SCM gegen ERP.
Wo das Haus endet und die Kette beginnt.
SCM gegen ERP ist die zentrale Abgrenzungsfrage für Hersteller, Großhändler und Handelsunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, deren Lieferketten mehrstufig, volatil oder international sind. Das ERP (Enterprise Resource Planning) steuert die Transaktionen im eigenen Unternehmen: Materialstamm, Bestellung, Fertigungsauftrag, Bestand und Buchhaltung. SCM-Software (Supply Chain Management) plant und steuert die Kette darüber hinaus: Prognose, Netzwerkplanung, Bestandsoptimierung über mehrere Stufen, Szenarien und Ausführung in Lager und Transport. Diese Seite zeigt die Grenze, vergleicht 26 Lösungen mit Links zu ihren Profilen, erklärt die Integration und ordnet LkSG, CSDDD, EUDR und CBAM ein.
Ein Plan im ERP,
eine Kette voller Störungen.
In vielen mittelständischen Unternehmen läuft die Bedarfsplanung im ERP, ergänzt um Excel-Listen für Prognose, Sicherheitsbestand und Lieferantentermine. Das funktioniert, solange Nachfrage und Lieferzeiten stabil sind. Laut ifo meldeten Ende 2021 rund 82 Prozent der Industriebetriebe Materialengpässe, im Juli 2026 sind es noch 13,7 Prozent, in der Elektronik sogar 30,3 Prozent. Der Vorkrisendurchschnitt lag bei 5,2 Prozent. Wer mit solchen Schwankungen planen muss, stößt mit der klassischen Bedarfsrechnung schnell an Grenzen. Die entscheidende Frage lautet dann nicht ERP oder SCM, sondern welches System welche Planungsaufgabe übernimmt.
Ohne klare Abgrenzung
- Prognosen entstehen in Excel und erreichen das ERP nur als Zahl ohne Annahmen
- Feste Vorlaufzeiten im Materialstamm passen nicht mehr zur Realität
- Sicherheitsbestände werden pauschal erhöht, Kapital bleibt gebunden
- Störungen beim Lieferanten fallen erst auf, wenn der Wareneingang fehlt
- Vertrieb, Einkauf und Produktion planen mit unterschiedlichen Zahlen
Mit klarer Abgrenzung
- Das SCM plant Nachfrage, Netzwerk und Bestände über mehrere Stufen
- Das ERP führt Stammdaten, Aufträge, Bestände und Buchungen
- Planvorschläge fließen definiert ins ERP und werden dort ausgeführt
- Szenarien zeigen vorab, was ein Lieferausfall kostet
- Ein abgestimmter S&OP-Plan gilt für alle Abteilungen
Quellen: ifo Schnelldienst 3/2024 Materialengpässe, März 2024, ifo-Umfrage Juli 2026 via onvista. Stand Oktober 2026.
SCM, SCP, MRP und APS
sauber unterschieden.
Die Begriffe werden in Angeboten und Ausschreibungen oft vermischt. Gartner teilt Supply Chain Management in Planung (Supply Chain Planning) und Ausführung (Supply Chain Execution). Das ERP ist historisch aus der Materialbedarfsplanung entstanden. Die folgenden Definitionen machen Angebote vergleichbar.
Supply Chain Management
SCM umfasst Planung und Steuerung aller Waren-, Informations- und Geldflüsse vom Lieferanten bis zum Kunden. Softwareseitig zerfällt es in zwei Welten: Planung mit Prognose und Szenarien sowie Ausführung in Lager, Transport und Lieferantenzusammenarbeit.
- Planung und Ausführung
- Unternehmensübergreifend
Supply Chain Planning
Gartner beschreibt SCP als Plattform, die Planungsdaten über die erweiterte Lieferkette verwaltet, verknüpft und abstimmt. Pflicht sind Demand Planning, Supply Planning, durchgängige Planung und die Analyse der finanziellen Wirkung.
- Demand und Supply Planning
- Finanzwirkung von Plänen
Supply Chain Execution
Die Ausführung umfasst Warehouse Management (WMS) und Transport Management (TMS). Diese Systeme steuern Einlagerung, Kommissionierung, Versand und Touren in Echtzeit und melden Bewegungen an das ERP zurück.
- WMS und TMS
- Echtzeit im Lager
Enterprise Resource Planning
Das ERP entwickelte sich in den 1990er Jahren aus MRP und ergänzt Materialwirtschaft und Produktion um Finanzen, Vertrieb und Personal. Es ist das transaktionale Rückgrat: Jeder Auftrag, jede Buchung und jeder Bestand ist dort führend.
- Transaktionen und Buchungen
- Ein gültiger Stand
Materialbedarfsplanung
MRP berechnet aus Primärbedarf, Stückliste, Bestand und Vorlaufzeit die Sekundärbedarfe. MRP II ergänzte 1983 Grobplanung, Kapazitätsbedarf und S&OP. Das Ergebnis ist nur so gut wie die gepflegten Stammdaten, falsche Parameter erzeugen Überbestand und Eilkosten.
- Deterministische Rechnung
- Abhängig von Stammdaten
Advanced Planning and Scheduling
APS plant Material und Kapazität gleichzeitig unter Restriktionen. Klassisches MRP II plant dagegen nacheinander, erst Material, dann Kapazität, und liefert deshalb oft Pläne, die in der Fertigung nicht umsetzbar sind. APS sitzt je nach Anbieter im ERP oder im SCM.
- Material und Kapazität simultan
- Restriktionsbasiert
Quellen: Gartner Marktdefinition SCP, 2024, TechTarget zu SCP, Wikipedia MRP, Wikipedia APS, Logan Consulting zu MRP. Stand Oktober 2026.
SCM gegen ERP
in zehn Dimensionen.
