Europäische Alternativen zu US-Software.
Je Systemart eingeordnet.
Europäische Alternativen zu US-Software gibt es für fast jede Systemart im Mittelstand, etwa mailbox.org statt Microsoft 365, STACKIT statt AWS und Mistral AI statt ChatGPT. Entscheiden Sie je System nach Firmensitz, Rechenzentrum und BSI-C5-Testat, nicht nach dem Etikett „souverän“. Testen Sie eine Alternative vier Wochen mit echten Dokumenten einer Abteilung und spielen Sie dabei einmal den kompletten Export in ein anderes System zurück.
Warum der Mittelstand
europäische Software prüft.
Im Bitkom Cloud Report sagen 64 % der Cloud-Nutzer, dass die US-Politik sie zum Überdenken ihrer Cloud-Strategie drängt. Zugleich lehnen 58 % Nachteile bei Funktionen, Service oder Preis für eine deutsche Cloud grundsätzlich ab. Für Unternehmen mit 50 bis 5.000 Mitarbeitenden heißt das: je System entscheiden, wo Herkunft und Kontrolle wirklich zählen.
Wechsel nach Schlagzeile
- Alle US-Systeme gelten pauschal als Risiko, egal welche Daten sie halten
- Das Etikett „souveräne Cloud“ ersetzt den Blick in Testat und Vertrag
- Der Export der Daten wird erst geprüft, wenn der Vertrag gekündigt ist
- Die Alternative wird mit Musterdaten des Anbieters vorgeführt
Wechsel nach Schutzbedarf
- Jedes System bekommt eine Datenklasse und ein Ziel für Sitz und Standort
- Nachweise wie C5-Testat, Unterauftragnehmer und Schlüsselverwaltung liegen schriftlich vor
- Der Pilot läuft mit echten Dokumenten und echten Rollen
- Der Aufwand ist in Berater- und Entwicklertagen gerechnet und nachvollziehbar
Quelle: Bitkom, Presseinformation zum Cloud Report 2026 vom 17.06.2026, 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, telefonisch befragt. Lock-in-Effekte nennen dort 59 % als größtes Hindernis beim Anbieterwechsel.
Europäische Software Alternativen
im Auszug je Systemart.
Der Auszug nennt je Systemart europäische Anbieter mit belegtem Sitz, Rechenzentrum und Nachweis. Auswahlprinzip: jede wichtige Systemart vertreten, Sitz in EU oder EFTA, alphabetisch je Gruppe, keine Rangfolge. Beim BSI C5 steht ein Haken nur, wenn der Anbieter selbst ein Testat nennt, ein ≈ heißt: Testat oder Umfang erfragen.
| Anbieter | Betrieb | Preis ab | Ersetzt typisch | Sitz | Rechenzentrum | Open Source | BSI C5 | Passt für | Profil |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Office, E-Mail und Zusammenarbeitstatt Microsoft 365, Google Workspace oder Slack | |||||||||
| mailbox.orgMail, Office, Meet | SaaS | 4 € je Nutzer und Monat netto (Standard) | Exchange Online, Gmail | Berlin | eigene Rechenzentren in Berlin | nein, Dienst als SaaS | ✓ Typ 1, gemeldet am 07.01.2026 | Teams, die E-Mail und Office ohne eigenen Betrieb aus Deutschland beziehen | |
| Nextcloud HubDateien, Office, Talk | eigener Betrieb oder Hoster | Enterprise ab 71,29 € je Nutzer und Jahr, ab 100 Nutzern | SharePoint, OneDrive, Teams | Stuttgart | frei wählbar: eigenes Rechenzentrum oder Hoster | ✓ AGPL | ≈ Software, Testat des Betreibers prüfen | Unternehmen mit eigener IT, die den Standort selbst bestimmen wollen | |
| StackfieldChat, Aufgaben, Projekte | SaaS | 14 € je Nutzer und Monat (Business, jährlich) | Slack, Microsoft Teams, Asana | München | deutsche Rechenzentren, nur europäische Unterauftragnehmer | nein | ✓ Testat laut Stackfield, Typ erfragen | Projektteams mit vertraulicher Abstimmung, auch mit Externen | |
| Videokonferenz und Messengerstatt Zoom, Teams-Besprechungen oder WhatsApp | |||||||||
| alfaviewVideokonferenz | SaaS | 3,90 € je Raum und Monat, 39 € im Jahr (Professional) | Zoom, Teams-Besprechungen | Karlsruhe | nur Rechenzentren in Deutschland, ISO-27001-Zertifikat | nein | ≈ IT-Sicherheitskennzeichen des BSI bis 06/2030, C5 erfragen | Schulungen und Besprechungen mit vielen externen Teilnehmern | |
