ERP für Maschinenbau.
Anbieter im Auszug, Kosten und Auswahl.
ERP-Software (Enterprise-Resource-Planning) für den Maschinenbau muss Einzel-, Varianten- und Projektfertigung abbilden, mehrstufige Stücklisten pflegen und die Konstruktionsdaten aus CAD und PDM aufnehmen, ohne die Fertigungssteuerung auszubremsen. Diese Seite zeigt für mittelständische Maschinen- und Anlagenbauer im DACH-Raum einen Auszug von 14 Systemen: neun Anbieter mit ausgewiesener Branchenerfahrung im Maschinenbau und fünf große Plattformen. Dazu kommen die Kostentreiber, die Fristen bei SAP ECC und Dynamics NAV, die rechtlichen Punkte und ein Auswahlprozess in sechs Schritten.
Auswahl nach Branchenerfahrung im Maschinenbau, ohne Bewertungen und ohne bezahlte Platzierung. Stand Oktober 2026.
Warum ein Maschinenbauer kein Standard-ERP auswählt
Im Maschinenbau entsteht ein großer Teil der Wertschöpfung, bevor die Fertigung beginnt: in der Konstruktion, in der Angebotskalkulation und in der Projektplanung. Ein ERP, das nur Lager, Einkauf und Buchhaltung gut kann, verlagert diese Arbeit in Excel und in Köpfe. Die folgende Gegenüberstellung zeigt, was sich im Alltag ändert.
Ohne Maschinenbau-Fokus
- Stücklisten entstehen zweimal: einmal in der Konstruktion, einmal im ERP. Änderungen kommen verspätet oder gar nicht in der Fertigung an.
- Aufträge in Losgröße 1 werden über Sonderartikel und Freitext abgewickelt. Die Nachkalkulation liefert deshalb keine belastbaren Zahlen.
- Variantenreiche Produkte brauchen für jede Ausprägung eine eigene Artikelnummer. Der Stammdatenbestand wächst schneller, als ihn jemand pflegen kann.
- Projekte mit mehreren Gewerken werden außerhalb des ERP geplant. Die Kapazitätsplanung kennt weder Montagetermine noch Fremdvergaben.
- Das Servicegeschäft läuft in einem eigenen Werkzeug. Seriennummern, Garantie und Ersatzteile sind nicht mit dem Ursprungsauftrag verknüpft.
- Die Kosten steigen im Projekt, weil jede Branchenfunktion als Individualentwicklung nachgebaut wird.
Mit Maschinenbau-Fokus
- Die Auftragsstückliste wächst mit dem Projekt und wird bei einer Konstruktionsänderung aus CAD oder PDM nachgeführt, wie es Hersteller wie ams.erp beschreiben.
- Einzelfertigung und Losgröße 1 laufen im Standard, einschließlich Live-Kalkulation und Nachkalkulation je Auftrag.
- Regelbasierte Variantenkonfiguration erzeugt Stücklisten und Arbeitspläne aus Merkmalen, statt für jede Ausprägung neue Artikel anzulegen.
- Mehrprojektplanung und Grobkapazitätsprüfung zeigen früh, ob Termine mit der vorhandenen Fertigung zu halten sind.
- Serviceaufträge, Ersatzteile, Garantie und Seriennummern hängen am Projekt und am ausgelieferten Gerät.
- Die Branchenfunktionen sind Teil der Software und ihrer Updates. Das senkt Customizing und macht die Einführung planbarer.
Funktionsbeschreibungen nach Herstellerangaben, zum Beispiel proALPHA und ams.erp, Stand 2026. Ob eine Funktion im Standard vorhanden ist, prüft ihr in der Demo mit euren eigenen Stücklisten.
