ECOM · Online-Shop und Plattform

E-Commerce-Software,
die Ihrem Geschäft dient.

E-Commerce-Software betreibt Onlineshops, B2B-Portale und Marktplatzanbindungen für Händler, Hersteller und Großhändler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Laut bevh setzte der deutsche Onlinehandel mit Waren 2025 rund 69,2 Mrd. Euro um, im B2B-Geschäft waren es 2024 sogar rund 509 Mrd. Euro. Wir vergleichen 10 Plattformen und erklären Architekturen, Kosten, Rechtspflichten und die Auswahl in sechs Schritten.

B2B und B2CHeadless-fähigMarketplace-tauglich
Was ist E-Commerce-Software?

Storefront, Katalog,
Checkout.

E-Commerce-Software, auch Shopsystem oder Commerce-Plattform genannt, ist die Software, mit der Unternehmen Waren und Dienstleistungen online verkaufen. Sie vereint die sichtbare Storefront, den Produktkatalog, den Checkout mit Zahlungsabwicklung und die Backend-Prozesse von der Bestellung bis zur Retoure. Welche Plattform passt, hängt von Geschäftsmodell, Sortimentstiefe, Buyer-Journey und Internationalisierungsgrad ab. Ein B2C-Modehändler braucht starke Inszenierung und Performance unter Lastspitzen, ein B2B-Großhändler dagegen kundenindividuelle Preise, Freigabeprozesse und eine tiefe ERP-Anbindung.

01 · Storefront

Frontend-Logik

Headless, Composable, Server-Side. Vom Storyteller-Shop bis zur High-Performance B2B Storefront.

02 · Katalog

Produktlogik

Variantenlogik, Konfiguratoren, B2B-Staffelpreise, mehrsprachige Kataloge.

03 · Checkout

Bezahlung

PSP-Anbindungen, Rechnungskauf, Marketplace-Splits, Steuer-Logik.

04 · Backend

Operations

Order-Management, Retouren, Promotion-Engine, Customer-Service-Tools.

Worauf es ankommt

Modell, Tech,
Markt.

Die richtige Plattform entscheidet sich am Geschäftsmodell, an der technischen Architektur und an der Reichweiten-Strategie. Wer diese drei Fragen vor der Anbietersuche klärt, reduziert die Longlist meist von dreißig auf fünf ernsthafte Kandidaten.

Modell

Geschäftsmodell

  • B2C versus B2B
  • D2C versus Marketplace
  • Sortimentstiefe und Konfiguration
  • Preisstrategie und Rabattlogik
Tech

Architektur

  • Monolith oder Headless
  • Cloud-Native und SaaS
  • Performance unter Peaks
  • Skalierung und Caching
Markt

Reichweite

  • Channel-Strategie
  • Internationalisierung
  • Marketplace-Integrationen
  • Marketing-Stack-Integration
Markt und Zahlen 2026

Marktplätze wachsen,
eigene Shops müssen liefern.

Der deutsche Onlinehandel wächst wieder, aber das Wachstum verteilt sich ungleich. Laut HDE Online-Monitor 2026 entfielen 2025 bereits 56,7 Prozent des Onlineumsatzes auf Marktplätze, für 2026 erwartet der HDE ein Onlinewachstum von 4,3 Prozent. Im zweiten Quartal 2026 wuchsen Marktplätze laut bevh um 6,4 Prozent, klassische Onlineshops nur um 3,8 Prozent. Für Händler und Hersteller heißt das: Der eigene Shop braucht klare Argumente wie Sortiment, Service oder B2B-Konditionen, und er muss sich nahtlos mit Marktplätzen verbinden lassen.