| WireMessenger und Konferenzen | SaaS oder eigener Betrieb | 7,45 € je Person und Monat (KMU, jährlich) | WhatsApp, Slack, Teams-Chat | Zug (Schweiz), EU-Vertretung Berlin | Wire Cloud oder eigene Umgebung, Standort im Vertrag festhalten | ✓ vollständig Open Source | ≈ erfragen | Vertrauliche Abstimmung mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung | |
| Dateiablage und Austauschstatt OneDrive, Dropbox oder Box | |||||||||
| TeamDriveverschlüsselter Datenraum | SaaS | 76 € je Jahr für einen Nutzer mit 10 GB (Professional) | Dropbox, OneDrive | Hamburg | Rechenzentren der IONOS SE in Frankfurt | nein | ≈ Rechenzentrum mit C5, Dienst mit ISO-27001-Zertifikat | Austausch mit Steuerberatung, Kanzlei oder Kunden | |
| CRMstatt Salesforce oder HubSpot, Vertiefung in den CRM-Ratgebern | |||||||||
| CAS genesisWorldCRM | Cloud oder lokal | auf Anfrage | Salesforce Sales Cloud, Dynamics 365 Sales | Karlsruhe | Cloud mit Datenstandort in deutschen Rechenzentren laut CAS | nein | ≈ erfragen | Vertrieb und Service mit vielen Beziehungen zu Firmen und Projekten | Zum Profil → |
| OdooCRM in einer Business-Suite | SaaS oder lokal | 24,90 € je Nutzer und Monat (Standard, jährlich) | HubSpot, Salesforce | Grand-Rosière (Belgien) | Region Europa: Frankreich und Belgien, Unterauftragnehmer Google und OVH | ✓ Community-Edition LGPLv3 | ≈ erfragen | Firmen, die CRM und Warenwirtschaft in einem System wollen | Zum Profil → |
| Cloud und Hostingstatt AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud | |||||||||
| IONOS CloudServer, Speicher, Kubernetes | IaaS und PaaS | nach Verbrauch laut Preisliste | AWS EC2 und S3, Azure | Montabaur | Rechenzentren in Deutschland wählbar | nein, Clouddienst | ✓ C5:2020 Typ 1 vom 28.05.2026, Typ 2 in Vorbereitung | Server und Speicher mit deutscher Jurisdiktion | |
| OVHcloudPublic Cloud, Bare Metal | IaaS und PaaS | nach Verbrauch laut Preisliste | AWS, Azure, Google Cloud | Roubaix (Frankreich) | Region Limburg, Local Zone Frankfurt | nein, Clouddienst | ✓ C5 laut OVHcloud, Typ und Dienst erfragen | Rechenleistung und dedizierte Server mit EU-Sitz | |
| STACKITCloud der Schwarz Gruppe | IaaS und PaaS | nach Verbrauch laut Preisliste | AWS, Azure, Google Cloud | Bad Friedrichshall | Rechenzentren in Deutschland und Österreich | nein, Clouddienst | ✓ Infrastruktur mit C5 Typ 2 | Container-Plattform und KI-Modelle für eigene Anwendungen | |
| T Cloud PublicCloud der Deutschen Telekom | IaaS und PaaS | nach Verbrauch laut Preisliste | AWS, Azure | Frankfurt am Main (T-Systems, Deutsche Telekom) | Biere und Magdeburg, zweite Region in den Niederlanden | nein, Clouddienst | ✓ C5 Typ 2 seit 2018 | Regulierte Branchen und Zulieferer von KRITIS-Betreibern | |
| KI-Modelle und Chatstatt ChatGPT, Microsoft Copilot oder Gemini | |||||||||
| Aleph AlphaKI-Plattform und Modelle | lokal oder SaaS | auf Anfrage | Azure OpenAI, ChatGPT Enterprise | Heidelberg, Zusammenschluss mit Cohere vereinbart | lokal, ohne Internet oder als SaaS | ≈ Modell Kolibri offen verfügbar | ≈ erfragen | Verwaltung und Industrie mit Betrieb im eigenen Haus | |
| Mistral AIModelle und Mistral Vibe | SaaS oder lokal | 24,99 US-Dollar je Nutzer und Monat zzgl. Steuern (Team) | ChatGPT, Microsoft Copilot, Gemini | Paris | standardmäßig in der EU, US-Endpunkt nur auf Wunsch | ≈ kleinere Modelle unter Apache 2.0 | ≈ erfragen | Chat-Assistent für Teams und Modelle für eigene Anwendungen | |
Quellen: Anbieter- und Referenzdatenbank von Find-Your-Software, Impressum, Preisliste und Sicherheitsangaben der Anbieter (verlinkt in der Spalte Anbieter), dazu mailbox.org zum C5-Testat, BSI IT-Sicherheitskennzeichen alfaview, Wire Impressum, Odoo Hosting, OVHcloud C5, T Cloud Public C5, Aleph Alpha und Cohere, Mistral Datenstandort, Stand 11/2026. Angaben laut Anbieter, ohne Gewähr. Verbindlich ist nur das Angebot des Anbieters. Weitere Systeme im Software-Katalog.