SCM und ERP ergänzen sich. Die Tabelle zeigt die typische Arbeitsteilung: Das ERP rechnet transaktional mit festen Parametern, das SCM rechnet mit Wahrscheinlichkeiten, Restriktionen und Szenarien über das eigene Unternehmen hinaus.
| Dimension | SCM | ERP | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|---|
| KernfrageWas beantwortet es? | Was wird wann wo gebraucht, und was passiert bei einer Störung? | Was ist bestellt, gefertigt, gelagert und gebucht? | Welche Frage ist heute das Problem |
| BlickwinkelWie weit reicht es? | Gesamtes Netz mit Lieferanten, Werken, Lagern, Kunden | Das eigene Unternehmen und seine Buchungskreise | Anzahl Stufen und Standorte |
| PlanungslogikWie wird gerechnet? | Statistische Prognose, Optimierung, Restriktionen | Bedarfsrechnung mit festen Vorlaufzeiten | Schwankung von Nachfrage und Lieferzeit |
| ZeithorizontWie weit plant es? | Strategisch bis operativ, 18 bis 36 Monate | Operativ, Tage bis wenige Monate | Wer plant den Horizont dazwischen |
| BeständeWie wird optimiert? | Mehrstufig über das Netz, servicegradbasiert | Je Artikel und Lager, meist feste Sicherheitsbestände | Gebundenes Kapital und Servicegrad |
| SzenarienGibt es Simulation? | Was-wäre-wenn für Ausfälle, Preise, Kapazitäten | Kaum, meist nur ein gültiger Planlauf | Typische Störungen der letzten Jahre |
| Führende ObjekteWas gehört dem System? | Prognose, Planversion, Netzmodell, Szenario | Materialstamm, Auftrag, Bestand, Buchung | Datenhoheit je Objekt festlegen |
| NutzerWer arbeitet damit? | Demand Planner, Supply Planner, S&OP-Team | Einkauf, Fertigung, Lager, Vertrieb, Finanzen | Rollen und Lizenztypen |
| ArbeitsweiseWie laufen Prozesse? | Zyklisch, monatlicher S&OP, Planversionen | Transaktional, jede Buchung sofort gültig | Rückschreibepunkt ins ERP |
| KostenWas kostet der Einstieg? | Meist auf Anfrage, Projekt oft größer als Lizenz | Oft schon vorhanden, Planung im Standard enthalten | Gesamtkosten über drei Jahre |
Zusammenstellung der Redaktion auf Basis von SAP IBP, Microsoft Planning Optimization und der Gartner-Marktdefinition. Stand Oktober 2026.
Wo das ERP endet
und das SCM beginnt.
Die Grenze verläuft nicht zwischen zwei Produkten, sondern zwischen zwei Rechenweisen. Das ERP rechnet deterministisch: Ein Bedarf, eine Stückliste, eine Vorlaufzeit, ein Ergebnis. Das SCM rechnet mit Unsicherheit, mehreren Stufen und Alternativen. Die folgenden sechs Aufgaben zeigen, wo der Wechsel typischerweise stattfindet.
Bedarfsrechnung und Bestellvorschlag
Aus Kundenaufträgen und Planprimärbedarfen ermittelt das ERP über die Stückliste Sekundärbedarfe und erzeugt Bestell- und Fertigungsvorschläge. Für stabile Nachfrage und kurze Lieferzeiten reicht das völlig aus.
- Führend: ERP
- Basis jeder Planung
Prognose
Einfache Prognosemodelle bieten viele ERP-Systeme. Microsoft beschreibt etwa, dass Planning Optimization in Dynamics 365 keine eigene Prognoseplanung unterstützt. Statistische Verfahren mit Saisonalität, Promotions und Demand Sensing sind Kern von SCP-Lösungen wie SAP IBP.
- Einfach: ERP
- Statistisch: SCM
Mehrstufige Bestandsoptimierung
Wer Zentrallager, Regionallager und Filialen oder mehrere Werke betreibt, braucht Bestände, die über alle Stufen optimiert sind. Das ERP setzt Sicherheitsbestände je Artikel und Lager, das SCM berechnet sie servicegradbasiert für das ganze Netz.
- Multi-Echelon
- Servicegrad statt Pauschale
Kapazität und Feinplanung
Simultane Planung von Material und Kapazität ist Aufgabe eines APS. SAP bietet mit PP/DS eine Feinplanung im S/4HANA, viele Mittelstands-ERP haben eigene APS-Module, andere setzen Spezialisten oder ein MES ein.
- APS im ERP oder SCM
- MES für die Werkstatt
Szenarien und S&OP
Was passiert, wenn ein Lieferant vier Wochen ausfällt, ein Containerschiff umgeleitet wird oder ein Großkunde verdoppelt? SCP-Systeme simulieren solche Fälle in Minuten und verbinden den Mengenplan mit Umsatz und Marge.
- Was-wäre-wenn
- Mengen und Finanzen verbunden
Control Tower und Netzwerk
Ein Control Tower zeigt Bestände, Sendungen und Störungen über Firmengrenzen hinweg. Netzwerke wie Infor Nexus verbinden laut Anbieter über 94.000 Organisationen. Das ERP sieht dagegen nur, was im eigenen System gebucht ist.
- Sichtbarkeit über Firmengrenzen
- Frühwarnung bei Störungen
Quellen: Microsoft Learn Planning Optimization, SAP IBP, Infor Nexus. Die Grenzziehung ist Fachkonsens und Einschätzung der Redaktion. Stand Oktober 2026.
SCP-Lösungen
für den DACH-Markt.
Gartner bewertete im Magic Quadrant Supply Chain Planning 2025 zwanzig Anbieter. Seit März 2026 gibt es getrennte Bewertungen für diskrete Fertigung und Prozessindustrie. Listenpreise veröffentlicht kaum ein Anbieter, eine Ausnahme ist die Starter Edition von SAP IBP. Die Auswahl reicht von Plattformen für Konzerne bis zu Spezialisten, die sich an ein bestehendes Mittelstands-ERP andocken. Weitere Systeme finden Sie in der Kategorie SCM Software. Achten Sie bei allen Anbietern auf zertifizierte Schnittstellen zu Ihrem ERP.
