im Median 9 Monate. Ein Wechsel zwischen zwei Warenwirtschaften ist nach Erfahrungswerten von Find-Your-Software in 4 bis 12 Wochen machbar.
Grenzen dokumentieren
Aufschreiben, wo die WaWi heute bremst: Monatsabschluss, Kalkulation, Fertigung, Mandanten oder Tarifgrenzen.
Anforderungen festlegen
Muss-Kriterien für Buchhaltung, Produktion, Kanäle und E-Rechnung in einer Liste bündeln und priorisieren.
Ausbau oder Wechsel prüfen
Klären, ob die heutige WaWi modular wachsen kann oder ob ein neues ERP günstiger ist.
Shortlist und Demo
Drei Systeme mit eigenen Testfällen vorführen lassen, etwa ein Auftrag vom Shop bis zur Buchung.
Daten bereinigen und migrieren
Artikel, Kunden, Lieferanten und offene Posten bereinigen, Altdaten nach § 147 AO archivieren.
Go-live zum Stichtag
Umstellung auf einen Monats- oder Jahresbeginn legen, Bestände zählen und Schulungen nach Rollen planen.
Quelle: Sage zur ERP-Einführung, Stand August 2026. Dauern für WaWi-Wechsel sind Erfahrungswerte von Find-Your-Software.
Sechs Missverständnisse
zu WaWi und ERP.
Weil die Begriffe im Handel oft synonym benutzt werden, halten sich Irrtümer, die zu falschen Erwartungen und einer unpassenden Auswahl führen.
WaWi und ERP sind dasselbe
Nicht ganz. Das ERP ist breiter gefasst und enthält die Warenwirtschaft als einen von mehreren Bausteinen, dazu Buchhaltung, Controlling und Produktion.
- Funktionsumfang vergleichen
- Etikett ignorieren
Ein ERP ist immer besser
Nein. Für reine Handelsbetriebe ist eine gute WaWi günstiger und schneller eingeführt. Mehr Umfang ist nicht automatisch mehr Nutzen.
- Bedarf vor Funktionsliste
- Einführungsaufwand mitrechnen
Die WaWi kann auch Produktion
Nur begrenzt. Einfache Sets gehen, mehrstufige Stücklisten, Arbeitspläne und Kapazitätsplanung fehlen den meisten Warenwirtschaften.
- Fertigungsfall in der Demo zeigen lassen
- Nachkalkulation prüfen
Was ERP heißt, ist ein ERP
Falsch. Einige Systeme nennen sich ERP und bieten Buchhaltung nur als DATEV-Export. Entscheidend sind die tatsächlich enthaltenen Module.
- Buchhaltung integriert oder Export
- Produktion im Standard oder Add-on
Der Lizenzpreis entscheidet
Zu kurz gedacht. Einführung, Datenmigration, Schulung und Betrieb machen einen großen Teil der Kosten aus. Es zählen die Gesamtkosten über fünf Jahre.
- Kosten über die Laufzeit
- Partnerstunden im Angebot
Wechseln kann man später immer
Trügerisch. Wer die Erweiterbarkeit nicht früh prüft, riskiert einen kompletten Systemwechsel mit Datenmigration statt eines modularen Ausbaus.
- Ausbaupfad vor dem Kauf klären
- Datenexport vertraglich sichern
Häufige Fragen
zu WaWi und ERP.
Was ist der Unterschied zwischen WaWi und ERP?
Ein Warenwirtschaftssystem verwaltet den Warenfluss, also Artikel, Einkauf, Lager, Verkauf und Fakturierung. Ein ERP enthält diese Warenwirtschaft und verbindet sie mit Finanzbuchhaltung, Controlling, Produktion, Personal und Projekten. Vereinfacht gilt: Jedes ERP enthält eine WaWi, aber nicht jede WaWi ist ein ERP. Eine Norm für die Begriffe gibt es nicht.
Werden WaWi und ERP synonym verwendet?
Im Handel oft ja. Viele Hersteller nennen ihr Produkt ERP, obwohl die Buchhaltung nur als DATEV-Export angebunden ist. Xentral etwa bezeichnet sich als ERP und weist eine DATEV-Schnittstelle statt integrierter Finanzbuchhaltung aus. Für die Auswahl zählt deshalb der Funktionsumfang, nicht die Bezeichnung.
Wann reicht eine Warenwirtschaft?
Eine WaWi reicht, wenn das Unternehmen vor allem handelt, ein Mandant genügt und der Steuerberater die Buchhaltung übernimmt. Typisch sind Onlinehändler und kleine Großhändler ohne eigene Fertigung. Systeme wie Billbee oder JTL-Wawi sind dafür günstig und schnell eingeführt. Prüfen Sie aber früh, ob die E-Rechnung im Tarif enthalten ist.
Woran erkenne ich, dass die WaWi zu klein wird?
Typische Signale sind ein Monatsabschluss, der sich zieht, Margen, die nur geschätzt werden, und Vorgänge, die in mehr als zwei Programmen bearbeitet werden. Dazu kommen Tarifgrenzen wie bei Xentral Launch mit 1.200 Aufträgen und 500.000 € Jahresumsatz. Spätestens mit eigener Fertigung oder einer zweiten Gesellschaft lohnt ein ERP.