Anbieter im Auszug: 14 ERP-Systeme für den Maschinenbau
Dieser Auszug ist keine vollständige Marktübersicht und kein Ranking. Die Auswahl folgt zwei Gruppen: Anbieter, die nach unserer Marktdatenbank nachweislich Erfahrung im Maschinenbau haben, und große Plattformen, die in Auswahlprojekten regelmäßig mitlaufen. Beide Gruppen sind alphabetisch sortiert, es gibt keine Bewertung und keine bezahlte Platzierung. Angaben zu Preisen, Betrieb und Schnittstellen stammen von den Herstellerseiten. Wo der Hersteller nichts nennt, steht „In der Demo prüfen“.
| Anbieter | Segment | Preis ab | Fertigungstyp | Betrieb | CAD und PDM | Profil |
|---|---|---|---|---|---|---|
| abas ERPForterro, gegründet 1980, Karlsruhe | Mittelstand | auf Anfrage | ≈ Fertigender Mittelstand inklusive Maschinenbau, Typ in der Demo prüfen | ✓ Cloud oder On Premise | In der Demo prüfen | Zum Profil → |
| ams.erpams.Solution AG, Kaarst | Mittelstand | auf Anfrage | ✓ Losgröße 1 und mehr, Auftrags-, Varianten- und Kleinserienfertigung | ≈ On Premises betont, Cloud in der Demo prüfen | ✓ Konstruktionsänderung aktualisiert die Auftragsstückliste, CAD und PDM als Kategorien | Zum Profil → |
| erp4cadall4cad GmbH, Kreuztal, seit 1986 | KMU | auf Anfrage | ✓ Projektorientierter Maschinen-, Anlagen- und Prototypenbau | In der Demo prüfen | ✓ SolidWorks und Inventor über speedyPDM, AutoCAD im Umfeld | Zum Profil → |
| FactWorkF.EE GmbH, Neunburg vorm Wald | KMU | auf Anfrage | In der Demo prüfen | In der Demo prüfen | ✓ SOLIDWORKS Partner Product, Konstruktionsstückliste geht direkt ins ERP | Zum Profil → |
| proALPHAproALPHA GmbH, gegründet 1992, Weilerbach | Mittelstand | auf Anfrage | ✓ Projekt- und Variantenfertigung, mehrstufige Stücklisten | ✓ Cloud, On Premises und hybrid | ✓ Eigenes PDM und PLM im ERP, gängige CAD-Systeme | Zum Profil → |
| PSIpentaPSI Software SE, Berlin | Mittelstand | auf Anfrage | ✓ Serien-, Varianten- und Projektfertigung, Schwerpunkt Maschinen- und Anlagenbau | In der Demo prüfen | ≈ Variantenkonfigurator als Zusatz, CAD und PDM in der Demo prüfen | Zum Profil → |
| SIVAS.ERPschrempp edv, gegründet 1980, Lahr | Mittelstand | auf Anfrage | ✓ Variantenfertigung inklusive variantenreicher Einzelfertigung | ✓ Private Cloud seit 2022 | In der Demo prüfen | Zum Profil → |
| UlyssesHOST Software, Kirchdorf an der Krems (Österreich), Ulysses seit 2001 | KMU | auf Anfrage | ✓ Einzel-, Varianten- und Serienfertigung, Sondermaschinenbau | In der Demo prüfen | ≈ CAD-Integration als Zusatz, konkrete Systeme abfragen | Zum Profil → |
| WIAS ERPWEDDERHOFF IT GmbH | KMU | auf Anfrage | ✓ Sondermaschinenbau, Serien-, Varianten- und Sonderbau | In der Demo prüfen | ≈ CAD-Datenimport und ePDM-Anbindung als Optionen | Zum Profil → |
| Dynamics 365 Business CentralMicrosoft | KMU | 69,30 € je Nutzer und Monat (Essentials), Fertigung ab Premium 95,30 € | ✓ Stücklisten, Arbeitspläne, Maschinenzentren und Fertigungsaufträge ab Premium | ✓ Cloud und On Premises | In der Demo und im Partnerprojekt prüfen | Zum Profil → |
| IFS CloudIFS | Enterprise | auf Anfrage | ✓ Diskret, Batch, ETO, CTO, ATO, MTO und MTS | ✓ Cloud mit Evergreen-Updates | In der Demo prüfen | Zum Profil → |
| Infor CloudSuite IndustrialInfor, vormals SyteLine, Teil von Koch Industries seit 2020 | Enterprise | auf Anfrage | ✓ Diskrete Fertigung und Prozess, ETO, Configure-to-Order, Mixed Mode | ✓ Cloud nativ, Multi-Tenant auf AWS | In der Demo prüfen | Zum Profil → |
| SAP Business OneSAP | KMU | über Partner | Umfang im Partnerprojekt klären | In der Demo prüfen | In der Demo prüfen | Zum Profil → |
| SAP S/4HANASAP, gegründet 1972 | Enterprise | auf Anfrage, Cloud ERP Private | Umfang je nach Edition prüfen | ✓ Wartung zugesagt bis Ende 2040 | In der Demo prüfen | Zum Profil → |
Auszug, nicht vollständig und nicht bewertet. Quellen: Herstellerseiten und Impressen der gelisteten Anbieter, Microsoft Preisseite, SAP Wartungszusage, Stand Oktober 2026. Preise ohne Umsatzsteuer, jährliche Abrechnung. Bewertungen und Schätzungen von Vergleichsportalen nutzen wir nicht. Den vollständigen Katalog findet ihr unter ERP Anbieter.
