Software-Beschaffung.
Vom Bedarf bis zum unterschriebenen Vertrag.
Software-Beschaffung ist der Weg vom ersten Bedarf bis zum unterschriebenen Vertrag, den Fachbereich, IT und Einkauf gemeinsam gehen. Den Ausschlag geben gewichtete Anforderungen mit wenigen K.O.-Kriterien, eine Demo mit Ihren eigenen Abläufen und ein Vertrag mit Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO. Klären Sie Datenrückgabe und Kündigung nach dem EU Data Act, bevor Sie über den Preis verhandeln.
Software-Beschaffung im Mittelstand.
Ein Prozess, kein Bestellvorgang.
Software-Beschaffung umfasst alles, was zwischen dem ersten Bedarf und dem laufenden System liegt: Ziele klären, Prozesse aufnehmen, Anforderungen gewichten, den Markt prüfen, Angebote einholen, Demos bewerten und den Vertrag verhandeln. Anders als beim Kauf von Büromaterial bindet sich ein Unternehmen damit oft für viele Jahre an einen Anbieter, seine Datenformate und seine Preispolitik. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts nutzten 2025 bereits 54 % der Unternehmen ab 10 Beschäftigten kostenpflichtige Cloud-Services, bei mittleren Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten 65 %. Damit wird der Software-Einkauf immer öfter zum Abschluss eines Dauerschuldverhältnisses mit Abonnement, Servicelevel und Ausstiegsregeln. Nicht gemeint ist Software für die Einkaufsabteilung selbst; Systeme für Bestellung, Lieferantenmanagement und Ausschreibungen finden Sie im Überblick Procurement Software.
Software-Einkauf ohne Prozess
- Der Fachbereich bringt einen Favoriten aus einer Messe mit
- Anforderungen stehen erst nach der Demo fest
- Jeder Anbieter antwortet in seinem eigenen Format
- Der Einkauf sieht den Vertrag erst zur Unterschrift
- Datenschutz und Betriebsrat erfahren spät vom Projekt
- Der Ausstieg ist nicht geregelt, die Daten liegen beim Anbieter
Software-Beschaffung mit Prozess
- Ziel, Budgetrahmen und Verantwortliche stehen vor dem Marktkontakt fest
- Anforderungen sind gewichtet, K.O.-Kriterien begründet
- Alle Anbieter beantworten dieselbe Anfrage im selben Raster
- Demos laufen nach Ihrem Drehbuch mit Ihren Daten
- Die Entscheidung beruht auf Nutzwert und Gesamtkosten
- Der Vertrag regelt Auftragsverarbeitung, Servicelevel und Datenrückgabe
Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 416 vom 24. November 2025, Stand Oktober 2026.
Die neun Phasen der Software-Beschaffung.
Ergebnis, Verantwortung, Dauer.
Jede Phase endet mit einem Dokument, das die nächste Phase braucht. Wer eine Phase überspringt, holt sie später teurer nach: Nach den Werten, die Find-Your-Software in Was eine Änderung kostet zusammengetragen hat, kostet eine Änderung in der Konzeption das 3- bis 8-Fache und im Test das 21- bis 78-Fache einer Änderung in der Anforderungsphase. Die Dauer je Phase sind Erfahrungswerte für den Mittelstand. Mit einer formalen Ausschreibung und großem Anforderungskatalog dauert die Auswahl länger, die Software-Auswahl Methodik nennt dafür 2 bis 6 Monate.
| Phase | Ergebnis und Dokument | Verantwortlich | Typische Dauer |
|---|---|---|---|
| 1 · Bedarf und ZielAuslöser, Ziel, Budgetrahmen | Projektauftrag mit messbarem Ziel, Budgetrahmen, Zeitplan und Projektteam | Geschäftsführung als Auftraggeber, Projektleitung | 1 bis 2 Wochen |
| 2 · ProzessanalyseIst-Aufnahme und Soll-Skizze | Prozessbeschreibung mit Schwachstellen, Mengengerüst und Schnittstellenliste | Fachbereich mit IT | 1 bis 3 Wochen |
| 3 · AnforderungenRequirements Engineering | Lastenheft mit gewichteten Anforderungen und wenigen K.O.-Kriterien | Fachbereich, IT, Datenschutz | 1 bis 2 Wochen |
| 4 · Markt und ShortlistLonglist, dann Shortlist | Longlist mit 8 bis 15 Anbietern, Shortlist mit 3 bis 5 | Projektleitung mit Einkauf und IT | 1 bis 2 Wochen, Shortlist rund 1 Woche |
| 5 · RFPAnfrage an die Shortlist | RFP mit Antwortraster, Preisblatt, Fristen und Ansprechperson | Einkauf mit Projektleitung | rund 6 Wochen bis zur Auswertung, davon 2 bis 3 Wochen Antwortfrist |
| 6 · Demo und TestSzenarien statt Präsentation | Demo-Drehbuch, Bewertungsbogen, Protokolle der Referenzgespräche | Fachbereich mit Key Usern, IT | 2 bis 3 Wochen |
| 7 · BewertungNutzwert und Gesamtkosten | Nutzwertanalyse, TCO-Rechnung, Entscheidungsvorlage | Projektleitung, Freigabe durch die Geschäftsführung | in Phase 4 bis 6 enthalten, Abschluss nach der letzten Demo |
| 8 · VertragVerhandlung mit zwei Finalisten | Vertrag mit Leistungsbeschreibung, AVV, SLA, Preisblatt und Exit-Regeln | Einkauf, Recht, Datenschutz, Betriebsrat | 1 bis 3 Wochen, bei umfangreichen Verträgen bis 4 Wochen |
| 9 · EinführungVom Vertrag zum Go-live | Projektplan, Migrationskonzept, Abnahmeprotokoll | Projektleitung mit Anbieter, IT und Fachbereich | 3 bis 12 Monate im Mittelstand |
Dauer: Erfahrungswerte von Find-Your-Software aus der Software-Auswahl Checkliste, dem Ratgeber Was ist ein RFP und Softwarevertrag prüfen, keine Messwerte. Stand Oktober 2026.
Software beschaffen in acht Schritten.
Vom Projektauftrag zur Unterschrift.