| Anbieter | Segment | Preis ab | Fokus | ERP-Anbindung | Kernstärke | Profil |
|---|---|---|---|---|---|---|
| SAP IBPSAP SE, Walldorf | Enterprise | Starter ab 2.718 $/Mo | Demand, Supply, Bestand, S&OP, über 1.000 Kunden | ✓ SAP S/4HANA und ECC nativ | Durchgängig im SAP-Umfeld | |
| Kinaxis MaestroKinaxis, Ottawa, gegründet 1984 | Enterprise | auf Anfrage | Concurrent Planning für Konzerne | ✓ SAP und weitere über Konnektoren | Szenarien in Echtzeit, Leader seit 11 Jahren | |
| o9 Digital Braino9 Solutions, Dallas, gegründet 2009 | Enterprise | auf Anfrage | Integrierte Planung von Nachfrage bis Finanzen | ≈ in der Demo prüfen | Leader in beiden Gartner-SCP-Bewertungen 2026 | |
| Blue Yonder PlanningBlue Yonder, Scottsdale, Teil von Panasonic | Enterprise | auf Anfrage | Planung, Lager und Transport aus einer Hand | ≈ in der Demo prüfen | Seit 2024 mit Flexis für Automobil | |
| Oracle Fusion Cloud SCMOracle, Austin | Enterprise | auf Anfrage | Planung als Teil der Fusion-Cloud-Suite | ✓ Oracle Fusion Cloud ERP nativ | Leader im Gartner MQ 2025 | |
| Microsoft Dynamics 365 SCMMicrosoft, Redmond | Mittelstand | ab 182 €/Nutzer/Mo | ERP-nahe Planung mit Planning Optimization | ✓ Teil von Dynamics 365 | Premium mit Demand Planning für 259,90 € | |
| RELEX SolutionsRELEX, Helsinki, gegründet 2005 | Enterprise | auf Anfrage | Handel, Großhandel und Konsumgüter | ≈ in der Demo prüfen | Frische, Filialdisposition, Replenishment | |
| AnaplanAnaplan, seit 2022 bei Thoma Bravo | Enterprise | auf Anfrage | Connected Planning über Finanzen und Lieferkette | ≈ über Konnektoren und Partner | Finanz- und Absatzplanung verbunden | Zum Profil → |
| INFORM add*ONEINFORM, Aachen, gegründet 1969 | Mittelstand | auf Anfrage | Disposition und Bestandsoptimierung für den Mittelstand | ✓ SAP S/4HANA zertifiziert, Dynamics | Andocken an ein bestehendes ERP | |
| Infor NexusInfor, New York, Teil von Koch | Enterprise | auf Anfrage | Netzwerk mit über 94.000 Organisationen | ≈ ERP-Anbindung im Projekt klären | Control Tower und Lieferantenzusammenarbeit | |
| LogilityLogility, Atlanta, seit 2025 bei Aptean | Mittelstand | auf Anfrage | Planung für Konsumgüter und Großhandel | ≈ in der Demo prüfen | Über 500 Kunden in 80 Ländern |
Quellen: SAP IBP Preise, Microsoft Dynamics 365 SCM Preise, Jahresabrechnung zzgl. MwSt., Kinaxis zum Gartner MQ 2025, o9 zu den Gartner MQ 2026, Oracle zum MQ 2025, INFORM, Aptean zu Logility. Stand Oktober 2026.
Lagerverwaltung als
ausführende Schicht.
Neben der Planung gehört die Ausführung zum SCM. Ein Warehouse Management System übernimmt dort, wo die Lagerverwaltung im ERP nicht mehr reicht: bei vielen Lagerplätzen, Automatisierung, hohen Durchsätzen oder mehreren Mandanten. Blue Yonder ist laut eigener Mitteilung von 2025 gleichzeitig Leader in den Gartner-Bewertungen für Planung, Transport und Lager. Einen ausführlichen Vergleich bietet der WMS Vergleich. Die Profile auf Find-Your-WMS zeigen Funktionsumfang und Ansprechpartner.
| Anbieter | Segment | Preis ab | Fokus | ERP-Anbindung | Kernstärke | Profil |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Blue Yonder WMSBlue Yonder, Scottsdale | Enterprise | auf Anfrage | Lagerverwaltung für Handel und Logistik | ≈ in der Demo prüfen | Gemeinsame Plattform mit Planung und TMS | Zum Profil → |
| Manhattan Active WMManhattan Associates, Atlanta | Enterprise | auf Anfrage | Cloudbasierte Lagerverwaltung | ≈ in der Demo prüfen | Für hohe Durchsätze und Omnichannel | Zum Profil → |
| Körber Supply Chain WMSKörber Supply Chain Software | Enterprise | auf Anfrage | Lagerverwaltung für Distribution und Industrie | ≈ in der Demo prüfen | Breites Portfolio für Lager und Logistik | Zum Profil → |
| Oracle Fusion Cloud WMSOracle, Austin | Enterprise | auf Anfrage | Lagerverwaltung in der Oracle Cloud | ✓ Oracle Fusion Cloud ERP und SCM | Durchgängig mit der Fusion-Suite | Zum Profil → |
| Infor WMSInfor, New York | Enterprise | auf Anfrage | Lagerverwaltung für Distribution | ≈ Infor-ERP naheliegend, andere prüfen | Teil des Infor-Portfolios | Zum Profil → |
Quellen: Blue Yonder zu den Gartner MQ 2025, April 2025, sowie die verlinkten Anbieterprofile auf Find-Your-WMS. Preise veröffentlicht keiner der Anbieter. Stand Oktober 2026.
ERP-Systeme und ihre
Planungstiefe im Standard.
Bevor Sie eine eigene Planungslösung kaufen, lohnt der Blick auf das, was Ihr ERP schon kann. Die großen Suiten haben eigene Planungs- und Feinplanungsmodule, viele Mittelstandssysteme bieten Bedarfsrechnung und einfache Prognose. Die Tabelle zeigt typische ERP-Systeme im DACH-Markt, ihre Planungstiefe im Standard und wie sich SCP-Lösungen andocken lassen. Mehr dazu in der Kategorie ERP Software.