Welcher Fertigungstyp bestimmt die Richtung
Die wichtigste Frage vor jeder Shortlist ist nicht der Anbieter, sondern der eigene Auftragstyp. Wer vorwiegend Unikate und Projekte baut, braucht andere Stärken als ein Hersteller von konfigurierbaren Serienmaschinen. Die drei Profile ordnen die Systeme aus dem Auszug nach diesem Kriterium.
Anlagenbau, Sondermaschinen, Prototypen
Jedes Projekt ist ein Unikat, die Stückliste entsteht während der Konstruktion.
Entscheidend sind die mitwachsende Auftragsstückliste, die Mehrprojektplanung und eine Kalkulation, die schon im Angebot belastbare Zahlen liefert. Nach Herstellerangaben legen genau darauf unter anderem ams.erp, proALPHA, erp4cad und WIAS ERP ihren Schwerpunkt.
- Auftragsstückliste mit Nachführung aus CAD und PDM
- Projektstruktur mit Termin, Kosten und Kapazität
- Live-Kalkulation und Nachkalkulation je Auftrag
- Serviceaufträge und Ersatzteile am Projekt
Typische Frage: Wie kommen Konstruktionsänderungen im laufenden Projekt in die Fertigung?
Konfigurierbare Maschinen und Baureihen
Aus wenigen Grundmodellen entstehen viele Ausprägungen, teils in Serie.
Hier zählt die regelbasierte Konfiguration: Aus Merkmalen entstehen Stückliste und Arbeitsplan automatisch. Abas ERP, SIVAS.ERP, Ulysses, PSIpenta und FactWork nennen Variantenfertigung ausdrücklich als Einsatzfeld, FactWork zusätzlich die direkte Übernahme der SOLIDWORKS Konstruktionsstückliste.
- Variantenkonfigurator und Regelwerk
- Stücklisten- und Arbeitsplanauflösung je Ausprägung
- Übergang von Variante zu Kleinserie
- Feinplanung und Leitstand, wo die Fertigung es braucht
Typische Frage: Wie viel der Konfiguration steckt im Standard und wie viel im Projekt?
Business Central, SAP, Infor und IFS
Eine breite Plattform für mehrere Standorte, Bereiche oder Konzernvorgaben.
Plattformen passen, wenn Konzernstandards, internationale Standorte oder eine bestehende SAP- oder Microsoft-Landschaft den Rahmen setzen. Die Fertigungstiefe hängt von Edition und Partner ab. Bei Business Central ist die Fertigung zum Beispiel erst ab der Premium-Lizenz enthalten.
- Konzernvorgaben und Mandantenfähigkeit
- Partner- und Erweiterungsökosystem
- Fertigungsumfang je Edition klären
- Wartungsfristen von Altsystemen im Blick behalten
Typische Frage: Was kostet die Fertigungsfunktion im gewählten Paket, und wer baut sie ein?
Zuordnung nach Herstellerangaben, zum Beispiel von ams.erp, Ulysses und FactWork. Eure Zuordnung entsteht aus euren Aufträgen, nicht aus der Branchenbezeichnung.
Aus 14 Systemen eine begründete Shortlist machen
Find-Your-Software ist ein Werkzeug für die Softwareauswahl: Es sammelt eure Anforderungen, erstellt eine begründete Shortlist, begleitet Demos und Verträge und dokumentiert alles nachvollziehbar. Im Selection Portal erfasst ihr eure IT-Systemlandschaft, pflegt das Anforderungsmanagement und habt direkten Kontakt zu den Anbietern.