69,2 Mrd. €Onlineumsatz mit Waren in Deutschland 2025 (bevh)
56,7 %Anteil der Marktplätze am deutschen Onlineumsatz 2025 (HDE Online-Monitor 2026)
509 Mrd. €B2B-Onlineumsatz von Herstellern und Großhändlern 2024 (B2B-Marktmonitor 2025)
35 %der Onlinekäufer nutzen KI für die Produktrecherche (HDE Online-Monitor 2026)
Ausgangslage

Typische Probleme gewachsener Shops

  • Langsame Ladezeiten und Abbrüche bei Kampagnen oder Black Friday
  • Produktdaten in Excel, ERP und Shop doppelt gepflegt
  • B2B-Kunden bestellen weiter per Mail, weil Preise und Freigaben fehlen
  • Jede Erweiterung braucht Agenturtage, Updates werden aufgeschoben
  • Marktplätze laufen als eigene Insel ohne gemeinsamen Bestand
Zielbild

Was eine moderne Plattform löst

  • Skalierbare Cloud-Infrastruktur mit gesicherter Performance
  • Eine Datenquelle für Produkte über PIM und ERP-Anbindung
  • B2B-Funktionen wie Kundenpreise, Budgets und Schnellbestellung
  • Regelmäßige Updates ohne Migrationsprojekt
  • Zentrale Steuerung von Shop, Marktplätzen und Filialen
ShopsystemSoftware für den Betrieb eines Onlineshops mit Katalog, Warenkorb, Checkout und Backend, als SaaS oder selbst gehostet.
Headless CommerceTrennung von Frontend und Commerce-Backend. Das Backend liefert Daten per API an beliebige Frontends wie Shop, App oder Terminal.
Composable / MACHArchitektur aus austauschbaren Einzelservices nach dem Prinzip Microservices, API-first, Cloud-native und Headless.
PIMProduct Information Management pflegt Produktdaten zentral und spielt sie in Shop, Marktplätze und Kataloge aus.
OMSOrder-Management-System, das Bestellungen aus allen Kanälen bündelt, Bestände reserviert und den Versand steuert.
PSPPayment Service Provider wie Adyen, Stripe, Mollie oder PayPal, der Zahlarten bündelt und abrechnet.
Funktionen im Detail

Acht Funktionsbereiche,
die jede Plattform abdecken muss.

Moderne E-Commerce-Software deckt deutlich mehr ab als Warenkorb und Checkout. Die folgenden acht Bereiche bilden den Kern jedes Lastenhefts, ihre Gewichtung unterscheidet sich zwischen B2C und B2B stark. Im B2C entscheiden Suche, Inszenierung und Checkout über die Conversion, im B2B stehen Preislogik, Nutzerrollen und die Integration in die Einkaufsprozesse der Kunden im Vordergrund. Prüfen Sie jeden Bereich in der Demo mit eigenen Daten statt mit dem Musterkatalog des Anbieters.

Katalog

Produkte und Varianten

Varianten nach Größe, Farbe oder Material, Bundles, Konfiguratoren und mehrsprachige Produkttexte. Große B2B-Sortimente brauchen schnelle Filter über Hunderttausende Artikel.

Suche

Suche und Merchandising

Fehlertolerante Suche, Synonyme, Filter und gezielte Platzierung von Produkten. Viele Shops ergänzen spezialisierte Suchlösungen wie Algolia oder Findologic.

Checkout

Checkout und Payment

Gastbestellung, Kauf auf Rechnung, PayPal, Kreditkarte, Apple Pay und Ratenkauf über einen Payment Service Provider. Jeder zusätzliche Schritt kostet Conversion.

B2B

B2B-Funktionen

Kundenindividuelle Preise und Sortimente, Staffelpreise, Budgets, Freigabeprozesse, Schnellbestellung per Artikelnummer, Angebotsanfragen und Punchout an Einkaufssysteme.

Operations

Bestellung und Retoure

Bestellstatus, Teillieferungen, Retourenportal, Gutschriften und Anbindung an Versanddienstleister. Größere Händler setzen ein eigenes OMS ein.

Pricing

Preise und Promotions

Rabattregeln, Gutscheine, zeitgesteuerte Aktionen und Preislisten je Kundengruppe, Land oder Währung, inklusive korrekter Darstellung nach Preisangabenverordnung.

International

Länder und Sprachen

Mehrere Storefronts, Sprachen, Währungen und Steuersätze aus einer Installation, dazu OSS-Verfahren für EU-weite Umsatzsteuer und länderspezifische Zahlarten.

Analyse und KI

Analytics und KI

Kennzahlen zu Conversion, Warenkorb und Kundenwert sowie KI-Funktionen für Produkttexte, Empfehlungen, Suche und Kundenservice. Laut HDE nutzen 2025 bereits 35 Prozent der Onlinekäufer KI bei der Recherche.

