Selection Portal · Funktion

Anbieterszenarien, das Playbook für faire Präsentationen

Anbieterpräsentationen entscheiden oft die Auswahl, und genau hier gehen die meisten Prozesse schief. Ohne Vorgaben zeigt jeder Anbieter seine Schokoladenseite. Einheitliche Szenarien drehen das um, jeder löst dieselben Aufgaben mit denselben Daten. Erst so wird die Bewertung fair und vergleichbar.

Gleiche Aufgaben Echte Daten Vergleichbare Bewertung
Warum es zählt

Freie Show gegen einheitliches Drehbuch

Derselbe Anbietertermin, zwei Welten. Links ohne Szenarien, rechts mit einem Playbook. Der Unterschied entscheidet über die Qualität der Bewertung.

Ohne Szenarien

Jeder zeigt seine Schokoladenseite

  • Jeder Anbieter präsentiert, was er am besten kann, und umgeht seine Schwächen.
  • Die Termine sind unvergleichbar, jeder zeigt andere Funktionen mit anderen Daten.
  • Kritische Anforderungen kommen gar nicht vor, weil niemand danach fragt.
  • Am Ende entscheidet der letzte oder eloquenteste Auftritt, nicht der Bedarf.
Mit Playbook

Alle lösen dieselben Aufgaben

  • Jeder Anbieter bearbeitet dieselben Szenarien mit denselben Daten.
  • Die Termine werden direkt vergleichbar, Funktion für Funktion.
  • Gerade die kritischen Anforderungen stehen im Mittelpunkt.
  • Die Bewertung stützt sich auf Leistung, nicht auf den letzten Eindruck.
Das Prinzip

Ein Drehbuch, das jeder Anbieter durchspielt

Ein Szenario-Playbook ist ein vorgegebenes Drehbuch für die Präsentationen. Es legt fest, welche Aufgaben jeder Anbieter live zeigen soll, mit denselben Daten und in derselben Reihenfolge.

Die Szenarien leiten sich direkt aus den wichtigsten Anforderungen ab, vor allem aus den Muss-Kriterien und den kritischen Prozessen. Statt einer freien Werbeshow bearbeitet jeder Anbieter dieselbe Aufgabenstellung. Das Auswahlteam sieht die Systeme so unter gleichen Bedingungen und erkennt echte Unterschiede dort, wo sie zählen.

Im Selection Portal sind diese Szenarien Teil des strukturierten Prozesses. Sie knüpfen direkt an das Anforderungsmanagement an, jedes Szenario prüft konkrete Anforderungen, und die Ergebnisse fliessen über ein gemeinsames Raster in die Bewertung ein. So schliesst sich der Kreis von der Anforderung über die Präsentation bis zur nachvollziehbaren Entscheidung.

Beispiel-Playbook

Fünf Szenarien, die jeder Anbieter zeigt

Ein Beispiel für ein Playbook, hier für eine ERP-Auswahl. Die konkreten Szenarien richten sich immer nach den eigenen Anforderungen.

1

Ein typischer Kernprozess von Anfang bis Ende

Zum Beispiel ein Auftrag von der Erfassung bis zur Rechnung. Zeigt, wie rund der wichtigste Alltagsprozess wirklich läuft.

2

Ein kritischer Sonderfall

Eine Ausnahme, die im Alltag oft Probleme macht, etwa eine Teillieferung oder eine Stornierung. Hier zeigt sich, ob das System auch abseits des Standards trägt.

3

Eine Auswertung mit echten Daten

Ein Bericht oder eine Kennzahl, die das Unternehmen wirklich braucht. Mit echten eigenen Daten statt Musterdaten wird die Aussagekraft sichtbar.

4

Eine Schnittstelle oder Integration

Das Zusammenspiel mit einem Nachbarsystem, etwa der Buchhaltung. Zeigt, wie gut sich das System in die bestehende Landschaft einfügt.

5

Eine typische Aufgabe aus Anwendersicht

Ein alltäglicher Handgriff, den viele Mitarbeitende oft ausführen. Zeigt, wie einfach oder umständlich die tägliche Bedienung ist.

Szenarien folgen den Anforderungen. Welche Szenarien zählen, ergibt sich aus dem Anforderungsmanagement, wo Muss, Soll und Kür festgelegt werden.