Sechs Module, die im Maschinenbau den Unterschied machen
Jedes ERP wirbt mit Stücklisten und Planung. Im Maschinenbau entscheidet die Tiefe: wie flexibel eine Stückliste wächst, wie sich Varianten abbilden lassen und wie weit das System das Servicegeschäft trägt. Die sechs Module unten sind die Prüfpunkte für jede Demo.
Mehrstufige Stücklisten mit Nachführung
Maschinen bestehen aus Baugruppen, die ihrerseits Baugruppen enthalten. proALPHA beschreibt mehrstufige Stücklisten und Änderungsmanagement als Kern der Branchenlösung. Prüft, ob eine Änderung der Konstruktion die Auftragsstückliste automatisch aktualisiert, wie es ams.erp für sein PDM beschreibt.
- Mehrstufige Baugruppen und Phantomstücklisten
- Gültigkeit und Revisionsstände je Auftrag
- Änderungsworkflow mit Freigabe
Regeln statt Artikelflut
Ein Konfigurator erzeugt aus Merkmalen eine Stückliste und einen Arbeitsplan. Ohne ihn wächst der Artikelstamm mit jeder Ausprägung. Fragt in der Demo nach, wer die Regeln pflegt und was ein neues Merkmal kostet, bevor es produktiv ist.
- Regelbasierte Konfiguration
- Preis- und Kalkulationslogik je Variante
- Pflegeaufwand der Regeln
Mehrprojektplanung mit Kapazitätsblick
Anlagenbauer steuern mehrere Projekte parallel. ams.erp nennt Mehrprojektplanung, mitwachsende Stücklisten und eine Grobkapazitätsprüfung. Entscheidend ist, dass Projektstruktur, Einkauf, Fertigung und Montage in einer Datenbasis liegen.
- Projektstruktur mit Terminen und Kosten
- Grobkapazität über alle Projekte
- Verlängerte Werkbank und Fremdvergabe
Arbeitsplätze, Maschinenzentren, Auslastung
Business Central bildet Arbeitspläne, Arbeits- und Maschinenzentren sowie Fertigungsaufträge ab und zeigt die Auslastung. Spezialisten wie PSIpenta ergänzen Feinplanung und Leitstand. Klärt, ob eure Fertigung eine Feinplanung braucht oder ob die Grobplanung genügt. Die Abgrenzung von APS, ERP und MES erklärt Produktionsplanung Software mit dem Vergleich von APS, ERP und MES.
- Arbeitsplätze und Maschinenzentren
- Auslastungsanzeige
- Leitstand und Feinplanung, wo nötig
Seriennummern von der Fertigung bis zur Wartung
Wer Maschinen ausliefert, wird nach Jahren nach Ersatzteilen gefragt. proALPHA verknüpft Seriennummern, Serviceaufträge, Ersatzteile und Garantie mit dem Ursprungsprojekt. Das ist die Grundlage für ein profitables Servicegeschäft.
- Seriennummern und Chargen
- Serviceaufträge und Ersatzteilverkauf
- Garantie und Gewährleistung am Projekt
Angebot, Vor- und Nachkalkulation
Die Live-Kalkulation, wie sie ams.erp beschreibt, zeigt schon im Angebot Material, Fertigung und Fremdleistung. Prüft, ob Nachkalkulation und Angebotskalkulation dieselben Daten nutzen. Nur dann lernt das Unternehmen aus jedem Projekt.
- Angebotskalkulation aus der Stückliste
- Nachkalkulation je Auftrag
- Controlling je Projekt und Kostenträger
Funktionsbeschreibungen nach Herstellerangaben von proALPHA, ams.erp und Microsoft, Stand 2026.
Ein Maschinenbau-ERP steht nie allein
Das ERP ist selten das erste System im Haus. CAD, PDM, Fertigungsdatenerfassung und Vertrieb laufen schon, und jede Schnittstelle kostet in der Einführung Zeit. Plant die Systemlandschaft deshalb vor der Anbieterauswahl, nicht danach.