Bis zur Unterschrift reichen acht Schritte. Die Einführung schließt danach an und hat eigene Phasen, die unser Ratgeber Software-Einführung vom Vertrag zum Go-live beschreibt. Vor dem ersten Schritt lohnt ein Blick auf die Grundsatzentscheidungen in der Softwareauswahl, etwa Cloud oder eigener Betrieb.
Projektauftrag schreiben
Halten Sie Anlass, Ziel, Budgetrahmen und Termin auf einer Seite fest. Benennen Sie Auftraggeber, Projektleitung und je eine Person aus Fachbereich, IT und Einkauf. Ohne Projektauftrag beginnt jede Diskussion bei null.
Prozesse aufnehmen
Beschreiben Sie die heutigen Abläufe von Anfang bis Ende, mit Mengen, Medienbrüchen und Schnittstellen. Die Prozessanalyse liefert die Grundlage für prüfbare Anforderungen.
Anforderungen gewichten
Sammeln Sie funktionale und nicht funktionale Anforderungen, ordnen Sie jede als Muss, Soll oder Kann ein und markieren Sie wenige echte K.O.-Kriterien. Das Ergebnis ist das Lastenheft.
Markt sichten und Shortlist bilden
Prüfen Sie den Markt breit, grenzen Sie über K.O.-Kriterien auf eine Longlist ein und wählen Sie drei bis fünf Anbieter für die Anfrage. Begründen Sie jeden Ausschluss schriftlich.
RFP versenden
Schicken Sie allen Anbietern dieselbe Unterlage am selben Tag, mit festem Antwortraster, Preisblatt und Frist. Rückfragen beantworten Sie schriftlich für alle.
Demos nach Drehbuch
Lassen Sie jeden Anbieter dieselben Szenarien mit Ihren Beispieldaten zeigen. Key User bewerten auf einem einheitlichen Bogen, Referenzgespräche ergänzen das Bild.
Bewerten und entscheiden
Prüfen Sie K.O.-Kriterien zuerst, rechnen Sie dann die Nutzwertanalyse und stellen Sie die Gesamtkosten über drei bis fünf Jahre daneben. Die Geschäftsführung entscheidet auf Basis einer Vorlage.
Vertrag verhandeln und unterschreiben
Verhandeln Sie mit zwei Finalisten. Prüfen Sie Leistungsbeschreibung, Auftragsverarbeitung, Servicelevel, Preisanpassung, Laufzeit und Ausstieg, und nehmen Sie den Anforderungskatalog mit den Antworten als Anlage auf.
Ablauf: Empfehlung von Find-Your-Software auf Grundlage der Software-Auswahl Checkliste, Stand Oktober 2026.
Requirements Engineering in der Softwareauswahl.
Anforderungen, die Anbieter beantworten müssen.
Requirements Engineering heißt, Anforderungen systematisch zu ermitteln, zu dokumentieren, zu prüfen und zu pflegen. In der Softwareauswahl geht es nicht um eine Eigenentwicklung, sondern darum, Standardsoftware an Ihren Anforderungen zu messen. Das Gewicht des Themas zeigt der Bericht „Pulse of the Profession“ des Project Management Institute von 2014: 37 % der befragten Organisationen nannten ungenaue Anforderungserhebung als einen Hauptgrund für gescheiterte Projekte. Die Grundbegriffe beschreibt die internationale Norm ISO/IEC/IEEE 29148, die Ausbildung dazu bietet das International Requirements Engineering Board (IREB) mit dem Zertifikat CPRE Foundation Level an. Wie Sie das im Projekt umsetzen, zeigt unser Ratgeber Anforderungsmanagement im Selection Portal.
Was das System tun soll
Funktionale Anforderungen beschreiben Ergebnisse und Abläufe: Rechnung erstellen, Auftrag freigeben, Lagerplatz vorschlagen.
- Aus den Prozessschritten ableiten
- Eine Funktion je Anforderung
- Mengen und Ausnahmen nennen
Wie gut es das tun soll
Qualitätsanforderungen betreffen Leistung, Sicherheit, Benutzbarkeit und Wartbarkeit. Die Norm ISO/IEC 25010 in der Fassung von 2023 ordnet sie in Qualitätsmerkmale.
- Antwortzeiten und Verfügbarkeit mit Zahl
- Rollen und Rechte
- Barrierefreiheit und Sprachen
Was feststeht
Randbedingungen grenzen den Lösungsraum ein, bevor ein Anbieter antwortet: Betriebsmodell, Rechenzentrum in der EU, Pflichtschnittstellen, Datenschutz.
- Aus Grundsatzentscheidungen ableiten
- Oft Kandidaten für K.O.
- Mit Nachweis abfragen
Szenarien statt Feature-Listen
Ein Häkchen bei „Reporting“ setzt jeder Anbieter. Ein Szenario mit Rolle, Ergebnis und Messgröße muss er vorführen.
- Rolle, Ergebnis, Messgröße
- Mit echten Beispieldaten
- Direkt als Demo-Drehbuch nutzbar
Muss, Soll, Kann
Jede Anforderung bekommt eine Priorität. Im Selection Portal heißen die Stufen A, B und C. Ein Richtwert aus unserem Ratgeber RFP erstellen: höchstens 20 bis 30 % Muss.
- Verteilung vor dem Versand zählen
- Gewichte vor den Angeboten festlegen
- Änderungen mit Datum festhalten
Ausschluss ohne Ausgleich
K.O.-Kriterien prüfen Sie vor der Punktrechnung. Wer eines nicht erfüllt, scheidet aus, auch wenn er sonst stark ist.
- Wenige und begründet
- Mit Nachweis prüfen
- Offene Punkte mit dem Anbieter klären
Quellen: ISO/IEC/IEEE 29148:2018, ISO/IEC 25010:2023, IREB, CPRE Foundation Level, Project Management Institute, Pulse of the Profession 2014, zitiert in Anforderungsmanagement im Selection Portal, Richtwert aus RFP erstellen, Stand Oktober 2026.
Vom Stichwort zur prüfbaren Anforderung.
Fünf Beispiele.