Anbieter im Überblick 2026

10 E-Commerce-Plattformen
im Vergleich.

E-Commerce-Plattformen betreiben Onlineshops, B2B-Portale und Marktplatzanbindungen, von SaaS-Baukästen bis zu Headless-Architekturen. Laut bevh lag der Online-Umsatz mit Waren in Deutschland 2025 bei 69,2 Mrd. Euro. Noch größer ist B2B: Hersteller und Großhändler setzten 2024 rund 509 Mrd. Euro über Onlineshops und Marktplätze um, 12,1 Prozent ihres Gesamtumsatzes (B2B-Marktmonitor 2025). Sechs der zehn Plattformen stammen aus Deutschland: Shopware (Schöppingen), commercetools (München), Spryker (Berlin), JTL (Hückelhoven), PlentyONE (Kassel) und Intershop (Jena).

AnbieterSegmentModellB2BHeadlessPreis abKernstärke
ShopwareSchöppingen, gegr. 2000 · shopware.com ↗KMU bis EnterpriseOpen Source und Cloud✓✓Community kostenlos, Rise 600 €Eines der meistgenutzten Shopsysteme in Deutschland, starke B2B-Funktionen
Shopify / Shopify PlusOttawa (CA), gegr. 2006 · shopify.com ↗KMU bis EnterpriseSaaSteilweise✓29 USDSchneller Start, riesiges App-Ökosystem
Adobe Commerce (ehem. Magento)San Jose (US), gegr. 1982 · business.adobe.com ↗Mittelstand bis EnterpriseOpen Source, PaaS, SaaS✓✓auf AnfrageExtrem anpassbar, großes Partner-Ökosystem
Salesforce Commerce CloudSan Francisco (US), gegr. 1999 · salesforce.com ↗EnterpriseSaaS✓✓auf AnfrageKI-Agenten und tiefe CRM-Integration
SAP Commerce CloudWalldorf, gegr. 1972 · sap.com ↗EnterprisePaaS✓✓auf AnfrageKomplexer B2B-Commerce mit SAP-ERP-Integration
commercetoolsMünchen, gegr. 2006 · commercetools.com ↗EnterpriseSaaS, API-first✓✓auf AnfragePionier für Composable und Headless Commerce
SprykerBerlin, gegr. 2014 · spryker.com ↗Mittelstand bis EnterprisePaaS✓✓auf AnfrageB2B-Marktplätze für Hersteller und Großhandel
IntershopJena, gegr. 1992 · intershop.com ↗Mittelstand bis EnterpriseCloud (PaaS, SaaS)✓✓auf AnfrageB2B-Spezialist für Hersteller und Großhandel
JTL-ShopHückelhoven, gegr. 2008 · jtl-software.com ↗KMUSelf-hosted oder HostingteilweiseteilweiseJTL Start 0 €Shop und Warenwirtschaft integriert
PlentyONE (ehem. plentymarkets)Kassel, gegr. 2001 · plentyone.com ↗KMU bis MittelstandSaaSteilweiseteilweise59 €All-in-one-ERP mit über 150 Kanälen

Auswahl und Einordnung redaktionell und anbieterneutral, ohne bezahlte Platzierungen. Segment und Stärken sind unsere Einschätzung auf Basis von Herstellerangaben und Analystenberichten. Stand: Oktober 2026. Preise: öffentliche Listenpreise netto pro Monat laut Herstellerseite, Stand Oktober 2026.

Open Source aus dem Münsterland

Shopware

Die shopware AG (gegründet 2000 in Schöppingen) zählt zu den meistgenutzten Shopsystemen in Deutschland. Shopware 6 bietet starke B2B-Funktionen, einen Erlebniswelten-Editor und eine große Agenturlandschaft in DACH. Seit März 2025 gilt für die kostenlose Community Edition eine Fair-Usage-Grenze von 1 Mio. Euro Jahresumsatz, darüber beginnt Rise bei 600 Euro pro Monat.