Was Microsoft, AWS und Google
in Europa anbieten.
Die großen US-Anbieter verlagern mit ihren EU-Angeboten Daten, Betrieb oder sogar die Gesellschaft nach Europa. Offen bleibt vor allem die Rechtsfrage, ob eine US-Muttergesellschaft im Einzelfall zur Herausgabe verpflichtet werden kann, mehr dazu im Leitfaden DSGVO und Serverstandort bei Unternehmenssoftware.
EU-Datengrenze und Sovereign Cloud
Microsoft speichert und verarbeitet Kundendaten und pseudonymisierte personenbezogene Daten für Microsoft 365, Azure, Dynamics 365 und Power Platform in EU und EFTA. Die Sovereign Public Cloud ergänzt Data Guardian und externe Schlüsselverwaltung.
- Gilt für Mandanten mit Registrierung in EU oder EFTA
- Private Variante mit Azure Local und Microsoft 365 Local
AWS European Sovereign Cloud
Seit dem 15.01.2026 läuft die erste Region in Brandenburg. Sie ist physisch und logisch von anderen AWS-Regionen getrennt, gehört zu einer eigenen Muttergesellschaft mit drei deutschen GmbH und wird nur von Personen mit Wohnsitz in der EU betrieben.
- Auch Metadaten wie Abrechnung und Rechte bleiben in der EU
- Laut AWS ohne kritische Abhängigkeit von Infrastruktur außerhalb der EU
Data Boundary und Partnerbetrieb
Google bietet drei Stufen: die Google Cloud Data Boundary mit Steuerung von Standort, Zugriff und externen Schlüsseln, Google Cloud Dedicated mit Betrieb durch einen lokalen Partner wie S3NS in Frankreich und Google Distributed Cloud, das auch ohne Internetverbindung läuft.
- Personalzugriff lässt sich nach Region beschränken
- Partnerbetrieb in Frankreich nach SecNumCloud ausgelegt
Gleiche Nachweise verlangen
Auch US-Anbieter haben C5-Testate, AWS etwa für Frankfurt. Vergleichen Sie deshalb nicht Herkunft gegen Etikett, sondern dieselben Nachweise: Testat mit Umfang, Liste der Unterauftragnehmer, Ort der Schlüssel und Ausstiegsregeln.
Quellen: Microsoft Learn, Was ist die EU-Datengrenze? und Microsoft Sovereign Cloud, Seite vom 15.07.2026; Amazon, Pressemitteilung vom 15.01.2026; AWS zu BSI C5; Google, Sovereign Cloud; Stand 11/2026.
CLOUD Act, Data Act
und was sich 2027 ändert.
Sechs Regeln prägen die Entscheidung, ausführlich eingeordnet in den Unterseiten des Leitfadens. Die Hinweise ersetzen keine anwaltliche Prüfung im Einzelfall.
Zugriff folgt der Kontrolle
Nach 18 U.S.C. § 2713 müssen Anbieter Daten in ihrem Besitz oder unter ihrer Kontrolle sichern oder offenlegen, auch wenn sie außerhalb der USA liegen. Entscheidend sind deshalb Sitz und Muttergesellschaft, nicht nur das Rechenzentrum.