| Anbieter | Segment | Preis ab | Fokus | Planung im Standard | Anbindung an SCP | Profil |
|---|---|---|---|---|---|---|
| SAP S/4HANASAP SE, Walldorf | Enterprise | auf Anfrage | ERP für Konzerne und großen Mittelstand | ✓ MRP Live und Feinplanung PP/DS | ✓ SAP IBP nativ, zertifizierte Partner wie INFORM | Zum Profil → |
| Microsoft Dynamics 365Microsoft, Redmond | Enterprise | SCM ab 182 €/Nutzer/Mo | Finance und Supply Chain Management | ≈ Planning Optimization, Prognose eingeschränkt | ✓ Partnerlösungen und INFORM | Zum Profil → |
| Microsoft Dynamics 365 Business CentralMicrosoft, Redmond | Mittelstand | ab 69,30 €/Nutzer/Mo | ERP für den Mittelstand | ≈ Planungsvorschlag, einfache Prognose | ✓ INFORM laut Anbieter unterstützt | Zum Profil → |
| Oracle Fusion Cloud ERPOracle, Austin | Enterprise | auf Anfrage | Cloud-ERP für Konzerne | ✓ mit Fusion Cloud SCM in einer Suite | ✓ Oracle SCP nativ | Zum Profil → |
| Infor CloudSuite IndustrialInfor, New York | Mittelstand | auf Anfrage | ERP für diskrete Fertigung | ≈ Planungsumfang in der Demo prüfen | ≈ Infor Nexus als Netzwerk | Zum Profil → |
| IFS CloudIFS, Linköping | Enterprise | auf Anfrage | ERP für anlagenintensive Industrien | ≈ in der Demo prüfen | ≈ in der Demo prüfen | Zum Profil → |
| proALPHAproALPHA, Weilerbach | Mittelstand | auf Anfrage | ERP für Fertigung und Handel | ≈ in der Demo prüfen | ≈ über Schnittstelle prüfen | Zum Profil → |
| abas ERPabas, Karlsruhe, Teil von Forterro | Mittelstand | auf Anfrage | ERP für Variantenfertiger | ≈ in der Demo prüfen | ≈ über Schnittstelle prüfen | Zum Profil → |
| Epicor KineticEpicor, Austin | Mittelstand | auf Anfrage | ERP für Fertigung und Distribution | ≈ in der Demo prüfen | ≈ über Schnittstelle prüfen | Zum Profil → |
| OdooOdoo SA, Belgien | KMU | ab 24,90 €/Nutzer/Mo | Modulare Suite | ≈ Fertigungs-App mit Bedarfsplanung | – kaum fertige SCP-Konnektoren | Zum Profil → |
Quellen: Microsoft Business Central Preise, Microsoft Dynamics 365 SCM Preise, Microsoft Learn Planning Optimization, INFORM ERP-Anbindungen, SAP-Zertifizierung INFORM, April 2023. Odoo laut Odoo gegen Business Central. Stand Oktober 2026.
SCP-Suite, Spezialist
oder Planung im ERP.
Für die Kombination aus SCM und ERP gibt es drei typische Wege. Die Profile stehen exemplarisch dafür und sind keine Rangfolge. Welcher Weg passt, hängt von der Zahl der Stufen und Standorte, der Volatilität der Nachfrage und dem vorhandenen ERP ab.
SAP IBP
SAP SE, Walldorf
SAP Integrated Business Planning bündelt Demand Management mit Statistik und Demand Sensing, mehrstufige Supply-Planung, Bestandsoptimierung, S&OP und die Anbindung an einen Control Tower. Szenarien simulieren Störungen. Laut SAP nutzen über 1.000 Kunden die Lösung, die Starter Edition kostet 2.718 US-Dollar im Monat.
- Stärke: nativ mit S/4HANA und ECC
- Stärke: Planung von Nachfrage bis S&OP
- Grenze: hohe Komplexität und Stammdatenaufwand
- Grenze: Editionen über Starter nur auf Anfrage
Starter ab 2.718 $/Monat
INFORM add*ONE
INFORM, Aachen
INFORM ist ein deutscher Optimierungsspezialist, gegründet 1969. Die Module Demand Planner, Inventory Optimizer und Production Planning docken an ein vorhandenes ERP an. Die Integration in SAP S/4HANA ist seit April 2023 SAP-zertifiziert, außerdem werden Microsoft Dynamics NAV, Business Central und AX unterstützt.
- Stärke: ERP bleibt, Planung wird besser
- Stärke: deutscher Anbieter, TISAX
- Grenze: Preise nur auf Anfrage
- Grenze: kein Netzwerk-Control-Tower
auf Anfrage
Dynamics 365 SCM
Microsoft, Redmond
Microsoft ersetzt die bisherige Master-Planning-Engine durch Planning Optimization. Die Planung läuft dadurch schneller, hat aber laut Microsoft Grenzen: keine eigene Prognoseplanung, Sicherheitsbestand als Restriktion und eigene Planauftragsnummern. Die Premium-Stufe enthält erweitertes Demand Planning.
- Stärke: Planung und Ausführung in einem System
- Stärke: offizielle Preise ab 182 €
- Grenze: Prognose nur eingeschränkt
- Grenze: Lieferantenkalender in der Optimierung prüfen
182 bis 259,90 €/Nutzer/Monat
Quellen: SAP IBP, SAP IBP Preise, INFORM add*ONE, INFORM Geschichte, Microsoft Learn Planning Optimization. Stand Oktober 2026.
Wie SCM und ERP
Daten austauschen.
Die Integration ist fast immer ein Kreislauf: Das ERP liefert Stammdaten und Ist-Zustand, das SCM rechnet Pläne und schreibt Vorschläge zurück, das ERP führt sie aus. Hersteller beschreiben zunehmend ereignisbasierte Synchronisation über REST und Message Queues. In Mittelstandsprojekten laufen Stammdaten häufig täglich und Bestände mehrmals täglich. Die meisten Probleme entstehen nicht in der Technik, sondern in den Stammdaten.
Was ins SCM fließt
- Artikel, Stücklisten, Lieferanten, Kalender
- Vorlaufzeiten und Losgrößen
- Bestände, Bestellungen, Kundenaufträge
- Fertigungsaufträge und Kapazitäten
Was zurückfließt
- Planaufträge und Bestellvorschläge
- Umlagerungen zwischen Standorten
- Sicherheitsbestände und Parameter
- Abgestimmter Absatz- und Produktionsplan
Fertige Schnittstellen
- SAP IBP mit S/4HANA und ECC
- INFORM zertifiziert für S/4HANA
- Dynamics 365 SCM mit Planning Optimization
- Oracle SCP in der Fusion-Suite
Woran Projekte scheitern
- Abweichende Artikelnummern, Einheiten, Kalender
- Parameter einmal gesetzt und nie gepflegt
- Rückschreibelogik ohne klare Freigabe
- Manuelle Aufträge erst nach neuem Planlauf sichtbar
Quellen: Imperia zu ERP-SCM-Integration, Logan Consulting zu MRP-Parametern, Microsoft Learn Planning Optimization. Frequenzangaben für den Mittelstand sind Erfahrungswerte der Redaktion. Stand Oktober 2026.
Was Lieferketten
nachweisen müssen.