Kann eine WaWi zum ERP ausgebaut werden?
Oft ja. weclapp bietet Buchhaltung und Produktion als zusätzliche Lizenzen, Odoo ergänzt Apps für Buchhaltung und Fertigung, JTL bindet Buchhaltung über Partner an. Wichtig ist, die spätere Erweiterbarkeit schon bei der Auswahl zu prüfen. Sonst wird aus dem Ausbau ein kompletter Systemwechsel.
Was kostet eine WaWi im Vergleich zu einem ERP?
Laut Listenpreisen startet Billbee ab 9 € und JTL-Wawi mit einem Startpaket für 0 € im Monat. Xentral kostet 99 € bis 849 € im Monat mit unbegrenzten Nutzern. ERP-Systeme rechnen meist pro Nutzer ab, etwa Business Central Essentials mit 69,30 € oder Sage 100 Warenwirtschaft mit 56 € pro Nutzer und Monat. Einführung und Partnerleistungen kommen jeweils hinzu.
Muss meine WaWi E-Rechnungen können?
Ja. Seit 01.01.2025 muss jedes inländische Unternehmen E-Rechnungen empfangen können. Ab 01.01.2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz E-Rechnungen ausstellen, ab 01.01.2028 alle im inländischen B2B-Geschäft. Gültig sind XRechnung und ZUGFeRD ab Version 2.0.1 nach EN 16931.
Was passiert mit den Altdaten beim Wechsel?
Altdaten müssen nach § 147 AO weiter verfügbar bleiben: Bücher und Jahresabschlüsse 10 Jahre, Buchungsbelege 8 Jahre, Handelsbriefe 6 Jahre. Sie müssen jederzeit lesbar und maschinell auswertbar sein. Planen Sie daher ein Archiv oder einen Lesezugriff auf das Altsystem ein. Offene Posten und Bestände werden zum Stichtag übernommen.
Wie lange dauert der Umstieg von WaWi auf ERP?
Eine von Sage zitierte Panorama-Studie nennt 6 bis 12 Monate von der Auswahl bis zum Go-live, im Median 9 Monate. Ein Wechsel zwischen zwei Warenwirtschaften ist nach Erfahrungswerten von Find-Your-Software in 4 bis 12 Wochen machbar. Den größten Einfluss haben Datenqualität, Schnittstellen und die Verfügbarkeit des eigenen Teams.
Brauche ich für Produktion zwingend ein ERP?
Für einfache Sets und Konfektionierung reichen manche WaWis, JTL bietet Produktion als Grundfunktion. Für mehrstufige Stücklisten, Arbeitspläne, Kapazitätsplanung und Nachkalkulation mit echten Herstellkosten braucht es ein ERP. Bei Schichtbetrieb und Maschinendaten kommt oft ein MES dazu, siehe die Abgrenzung MES gegen ERP.
Cloud oder lokal installiert?
Beides ist möglich. JTL-Wawi läuft lokal oder in der Cloud, Xentral, weclapp und Odoo sind Cloud-Systeme, Sage 100 und SAP Business One gibt es je nach Partner in beiden Varianten. Laut Destatis nutzten 2025 bereits 23 % der Unternehmen ab 10 Beschäftigten ERP als Cloud-Dienst.
Was ist ein ERP light?
Als ERP light gelten Systeme, die aus der Warenwirtschaft kommen und einzelne ERP-Funktionen ergänzen, etwa Buchhaltung oder einfache Produktion als Zusatzlizenz. weclapp bietet Buchhaltung, Lager und Produktion als Einzellizenzen ab 39 € pro Nutzer und Monat. Solche Systeme passen gut zu wachsenden Händlern. Für komplexe Fertigung oder viele Gesellschaften reichen sie oft nicht.
Wie viele Unternehmen nutzen schon ein ERP?
Laut Eurostat nutzten 2025 in Deutschland 43,5 % der Unternehmen ab 10 Beschäftigten ein ERP. Bei 10 bis 49 Beschäftigten waren es 37,5 %, bei 50 bis 249 Beschäftigten 67,7 % und ab 250 Beschäftigten 89,4 %. Der EU-Durchschnitt lag bei 46,5 %. Viele kleine Händler arbeiten also noch mit Warenwirtschaft und Steuerberater.
Wie finde ich das passende System?
Starten Sie mit einer kurzen Liste der Grenzen, die Sie heute spüren, und der Funktionen, die in drei Jahren gebraucht werden. Vergleichen Sie Kosten über fünf Jahre statt Monatspreise. Lassen Sie sich in der Demo einen eigenen Auftrag vom Shop bis zur Buchung zeigen. Das Matching von Find-Your-Software liefert dafür in rund 6 Minuten eine Shortlist.
WaWi oder ERP?
Das passende System für Ihren Handel.
Das Matching von Find-Your-Software erstellt in rund 6 Minuten eine Shortlist aus über 390 ERP- und Warenwirtschaftssystemen. Im Selection Portal dokumentieren Sie Ihre IT-Systemlandschaft, verwalten Anforderungen und sprechen Anbieter direkt an.