- Mehr im Ratgeber EU Cloud Act für den Mittelstand
Überwachung von Nicht-US-Personen
Abschnitt 702 des Foreign Intelligence Surveillance Act (50 U.S.C. § 1881a) erlaubt US-Behörden die gezielte Überwachung von Personen außerhalb der USA über Anbieter elektronischer Kommunikationsdienste. Datenschutzbehörden prüfen Übermittlungen in die USA auch deshalb genau.
Übermittlung in die USA erlaubt
Für Empfänger auf der Liste des Data Privacy Framework gilt der Angemessenheitsbeschluss (EU) 2023/1795. Das EuG hat die Klage dagegen am 03.09.2025 abgewiesen (T-553/23), das Rechtsmittel C-703/25 P ist beim EuGH anhängig.
Ab 12.01.2027 keine Wechselentgelte
Ab dem 12. Januar 2027 dürfen Anbieter von Datenverarbeitungsdiensten für den Wechsel keine Wechselentgelte mehr verlangen, Art. 29 Abs. 1 VO (EU) 2023/2854. Bis dahin sind sie auf die Kosten im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Wechsel begrenzt.
Parallelbetrieb bleibt kostenpflichtig
Wer zwei Clouds parallel nutzt, zahlt weiter: Art. 34 Abs. 2 erlaubt dort Datenextraktionsentgelte, aber nur zur Weitergabe der entstandenen Kosten. Was diese Kosten sind, legt die Verordnung nicht fest. AWS und Google verzichten bei einem vollständigen Auszug nach eigenen Angaben schon heute auf Transfergebühren.
Vorschlag, noch kein Gesetz
Die EU-Kommission hat am 03.06.2026 den Cloud and AI Development Act vorgeschlagen (COM(2026) 502). Er soll ein einheitliches Bewertungsraster für Souveränität in der Beschaffung der Verwaltung schaffen und ist noch kein geltendes Recht.
- Stufen und Nachweise erklärt unser Ratgeber BSI C5, C3A und ES3
Quellen: 18 U.S.C. § 2713, 50 U.S.C. § 1881a, Durchführungsbeschluss (EU) 2023/1795, EuG, Pressemitteilung zu T-553/23, Amtsblatt C/2025/6610, VO (EU) 2023/2854 Art. 2, 25, 29, 34, AWS zum kostenlosen Auszug, Google vom 12.01.2024, EU-Kommission zum CADA. Rechtsstand 03.11.2026.
Office, CRM, ERP, HR, BI und KI:
was Sie je System prüfen.
Jede Systemart hat ihren eigenen Knackpunkt: bei Office die Dateiformate, beim CRM die Integrationen, bei der KI die Herkunft des Modells. Für Systemarten mit eigenem Fachportal finden Sie dort die vollständigen Vergleiche.
Formate und Gewohnheiten
- Makros in Excel und Vorlagen in Word vorab testen
- Telefonie und Raumsysteme aus Teams gesondert planen
- Was Copilot in Microsoft 365 kostet, steht im Ratgeber Microsoft 365 Copilot
Integrationen zuerst
- Schnittstellen zu ERP, Mail und Telefonie zählen
- Vergleiche mit Preisen: Salesforce Alternativen und HubSpot Alternativen
- Pflichten zu Auftragsverarbeitung und Hosting: CRM DSGVO-konform
Oft schon europäisch
- Laut einer Studie der Uni Potsdam im Auftrag des Verbands BITMi nutzen 44,3 % der befragten mittelständischen ERP-Anwender ERP von IT-Mittelständlern
- Systeme und Anbieter: ERP Software Vergleich bei Find-Your-ERP
- Wechselwege weg von SAP: SAP Alternativen
Beschäftigtendaten streng prüfen
- Beschäftigtendaten in die USA nur mit Eintrag „HR Data“ im Data Privacy Framework
- Vergleich für große HR-Suiten: Workday Alternativen
- Anforderungen und Anbieter: DSGVO-konforme HR-Software
Datenplattform mitdenken
- Datenlager und Konnektoren zählen mit
- Tools im Vergleich: Power BI Alternativen bei Find-Your-BI
Modell und Plattform trennen
- Plattformen wie Langdock aus Berlin hosten in der EU, nutzen aber auch Modelle von OpenAI, Anthropic und Google
- Drei Wege für einen eigenen Assistenten: Unternehmens-ChatGPT
- Interne Assistenten im Überblick: KI-Chatbot für Unternehmen
Quellen: BITMi, Pressemitteilung vom 11.06.2026 und Studie der Universität Potsdam, Mai 2026, Auftraggeber Bundesverband IT-Mittelstand e.V., 1.662 ERP-Anwender unter 1.000 Beschäftigten, laut Studie nach Größenklassen nicht repräsentativ; Langdock laut unserem Ratgeber KI-Chatbot, Stand 11/2026.