Das Lieferkettenrecht ist in Bewegung. Das deutsche LkSG gilt fort, eine Novelle ist im parlamentarischen Verfahren. Die EU hat die CSDDD mit dem Omnibus I deutlich entschärft und verschoben. EUDR und CBAM bringen dagegen ab 2026 konkrete Datenpflichten je Lieferung. Planungssoftware ersetzt keine Compliance-Lösung, liefert aber Lieferanten-, Herkunfts- und Mengendaten, auf denen die Nachweise aufbauen.
Lieferkettengesetz Deutschland
Nach § 1 LkSG gilt das Gesetz seit 2024 für Unternehmen ab 1.000 Beschäftigten im Inland. § 24 sieht Bußgelder bis 800.000 Euro vor, bei über 400 Millionen Euro Umsatz bis 2 Prozent des Jahresumsatzes. Das BAFA nimmt seit 1. Oktober 2025 keine Berichte mehr an.
- Aufsicht: BAFA
- Sorgfaltspflichten gelten fort
Stand Oktober 2026
Der Regierungsentwurf (BT-Drs. 21/2474) streicht die Berichtspflicht und beschränkt Sanktionen auf schwere Verstöße. Der Bundestag beriet ihn am 16. Januar 2026. Laut Presseberichten einigte sich die Koalition im Juli 2026 auf eine Schwelle von 5.000 Beschäftigten und 1,5 Milliarden Euro Umsatz. Verkündet ist die Novelle nach unserer Recherche noch nicht.
- Aktuellen Stand prüfen
- Schwelle an CSDDD angelehnt
Richtlinie nach Omnibus I
Die Änderungsrichtlinie (EU) 2026/470 trat am 18. März 2026 in Kraft. Die CSDDD erfasst danach Unternehmen mit über 5.000 Beschäftigten und über 1,5 Milliarden Euro Umsatz. Die Umsetzung in nationales Recht ist bis 26. Juli 2028 fällig, die Anwendung beginnt am 26. Juli 2029.
- Klimapläne gestrichen
- EU-Haftungsregel gestrichen
Entwaldungsfreie Lieferketten
Nach der Änderungsverordnung (EU) 2025/2650 gilt die EUDR ab 30. Dezember 2026 für große und mittlere Unternehmen und ab 30. Juni 2027 für kleine und Kleinstunternehmen. Betroffen sind Rohstoffe wie Holz, Soja, Kakao, Kaffee, Palmöl, Kautschuk und Rinder. Die Sorgfaltserklärung gibt nur der Erst-Inverkehrbringer ab.
- Geodaten je Lieferung
- Termine laut Kommission unverändert
CO₂-Grenzausgleich
Seit 1. Januar 2026 läuft die definitive Phase. Die Verordnung (EU) 2025/2083 führt eine Schwelle von 50 Tonnen pro Jahr ein, ausgenommen Strom und Wasserstoff. Die Anmeldung ist bis 30. September des Folgejahres fällig, der Verkauf von CBAM-Zertifikaten beginnt am 1. Februar 2027. Laut DIHK melden 45 Prozent der Kammern starken Beratungsbedarf.
- Emissionsdaten der Lieferanten
- Mengen je Warennummer
AEO, Österreich, Schweiz
Der Status als Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter nach Art. 38 und 39 UZK erleichtert Zollabläufe und wird unter anderem mit der Schweiz, den USA, China und Japan gegenseitig anerkannt. Österreich hat kein eigenes Lieferkettengesetz. In der Schweiz gilt seit 2022 die VSoTr zu Konfliktmineralien und Kinderarbeit, der Bundesrat entscheidet bis Ende November 2026 über einen Gegenvorschlag zur neuen Konzernverantwortungsinitiative.
- AEOC, AEOS, kombiniert
- Schweiz: VSoTr, SR 221.433
Quellen: § 1 LkSG, § 24 LkSG, Bundesregierung zum LkSG, Bundestag 16.01.2026, liefertreu zum LkSG-Stand, September 2026, DLA Piper zu Omnibus I, Clifford Chance zur CSDDD, CMS zur EUDR, EU-Kommission 04.05.2026, GTAI zu CBAM, DIHK Außenwirtschaftsreport 2025, IHK Hannover zu AEO, WKO, Fedlex VSoTr. Keine Rechtsberatung. Stand Oktober 2026.
Was SCM neben dem ERP
wirklich kostet.
Offizielle Listenpreise gibt es nur für wenige Lösungen. Microsoft nennt für Dynamics 365 SCM 182,00 Euro (Standard) und 259,90 Euro (Premium) je Nutzer und Monat bei Jahresabrechnung, SAP für die IBP Starter Edition 2.718 US-Dollar im Monat. Alle anderen Anbieter nennen Preise nur auf Anfrage. Den größten Kostenblock bilden oft nicht Lizenzen, sondern Stammdatenbereinigung und Integration, fragen Sie diese Posten im Angebot deshalb getrennt ab.
| Weg | Lizenz | Einführung | Dauer |
|---|---|---|---|
| Planung im ERPVorhandene Module nutzen | Oft schon lizenziert, Premiumstufen prüfen | Parameterpflege und Schulung | Wenige Wochen bis Monate |
| ERP-Suite mit SCMBeispiel Dynamics 365 SCM | 20 Premium-Nutzer rund 62.376 € pro Jahr | Implementierung je nach Partner auf Anfrage | Projektabhängig |
| Spezialist am ERPDisposition und Bestand | auf Anfrage | Schnittstelle, Stammdaten, Schulung | In der Demo erfragen |
| SCP-Suite EinstiegBeispiel SAP IBP Starter | ab 2.718 $ pro Monat laut SAP | Projekt zusätzlich | In der Demo erfragen |
| SCP-Suite VollausbauKinaxis, o9, Blue Yonder, Oracle | auf Anfrage | Integration, Stammdaten, Partnerprojekt | Im Angebot erfragen |
Quellen: Microsoft Dynamics 365 SCM Preise, Rechenbeispiel der Redaktion ohne Implementierung, SAP IBP Preise. Mehr zu Gesamtkosten im TCO-Rechner für Unternehmenssoftware. Stand Oktober 2026.
Reicht das ERP,
oder braucht es SCM?
Die ehrliche Antwort lautet für viele Mittelständler: Das ERP reicht länger als gedacht, wenn die Stammdaten gepflegt sind. Eine eigene Planungslösung lohnt sich, wenn mehrere der folgenden Merkmale zusammenkommen. Die Einordnung ist eine Einschätzung der Redaktion und ersetzt keine Analyse Ihrer Daten.
