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Financial-Planning-Software (FP&A) ersetzt verteilte Excel-Modelle durch eine zentrale Planungsplattform für Budget, Forecast, Szenarien und Konsolidierung. Für Unternehmen im DACH-Mittelstand vergleichen wir 2026 zehn Lösungen, Kosten, HGB- und IFRS-Anforderungen und den Weg zur richtigen Auswahl.
Financial Planning & Analysis (FP&A) ist die Controlling-Disziplin, die operative Planung mit strategischer Steuerung verbindet. FP&A-Software bildet sie technisch ab: treiberbasierte Modelle, Rolling Forecast und Konsolidierung auf einer gemeinsamen Datenbasis statt monolithischer Excel-Workbooks. Anbieter sprechen auch von CPM (Corporate Performance Management), EPM (Enterprise Performance Management) oder xP&A (Extended Planning & Analysis), wenn Vertriebs-, Personal- und Supply-Chain-Planung auf derselben Plattform laufen. Aus Plandaten werden so steuerbare Entscheidungen.
Bottom-Up, Top-Down, Gegenstromverfahren, Rolling Forecast und Driver-Based-Models in einer Plattform.
Was-wäre-wenn, Sensitivitäten, Stresstests auf Knopfdruck.
Mehrgesellschafts-Logik, Intercompany, Währungsumrechnung nach HGB oder IFRS.
Cash-Flow-Forecast, Liquiditätsplanung, Covenants und Risikomanagement.
Operative Planung braucht andere Tools als strategische Steuerung. Die Wahl entscheidet sich an Modelltyp, Integration und Reporting-Pflichten.
Excel bleibt das meistgenutzte Planungswerkzeug. Laut BARC Planning Survey 24 setzen 76 Prozent der Unternehmen Excel ein, allein oder neben einem Planungstool. Laut FP&A Trends Survey 2025 planen weltweit noch 45 Prozent der Unternehmen vorwiegend in Tabellen, 2022 waren es 60 Prozent. Der Preis: 46 Prozent der Zeit im Controlling fließen in Datensammlung und Abstimmung, nur 31 Prozent in Analyse.
| FP&A | Financial Planning & Analysis: Budgetierung, Forecasting und Abweichungsanalyse für die Finanzsteuerung. |
| CPM / EPM | Corporate bzw. Enterprise Performance Management: FP&A plus Konsolidierung, Reporting und Disclosure in einer Suite. |
| xP&A | Extended Planning & Analysis: Finanz- und operative Planung (Vertrieb, Personal, Supply Chain) auf einer Plattform. Gartner sah 2024 mehr als 60 Prozent der Planungsinitiativen xP&A-getrieben. |
| BI | Business Intelligence analysiert Ist-Daten. Planungssoftware schreibt dagegen Plandaten zurück und verwaltet Versionen. |
| ERP-Planung | Planungsfunktionen im ERP decken meist nur Teilbereiche ab und stoßen bei Szenarien und Konsolidierung an Grenzen. |
Nicht jede Lösung deckt alle Module gleich gut ab. Für die Auswahl lohnt es sich, die eigenen Prioritäten entlang dieser acht Funktionsblöcke zu gewichten. Konsolidierung und KI-Prognosen sind die Bereiche, in denen sich die Anbieter 2026 am stärksten unterscheiden.
Top-down, Bottom-up und Gegenstromverfahren mit Freigabe-Workflow. Kostenstellenverantwortliche planen in Webmasken oder Excel, das Controlling sieht den Fortschritt in Echtzeit und konsolidiert ohne Kopieren.
Vorschau über 12 bis 18 Monate statt starrem Jahresbudget. Ist-Daten aus ERP und Finanzbuchhaltung fließen automatisch ein, Abweichungen werden sichtbar, bevor das Quartal endet.
Was-wäre-wenn-Analysen für Preise, Absatz, Zinsen oder Energiekosten. Treiberbasierte Modelle rechnen Auswirkungen auf GuV, Bilanz und Cashflow in Sekunden durch und machen Best und Worst Case vergleichbar.
GuV, Bilanz und Cashflow hängen logisch zusammen (Drei-Komponenten-Modell). Jede Planänderung schlägt sich automatisch in Liquidität und Kennzahlen nieder, eine Voraussetzung für Bankgespräche und Covenants.
Legale und Managementkonsolidierung über mehrere Gesellschaften: Kapital-, Schulden- sowie Aufwands- und Ertragskonsolidierung, Intercompany-Abstimmung und Währungsumrechnung nach HGB oder IFRS.
Personalkosten je Stelle mit Tarifsteigerungen und Nebenkosten, Investitionen mit Abschreibungsplänen. Beides fließt direkt in die integrierte Finanzplanung und den Liquiditätsplan ein.
Standardberichte, Abweichungsanalysen und Management-Reports, häufig nach IBCS-Notation. Die meisten Tools bieten zusätzlich Anbindungen an Excel und Power BI für Ad-hoc-Analysen.