Bleiben, absichern
oder wechseln?
Gehen Sie den Check für jedes System einzeln durch, zuerst für die drei Systeme mit den sensibelsten Daten. Grün heißt behalten und Nachweise ablegen, Gelb heißt nachbessern und eine Alternative im Pilot danebenstellen, Blau heißt Wechsel vorbereiten.
Daten und Schutzbedarf
Anbieter und Vertrag
Ausstieg
Betrieb im Ernstfall
System behalten, Nachweise ablegen
Ihr System erfüllt die wichtigsten Punkte. Legen Sie Testat, Unterauftragnehmerliste und Exportprotokoll ab und prüfen Sie sie jährlich. Ein Wechsel bringt hier eher Aufwand als Gewinn.
Vertrag schärfen, Alternative pilotieren
Einzelne Lücken lassen sich oft im Vertrag oder in den Einstellungen schließen, etwa mit EU-Datengrenze oder eigenen Schlüsseln. Stellen Sie parallel eine europäische Alternative in einem kleinen Pilot daneben und rechnen Sie den Wechselaufwand.
Alternative auswählen und Ausstieg planen
Hier geht es um Lieferpflichten, Exportfähigkeit oder Abschaltrisiken. Sammeln Sie Anforderungen mit Wichtigkeit A, B, C und K.O. und holen Sie zwei bis drei europäische Angebote ein. Ab dem 12.01.2027 dürfen Cloud-Anbieter für den Wechsel keine Wechselentgelte mehr verlangen.
Fragen nach den Domänen des BSI C3A und Art. 25 und 29 der VO (EU) 2023/2854. Eine Einordnung der eigenen Architektur bietet unser Ratgeber IT-Architektur auf Souveränität bewerten. Einschätzungen von Find-Your-Software.
Was kostet der Wechsel
zu einer europäischen Alternative?
Die Lizenz der Alternative ist oft gleich teuer oder günstiger. Den Unterschied machen Beratung, Migration, Schulung und die Monate, in denen beide Systeme laufen. Wählen Sie die Systemart und ersetzen Sie die Startwerte durch Ihre eigenen. Der Rechner zeigt den einmaligen Aufwand, nicht die laufenden Kosten.
- Beratertag 1.200 €, Entwicklertag 900 €
- Grundaufwand je Systemart plus zwei Beratertage je 100 Nutzer
- Drei Entwicklertage je Schnittstelle, Datenmigration im Grundaufwand enthalten
- Lizenz der Alternative und laufende Kosten nicht enthalten
- Keine Wechselentgelte, wie sie Art. 29 Data Act ab 12.01.2027 untersagt
Annahmen dieses Rechenbeispiels von Find-Your-Software, keine Aussage über einzelne Anbieter. Verbindlich ist nur das Angebot des Anbieters oder Partners. Wie Sie Exit-Klauseln im Vertrag festhalten, zeigt unser Leitfaden Softwarevertrag prüfen.
Häufige Fragen
direkt beantwortet.
Welche europäischen Alternativen zu Microsoft 365 gibt es?
Für E-Mail, Kalender und Office gibt es europäische Dienste wie mailbox.org aus Berlin, für Dateien und Zusammenarbeit Nextcloud aus Stuttgart und für Chat und Projekte Stackfield aus München. mailbox.org kostet im Tarif Standard laut Anbieter 4 € je Nutzer und Monat netto. Prüfen Sie vor dem Wechsel Excel-Makros, Word-Vorlagen und die Telefonie aus Teams, denn dort entsteht der meiste Aufwand. Nextcloud Enterprise kostet ab 100 Nutzern 71,29 € je Nutzer und Jahr.
Gibt es eine europäische Alternative zu AWS und Azure?
Ja, für Server, Speicher und Container gibt es europäische Clouds wie IONOS Cloud, OVHcloud, STACKIT und T Cloud Public. STACKIT nennt für seine Infrastruktur ein C5-Testat Typ 2, T Cloud Public ebenfalls Typ 2, IONOS Cloud ein Testat Typ 1 vom 28.05.2026. Der Funktionsumfang ist kleiner als bei den Hyperscalern, im Bitkom Cloud Report sehen 43 % keine gleichwertige Alternative. Vergleichen Sie deshalb Dienst für Dienst, welche Ihrer Workloads die Alternative tatsächlich abdeckt.