Stabile Nachfrage, ein Standort
Wenige Varianten, gleichmäßige Nachfrage, ein Werk oder Lager und Lieferanten mit verlässlichen Lieferzeiten: Hier liefert die Bedarfsrechnung im ERP gute Ergebnisse, sofern Vorlaufzeiten und Sicherheitsbestände regelmäßig geprüft werden.
- Parameter halbjährlich prüfen
- Excel-Prognosen ablösen
Engpässe in der Fertigung
Wenn vor allem die Kapazität der Fertigung bremst, hilft eher ein APS oder ein MES als eine Netzwerkplanung. Viele ERP-Systeme bieten Feinplanung als Zusatzmodul, Details finden Sie unter MES gegen ERP.
- APS oder MES prüfen
- Werkstatt zuerst
Hohe Bestände, schwankende Nachfrage
Viele Artikel, saisonale oder promotionsgetriebene Nachfrage und gleichzeitig zu hohe Bestände sind das klassische Feld für Dispositions- und Bestandsoptimierer, die an das vorhandene ERP angedockt werden.
- ERP bleibt führend
- Schneller Nutzen bei Beständen
Mehrstufiges Netz
Mehrere Werke, Zentral- und Regionallager, internationale Lieferanten und ein monatlicher S&OP-Prozess sprechen für eine SCP-Plattform. Hier entsteht der Nutzen aus der gemeinsamen Optimierung über alle Stufen.
- S&OP als Prozess
- Szenarien für Störungen
Lager mit hohem Durchsatz
Wenn das Problem im Lager liegt, also bei Kommissionierleistung, Automatisierung oder Lagerplatzvielfalt, ist ein WMS der richtige Hebel und keine Planungssoftware. Der WMS Vergleich hilft bei der Auswahl.
- WMS statt SCP
- Lagerverwaltung im ERP prüfen
Viele externe Partner
Wer Dutzende Lieferanten, Spediteure und Kontraktfertiger koordiniert, braucht Sichtbarkeit über Firmengrenzen. Hier helfen Netzwerkplattformen und Control Tower, oft ergänzt um ein Lieferantenportal im ERP.
- Control Tower
- Lieferantenportal
Einschätzung der Redaktion auf Basis der verlinkten Vergleiche und Herstellerangaben. Stand Oktober 2026.
SCM und ERP
nach Branche.
Die Logistik ist mit rund 335 Milliarden Euro Umsatz 2024 und über 3 Millionen Beschäftigten der drittgrößte Wirtschaftsbereich in Deutschland, nach Automobilindustrie und Handel. Die Anforderungen an Planung und Ausführung unterscheiden sich je Branche deutlich.
Filialen und Frische
Im Lebensmittel- und Filialhandel zählen Filialdisposition, Haltbarkeiten und Promotions. Spezialisten wie RELEX stammen aus diesem Umfeld, das ERP führt Artikel, Preise und Buchhaltung.
- Disposition je Filiale
- Abschriften senken
Abrufe und Sequenzen
Zulieferer arbeiten mit Lieferabrufen, Feinabrufen und Just-in-Sequence. Blue Yonder hat 2024 den Stuttgarter Spezialisten Flexis übernommen, der auf Produktions- und Transportplanung für Hersteller ausgerichtet ist.
- EDI und Abrufe im ERP
- Sequenzplanung im SCM
Rezepturen und Kampagnen
Chemie, Pharma und Lebensmittel planen in Kampagnen mit Rüstfolgen, Haltbarkeiten und Chargen. Gartner bewertet Planungslösungen für diese Branchen seit März 2026 in einem eigenen Magic Quadrant.
- Chargen im ERP
- Kampagnen im SCM
Auftragsfertigung
Einzel- und Auftragsfertiger planen eher Projekte und Kapazitäten als Prognosen. Hier reichen häufig ERP mit APS, ergänzt um Lieferantenkommunikation für lange Lieferzeiten bei Zukaufteilen.
- APS vor SCP
- Lieferzeiten aktiv pflegen
Bauteilknappheit
Laut ifo meldeten im Juli 2026 30,3 Prozent der Elektronikhersteller Materialengpässe, mehr als doppelt so viele wie im Industrieschnitt. Szenarien und alternative Bezugsquellen sind hier besonders wertvoll.
- Alternative Teile planen
- Lieferantenrisiko bewerten
Lager und Transport
Kontraktlogistiker brauchen vor allem WMS und TMS mit Mandantenfähigkeit und Abrechnung. Die Planung der Warenströme liegt meist beim Auftraggeber, das eigene ERP führt Verträge und Rechnungen.
- WMS und TMS zuerst
- Mandanten sauber trennen
Quellen: BVL Umsatz und Beschäftigung, MM Logistik zur BVL-Prognose, CMS zum Verkauf von Flexis, Februar 2024, o9 zu den Gartner MQ 2026, ifo Juli 2026. Stand Oktober 2026.
Sechs Irrtümer
rund um SCM und ERP.
In Auswahlprojekten tauchen immer wieder dieselben Annahmen auf, die zu falschen Erwartungen oder teuren Umwegen führen. Die folgenden Punkte helfen, Gespräche mit Anbietern und Beratern zu versachlichen.
SCM ersetzt das ERP
Eine Planungslösung bucht keine Rechnungen, führt keine Bestände und erzeugt keine Lieferscheine. Sie braucht das ERP als Quelle und als ausführendes System. Ohne gepflegtes ERP liefert auch das beste SCM keine guten Pläne.
- ERP bleibt Pflicht
- SCM ist eine Schicht darüber
Das ERP plant schon alles
Das ERP rechnet Bedarfe, plant aber nicht unter Unsicherheit. Feste Vorlaufzeiten und pauschale Sicherheitsbestände bilden schwankende Lieferketten nur unzureichend ab, die Folge sind Überbestände und Eilaufträge zugleich.
- Deterministisch
- Kein Netzblick
MRP ist kaputt
Häufig ist nicht die Rechenlogik das Problem, sondern veraltete Parameter. Wer Vorlaufzeiten, Losgrößen und Sicherheitsbestände nie überprüft, bekommt falsche Vorschläge. Vor dem Kauf eines SCM lohnt eine Stammdatenanalyse.