Statistische Verfahren und Machine Learning schlagen Forecast-Werte vor, erkennen Ausreißer und erklären Abweichungen. Laut BARC Planning Survey 26 erwarten 75 Prozent der Nutzer vor allem Entlastung von manueller Arbeit.
Financial-Planning-Software (FP&A, auch CPM oder xP&A genannt) bündelt Budgetierung, Forecasting, Szenarien und Konsolidierung auf einer gemeinsamen Datenbasis. Laut BARC Planning Survey 24 nutzen 72 Prozent der befragten Unternehmen spezialisierte Planungssoftware, 76 Prozent arbeiten parallel weiter mit Excel. Die Tabelle zeigt zehn Lösungen, die in DACH-Auswahlprojekten am häufigsten auftauchen: deutsche und österreichische Anbieter wie Jedox (Freiburg), Lucanet (Berlin), Corporate Planning (Hamburg, seit 2021 Teil der Proalpha Gruppe) und CoPlanner (Graz) sowie internationale Plattformen wie Anaplan, Board und Workday Adaptive Planning. Plattformen mit Planung und Konsolidierung vergleicht der EPM Software Vergleich.
| Anbieter | Segment | Betrieb | Konsolidierung | Excel | Kernstärke |
|---|---|---|---|---|---|
| JedoxFreiburg, gegr. 2002 · jedox.com ↗ | Mittelstand | Cloud und On-Premise | ✓ | ✓ | Flexible Planungsplattform mit starker Excel-Integration |
| LucanetBerlin, gegr. 1999 in München · lucanet.com ↗ | Mittelstand | Cloud und On-Premise | ✓ | ✓ | Legale Konsolidierung und integrierte Finanzplanung |
| Corporate PlannerHamburg, gegr. 1989 · corporate-planning.com ↗ | Mittelstand | Cloud und On-Premise | ✓ | ✓ | Controlling-Suite für Fachabteilungen, IBCS-Reporting |
| CoPlannerGraz, gegr. 1989 · coplanner.com ↗ | Mittelstand | Cloud und On-Premise | ✓ | ✓ | Integrierte Planung und Konsolidierung für Mittelständler |
| BoardBoston und Chiasso, gegr. 1994 · board.com ↗ | Enterprise | Cloud und On-Premise | ✓ | ✓ | BI, Planung und Analytics auf einer Plattform |
| CCH TagetikLucca (IT), gegr. 1986 · wolterskluwer.com ↗ | Enterprise | Cloud und On-Premise | ✓ | ✓ | Planung, Konsolidierung und Disclosure in einer Lösung |
| AnaplanSan Francisco (US), gegr. 2006 · anaplan.com ↗ | Enterprise | Cloud | ✓ | ✓ | Connected Planning für komplexe Unternehmensmodelle |
| Workday Adaptive PlanningPleasanton (US), gegr. 2005 · workday.com ↗ | Mittelstand | Cloud | ✓ | ✓ | Benutzerfreundliche Cloud-Planung, schnelle Einführung |
| SAP Analytics CloudWalldorf, gegr. 1972 · sap.com ↗ | Enterprise | Cloud | nein | ✓ | Planung und Analyse nativ im SAP-Ökosystem |
| IBM Planning AnalyticsArmonk (US), gegr. 1911 · ibm.com ↗ | Enterprise | Cloud und On-Premise | teilweise | ✓ | TM1-Engine für sehr große Planungsmodelle |
Auswahl und Einordnung redaktionell und anbieterneutral, ohne bezahlte Platzierungen. Segment und Stärken sind unsere Einschätzung auf Basis von Herstellerangaben und Analystenberichten. Stand: Oktober 2026. Konsolidierung bei SAP über S/4HANA Group Reporting, bei IBM über Cognos Controller als separate Produkte.
Jedox (Planungs- und CPM-Plattform aus Freiburg) zählt laut BARC rund 3.000 Kunden und etwa 400 Mitarbeitende, Mehrheitsinvestor ist seit 2021 Insight Partners. Die Oberfläche ist Excel-nah, betrieben wird als SaaS auf Microsoft Azure oder On-Premise. Vorgefertigte Konnektoren gibt es für SAP S/4HANA, Salesforce, Power BI und Qlik. Gut geeignet für Mittelständler, die neben Finanzen auch Vertrieb und Personal planen.
Lucanet (CFO-Plattform aus Berlin) hat laut BARC mehr als 6.000 Kunden und über 900 Mitarbeitende, seit 2022 hält Hg die Mehrheit. Der Schwerpunkt liegt auf legaler Konsolidierung, ergänzt um Planung, Disclosure, ESG und Steuern. Lucanet nennt mehr als 300 Standardschnittstellen, darunter DATEV, SAP und Abas, und hat 2024 den xP&A-Anbieter Causal übernommen.
CP Corporate Planning (Controlling-Software aus Hamburg) betreut laut BARC rund 2.000 Kunden und gehört seit 2021 zur proalpha Gruppe. Corporate Planner deckt operatives Controlling, Finanzplanung, Konsolidierung und Reporting ab und ist auf dem DATEV Marktplatz gelistet, mit bidirektionaler Anbindung über DATEVconnect. Typisch für Mittelständler mit Fokus auf Fachbereichsnutzung.