Eine Anforderung ist gut, wenn zwei Anbieter sie gleich verstehen und Sie die Antwort in der Demo nachprüfen können. Dafür braucht sie eine Rolle, ein Ergebnis und eine Messgröße. Vorlagen mit Gliederung und Musteranforderungen finden Sie in der Lastenheft-Vorlage für die Softwareauswahl und für Kernsysteme in der ERP-Lastenheft-Vorlage.
| Feature-Liste | Als prüfbare Anforderung | So prüfen Sie es in der Demo |
|---|---|---|
| „Gutes Reporting“Finanzen | Eine Sachbearbeiterin erstellt die Offene-Posten-Liste je Kunde, gefiltert nach Fälligkeit, ohne IT-Hilfe in unter drei Minuten | Stoppuhr mitlaufen lassen, Filter selbst setzen lassen |
| „DATEV-Schnittstelle“Buchhaltung | Buchungsstapel eines Monats gehen im Format an die Steuerkanzlei, ohne Nacharbeit an Kostenstellen und Steuerschlüsseln | Exportdatei an die Kanzlei schicken und Import bestätigen lassen |
| „Mobil nutzbar“Außendienst | Der Außendienst erfasst einen Besuchsbericht ohne Netz auf dem Smartphone, die Daten gleichen sich bei Verbindung ab | Flugmodus einschalten, Bericht erfassen, danach Abgleich prüfen |
| „Benutzerfreundlich“Alle Bereiche | Eine neue Mitarbeiterin legt nach 30 Minuten Einweisung einen Auftrag ohne Hilfe an | Eine Person aus dem Fachbereich bedient selbst, der Anbieter schaut zu |
| „DSGVO-konform“Datenschutz | Personenbezogene Daten ausgeschiedener Beschäftigter werden nach einer einstellbaren Frist gelöscht, der Löschlauf wird protokolliert | Frist einstellen, Löschlauf und Protokoll vorführen lassen |
Beispiele von Find-Your-Software, die ersten beiden nach Anforderungsmanagement im Selection Portal, Stand Oktober 2026.
Vom Markt zur Anfrage.
Longlist, Shortlist, RFP.
Mit dem Lastenheft gehen Sie an den Markt. Erst breit, dann eng: Die Longlist umfasst nach der Software-Auswahl Checkliste von Find-Your-Software 8 bis 15 relevante Anbieter, die Shortlist für die Anfrage 3 bis 5. Weniger als drei sind kein Vergleich, mehr als fünf erzeugen einen Auswertungsaufwand, den kaum ein Team leisten kann. Die Anfrage selbst, das RFP, macht die Angebote vergleichbar, weil alle Anbieter dieselben Fragen im selben Format beantworten.
Breit suchen
- Markt nicht auf drei bekannte Namen verengen
- K.O.-Kriterien als erste Filter
- Branchen- und Größenfit prüfen
- Mehr in Longlist und Shortlist in der Softwareauswahl
Drei bis fünf Anbieter
- Jeden Ausschluss schriftlich begründen
- Unternehmensgröße der Referenzen beachten
- Passend zur Größe: Softwareauswahl nach Unternehmensgröße
Eine Anfrage für alle
- Anforderungen mit Antwortraster
- Preisblatt mit fester Gliederung
- Frist, Ansprechperson und Bindefrist
- Anleitung: RFP erstellen
RFI, RFP, RFQ
- RFI: Marktinformation vor der Shortlist
- RFP: Angebot mit Lösung und Preis
- RFQ: reine Preisanfrage bei klarer Leistung
- Grundlagen: Was ist ein RFP
Richtwerte: Erfahrungswerte von Find-Your-Software aus der Software-Auswahl Checkliste und Was ist ein RFP, Stand Oktober 2026.
Ein Raster für jede Antwort.
Erfüllungsgrad, Aufwand, Kommentar.
Ein Ja auf eine Anforderung sagt wenig. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn jeder Anbieter in denselben Stufen antwortet und den Aufwand für Anpassungen beziffert. Im Selection Portal antworten Anbieter je Anforderung mit nicht erfüllt, erfüllt mit Anpassung oder Zusatzmodul oder vollständig erfüllt, dazu mit dem Aufwand in Personentagen und einem Kommentar. Das gleiche Raster können Sie in jeder Tabelle nutzen.
| Antwort des Anbieters | Was die Antwort bedeutet | Was Sie nachfragen |
|---|---|---|
| Vollständig erfülltStandard | Die Funktion ist im Standard enthalten und ohne Programmierung nutzbar | In der Demo zeigen lassen, nicht nur bestätigen lassen |
| Erfüllt mit Anpassung oder ZusatzmodulMehraufwand | Die Funktion entsteht durch Konfiguration, Entwicklung oder ein zusätzlich lizenziertes Modul | Modulpreis, Aufwand und Pflege bei jedem Update getrennt ausweisen lassen |
| Nicht erfülltLücke | Die Funktion fehlt; bei einem K.O.-Kriterium scheidet der Anbieter aus | Umgehungslösung erfragen, Ankündigungen für spätere Versionen nicht werten |
| Aufwand in PersonentagenZahl je Anforderung | Schätzung des Anbieters für Anpassung oder Einrichtung | Tagessatz, Festpreis oder Obergrenze vereinbaren |
| KommentarFreitext | Begründung, Einschränkungen und Voraussetzungen der Antwort | Widersprüche zur Demo festhalten, Kommentar als Vertragsanlage nutzen |
Antwortstufen nach den Funktionen des Selection Portal, Stand Oktober 2026. Hinweise zum Nachfragen: Empfehlung von Find-Your-Software.
Demo mit eigenen Szenarien.
Bewertung mit Gewicht und Kosten.
In der Demo prüfen Sie, ob die Antworten aus dem RFP stimmen. Die Software-Auswahl Checkliste von Find-Your-Software plant dafür 2 bis 3 Wochen ein. Danach verdichtet die Nutzwertanalyse die Eindrücke zu einer Zahl je Anbieter: Gewicht mal Punkte, summiert über alle Kriterien. Wie das geht, zeigt unser Ratgeber Nutzwertanalyse und Bewertungsraster mit Excel-Vorlage.
Ihre Abläufe, nicht die des Anbieters
Schicken Sie zwei Wochen vorher drei bis fünf Szenarien aus den Use Cases. Jeder Anbieter zeigt dieselben Szenarien in derselben Reihenfolge.