SaaS mit größtem App-Ökosystem

Shopify / Shopify Plus

Shopify Inc. (gegründet 2006 in Ottawa) ermöglicht den schnellsten Start ohne eigene Infrastruktur. Shopify Plus für größere Händler kostet ab 2.300 US-Dollar pro Monat bei drei Jahren Laufzeit. Gartner führt Shopify 2025 als Leader im Magic Quadrant for Digital Commerce. Komplexe B2B-Preislogik erfordert oft Apps oder Zusatzentwicklung.

Ehemals Magento, maximal anpassbar

Adobe Commerce

Adobe Commerce (Adobe Inc., gegründet 1982 in San Jose) basiert auf Magento Open Source und gilt als besonders flexibel. Stärken sind Multi-Store, B2B-Modul und ein großes Partnernetz. Dem stehen hoher Entwicklungs- und Betriebsaufwand sowie Lizenzkosten nach Umsatzvolumen gegenüber.

Pionier für Composable Commerce

commercetools

Die commercetools GmbH (gegründet 2006 in München) liefert ein reines API-Backend nach dem MACH-Prinzip. Gartner führt commercetools 2025 zum sechsten Mal in Folge als Leader. Geeignet für Unternehmen mit eigener Entwicklungskapazität, die Frontend, Suche und Checkout frei kombinieren wollen.

Shop und Warenwirtschaft aus einer Hand

JTL-Shop

Die JTL-Software-GmbH (gegründet 2008 in Hückelhoven) kombiniert Shop, Warenwirtschaft JTL-Wawi und Marktplatzanbindung über JTL-eazyAuction. Besonders verbreitet bei kleinen und mittleren Händlern, die Amazon, eBay und den eigenen Shop aus einem Bestand bedienen.

Marktentwicklung

Was sich 2025 und 2026 verändert

Der Markt bewegt sich in zwei Richtungen: SaaS-Plattformen wie Shopify erobern den Mittelstand, Enterprise-Kunden setzen auf Composable-Architekturen. Gleichzeitig integrieren alle großen Anbieter KI-Assistenten für Produkttexte, Suche und Service. Open-Source-Modelle werden kommerzieller, wie die Fair-Usage-Regel bei Shopware zeigt.

Architekturen

SaaS, Open Source
oder Headless?

Die Architekturentscheidung prägt Kosten, Geschwindigkeit und Freiheitsgrade für viele Jahre. Sie sollte vor der Anbieterauswahl fallen, denn sie schließt jeweils einen großen Teil des Marktes aus. Die Tabelle zeigt die vier gängigen Betriebsmodelle.

ModellBeispieleStärkenGrenzenPasst für
SaaSShopify, Salesforce Commerce Cloud, PlentyONESchneller Start, Hosting und Updates inklusive, planbare KostenBegrenzte Anpassung, Abhängigkeit von Roadmap und App-KostenKleine und mittlere Händler, D2C-Marken
Open Source, selbst gehostetShopware Community, Magento Open Source, JTL-ShopVolle Kontrolle über Code und Daten, keine oder geringe LizenzkostenHosting, Sicherheit und Updates in eigener VerantwortungHändler mit Agentur oder eigener IT
PaaS und Cloud-EditionenShopware Rise bis Beyond, Adobe Commerce Cloud, Spryker, SAP Commerce CloudAnpassbar wie Open Source, Betrieb durch den HerstellerHöhere Lizenzkosten, oft umsatzabhängigMittelstand und Enterprise, komplexes B2B
Headless und Composablecommercetools, Spryker, Shopware mit eigenem FrontendFreie Wahl von Frontend, Suche und Checkout, maximale SkalierungHoher Integrations- und EntwicklungsaufwandEnterprise mit eigenem Entwicklungsteam
B2C und D2C

Was Endkundenshops brauchen

  • Inszenierung mit Content, Bildern und Storytelling
  • Hohe Performance und Skalierung bei Kampagnen
  • Schneller Checkout mit beliebten Zahlarten wie PayPal und Klarna
  • Bewertungen, Empfehlungen und Newsletter-Anbindung
  • Barrierefreiheit nach BFSG seit Juni 2025
B2B

Was Geschäftskundenportale brauchen

  • Kundenindividuelle Preise, Rabatte und Sortimente aus dem ERP
  • Mehrere Nutzer je Firma mit Rollen, Budgets und Freigaben
  • Schnellbestellung, Merklisten, Nachbestellung und Angebotsanfragen
  • Kauf auf Rechnung, Zahlungsziele und Kreditlimits
  • Punchout per OCI oder cXML an Einkaufssysteme der Kunden
Migration und Replatforming

Den Shop wechseln,
ohne Umsatz zu verlieren.