CAD, PDM und PLM anbinden
- Welche CAD-Systeme sind angebunden: SolidWorks, Inventor, Siemens NX oder andere
- Zertifizierte Schnittstelle oder Schnittstellenprojekt
- Richtung des Datenflusses bei Änderungen
- Beispiele: FactWork als SOLIDWORKS Partner Product, erp4cad mit speedyPDM, proALPHA mit eigenem PDM und PLM
BDE, MDE und MES
- Rückmeldung von Zeiten und Mengen aus der Fertigung
- Feinplanung und Leitstand als Teil des ERP oder als MES
- Abgrenzung zwischen ERP und MES prüfen
- Mehr dazu unter MES-Anbieter im DACH-Raum
CRM, Angebot und Serviceportal
- Angebotsdaten aus der Konfiguration übernehmen
- Ersatzteilkataloge und Bestellung für Kunden
- Serviceeinsätze und Wartungsverträge
- Hinweise unter CRM für Fertigung
Buchhaltung, Zeiterfassung, E-Rechnung
- Finanzbuchhaltung im ERP oder als eigene Lösung
- Zeiterfassung und Lohn über Schnittstelle
- E-Rechnung im Versand und Empfang
- GoBD-konforme Archivierung
Angaben zu Schnittstellen nach den Herstellerseiten, Stand 2026. Wo ein Hersteller keine Produktnamen nennt, ist die konkrete Anbindung vor dem Vertrag schriftlich zu bestätigen. Zur Abgrenzung von PLM und ERP siehe PLM gegen ERP.
Maschinenverordnung, Produkthaftung, GoBD und E-Rechnung
Maschinenbauer unterliegen neben der Datenschutz-Grundverordnung mehreren branchentypischen Pflichten. Das ERP sollte die Nachweise liefern können, ohne dass dafür ein Nebensystem entsteht. Die folgenden Punkte sind keine Rechtsberatung, sondern eine Prüfliste für die Auswahl.
Verordnung (EU) 2023/1230
Die Verordnung gilt in vollem Umfang ab dem 20. Januar 2027. Hersteller müssen technische Unterlagen und die EU-Konformitätserklärung nach dem Inverkehrbringen mindestens zehn Jahre aufbewahren.
- Technische Unterlagen am Artikel und Projekt ablegen
- Zehn Jahre Aufbewahrung planen
- Zugriff über das ERP oder angebundenes DMS
Richtlinie (EU) 2024/2853
Die neue Produkthaftungsrichtlinie vom 23. Oktober 2024 ersetzt die Richtlinie 85/374/EWG und behandelt Software als eigenständiges Produkt. Der deutsche Umsetzungsentwurf wurde am 17. Dezember 2025 im Kabinett beschlossen, Stand Oktober 2026 ist die Umsetzung nicht abschließend geprüft.
- Rückverfolgbarkeit bis zur Seriennummer
- Dokumentation von Softwarestand und Änderungen
- Umsetzungsstand im Gesetzgebungsverfahren beobachten
Ordnungsmäßige Buchführung und Archivierung
Das BMF-Schreiben vom 14. Juli 2025 (zweite Änderung) präzisiert die GoBD. Buchungsbelege müssen nach § 147 Abs. 3 AO und § 257 Abs. 4 HGB seit der Änderung durch das vierte Bürokratieentlastungsgesetz acht statt zehn Jahre aufbewahrt werden.
- Unveränderbarkeit und Protokollierung
- Verfahrensdokumentation zum ERP
- Archivierung von E-Rechnungen im Originalformat
Empfang seit 2025, Ausstellung bis 2028
Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle inländischen Unternehmen E-Rechnungen empfangen können. Ab dem 1. Januar 2027 sind sonstige Rechnungen nur noch bis 800.000 Euro Vorjahresumsatz zulässig, ab dem 1. Januar 2028 gilt die Pflicht für alle.
- Format EN 16931 im Versand
- Eingangsrechnungen automatisch verarbeiten
- Fristen je Umsatzgröße klären
DSGVO und Auftragsverarbeitung
Bei Cloud- und Hosting-Betrieb braucht ihr einen Auftragsverarbeitungsvertrag und Klarheit über den Serverstandort. Private Cloud und On Premises sind bei vielen Mittelständlern der Weg, die Datenhoheit zu behalten.
- Auftragsverarbeitungsvertrag
- Serverstandort und Unterauftragnehmer
- Löschkonzept für Stamm- und Projektdaten
Wartungsende von Altsystemen
Für SAP ECC 6.0 endet die Standardwartung Ende 2027, die erweiterte Wartung läuft bis Ende 2030 mit einem Aufschlag von zwei Prozentpunkten. Dynamics NAV 2017 hat erweiterten Support bis 12.01.2027, NAV 2018 bis 12.01.2028.