Schützt ein deutsches Rechenzentrum eines US-Anbieters vor dem CLOUD Act?
Nicht automatisch. Nach 18 U.S.C. § 2713 können US-Anbieter verpflichtet werden, Daten in ihrem Besitz oder unter ihrer Kontrolle offenzulegen, auch wenn diese außerhalb der USA liegen. Ob das im Einzelfall durchsetzbar ist, ist eine Rechtsfrage. Für die Auswahl zählen deshalb Sitz und Muttergesellschaft des Anbieters, wer den Betrieb kontrolliert und wer die Schlüssel hält. Verschlüsselung mit eigenen Schlüsseln mindert das Risiko, ersetzt aber nicht die Prüfung der Jurisdiktion. Fragen Sie auch nach europäischen Tochtergesellschaften.
Was leistet die EU-Datengrenze von Microsoft?
Microsoft speichert und verarbeitet innerhalb der EU-Datengrenze Kundendaten und pseudonymisierte personenbezogene Daten für Microsoft 365, Azure, Dynamics 365 und Power Platform in Ländern der EU und der EFTA. Microsoft nennt dabei begrenzte Fälle, in denen Daten die Grenze weiter verlassen. Kunden mit Multi-Geo fallen nicht darunter. Die Muttergesellschaft bleibt ein US-Unternehmen, die Frage der Jurisdiktion bleibt also bestehen. Prüfen Sie im Admin Center, welches Land für Ihren Mandanten eingetragen ist.
Was ist die AWS European Sovereign Cloud?
Die AWS European Sovereign Cloud ist eine eigene Cloud von Amazon Web Services mit erster Region in Brandenburg, verfügbar seit dem 15.01.2026. Laut AWS ist sie physisch und logisch von den übrigen Regionen getrennt, gehört zu einer eigenen Muttergesellschaft mit drei deutschen GmbH und wird nur von Personen mit Wohnsitz in der EU betrieben. Prüfen Sie, ob alle Dienste, die Sie nutzen, dort verfügbar sind. Auch Metadaten wie Abrechnung und Rechte bleiben laut AWS in der EU.
Woran erkenne ich, ob ein Anbieter ein BSI-C5-Testat hat?
Fragen Sie nach dem Prüfbericht selbst, nicht nach einem Logo. Ein C5-Testat erstellt ein Wirtschaftsprüfer. Typ 1 bestätigt das Design der Kontrollen zu einem Stichtag, Typ 2 zusätzlich ihre Wirksamkeit über einen Berichtszeitraum. Prüfen Sie, ob der Bericht genau Ihren Dienst und den aktuellen Zeitraum abdeckt. Ab dem 01.06.2027 ist der neue Katalog C5:2026 anzuwenden, bis dahin sind Testate nach C5:2020 üblich. Ein Testat belegt Sicherheit, nicht Datenschutz und nicht Souveränität.
Wird der Wechsel des Cloud-Anbieters ab 2027 kostenlos?
Die Wechselentgelte fallen weg, der Aufwand bleibt. Ab dem 12.01.2027 dürfen Anbieter von Datenverarbeitungsdiensten nach Art. 29 Abs. 1 Data Act keine Wechselentgelte mehr verlangen, dazu zählen auch Gebühren für den Datenauszug beim Wechsel. Bis dahin dürfen sie höchstens ihre unmittelbaren Kosten berechnen. Nutzen Sie zwei Clouds parallel, bleiben Datenextraktionsentgelte bis zur Höhe der Kosten erlaubt, Art. 34 Abs. 2. Beratung, Migration und Schulung zahlen Sie weiter selbst. Planen Sie diese Kosten fest ein.
Gibt es eine europäische Alternative zu ChatGPT für Unternehmen?
Ja. Mistral AI aus Paris bietet den Assistenten Mistral Vibe im Tarif Team für 24,99 US-Dollar je Nutzer und Monat zuzüglich Steuern, die Daten liegen laut Mistral standardmäßig in der EU. Aleph Alpha aus Heidelberg betreibt seine Plattform auch im eigenen Haus, der Zusammenschluss mit Cohere ist vereinbart. Plattformen wie Langdock hosten in der EU, nutzen aber auch Modelle von US-Anbietern. Fragen Sie deshalb immer, wo das Modell selbst läuft.