- Eigene Beispieldaten mitgeben
- Zeit je Szenario festlegen
- Folien nur am Ende
Einzeln bewerten, dann sprechen
Jede Person bewertet direkt nach der Demo allein auf demselben Bogen. Erst danach bespricht das Team große Abweichungen.
- Skala mit beschriebenen Stufen
- Beobachtung statt Eindruck notieren
- Fragen für den Anbieter sammeln
Referenzkunden selbst auswählen
Vom Anbieter vorgeschlagene Referenzen sind meist seine zufriedensten Kunden. Bitten Sie um eine Liste und wählen Sie selbst, möglichst gleiche Branche und Größe.
- Nach Einführungsdauer und Budgettreue fragen
- Nach Support im Alltag fragen
- Nach dem Ausstieg anderer Kunden fragen
Testzugang oder Proof of Concept
Bei knappen Ergebnissen oder kritischen Schnittstellen hilft ein Test mit echten Daten. Legen Sie vorher fest, woran der Test gemessen wird.
- Erfolgskriterien schriftlich
- Zeitraum begrenzen
- Kosten vorab klären
Gewicht mal Punkte
K.O.-Kriterien zuerst, dann die gewichteten Punkte. Eine Sensitivitätsanalyse zeigt, ob der Sieger stabil bleibt.
- Gewichte vor den Demos festlegen
- Punkte mit Belegen
- Kleine Abstände nicht überbewerten
Nutzwert neben Gesamtkosten
Der Nutzwert sagt, wer Ihre Ziele am besten erfüllt, nicht, ob es sich rechnet. Stellen Sie die Kosten über drei bis fünf Jahre daneben.
- Gleiche Laufzeit für alle
- Internen Aufwand mitrechnen
- Entscheidungsvorlage mit beidem
Im Selection Portal zeigt das Anbieter-Ranking je Anbieter vier getrennte Werte: die Vorauswahl aus dem Matching, die Erfüllung der Anforderungen mal Wichtigkeit, den Durchschnitt der Präsentationsbewertungen und Ihre Experteneinschätzung. Quellen: Software-Auswahl Checkliste, Stand Oktober 2026. Vorgehen: Empfehlung von Find-Your-Software.
Der Vertrag entscheidet über Jahre.
Sechs Punkte vor der Unterschrift.
Im Vertrag wird aus Zusagen eine Pflicht. Prüfen Sie ihn mit derselben Sorgfalt wie die Funktionen. Der Bitkom Cloud Report 2026 zeigt, warum: Bei 64 % der Unternehmen stiegen im Vorjahr die Betriebskosten für Cloud-Lösungen, und 59 % nennen Lock-in-Effekte wie schwierige Datenexporte als größtes Hindernis beim Wechsel. Die vollständige Prüfliste mit 20 Punkten steht in unserem Ratgeber Softwarevertrag prüfen.
Auftragsverarbeitung
Verarbeitet der Anbieter personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag, braucht es einen Vertrag mit den Inhalten aus Art. 28 Abs. 3 DSGVO, schriftlich oder elektronisch nach Abs. 9.
- Weisungsbindung und Vertraulichkeit
- Unterauftragnehmer nur mit Genehmigung, Abs. 2 und 4
- Löschung oder Rückgabe am Ende
Servicelevel mit Zahl
Vereinbaren Sie Verfügbarkeit, Messzeitraum und Wartungsfenster. 99,9 % im Jahr erlauben rechnerisch rund 8 Stunden 46 Minuten Ausfall, 99 % bereits 87,6 Stunden.
- Reaktions- und Lösungszeiten je Störungsklasse
- Gutschriften bei Verfehlung
- Sonderkündigung bei Wiederholung
Exit und Datenrückgabe
Für Cloud-Dienste gilt seit dem 12. September 2025 die Verordnung (EU) 2023/2854. Art. 25 verlangt Wechselklauseln im Vertrag.
- Kündigungsfrist für den Wechsel höchstens zwei Monate
- Übergangszeit höchstens 30 Kalendertage, Datenabruf mindestens 30 Kalendertage
- Ab 12. Januar 2027 keine Wechselentgelte, Art. 29
Index oder Deckel
Eine Anpassungsklausel braucht einen Maßstab, eine Ankündigungsfrist und ein Sonderkündigungsrecht. Zur Orientierung: Die Verbraucherpreise stiegen 2025 laut Destatis um 2,2 %.
- Deckel je Jahr und über die Laufzeit
- Bezug auf einen Index
- Keine Erhöhung in der Mindestlaufzeit
Mindestlaufzeit und Verlängerung
Automatische Verlängerungen um zwölf Monate sind verbreitet. Wer die Frist verpasst, zahlt ein weiteres Jahr.
- Laufzeiten von Lizenz, Pflege und Einführung abgleichen
- Späteste Kündigung sofort in den Kalender
- Kündigung in Textform vereinbaren
Katalog und Antworten als Anlage
Was der Anbieter im RFP und in der Demo zugesagt hat, gilt nur, wenn es im Vertrag oder einer Anlage steht. Individuell ausgehandelte Bedingungen sind keine AGB, § 305 Abs. 1 Satz 3 BGB.
- Anforderungskatalog mit Antworten beilegen
- Rangfolge der Dokumente festlegen
- Klauseln wie „Es gilt ausschließlich dieser Vertrag“ prüfen
Quellen: Verordnung (EU) 2016/679, Art. 28, Verordnung (EU) 2023/2854, Art. 25, 29 und 50, § 305 BGB, Bitkom Cloud Report 2026, Destatis, Verbraucherpreise 2025, Stand Oktober 2026. SLA-Werte: Rechenbeispiel von Find-Your-Software mit 8.760 Stunden je Jahr. Keine Rechtsberatung.
Software-Beschaffung der öffentlichen Hand.
GWB, VgV, UVgO und EVB-IT.