- Altsystem und Fristen erfassen
- Migrationspfad in die Auswahl aufnehmen
- Siehe SAP ECC Wartungsende
Quellen: IHK Nordwestfalen zur Maschinenverordnung, Bundesregierung zur Produkthaftung, BMF zur GoBD, Haufe zum vierten Bürokratieentlastungsgesetz, IHK Rhein-Neckar zur E-Rechnung, SAP und Microsoft Lifecycle, Stand Oktober 2026.
Was ein Maschinenbau-ERP wirklich kostet
Herstellerlisten sind selten öffentlich, deshalb nennt diese Seite keine erfundenen Preisspannen. Als Orientierung gelten die Erfahrungswerte von Find-Your-Software für den Mittelstand: Bei 50 bis 500 Nutzern liegen die Gesamtkosten über fünf Jahre bei rund 250.000 bis 1.500.000 Euro. Die Lizenz macht dabei meist nur 20 bis 35 Prozent aus. Den Rest bestimmen die Kostenblöcke in der Tabelle.
| Kostenblock | Anteil an den Gesamtkosten | Treiber im Maschinenbau | Hebel in der Auswahl |
|---|---|---|---|
| Lizenz und Subscription | 20 bis 35 % | Nutzerzahl, Module und Edition. Bei Business Central kostet Fertigung ab Premium 95,30 € je Nutzer und Monat statt 69,30 € in Essentials. | Nutzertypen klären, Team-Member-Lizenzen für Gelegenheitsnutzer prüfen (Business Central: 6,90 €) |
| Einführung und Customizing | je nach Projekt | Variantenkonfiguration, Projektstruktur, Kalkulationslogik und Berichte | Branchenfunktionen im Standard bevorzugen, Anpassungen auf Ausnahmen begrenzen |
| Datenmigration | je nach Projekt | Stücklisten, Arbeitspläne und Artikelstamm aus dem Altsystem, oft mit Dubletten | Datenbereinigung vor dem Projekt, Probemigration mit echten Stücklisten |
| Schnittstellen | je nach Projekt | CAD, PDM, BDE, CRM und Buchhaltung | Zertifizierte Anbindungen vor Individualschnittstellen, Pflegeaufwand mitrechnen |
| Key-User-Zeit und Schulung | je nach Projekt | Konstruktion, Arbeitsvorbereitung und Fertigung stellen Fachleute ab | Zeit der Fachabteilungen in der Planung ausweisen, Schulungskonzept festlegen |
| Betrieb und Wartung | laufend | Cloud-Gebühr oder Hosting, Updates, Wartungsvertrag | Betriebsmodell und Update-Politik schriftlich vergleichen |
Erfahrungswerte von Find-Your-Software für den Mittelstand, siehe Was kostet ein ERP wirklich. Lizenzpreise von Microsoft, Stand 2026, ohne Umsatzsteuer, jährliche Abrechnung. Eine eigene Rechnung gelingt mit dem TCO-Rechner.
In sechs Schritten zum passenden Maschinenbau-ERP
Eine ERP-Auswahl im Maschinenbau dauert zu lange, wenn sie ohne Plan beginnt, und sie scheitert, wenn Konstruktion und Fertigung erst am Ende gefragt werden. Dieser Ablauf folgt den Erfahrungen aus Auswahlprojekten. Das Selection Portal von Find-Your-Software unterstützt jeden Schritt.
Anforderungen und Auftragstypen erfassen
Beschreibt eure Aufträge: Einzel, Variante, Serie, Projekt. Sammelt Anforderungen aus Konstruktion, Arbeitsvorbereitung, Fertigung, Einkauf, Service und Vertrieb. Das Anforderungsmanagement bündelt sie als Muss, Soll und Kann.
Systemlandschaft und Altsystem aufnehmen
Haltet fest, welche Systeme bleiben: CAD, PDM, MES, CRM, Buchhaltung. Erfasst Altsysteme mit Wartungsfristen, etwa SAP ECC oder Dynamics NAV. Die IT-Systemlandschaft zeigt Schnittstellen und Abhängigkeiten.