Viele Auswahlprojekte sind Ablösungen. Magento 1 erhält seit Juni 2020 keine Sicherheitsupdates mehr, Shopware 5 hat im Juli 2024 das Ende der regulären Wartung erreicht. Ein Plattformwechsel ist eine Chance für saubere Prozesse, birgt aber Risiken für Rankings, Kundenkonten und Conversion. Drei Bereiche entscheiden über einen reibungslosen Umstieg.

Daten

Vollständig und sauber migrieren

Produkte, Kategorien, Kundenkonten, Bestellhistorie, Gutscheine und Bewertungen müssen übernommen werden. Bereinigen Sie Altdaten vor der Migration und testen Sie mehrere Probeläufe, bevor der finale Import erfolgt.

SEO

Rankings sichern

Erstellen Sie ein vollständiges URL-Mapping und leiten Sie alte Adressen per 301 auf die neuen weiter. Titel, Beschreibungen, strukturierte Daten und interne Links gehören in die Abnahme, sonst drohen spürbare Verluste bei der Sichtbarkeit.

Go-live

Risiko beim Start minimieren

Planen Sie den Wechsel außerhalb der Hauptsaison, führen Sie Lasttests durch und definieren Sie einen Content-Freeze. Ein Rückfallplan und eine Hypercare-Phase von zwei bis vier Wochen fangen Fehler nach dem Start ab.

Integration und Recht

Kein Shop
ist eine Insel.

Ein Onlineshop ist nur so gut wie seine Anbindungen. In Auswahlprojekten entfällt oft der größte Teil des Aufwands auf Schnittstellen und Datenmigration. Diese vier Systeme sind fast immer beteiligt.

ERP

Warenwirtschaft und ERP

Preise, Bestände, Kundenkonditionen und Aufträge müssen in Echtzeit oder im Minutentakt zwischen Shop und ERP-System fließen. Für SAP, Microsoft Dynamics 365, proALPHA oder JTL-Wawi gibt es Standardkonnektoren.

PIM

Produktdaten

Ab einigen Tausend Artikeln oder mehreren Kanälen lohnt ein PIM-System wie Akeneo oder Pimcore, das Texte, Attribute und Medien zentral pflegt.

Payment

Zahlungsanbieter

Ein Payment Service Provider wie Adyen, Stripe, Mollie, Unzer oder PayPal bündelt Zahlarten, Betrugsprüfung und Abrechnung. Wichtig sind Kauf auf Rechnung und lokale Zahlarten je Land.

Kanäle

Marktplätze und Marketing

Anbindungen an Amazon, eBay, Otto oder Kaufland laufen über Multichannel-Tools oder die Plattform selbst. Dazu kommen Marketing Automation, CRM und Web-Analytics.

Rechtliche Anforderungen in Deutschland

Sechs Pflichten,
die das Shopsystem abbilden muss.

Viele Rechtspflichten im deutschen Onlinehandel lassen sich nur mit passenden Funktionen der Plattform erfüllen. Prüfen Sie diese Punkte im Lastenheft und in der Demo. Die Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.

BFSG

Barrierefreiheit

Seit dem 28. Juni 2025 müssen Onlineshops für Verbraucher nach dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz barrierefrei nutzbar sein. Ausgenommen sind nur Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Mio. Euro Jahresumsatz.

DSGVO und TDDDG

Datenschutz und Cookies

Tracking, Newsletter und Kundenkonten brauchen eine Rechtsgrundlage. Das TDDDG (bis Mai 2024 TTDSG) verlangt eine Einwilligung für nicht notwendige Cookies, Hosting in der EU erleichtert die Dokumentation.

GPSR

Produktsicherheit

Seit dem 13. Dezember 2024 gilt die EU-Produktsicherheitsverordnung (EU) 2023/988. Onlineangebote müssen Hersteller, Kontaktdaten und Sicherheitshinweise direkt am Produkt anzeigen, das Shopsystem braucht dafür eigene Felder.