Zum Anforderungsmanagement
Best Practices

So werden Szenarien wirklich aussagekräftig

Vier Regeln, die aus Anbieterterminen einen fairen, vergleichbaren Test machen.

01

Aus den Muss-Kriterien ableiten

Die Szenarien prüfen genau die Anforderungen, die zwingend sind. So steht im Termin das im Mittelpunkt, was wirklich zählt.

02

Echte eigene Daten nutzen

Musterdaten verbergen Schwächen. Mit eigenen Daten zeigt sich, wie ein System die reale Komplexität des Unternehmens abbildet.

03

Für alle dieselben Aufgaben

Jeder Anbieter erhält dasselbe Drehbuch, vorab und unverändert. Nur so bleiben die Termine direkt vergleichbar.

04

Je Szenario direkt bewerten

Nach jeder Aufgabe wird im gemeinsamen Raster bewertet, solange der Eindruck frisch ist. Das hält die Bewertung präzise und fair.

Bewertung im gemeinsamen Raster. Die Punkte je Szenario fliessen in die Nutzwertanalyse ein und machen die Anbieter direkt vergleichbar.

Zur Nutzwertanalyse
FAQ

Häufige Fragen zu Anbieterszenarien

Die wichtigsten Fragen rund um Szenarien, Playbook und die Bewertung von Präsentationen.

Was ist ein Szenario-Playbook für Anbieterpräsentationen?

Ein Szenario-Playbook ist ein vorgegebenes Drehbuch für die Präsentationen. Es legt fest, welche Aufgaben und Situationen jeder Anbieter live zeigen soll, mit denselben Daten und in derselben Reihenfolge. Statt einer freien Werbeshow bearbeitet jeder Anbieter dieselben Szenarien. So sieht das Auswahlteam die Systeme unter gleichen Bedingungen und kann sie fair und direkt vergleichen.

Warum sind einheitliche Anbieterszenarien so wichtig?

Ohne Vorgaben zeigt jeder Anbieter seine Schokoladenseite und umgeht seine Schwächen. Die Präsentationen werden dadurch unvergleichbar, das Auswahlteam vergleicht Äpfel mit Birnen. Einheitliche Szenarien drehen das um. Weil jeder Anbieter dieselben Aufgaben mit denselben Daten löst, treten echte Unterschiede zutage, gerade bei den kritischen Anforderungen. Das ist die Grundlage einer belastbaren, vergleichbaren Bewertung.

Wie erstellt man gute Szenarien für eine Softwarepräsentation?

Gute Szenarien leiten sich direkt aus den wichtigsten Anforderungen ab, vor allem den Muss-Kriterien und den kritischen Prozessen. Sie nutzen möglichst echte eigene Daten statt Musterdaten, decken auch Sonderfälle und Ausnahmen ab und geben allen Anbietern dieselbe Aufgabenstellung. Wichtig ist, die Szenarien vorab festzulegen und nicht während der Präsentation anzupassen, damit die Bedingungen für alle gleich bleiben.

Wie werden die Präsentationen dann bewertet?

Weil alle Anbieter dieselben Szenarien zeigen, lässt sich jede Aufgabe im selben Raster bewerten. Die Fachbewerter vergeben je Szenario Punkte, die in die gewichtete Nutzwertanalyse einfliessen. So entsteht ein direkter, nachvollziehbarer Vergleich statt eines Bauchgefühls nach der letzten Show. Die Bewertung wird im Selection Portal dokumentiert und bleibt im Audit-Trail nachvollziehbar.

Warum entscheidet oft die letzte Demo statt der beste Anbieter?

Ohne Struktur bleibt vor allem der letzte oder der eloquenteste Auftritt in Erinnerung. Das ist ein bekannter Verzerrungseffekt, der die Auswahl vom tatsächlichen Bedarf entkoppelt. Einheitliche Szenarien und eine dokumentierte Bewertung je Aufgabe wirken dem entgegen. Die Entscheidung stützt sich dann auf vergleichbare Leistungen bei den wichtigen Anforderungen, nicht auf den letzten Eindruck.

Präsentationen fair vergleichbar machen

Mit einem Szenario-Playbook löst jeder Anbieter dieselben Aufgaben, und die Bewertung wird belastbar. Im Selection Portal knüpfen die Szenarien direkt an die Anforderungen an und fliessen dokumentiert in die Entscheidung ein.