Shortlist mit Fertigungsfokus bilden
Wählt drei bis fünf Systeme, die zu euren Auftragstypen passen. Mischt Spezialisten und, wenn Konzernvorgaben es verlangen, eine Plattform. Das Anbieter-Ranking zeigt die Passung zu den Anforderungen.
Demo mit eigenen Daten durchführen
Gebt den Anbietern eine reale Stückliste, eine Variante und einen Konstruktionsänderungsfall vor. Prüft CAD- und PDM-Anbindung, Variantenkonfiguration und Kalkulation am eigenen Beispiel statt an Standardfolien.
Angebote, Referenzgespräche und Vertrag
Vergleicht Kosten über fünf Jahre, nicht nur die Lizenz. Führt Referenzgespräche mit Maschinenbauern ähnlicher Größe. Die Vertragsprüfung hilft bei Laufzeit, Updates und Haftung.
Einführung planen und Fachbereiche beteiligen
Plant die Datenmigration, Key-User-Zeit und die Schulung früh ein. Starten solltet ihr mit einem abgegrenzten Bereich, zum Beispiel einem Produktbereich oder Standort, und erst danach ausrollen.
Häufige Fragen zu ERP für Maschinenbau
Welches ERP passt zu einem Maschinenbauer mit 100 bis 250 Beschäftigten?
Das hängt zuerst vom Fertigungstyp ab, nicht von der Größe. Einzel- und Projektfertiger prüfen Systeme mit mitwachsender Stückliste und Mehrprojektplanung, Variantenfertiger Systeme mit Konfigurator. Im Auszug dieser Seite finden sich dafür neun Anbieter mit Maschinenbau-Erfahrung und fünf große Plattformen. Bildet daraus eine Shortlist mit drei bis fünf Systemen und testet sie mit euren eigenen Stücklisten.
Was unterscheidet Einzel-, Varianten- und Serienfertigung bei der ERP-Auswahl?
Bei Einzelfertigung entsteht die Stückliste während des Projekts, das ERP muss sie nachführen und Kosten je Projekt zeigen. Bei Variantenfertigung entsteht sie aus Regeln und Merkmalen. Bei Serienfertigung stehen Planung, Material und Auslastung im Vordergrund. Viele Maschinenbauer mischen die Typen. Dann zählt, dass das System den Wechsel zwischen den Auftragstypen ohne Systembruch beherrscht.
Was kostet ein ERP für den Maschinenbau?
Die meisten Hersteller veröffentlichen keine Listenpreise. Als Erfahrungswert von Find-Your-Software liegen die Gesamtkosten über fünf Jahre im Mittelstand bei 50 bis 500 Nutzern zwischen 250.000 und 1.500.000 Euro, die Lizenz macht 20 bis 35 Prozent aus. Öffentlich sind die Preise von Business Central: 69,30 Euro (Essentials) und 95,30 Euro (Premium) je Nutzer und Monat. Die Fertigung gibt es erst in Premium.
Wie lange dauert eine ERP-Einführung im Maschinenbau?
Als Erfahrungswert von Find-Your-Software liegt die Einführung im ERP-Bereich bei 6 bis 24 Monaten. Die Dauer hängt von der Anzahl der Standorte, der Datenqualität der Stücklisten, der Zahl der Schnittstellen und der Verfügbarkeit der Key-User ab. Eine saubere Anforderungsphase und eine Probemigration mit echten Daten verkürzen das Projekt am meisten.
Wie wird die Konstruktion über CAD und PDM mit dem ERP verbunden?
Die Anbindung läuft über eine Schnittstelle zwischen CAD oder PDM und dem ERP. Hersteller beschreiben unterschiedliche Wege: ams.erp aktualisiert die Auftragsstückliste bei einer Konstruktionsänderung, FactWork ist SOLIDWORKS Partner Product und übernimmt die Konstruktionsstückliste direkt, proALPHA bringt ein eigenes PDM und PLM mit. Fragt immer nach, ob die Anbindung zertifiziert ist oder ein Projekt braucht.
Was ist eine mitwachsende Stückliste?
Bei Anlagen und Sondermaschinen steht die Stückliste zum Auftragsbeginn noch nicht fest. Sie wächst mit der Konstruktion. Das ERP muss Einkauf und Fertigung bereits mit Teilständen bedienen und spätere Änderungen sauber nachführen. ams.erp nennt diese Funktion ausdrücklich. Prüft in der Demo, wie das System Änderungen kennzeichnet und welche bereits bestellten Teile davon betroffen sind.