BGB und PAngV

Bestellprozess und Preise

Der Bestellbutton muss eindeutig beschriftet sein, etwa mit zahlungspflichtig bestellen (§ 312j BGB). Grundpreise, Versandkosten und Streichpreise folgen der Preisangabenverordnung. Seit dem 19. Juni 2026 gilt zusätzlich die EU-Pflicht zu einer elektronischen Widerrufsfunktion.

VerpackG

Verpackungen

Wer verpackte Waren an Endkunden versendet, muss sich vor dem Verkauf im Verpackungsregister LUCID registrieren und an einem dualen System beteiligen. Marktplätze prüfen die Registrierungsnummer.

E-Rechnung

Rechnungsstellung im B2B

Seit dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen empfangen können. Die Pflicht zum Ausstellen folgt bis 2028 schrittweise. B2B-Shops sollten XRechnung oder ZUGFeRD über ERP oder Shop erzeugen können.

Kosten und TCO

Was E-Commerce-Software
wirklich kostet.

Die Lizenz ist selten der größte Posten. Shopware kostet in der Edition Rise ab 600 Euro, Evolve ab 2.400 Euro und Beyond ab rund 6.500 Euro pro Monat, jeweils mit Umsatzgrenzen. Shopify Plus beginnt bei 2.300 US-Dollar pro Monat. Deutlich stärker ins Gewicht fallen Agenturleistungen, Schnittstellen, Hosting und laufende Weiterentwicklung. Daraus ergeben sich die folgenden Richtwerte.

UnternehmensgrößeOnlineumsatzLizenz pro JahrEinführung einmaligProjektdauerTypische Lösungen
Kleiner Händlerein Shop, wenige Kanälebis 1 Mio. €0 bis rund 3.000 €rund 5.000 bis 30.000 €4 bis 12 WochenShopify, JTL-Shop, Shopware Community, PlentyONE
MittelstandB2B oder mehrere Länder1 bis 15 Mio. €rund 7.000 bis 80.000 €rund 30.000 bis 150.000 €3 bis 6 MonateShopware Rise bis Beyond, Shopify Plus, Intershop
Enterpriseinternational, viele Systemeab 15 Mio. €ab rund 80.000 €, oft über 250.000 €rund 150.000 bis über 1 Mio. €6 bis 18 Monatecommercetools, SAP, Salesforce, Adobe, Spryker

Eigene Herleitung, gerundet: Shopware-Editionen und Agenturkosten laut Qualimero 2026, Shopify Plus laut AMP 2026. Enterprise-Werte aus Projekterfahrung, Angebote können deutlich abweichen.

Kostentreiber

Was den Preis bestimmt

  • Umsatzvolumen: viele Lizenzen steigen mit dem Bruttowarenwert (GMV)
  • Schnittstellen: ERP, PIM und Versand sind die größten Einzelposten
  • Individualisierung: eigenes Design und Sonderlogik kosten Agenturtage
  • Apps und Plugins: monatliche Zusatzkosten summieren sich schnell
  • Zahlungsgebühren: PSP-Kosten liegen meist bei 1 bis 3 Prozent je Transaktion
TCO über drei bis fünf Jahre

So rechnen Sie richtig

Planen Sie neben Lizenz und Einführung auch Hosting, Wartung, Sicherheitsupdates und laufende Weiterentwicklung ein. Spezialisierte Shopware-Agenturen berechnen in DACH laut Qualimero 120 bis 180 Euro pro Stunde. Bei einem typischen Mittelstandsprojekt macht die Lizenz oft nur rund ein Drittel der Gesamtkosten aus.

Eine strukturierte Gesamtkostenrechnung liefert unser TCO-Rechner für Unternehmenssoftware.

Auswahlprozess

In sechs Schritten
zur passenden Plattform.

Eine strukturierte Auswahl dauert für den Mittelstand typischerweise zwei bis vier Monate. Sie verhindert, dass ein Shop nach zwei Jahren erneut migriert werden muss. Das Selection Portal bildet diese Schritte vollständig ab.

01

Geschäftsmodell und Ziele klären

Legen Sie fest, ob B2C, B2B, D2C oder Marktplatz im Vordergrund steht, welche Länder und Kanäle geplant sind und welche Umsatz- und Effizienzziele der Shop erreichen soll.