Behörden, Kommunen und andere öffentliche Auftraggeber beschaffen Software nach Vergaberecht. Ab dem EU-Schwellenwert gelten Teil 4 des GWB und die Vergabeverordnung mit festen Verfahren und Mindestfristen. Darunter gelten die Unterschwellenvergabeordnung oder Landesrecht. Den Zuschlag erhält nach § 127 Abs. 1 GWB das wirtschaftlichste Angebot, und nach Abs. 5 müssen Zuschlagskriterien und Gewichtung vorab in Bekanntmachung oder Vergabeunterlagen stehen. Mehr zu Fachverfahren für die Verwaltung im Überblick Software für Behörden.
Ab wann EU-weit ausgeschrieben wird
- 140.000 € für Liefer- und Dienstleistungen oberster und oberer Bundesbehörden
- 216.000 € für Liefer- und Dienstleistungen sonstiger öffentlicher Auftraggeber
- 432.000 € für Sektorenauftraggeber
- Werte netto, gültig für 2026 und 2027
Verfahren oberhalb der Schwelle
- Offenes Verfahren: Angebotsfrist mindestens 35 Tage, 30 Tage bei elektronischer Abgabe, § 15 VgV
- Gewichtung der Kriterien angeben, § 58 VgV
- Rüge innerhalb von 10 Kalendertagen, § 160 Abs. 3 GWB
UVgO, BHO und Landesrecht
- Bund: Direktauftrag ohne Vergabeverfahren bis 50.000 € netto, § 55 Abs. 2 BHO seit 1. Juli 2026
- Sonst UVgO mit Verfahren von der Ausschreibung bis zur Verhandlungsvergabe, Länder mit eigenen Wertgrenzen
- Neufassung der UVgO liegt als Entwurf des BMWE vor, noch nicht in Kraft
Vertragsmuster für IT
- Ergänzende Vertragsbedingungen für die Beschaffung von IT-Leistungen
- Typen unter anderem Überlassung, Pflege, Erstellung, System, Service und Cloud
- 2025 vom IT-Planungsrat für Open-Source-Software angepasst
Quellen: § 127 GWB, § 160 GWB, § 15 VgV, § 58 VgV, § 55 BHO, Schwellenwerte nach Delegierten Verordnungen (EU) 2025/2152 und 2025/2150, UVgO-Entwurf BMWE, EVB-IT-Beschluss 2025/48 des IT-Planungsrats, Stand Oktober 2026. Keine Rechtsberatung.
Wer macht was im Beschaffungsprozess.
RACI-Matrix für den Mittelstand.
Eine RACI-Matrix legt je Aufgabe fest, wer sie erledigt (R, responsible), wer dafür geradesteht (A, accountable), wer gefragt wird (C, consulted) und wer informiert wird (I, informed). Je Aufgabe gibt es genau ein A. Zwei Rollen haben gesetzliche Ankerpunkte: Der Betriebsrat bestimmt nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG mit, wenn eine technische Einrichtung geeignet ist, Verhalten oder Leistung zu überwachen, und ist nach § 90 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG über geplante Arbeitsverfahren einschließlich KI zu unterrichten. Eine Datenschutzbeauftragte oder einen Datenschutzbeauftragten benennen Unternehmen nach § 38 Abs. 1 BDSG in der Regel ab 20 Personen, die ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigt sind.
| Aufgabe | Projektleitung | Fachbereich | IT | Einkauf | Geschäftsführung | Datenschutz | Betriebsrat |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Projektauftrag und BudgetPhase 1 | R | C | C | C | A | I | I |
| ProzessanalysePhase 2 | A | R | R | I | I | C | I |
| Anforderungen und GewichtungPhase 3 | A | R | R | C | C | C | C |
| Longlist und ShortlistPhase 4 | A | C | R | R | I | I | I |
| RFP und RückfragenPhase 5 | R | C | C | A | I | C | I |
| Demo und ReferenzenPhase 6 | A | R | R | I | I | C | C |
| Bewertung und EntscheidungsvorlagePhase 7 | R | C | C | C | A | I | I |
| Vertrag und VerhandlungPhase 8 | C | C | C | A | I | R | C |
| Betriebsvereinbarungvor dem Go-live | C | I | C | I | A | C | R |
| Unterschrift und FreigabeAbschluss | I | C | C | R | A | C | I |
Aufteilung: Empfehlung von Find-Your-Software, an Größe und Organisation anzupassen. Bei der Vertragsprüfung verantwortet der Datenschutz die Auftragsverarbeitung, der Einkauf den Gesamtvertrag. Quellen: § 87 BetrVG, § 90 BetrVG, § 38 BDSG, Stand Oktober 2026. Ob ein Mitbestimmungsrecht besteht, klärt die Rechtsabteilung im Einzelfall.
Was Software wirklich kostet.
Neun Kostenblöcke für die TCO-Rechnung.
Der Lizenzpreis ist nur ein Teil der Rechnung. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn Sie alle Kostenblöcke über dieselbe Laufzeit rechnen, die Checkliste von Find-Your-Software empfiehlt fünf Jahre. Feste Beträge gibt es dafür nicht, sie hängen von Nutzerzahl, Umfang und Anbieter ab. Fordern Sie deshalb ein Preisblatt mit fester Gliederung an, damit jede Zeile bei jedem Anbieter dasselbe meint.
| Kostenblock | Typische Bestandteile | Wann er anfällt | So fragen Sie ihn ab |
|---|---|---|---|
| Lizenz oder Abonnementlaufend | Nutzer, Module, Umgebungen, Speicher | jährlich oder monatlich | Preis je Metrik, Mindestabnahme und Staffeln getrennt |
| Einführungeinmalig | Konfiguration, Projektleitung des Anbieters, Tests | vor dem Go-live | Tage je Arbeitspaket mal Tagessatz oder Festpreis |
| Datenmigrationeinmalig | Bereinigung, Übernahme, Probeläufe | vor dem Go-live | Anzahl Probeläufe und Datenumfang im Angebot nennen lassen |
| Schnittstelleneinmalig und laufend | Anbindung an ERP, Buchhaltung, Shop | Einführung und bei jedem Update | Aufbau und Pflege getrennt ausweisen lassen |
| Anpassungeneinmalig und laufend | Antworten mit Anpassung oder Zusatzmodul aus dem RFP | Einführung und bei Updates | Personentage aus dem Antwortraster übernehmen |
| Schulungeinmalig und wiederkehrend | Key User, Endanwender, neue Beschäftigte | Einführung und später | Preis je Schulungstag und Teilnehmerzahl |
| Betrieb und Supportlaufend | Supportstufen, Hosting, Wartung | jährlich | Leistungsumfang je Stufe mit Reaktionszeiten |
| Interner Aufwandeinmalig | Projektteam, Key User, Freistellung im Fachbereich | Auswahl und Einführung | Personentage intern schätzen und mitrechnen |
| Ausstiegam Ende | Datenexport, Parallelbetrieb, Unterstützung beim Wechsel | bei Kündigung | Format, Frist und Kosten vertraglich festlegen |
Gliederung: Empfehlung von Find-Your-Software, Laufzeit nach der Software-Auswahl Checkliste. Wechselentgelte für Cloud-Dienste entfallen ab 12. Januar 2027 nach Art. 29 Data Act. Angaben ohne Gewähr. Verbindlich ist nur das Angebot des Anbieters.