Cloud, Private Cloud oder On Premises: Was passt zum Maschinenbau?
Hersteller bieten unterschiedliche Modelle. proALPHA nennt Cloud, On Premises und hybrid, abas ERP Cloud oder On Premise, SIVAS.ERP eine Private Cloud seit 2022 und ams.erp betont den Betrieb vor Ort. Infor CloudSuite Industrial und IFS Cloud sind Cloud-Produkte. Maßgeblich sind Datenhoheit, Anbindung an die Konstruktion und die eigene IT-Kapazität. Lasst euch den Betrieb und die Update-Politik schriftlich beschreiben.
Reicht Business Central für einen Maschinenbauer?
Für kleine Betriebe mit überschaubarer Fertigung kann es reichen. Die Fertigungsfunktionen wie Stücklisten, Arbeitspläne, Maschinenzentren und Fertigungsaufträge sind nur in der Premium-Lizenz enthalten. Für Variantenkonfiguration, Projektfertigung und CAD-Anbindung sind in der Regel Erweiterungen oder Partnerlösungen nötig. Prüft deshalb zusammen mit dem Partner, was im Standard liegt und was ein Zusatz kostet.
Was gilt beim Wartungsende von SAP ECC?
Die Standardwartung für SAP ECC 6.0 (Business Suite 7) endet Ende 2027. Eine erweiterte Wartung ist bis Ende 2030 möglich und kostet zwei Prozentpunkte mehr. Für S/4HANA hat SAP die Wartung bis Ende 2040 zugesagt. Wer noch ECC nutzt, sollte die Migration oder den Wechsel in die Auswahl aufnehmen. Hilfe bietet SAP ECC Wartungsende.
Was gilt beim Support-Ende von Dynamics NAV?
Für NAV 2017 endet der erweiterte Support am 12.01.2027, für NAV 2018 am 12.01.2028. NAV 2016 ist seit dem 15.04.2026 abgelaufen. Wer noch auf NAV arbeitet, braucht einen Plan für die Nachfolge, zum Beispiel Business Central oder ein Fertigungs-ERP. Einen Überblick gibt die Seite Navision Alternative.
Welche rechtlichen Punkte sind für das ERP im Maschinenbau wichtig?
Wichtig sind die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die ab 20. Januar 2027 gilt und zehn Jahre Aufbewahrung der technischen Unterlagen verlangt, die neue Produkthaftungsrichtlinie (EU) 2024/2853, die GoBD und die E-Rechnung mit Pflicht zum Empfang seit 2025 und zur Ausstellung bis 2028. Das ERP sollte Nachweise, Archivierung und Seriennummern ohne Nebensystem liefern. Eine Rechtsberatung ersetzt diese Liste nicht.
Nach welchen Kriterien ist der Auszug zusammengestellt?
Der Auszug umfasst neun Anbieter mit nachweislicher Branchenerfahrung im Maschinenbau aus unserer Marktdatenbank und fünf große Plattformen. Er ist alphabetisch innerhalb der Gruppen sortiert, enthält keine Bewertung und keine bezahlte Platzierung. Preise und Funktionen stammen von den Herstellerseiten. Bewertungen und Schätzungen von Vergleichsportalen nutzen wir nicht. Weitere Anbieter findet ihr im ERP-Anbieter-Katalog.
Ist Find-Your-Software ein Vergleichsportal?
Nein. Find-Your-Software ist ein Werkzeug für die Softwareauswahl: Es sammelt eure Anforderungen, erstellt eine begründete Shortlist, begleitet Demos und Verträge und dokumentiert alles nachvollziehbar. Die Seite hier ist ein Auszug als Orientierung, die eigentliche Auswahl entsteht im Selection Portal aus euren Anforderungen und eurer Systemlandschaft. Der Unterschied zu Bewertungsportalen steht auf Werkzeug statt Bewertungsportal.
Das passende ERP-System für euren Maschinenbau finden
Sagt uns, was ihr baut, welche Systeme bleiben und wo das Altsystem steht. Wir erstellen daraus eine begründete Shortlist und begleiten Demos, Angebote und Vertrag. Im Erstgespräch klären wir, ob ihr mit Matching und Selection Portal startet oder erst eure Anforderungen schärft.