- Parameter prüfen
- Pflege als Prozess
Planung löst Compliance
Planungssoftware ersetzt keine Lösung für LkSG, EUDR oder CBAM. Sie liefert aber Lieferanten-, Mengen- und Herkunftsdaten. Für Risikoanalysen und Nachweise braucht es eigene Prozesse oder eine ESG Software.
- Daten ja, Nachweis nein
- Zuständigkeit klären
SCM ist nur für Konzerne
Die großen Suiten zielen auf Konzerne, doch Spezialisten für Disposition und Bestand docken auch an Mittelstands-ERP wie Business Central an. Microsoft und SAP bieten zudem Einstiegsstufen mit veröffentlichten Preisen.
- Spezialisten für KMU
- Einstiegsstufen prüfen
Echtzeit ist immer besser
Nicht jeder Datenfluss braucht Echtzeit. Stammdaten täglich und Bestände mehrmals täglich reichen für viele Planungsprozesse. Echtzeit lohnt sich vor allem in der Ausführung, also im Lager und bei Sendungsdaten.
- Frequenz je Objekt
- Kosten der Schnittstelle
Quellen: Logan Consulting zu MRP, INFORM ERP-Anbindungen, Imperia zur Integration. Stand Oktober 2026.
In sechs Schritten
zur SCM-ERP-Architektur.
Ein strukturiertes Vorgehen verhindert, dass ein SCM gekauft wird, wo eigentlich Stammdaten oder Lager das Problem sind. Die Schritte folgen der Methodik der Softwareauswahl auf Find-Your-Software und ergänzen sie um die Klärung der Planungsverantwortung.
Lieferkette aufnehmen
Zeichnen Sie Ihr Netz mit Lieferanten, Werken, Lagern und Kunden. Halten Sie fest, wo heute geplant wird, mit welchen Systemen und Excel-Listen und wo Störungen zuletzt Kosten verursacht haben.
Stammdaten prüfen
Vergleichen Sie Vorlaufzeiten, Losgrößen und Sicherheitsbestände im ERP mit der Realität. Oft zeigt sich schon hier, dass ein Teil der Probleme ohne neue Software lösbar ist.
Planungsverantwortung festlegen
Bestimmen Sie für Prognose, Netzwerkplan, Bestandsparameter, Feinplanung und Ausführung, welches System führend ist und an welchem Punkt Pläne ins ERP zurückgeschrieben werden.
Anforderungen formulieren
Halten Sie Planungsaufgaben, ERP-Schnittstelle, Datenfrequenz und Compliance-Daten in einem Lastenheft fest. Die Lastenheft-Vorlage hilft beim Aufbau.
Demo mit eigenen Daten
Lassen Sie drei bis fünf Anbieter ein echtes Szenario durchrechnen, etwa einen Lieferantenausfall oder eine Promotion, mit Ihren Artikeln und Ihrem ERP-Export. Fragen Sie nach zertifizierten Schnittstellen.
Gesamtkosten und Einführung
Vergleichen Sie Lizenz, Integration, Stammdatenbereinigung und internen Aufwand über drei Jahre. Starten Sie mit einem Bereich, etwa Demand Planning, und erweitern Sie nach messbaren Ergebnissen.
Von der Shortlist
zur dokumentierten Entscheidung.
Eine Planungslösung neben dem ERP betrifft Einkauf, Produktion, Logistik, Vertrieb und IT gleichzeitig. Im Selection Portal von Find-Your-Software laufen Systemlandschaft, Anforderungen und Anbietergespräche in einem Workspace zusammen.
Bestehende Systeme erfassen
Sie erfassen Ihre IT-Landschaft mit ERP, Shop, Lager, Transport und weiteren Systemen samt Schnittstellen in einem Bild. So sehen alle Beteiligten, wo das neue System andocken muss.
- Systeme und Schnittstellen
- Grundlage für die Integration
Anforderungen strukturiert bewerten
Anforderungen entstehen als strukturiertes Lastenheft und werden mit Nutzwertanalyse und Bewertungsraster ausgewertet. Bis zu 200 Beteiligte arbeiten parallel, ein Audit-Trail dokumentiert jeden Schritt revisionssicher.
- Lastenheft und Nutzwertanalyse
- Audit-Trail für jede Entscheidung
Anbieter direkt einbinden
Sie laden die Anbieter Ihrer Shortlist ins Portal ein. Diese beantworten Anforderungen direkt im System, planen Demos und stellen Angebote ein, Sie steuern dabei Sichtbarkeiten und Rechte.
- Demos und Angebote im Workspace
- Anbieter sehen nur, was Sie freigeben
Quelle: Selection Portal von Find-Your-Software, Stand Oktober 2026.
Häufige Fragen zu
SCM gegen ERP.
Was ist der Unterschied zwischen SCM und ERP?
Das ERP steuert die Transaktionen im eigenen Unternehmen: Materialstamm, Bestellung, Fertigungsauftrag, Bestand und Buchhaltung. SCM-Software plant und steuert die Lieferkette darüber hinaus, mit Prognose, mehrstufiger Bestandsoptimierung, Szenarien und Ausführung in Lager und Transport. Das ERP rechnet deterministisch mit festen Parametern, das SCM rechnet mit Unsicherheit und Restriktionen. Beide Systeme ergänzen sich und tauschen Stammdaten, Bestände und Planvorschläge aus.
Brauche ich ein SCM, wenn ich schon ein ERP habe?
Nicht unbedingt. Bei stabiler Nachfrage, einem Standort und verlässlichen Lieferanten reicht die Bedarfsrechnung im ERP, wenn die Stammdaten gepflegt sind. Eine eigene Planungslösung lohnt sich bei mehrstufigen Netzen, stark schwankender Nachfrage, vielen Artikeln mit hohen Beständen oder einem monatlichen S&OP-Prozess. Prüfen Sie zuerst Vorlaufzeiten und Sicherheitsbestände im ERP.
Was ist Supply Chain Planning?
Supply Chain Planning (SCP) ist der planende Teil des SCM. Gartner beschreibt SCP als Plattform, die Planungsdaten über die erweiterte Lieferkette verwaltet, verknüpft und abstimmt. Pflichtfunktionen sind Demand Planning, Supply Planning, durchgängige Planung und die Analyse der finanziellen Wirkung. Bekannte Anbieter sind SAP IBP, Kinaxis, o9, Blue Yonder und Oracle.
Was ist der Unterschied zwischen MRP und APS?