Sieben Fehler im Software-Einkauf.
Und wie Sie sie vermeiden.
Die meisten Probleme einer Softwareeinführung entstehen vor der Unterschrift. Sie lassen sich mit wenig Aufwand vermeiden, wenn alle Beteiligten sie kennen. Der Bitkom Cloud Report 2026 nennt einen Grund, warum Fehler im Vertrag lange nachwirken: 43 % der Cloud-Nutzer wollen ihren Anbieter behalten, nur 20 % haben einen Wechsel fest vor.
Produkt vor Bedarf
Ein Favorit von der Messe bestimmt die Anforderungen, nicht umgekehrt.
- Prozesse zuerst aufnehmen
- Produktnamen aus Anforderungen streichen
- Markt breit prüfen
Keine echte Priorität
Wenn fast alles Muss ist, sehen alle Anbieter gleich gut aus.
- Muss-Anteil begrenzen
- K.O. sparsam setzen
- Verteilung vor dem Versand zählen
Verhandlung ohne Vorbereitung
Kommt der Einkauf erst zur Unterschrift, ist der Favorit gesetzt und der Verhandlungsspielraum klein.
- Einkauf ab Phase 1 im Team
- Preisblatt im RFP vorgeben
- Zwei Finalisten halten
Folien statt Szenarien
Eine Standarddemo zeigt Stärken, nicht Ihre Abläufe.
- Drehbuch vorgeben
- Eigene Daten mitbringen
- Fachbereich bedient selbst
Folgekosten übersehen
Einführung, Schnittstellen und interner Aufwand übersteigen oft den Lizenzpreis.
- Alle Kostenblöcke erfassen
- Gleiche Laufzeit für alle
- Preisanpassung einrechnen
Daten ohne Rückweg
Ohne Exit-Regel hängen Format und Kosten des Datenexports vom Wohlwollen des Anbieters ab.
- Format und Frist festlegen
- Export vor Vertragsschluss testen
- Data Act Art. 25 prüfen
Betriebsrat erst beim Go-live
Fast jede Unternehmenssoftware kann Leistungsdaten erfassen. Ein später Einwand verzögert den Start.
- Früh unterrichten, § 90 BetrVG
- Betriebsvereinbarung parallel vorbereiten
- Rollen und Auswertungen offenlegen
Quelle: Bitkom Cloud Report 2026, Stand Juni 2026. Einordnung der Fehler: Erfahrungswerte von Find-Your-Software.
Bevor Sie unterschreiben.
Vier Gruppen, sechzehn Fragen.
Gehen Sie diese Fragen mit Einkauf, IT, Datenschutz und Fachbereich gemeinsam durch. Jede Frage, die offen bleibt, gehört auf die Verhandlungsliste. Für die Vertragsklauseln selbst nutzen Sie die interaktive Checkliste mit 20 Punkten im Ratgeber Softwarevertrag prüfen. Unklare Begriffe erklärt das Glossar der Softwareauswahl.
Ist alles drin?
- Stehen alle Muss-Anforderungen im Vertrag oder einer Anlage?
- Sind Anpassungen mit Aufwand und Preis beschrieben?
- Sind Module und Nutzerzahl eindeutig?
- Ist die Abnahme mit Kriterien geregelt?
Sind die Daten geschützt?
- Liegt ein Vertrag nach Art. 28 DSGVO vor?
- Sind Unterauftragnehmer und Standorte bekannt?
- Sind Format, Frist und Kosten der Datenrückgabe geregelt?
- Ist der Betriebsrat beteiligt?
Ist der Preis berechenbar?
- Hat die Preisanpassung einen Deckel?
- Passen Laufzeiten von Lizenz, Pflege und Einführung zusammen?
- Steht die späteste Kündigung im Kalender?
- Ist die TCO über die volle Laufzeit gerechnet?
Läuft es im Alltag?
- Sind Verfügbarkeit und Messpunkt vereinbart?
- Gibt es Reaktionszeiten je Störungsklasse?
- Sind Ankündigungsfristen für Releases geregelt?
- Ist geklärt, wer die Fristen verantwortet?
Checkliste: Zusammenstellung von Find-Your-Software auf Grundlage von Softwarevertrag prüfen, Art. 28 DSGVO und Art. 25 Data Act, Stand Oktober 2026. Keine Rechtsberatung.
Vier Hebel, die oft fehlen.
Aus Auswahlprojekten im Mittelstand.
Vier Hebel kosten wenig Zeit und stärken Ihre Verhandlungsposition deutlich. Sie ergänzen die Hinweise in unseren Ratgebern zu Lastenheft, RFP und Nutzwertanalyse. Hintergrund: Laut Bitkom Cloud Report 2026 haben 26 % der Cloud-Nutzer ihren Anbieter einmal gewechselt und 8 % mehrfach, ein Wechsel ist also kein Ausnahmefall.