02

Prozesse und Anforderungen erfassen

Beschreiben Sie Bestellprozess, Preislogik, Retouren und Kundengruppen. Trennen Sie Muss-Kriterien von Wunschfunktionen und priorisieren Sie gemeinsam mit Vertrieb, Marketing und IT.

03

Architektur festlegen

Entscheiden Sie zwischen SaaS, Open Source, PaaS oder Headless. Diese Entscheidung reduziert die Longlist am stärksten und bestimmt den Bedarf an Agentur oder eigener Entwicklung.

04

Systemlandschaft prüfen

Klären Sie, welche Daten aus ERP, PIM, CRM und Versand kommen und welche Konnektoren verfügbar sind. Fehlende Standardschnittstellen sind der häufigste Kostentreiber.

05

Shortlist und Szenario-Demos

Laden Sie drei bis fünf Anbieter samt Implementierungspartner ein und lassen Sie Ihre eigenen Szenarien vorführen, zum Beispiel eine B2B-Bestellung mit Kundenpreis und Freigabe.

06

TCO und Vertrag bewerten

Vergleichen Sie Kosten über drei bis fünf Jahre, prüfen Sie umsatzabhängige Gebühren, Laufzeiten, Service-Level und Exit-Regeln. Ein Proof of Concept reduziert das Risiko vor der Unterschrift.

Häufige Fehler

Fünf Stolperfallen in Shopprojekten

  • Plattform nach Agenturvorliebe statt nach Anforderungen wählen
  • Schnittstellen zu ERP und PIM erst nach Vertragsabschluss planen
  • Monatliche App- und Plugin-Kosten in der Kalkulation vergessen
  • Barrierefreiheit, GPSR und Datenschutz erst zum Go-live prüfen
  • Datenmigration von Kunden, Bestellhistorie und SEO-URLs unterschätzen
FAQ

Häufige Fragen zu
E-Commerce-Software.

Was ist E-Commerce-Software?

E-Commerce-Software ist die Software, mit der Unternehmen Produkte online verkaufen. Sie umfasst Storefront, Produktkatalog, Warenkorb, Checkout mit Zahlungsabwicklung sowie Backend-Funktionen für Bestellungen, Retouren und Promotions. Es gibt sie als SaaS-Lösung wie Shopify, als Open-Source-Software wie Shopware Community oder als Headless-Plattform wie commercetools. Die Wahl hängt vor allem von Geschäftsmodell, Sortiment und vorhandener IT ab.

Welche E-Commerce-Plattform ist die beste für den Mittelstand?

Eine allgemein beste Plattform gibt es nicht, die Eignung hängt vom Geschäftsmodell ab. Im deutschen Mittelstand ist Shopware besonders verbreitet, vor allem wegen starker B2B-Funktionen und vieler Agenturen in DACH. Shopify Plus punktet mit schnellem Start und großem App-Ökosystem, Intershop und Spryker mit komplexem B2B. Händler mit Marktplatzfokus wählen oft JTL oder PlentyONE wegen der integrierten Warenwirtschaft.

Was kostet ein Onlineshop für ein mittelständisches Unternehmen?

Ein mittelständischer Onlineshop kostet einmalig meist 30.000 bis 150.000 Euro für Einführung, Design und Schnittstellen, Stand 2026. Hinzu kommen Lizenzkosten von rund 7.000 bis 80.000 Euro pro Jahr, etwa für Shopware Rise bis Beyond oder Shopify Plus, sowie Hosting, Apps und Weiterentwicklung. Über drei Jahre liegen die Gesamtkosten häufig im sechsstelligen Bereich. Die Lizenz macht dabei oft nur rund ein Drittel aus.

Was ist der Unterschied zwischen SaaS und Open Source im E-Commerce?

Bei SaaS betreibt der Anbieter die Software in der Cloud und übernimmt Hosting, Sicherheit und Updates gegen eine monatliche Gebühr. Open-Source-Shopsysteme lassen sich frei anpassen und selbst betreiben, Hosting und Wartung liegen dann beim Händler oder seiner Agentur. SaaS ist schneller und planbarer, Open Source bietet mehr Kontrolle. Viele Hersteller wie Shopware bieten beides an.