MRP (Materialbedarfsplanung) berechnet aus Bedarf, Stückliste, Bestand und Vorlaufzeit die benötigten Materialien und plant Kapazitäten erst danach. APS (Advanced Planning and Scheduling) plant Material und Kapazität gleichzeitig unter Restriktionen. Klassisches MRP liefert deshalb oft Pläne, die in der Fertigung nicht umsetzbar sind. APS-Funktionen gibt es als ERP-Modul oder als Teil einer SCM-Lösung.
Welche SCM-Software passt zu SAP?
Für SAP S/4HANA und ECC ist SAP IBP die native Planungslösung mit Demand, Supply, Bestand und S&OP. Kinaxis bietet Konnektoren zu SAP und wird oft als Erweiterung eingesetzt. Für den Mittelstand ist INFORM add*ONE seit April 2023 für die Integration mit S/4HANA SAP-zertifiziert. Im ERP selbst stehen MRP Live und die Feinplanung PP/DS zur Verfügung.
Welche SCM-Software passt zu Microsoft Dynamics?
Dynamics 365 Supply Chain Management bringt mit Planning Optimization eine eigene Planung mit, die laut Microsoft jedoch keine eigene Prognoseplanung unterstützt. Die Premium-Stufe für 259,90 Euro je Nutzer und Monat enthält erweitertes Demand Planning. Für Business Central, NAV und AX unterstützt INFORM add*ONE laut Anbieter die Anbindung. Weitere Partnerlösungen finden sich im Microsoft-Ökosystem.
Was kostet SCM-Software?
Offizielle Preise sind selten. Microsoft nennt für Dynamics 365 SCM 182,00 bis 259,90 Euro je Nutzer und Monat, SAP für die IBP Starter Edition 2.718 US-Dollar im Monat. Kinaxis, o9, Blue Yonder, Oracle und die meisten Spezialisten nennen Preise nur auf Anfrage. Zur Lizenz kommen Integration, Stammdatenbereinigung und Schulung, die oft einen großen Teil der Gesamtkosten ausmachen.
Wie lange dauert eine SCM-Einführung?
Die Dauer hängt vor allem vom Umfang und vom Zustand der Stammdaten ab. Eine Planung im vorhandenen ERP lässt sich meist schneller verbessern als eine neue SCP-Suite einführen, bei der Integration, Datenbereinigung und Schulung hinzukommen. Belastbare Herstellerangaben zu typischen Laufzeiten gibt es nicht, fragen Sie deshalb in der Demo nach Referenzprojekten vergleichbarer Größe. Ein schrittweiser Start mit einem Bereich, etwa Demand Planning, senkt das Risiko.
Welche Daten tauschen SCM und ERP aus?
Das ERP liefert Artikel, Stücklisten, Lieferanten, Kalender, Vorlaufzeiten, Bestände sowie Bestellungen, Fertigungs- und Kundenaufträge. Das SCM schreibt Planaufträge, Bestellvorschläge, Umlagerungen und Parameter wie Sicherheitsbestände zurück. Wichtig sind einheitliche Artikelnummern, Mengeneinheiten und Kalender. Die Frequenz hängt vom Objekt ab, Stammdaten täglich und Bestände mehrmals täglich sind verbreitet.
Ist ein WMS Teil des SCM?
Ja, ein Warehouse Management System gehört zur Ausführung im SCM, zusammen mit dem Transport Management. Es steuert Einlagerung, Kommissionierung und Versand in Echtzeit und meldet Bewegungen an das ERP. Ein WMS lohnt sich bei vielen Lagerplätzen, Automatisierung oder hohem Durchsatz. Bekannte Anbieter sind Blue Yonder, Manhattan Associates, Körber, Oracle und Infor.
Hilft SCM-Software beim Lieferkettengesetz?
SCM-Software liefert Lieferanten-, Mengen- und Herkunftsdaten, ersetzt aber keine Lösung für Risikoanalyse und Nachweis nach LkSG. Das LkSG gilt seit 2024 für Unternehmen ab 1.000 Beschäftigten, das BAFA nimmt seit Oktober 2025 keine Berichte mehr an. Eine Novelle mit höheren Schwellen ist im Verfahren, verkündet ist sie nach unserer Recherche im Oktober 2026 noch nicht. Für die Nachweise eignen sich eigene Prozesse oder ESG-Software.
Was bedeuten EUDR und CBAM für die Lieferkette?
Die EUDR gilt ab 30. Dezember 2026 für große und mittlere Unternehmen und verlangt für Rohstoffe wie Holz, Soja, Kakao oder Kaffee Geodaten und eine Sorgfaltserklärung des Erst-Inverkehrbringers. CBAM ist seit 1. Januar 2026 in der definitiven Phase, mit einer Schwelle von 50 Tonnen pro Jahr. Beide verlangen Daten je Lieferung und Lieferant. ERP und SCM müssen diese Daten führen oder an Compliance-Systeme weitergeben.
Was hat sich bei der CSDDD geändert?
Mit der Richtlinie (EU) 2026/470 aus dem Omnibus I wurde die CSDDD deutlich entschärft. Sie gilt nun für Unternehmen mit über 5.000 Beschäftigten und über 1,5 Milliarden Euro Umsatz. Die Mitgliedstaaten müssen sie bis 26. Juli 2028 umsetzen, angewendet wird sie ab 26. Juli 2029. Klimaübergangspläne und die EU-weite Haftungsregel wurden gestrichen.
Was ist besser: Best of Breed oder alles aus einer Suite?
Eine Suite aus ERP und SCM eines Herstellers bietet einheitliche Daten und weniger Schnittstellen, etwa SAP mit IBP, Oracle Fusion oder Dynamics 365. Best of Breed kombiniert das vorhandene ERP mit einer spezialisierten Planungslösung und bietet oft mehr Planungstiefe in einem Bereich. Entscheidend sind zertifizierte Schnittstellen, die Pflege der Stammdaten und die Gesamtkosten über drei Jahre. Viele Mittelständler fahren gut mit ihrem ERP plus Spezialist.
SCM und ERP,
passend kombiniert.
Die Matching Engine gleicht Ihre Anforderungen an Planung, Bestände, Lager und ERP-Integration anbieterneutral mit dem Softwarekatalog ab. Im Selection Portal steuern Sie Lastenheft, Demos und Vertrag in einem Workspace.