Ausstieg zuerst verhandeln
- Datenrückgabe, Format und Kosten klären, solange zwei Finalisten im Rennen sind
- Erst danach über Rabatte sprechen
- Der Anbieter gibt beim Exit eher nach, solange er den Auftrag noch nicht hat
Einkauf von Anfang an im Team
- Budgetrahmen und Preisblatt mitgestalten
- Lieferantenrisiko früh prüfen
- Verhandlungsziele vor dem RFP festlegen
Referenzkunden selbst wählen
- Liste mit allen Kunden ähnlicher Größe anfordern
- Zwei Referenzen selbst auswählen
- Auch nach Kunden fragen, die gewechselt haben
Ist-Kosten als Vergleich
- Lizenz, Betrieb und Workarounds des heutigen Systems beziffern
- Gleiche Kostenblöcke wie für die Angebote
- So wird der Nutzen der Investition belegbar
Tipps: Erfahrungswerte von Find-Your-Software. Quelle: Bitkom Cloud Report 2026, Stand Juni 2026.
Software-Beschaffung mit Werkzeug.
Anforderungen, Antworten und Vertrag an einem Ort.
Für kleine Vorhaben reichen Vorlagen und Tabellen. Sobald mehrere Bereiche Anforderungen liefern und mehrere Anbieter antworten, hilft ein gemeinsames Werkzeug. Find-Your-Software ist ein Werkzeug für die Softwareauswahl, kein Bewertungsportal, und erhält keine Zahlung für Platzierungen. KI-Funktionen laufen ausschließlich mit eigenen, lokal betriebenen Modellen von Find-Your-Software, die Daten bleiben bei uns.
Gemeinsam sammeln
- Wichtigkeit A, B oder C je Anforderung
- K.O.-Kennzeichen für Ausschlusskriterien
- CSV-Import, Export als CSV oder JSON
- Mehr zu Anforderungen sammeln →
Lücken im Katalog finden
- KI schlägt Anforderungen für Ihr Unternehmen vor
- Deep Check zeigt fehlende Bereiche
- Vorschläge prüft Ihr Team
- Mehr zu Requirement Intelligence →
Prüfbar formulieren
- Satzschablone mit Rolle, Ergebnis und Messgröße
- Anbieter antworten je Anforderung mit Aufwand und Kommentar
- Mehr zum Anforderungsmanagement →
Nach Ihren Gewichten
- Vier getrennte Werte je Anbieter
- Offene K.O.-Punkte markiert und gezählt
- Mehr zum Anbieter-Ranking →
Vertrag prüfen
- PDF markieren, kommentieren, Prüfpunkten zuordnen
- KI-Vertragsanalyse gegen Ihre Checkliste, Ergebnis innerhalb von bis zu 24 Stunden per E-Mail
- Mehr zu Softwarevertrag prüfen →
Funktionen laut Selection Portal, Stand Oktober 2026. Angaben laut Anbieter, Stand Oktober 2026, ohne Gewähr. Einschätzungen geben die Meinung von Find-Your-Software wieder.
Häufige Fragen zur Software-Beschaffung.
Direkt beantwortet.
Was ist Software-Beschaffung?
Software-Beschaffung ist der gesamte Prozess vom ersten Bedarf bis zum unterschriebenen Vertrag und zur Einführung einer Software. Dazu gehören Projektauftrag, Prozessanalyse, Anforderungen, Marktanalyse, Anfrage an Anbieter, Demo, Bewertung und Vertrag. Beteiligt sind Fachbereich, IT, Einkauf, Geschäftsführung, Datenschutz und oft der Betriebsrat. Gemeint ist der Einkauf von Software, nicht Software für den Einkauf: Systeme für Bestellung und Lieferantenmanagement heißen Procurement Software. Weil Cloud-Software meist im Abonnement läuft, bindet die Beschaffung ein Unternehmen oft für mehrere Jahre an Anbieter, Datenformat und Preismodell.
Welche Phasen hat die Software-Beschaffung?
Die Software-Beschaffung hat neun Phasen: Bedarf und Ziel, Prozessanalyse, Anforderungen, Markt und Shortlist, RFP, Demo und Test, Bewertung, Vertrag und Einführung. Jede Phase endet mit einem Dokument, etwa Projektauftrag, Lastenheft, Shortlist, RFP, Bewertungsbogen, Nutzwertanalyse und Vertrag. Die Reihenfolge ist wichtig, weil jede Phase auf der vorherigen aufbaut. Wer Anforderungen erst nach der Demo festlegt, bewertet den Eindruck der Präsentation und nicht den eigenen Bedarf. Kleine Vorhaben können Phasen zusammenlegen, sollten aber keine auslassen.
Wie lange dauert eine Software-Beschaffung?
Eine strukturierte Software-Auswahl dauert im Mittelstand nach den Erfahrungswerten von Find-Your-Software 8 bis 16 Wochen bis zur Vertragsreife. Mit formaler Ausschreibung und großem Anforderungskatalog sind es 2 bis 6 Monate. Ein RFP allein braucht rund sechs Wochen von der Freigabe bis zur Auswertung, davon 2 bis 3 Wochen Antwortfrist. Die Vertragsprüfung dauert 1 bis 3 Wochen, bei umfangreichen Verträgen bis 4 Wochen. Danach folgt die Einführung, die im Mittelstand 3 bis 12 Monate in Anspruch nimmt.
Wer ist an der Software-Beschaffung beteiligt?
An der Software-Beschaffung sind Projektleitung, Fachbereich, IT, Einkauf, Geschäftsführung, Datenschutz und meist der Betriebsrat beteiligt. Der Fachbereich liefert Abläufe und Anforderungen, die IT Schnittstellen und Betriebsanforderungen, der Einkauf Preisblatt und Verhandlung. Die Geschäftsführung gibt Budget und Entscheidung frei. Der Datenschutz prüft die Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO. Der Betriebsrat bestimmt nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG mit, wenn die Software Verhalten oder Leistung überwachen kann. Eine RACI-Matrix legt fest, wer je Aufgabe verantwortlich ist.
Was ist Requirements Engineering in der Softwareauswahl?
Requirements Engineering in der Softwareauswahl bedeutet, Anforderungen systematisch zu ermitteln, zu formulieren, zu gewichten und zu pflegen, damit Anbieter sie einheitlich beantworten. Anders als in der Entwicklung wird nichts gebaut, sondern Standardsoftware an den Anforderungen gemessen. Grundbegriffe beschreibt die Norm ISO/IEC/IEEE 29148, Schulungen bietet das IREB mit dem Zertifikat CPRE Foundation Level. In der Praxis zählen prüfbare Szenarien statt Feature-Listen, eine klare Gewichtung nach Muss, Soll und Kann und wenige begründete K.O.-Kriterien. Das Ergebnis ist das Lastenheft.