Was bedeutet Headless Commerce?

Headless Commerce trennt das sichtbare Frontend vom Commerce-Backend. Das Backend stellt Produkte, Preise und Warenkorb über Programmierschnittstellen (APIs) bereit, das Frontend wird unabhängig entwickelt, etwa als Website, App oder Kassensystem. Das ermöglicht maximale Gestaltungsfreiheit und Performance, erfordert aber eigene Entwicklungskapazität. Headless lohnt sich vor allem für größere Händler mit vielen Kanälen.

Welche Funktionen braucht ein B2B-Shop?

Ein B2B-Shop braucht kundenindividuelle Preise und Sortimente aus dem ERP, mehrere Nutzer pro Firmenkonto mit Rollen und Budgets sowie Freigabeprozesse. Wichtig sind außerdem Schnellbestellung per Artikelnummer, Nachbestellung aus der Historie, Angebotsanfragen und Kauf auf Rechnung mit Zahlungszielen. Für Großkunden kommt oft Punchout per OCI oder cXML hinzu. Ohne tiefe ERP-Anbindung funktionieren diese Funktionen nicht zuverlässig.

Wie lange dauert die Einführung eines Onlineshops?

Ein einfacher Shop auf SaaS-Basis ist in vier bis zwölf Wochen startklar. Mittelständische Projekte mit ERP-Anbindung, B2B-Funktionen und eigenem Design dauern meist drei bis sechs Monate. Enterprise-Projekte mit Headless-Architektur und mehreren Ländern brauchen sechs bis achtzehn Monate. Hinzu kommen zwei bis vier Monate für die Auswahl von Plattform und Implementierungspartner.

Sollte ich über Marktplätze oder den eigenen Shop verkaufen?

Für die meisten Händler ist die Kombination sinnvoll. Laut HDE Online-Monitor 2026 entfielen 2025 rund 56,7 Prozent des deutschen Onlineumsatzes auf Marktplätze wie Amazon, Otto oder Kaufland, sie bieten also große Reichweite. Der eigene Shop sichert dagegen Kundendaten, Marge und Markenauftritt. Wichtig ist eine Software, die Bestände und Bestellungen aus allen Kanälen zentral verwaltet.

Weitere Fragen

Muss mein Onlineshop barrierefrei sein?

Seit dem 28. Juni 2025 müssen Onlineshops, die sich an Verbraucher richten, nach dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) barrierefrei sein. Das betrifft unter anderem Kontraste, Tastaturbedienung, Alternativtexte und einen verständlichen Bestellprozess. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Mio. Euro Jahresumsatz. Reine B2B-Shops fallen nicht unter das Gesetz.

Brauche ich neben dem Shopsystem ein PIM?

Ein PIM lohnt sich, sobald Produktdaten für mehrere Kanäle, Sprachen oder Marktplätze gepflegt werden oder das Sortiment mehrere Tausend Artikel umfasst. Das Shopsystem kann Produktdaten zwar selbst verwalten, stößt aber bei komplexen Attributen, Freigaben und Medien an Grenzen. Ein PIM wie Akeneo oder Pimcore wird zur zentralen Datenquelle für Shop, Marktplätze und Printkataloge. Kleine Shops mit einem Kanal kommen meist ohne aus.

Welche Zahlarten sollte ein Onlineshop in Deutschland anbieten?

In Deutschland gehören PayPal, Kauf auf Rechnung, Kreditkarte und Lastschrift zu den wichtigsten Zahlarten im Onlinehandel. Zunehmend gefragt sind Apple Pay, Google Pay und Ratenkauf über Anbieter wie Klarna. Im B2B erwarten Geschäftskunden Kauf auf Rechnung mit Zahlungsziel. Ein Payment Service Provider bündelt diese Zahlarten über eine Schnittstelle und übernimmt Betrugsprüfung und Abrechnung.

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Wie ERP, Warenwirtschaft und Shopsystem zusammenarbeiten und welche Schnittstellen zählen: ERP für E-Commerce: Anbindung an Shopsysteme.

Produktdaten für Shop und Marktplätze an einer Stelle pflegen: PIM Software für zentrale Produktdaten.

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