Ist Open-Source-Software automatisch souverän?
Nein, aber sie erleichtert den Ausstieg. Mit Software unter AGPL oder LGPL wie Nextcloud oder der Odoo Community-Edition wählen Sie Betreiber und Rechenzentrum selbst und können den Quellcode prüfen lassen. Souverän wird der Betrieb erst, wenn Hosting, Support und Updates ebenfalls kontrollierbar sind. Odoo betreibt seine Region Europa etwa mit den Unterauftragnehmern Google und OVH. Prüfen Sie also immer, wer die Software für Sie betreibt und wo. Die Lizenz allein reicht nicht.
Nutzt der Mittelstand schon Software europäischer Anbieter?
Beim ERP ja, zumindest deutsche. Eine Studie der Universität Potsdam im Auftrag des Bundesverbands IT-Mittelstand ergab, dass 44,3 % von 1.662 befragten mittelständischen ERP-Anwendern ein System von IT-Mittelständlern nutzen. Der Verband ist Auftraggeber, die Stichprobe ist laut Studie nach Größenklassen nicht repräsentativ. In der Cloud ist das Bild anders: Laut Bitkom beziehen 71 % der Unternehmen Angebote aus den USA, nur 8 % würden sie bevorzugen. Für die eigene Auswahl zählt am Ende der Vertrag.
Muss ich alle US-Systeme ersetzen?
Nein, in den meisten Fällen nicht. Sinnvoll ist eine Entscheidung je System nach Schutzbedarf. Systeme mit Personal-, Gesundheits- oder Konstruktionsdaten und Systeme, für die Kunden Nachweise verlangen, gehören zuerst auf den Prüfstand. Bei anderen reichen oft schärfere Verträge, eigene Schlüssel oder die EU-Angebote der US-Anbieter. Der Souveränitäts-Check zeigt je System, ob Absichern genügt. Laut Bitkom lehnen 58 % der Unternehmen Nachteile für eine deutsche Cloud grundsätzlich ab, ein Komplettwechsel ist also selten das Ziel.
Was kostet der Wechsel zu einer europäischen Alternative?
Das hängt vor allem von Nutzerzahl, Schnittstellen und Parallelbetrieb ab. Im Rechenbeispiel von Find-Your-Software kostet der Wechsel eines Office-Pakets für 150 Nutzer mit drei Schnittstellen rund 58.800 Euro einmalig, gerechnet mit 13 Beratertagen zu 1.200 Euro, 14 Entwicklertagen zu 900 Euro, drei Schulungsstunden je Nutzer zu 60 Euro und zwei Monaten Parallelbetrieb zu angenommenen 12 Euro je Nutzer. Ersetzen Sie die Annahmen im Rechner durch Ihre eigenen Werte. Die Lizenz der Alternative kommt hinzu.
Wie hilft Find-Your-Software bei der Auswahl einer europäischen Alternative?
Find-Your-Software ist ein Werkzeug für die Softwareauswahl: Es sammelt Anforderungen, erzeugt eine begründete Shortlist, unterstützt Demos und Vertrag und dokumentiert alles nachvollziehbar. Sitz, Rechenzentrum und C5-Testat erfassen Sie im Selection Portal als Anforderungen mit Wichtigkeit A, B oder C, Pflichtpunkte markieren Sie als K.O. Die Anbieter beantworten den Fragebogen schriftlich, so liegen die Nachweise aller Finalisten nebeneinander. Das Ranking zeigt dann, welcher Anbieter Ihre Pflichtpunkte erfüllt. So entscheiden Sie mit Belegen statt Etiketten.
Die passende europäische Alternative
für Ihr System finden.
Find-Your-Software ist ein Werkzeug für die Softwareauswahl: Es sammelt Anforderungen, erzeugt eine begründete Shortlist, unterstützt Demos und Vertrag und dokumentiert alles nachvollziehbar. Im Selection Portal erfassen Sie Ihre IT-Systemlandschaft, sammeln Anforderungen wie Sitz und C5-Testat und vergleichen die Antworten im Anbieter-Ranking. Den Weg vom Schutzbedarf bis zur Anbieterwahl beschreibt unser Leitfaden Digitale Souveränität und Cloud. Angaben laut Anbieter, Stand November 2026, ohne Gewähr. Einschätzungen geben die Meinung von Find-Your-Software wieder.