Was ist der Unterschied zwischen funktionalen und nicht funktionalen Anforderungen?
Funktionale Anforderungen beschreiben, was eine Software tun soll, etwa eine Rechnung erstellen oder einen Auftrag freigeben. Nicht funktionale Anforderungen beschreiben, wie gut sie es tun soll: Antwortzeit, Verfügbarkeit, Sicherheit, Benutzbarkeit oder Wartbarkeit. Die Norm ISO/IEC 25010 ordnet solche Qualitätsmerkmale. Dazu kommen Randbedingungen wie Rechenzentrum in der EU oder Pflichtschnittstellen, die den Lösungsraum vorab begrenzen. Beide Arten gehören ins Lastenheft und brauchen eine Messgröße, damit Sie die Antwort in Demo oder Test prüfen können.
Wie viele Anbieter gehören auf die Shortlist?
Auf die Shortlist für die Anfrage gehören drei bis fünf Anbieter. Weniger als drei bieten keinen echten Vergleich, mehr als fünf erzeugen einen Auswertungsaufwand, den ein internes Team kaum leisten kann. Davor steht eine Longlist mit 8 bis 15 relevanten Anbietern, die Sie über K.O.-Kriterien, Branchen- und Größenfit eingrenzen. Begründen Sie jeden Ausschluss schriftlich. Die Werte sind Erfahrungswerte von Find-Your-Software. Bei öffentlichen Auftraggebern bestimmt dagegen das Vergabeverfahren, wer ein Angebot abgeben darf.
Brauche ich für den Software-Einkauf ein RFP?
Ein RFP lohnt sich, sobald Sie mehr als zwei Anbieter vergleichen oder die Software mehrere Bereiche betrifft. Das RFP fordert die Anbieter der Shortlist auf, Ihre Anforderungen in einem festen Raster zu beantworten und ein Preisblatt auszufüllen. Dadurch werden Angebote vergleichbar. Für den Mittelstand rechnet Find-Your-Software mit 2 bis 3 Wochen für das Dokument, 2 bis 3 Wochen Antwortfrist und rund einer Woche Auswertung. Bei kleinen Zusatzmodulen genügt oft eine kürzere Anfrage mit wenigen Anforderungen und einer Demo.
Was gehört in einen SaaS-Vertrag?
Ein SaaS-Vertrag regelt Leistungsumfang, Preis und Lizenzmetrik, Laufzeit und Kündigung, Servicelevel, Haftung, Datenschutz und Ausstieg. Verarbeitet der Anbieter personenbezogene Daten, braucht es einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 Abs. 3 DSGVO. Das SLA nennt Verfügbarkeit mit Messzeitraum und Reaktionszeiten. Eine Preisanpassung braucht einen Maßstab und einen Deckel. Für den Ausstieg legen Sie Format, Frist und Kosten der Datenrückgabe fest. Nehmen Sie den Anforderungskatalog mit den Antworten des Anbieters als Anlage auf, damit Zusagen verbindlich werden.
Was regelt der EU Data Act beim Anbieterwechsel?
Der EU Data Act, Verordnung (EU) 2023/2854, gilt seit dem 12. September 2025 und regelt in Art. 23 bis 31 den Wechsel zwischen Datenverarbeitungsdiensten wie Cloud und SaaS. Nach Art. 25 muss der Vertrag Wechselklauseln enthalten: Die Kündigungsfrist für den Wechsel beträgt höchstens zwei Monate, die Übergangszeit höchstens 30 Kalendertage, der Datenabruf ist mindestens 30 Kalendertage möglich. Ab dem 12. Januar 2027 dürfen Anbieter nach Art. 29 keine Wechselentgelte mehr verlangen, bis dahin höchstens die unmittelbaren Kosten. Ausnahmen regelt Art. 31.
Welche Regeln gelten für öffentliche Auftraggeber?
Öffentliche Auftraggeber beschaffen Software nach Vergaberecht. Ab dem EU-Schwellenwert gelten Teil 4 des GWB und die Vergabeverordnung. Seit dem 1. Januar 2026 liegt der Schwellenwert für Liefer- und Dienstleistungen bei 140.000 Euro für oberste und obere Bundesbehörden und bei 216.000 Euro für sonstige öffentliche Auftraggeber. Darunter gelten die Unterschwellenvergabeordnung oder Landesrecht. Den Zuschlag erhält nach § 127 GWB das wirtschaftlichste Angebot, Kriterien und Gewichtung stehen vorab fest. Für die Verträge gibt es die EVB-IT als Muster.
Welche Kosten gehören in die TCO-Rechnung?
In die TCO-Rechnung gehören Lizenz oder Abonnement, Einführung, Datenmigration, Schnittstellen, Anpassungen, Schulung, Betrieb und Support, der interne Aufwand des Projektteams und die Kosten des Ausstiegs. Rechnen Sie alle Angebote über dieselbe Laufzeit, Find-Your-Software empfiehlt fünf Jahre. Feste Beträge gibt es nicht, sie hängen von Nutzerzahl, Umfang und Anbieter ab. Fordern Sie ein Preisblatt mit fester Gliederung an und übernehmen Sie die Personentage aus dem Antwortraster. Berücksichtigen Sie auch Preisanpassungen über die Laufzeit.
Muss der Betriebsrat bei der Software-Beschaffung beteiligt werden?
Der Betriebsrat ist zu beteiligen, wenn die Software geeignet ist, Verhalten oder Leistung von Beschäftigten zu überwachen. Dann hat er nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG ein Mitbestimmungsrecht, und das trifft auf viele Unternehmensanwendungen mit Protokollen und Auswertungen zu. Außerdem ist er nach § 90 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG rechtzeitig über geplante Arbeitsverfahren einschließlich KI zu unterrichten. Beziehen Sie ihn deshalb schon bei Anforderungen und Demo ein und bereiten Sie die Betriebsvereinbarung parallel zum Vertrag vor. Ob ein Recht im Einzelfall besteht, klärt die Rechtsabteilung.
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