CoPlanner (Planungs- und Konsolidierungssoftware aus Graz, Standort Hannover) hat laut BARC rund 180 aktive Kunden, vor allem in DACH. Das Konsolidierungsmodul ist nach IDW PS 880 zertifiziert, die Daten liegen auf Microsoft SQL Server oder Azure SQL, ein Excel-Add-in ist integriert. Eine schlanke Option für Mittelständler mit mehreren Gesellschaften. Zum Profil im Katalog
Board (Planungs- und BI-Plattform, Standorte Chiasso und Boston) zählt laut BARC mehr als 2.000 Kunden, seit 2019 ist Nordic Capital Mehrheitseigner. Seit März 2026 bietet Board KI-Agenten für FP&A und Controlling an, zusätzlich arbeitet der Anbieter mit Microsoft an Agentic AI in der Planung. Stark bei Unternehmen, die Planung und Analyse auf einer Plattform vereinen wollen.
Der Markt sortiert sich neu: Hg hat im April 2026 OneStream für rund 6,4 Mrd. USD übernommen und hält damit neben Lucanet einen zweiten großen Anbieter. Anaplan kaufte 2024 Fluence für Konsolidierung, proalpha 2021 Corporate Planning. Für Käufer heißt das: Roadmap und Eigentümer bei der Auswahl aktiv abfragen.
Wer muss überhaupt einen Konzernabschluss aufstellen? Nach § 290 HGB jede Kapitalgesellschaft mit Sitz in Deutschland, die beherrschenden Einfluss auf ein anderes Unternehmen ausüben kann, etwa über die Stimmrechtsmehrheit. Befreit ist laut § 293 HGB, wer an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen zwei von drei Grenzen nicht überschreitet. Seit der Anhebung 2024 liegen sie nach der Bruttomethode bei 30 Mio. Euro Bilanzsumme, 60 Mio. Euro Umsatz und 250 Mitarbeitenden, nach der Nettomethode bei 25 und 50 Mio. Euro. Kapitalmarktorientierte Konzerne bilanzieren nach IFRS (§ 315e HGB). Acht Lösungen für den Konzernabschluss zeigt der Konsolidierungssoftware Vergleich.
Der Beteiligungsbuchwert der Mutter wird mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochter verrechnet, bewertet zum beizulegenden Zeitwert (Neubewertungsmethode). Daraus entstehen Geschäfts- oder Firmenwert und Minderheitenanteile.
Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen zwischen den einbezogenen Gesellschaften werden eliminiert. Software unterstützt das mit Intercompany-Abstimmung und Differenzenanalyse je Partnergesellschaft.
Gewinne aus konzerninternen Lieferungen, die noch im Bestand liegen, werden herausgerechnet. Der Konzern wird so bewertet, als wäre er ein einziges Unternehmen.
Konzerninterne Umsätze und Erträge werden mit den korrespondierenden Aufwendungen verrechnet. Ohne saubere Partnerkennzeichen in der Buchhaltung ist dieser Schritt kaum automatisierbar.
Modifizierte Stichtagskursmethode: Vermögen und Schulden zum Devisenkassamittelkurs, Eigenkapital zu historischen Kursen, GuV zu Durchschnittskursen. Differenzen landen im Eigenkapital.
Unter HGB wird der Goodwill planmäßig abgeschrieben (§ 309 HGB), unter IFRS nur jährlich auf Wertminderung geprüft (IAS 36). Wer beides berichten muss, braucht eine Software mit paralleler Bewertung.
Planung lebt von Ist-Daten. Je mehr Daten automatisch aus Finanzbuchhaltung, ERP und Personalsystem kommen, desto weniger manuelle Abstimmung bleibt. Laut einem US-Benchmark für Workday Adaptive Planning verlängert jede zusätzliche Nicht-Standard-Integration das Projekt um zwei bis vier Wochen.
Vorgefertigte Konnektoren sparen Wochen. Jedox unterstützt etwa SAP S/4HANA in den Releases 2020 bis 2025, Board bietet einen SAP Connector ohne ABAP-Programmierung.
Für den Mittelstand mit externer Buchhaltung zentral. Corporate Planner bindet DATEV bidirektional über DATEVconnect an, Lucanet listet DATEV unter seinen Standardschnittstellen.
Planungsdaten wandern für Dashboards oft in das vorhandene BI-Werkzeug. Jedox und Board liefern dafür eigene Konnektoren beziehungsweise Add-ins.
Excel bleibt für viele Planer die gewohnte Eingabe. Gute Add-ins schreiben Werte direkt in die zentrale Datenbank, mit Rechteprüfung und Versionierung statt loser Dateien.
Keiner der großen Anbieter veröffentlicht eine Preisliste: Lucanet, Jedox, Corporate Planner, CoPlanner, Board, Workday Adaptive Planning, Anaplan, CCH Tagetik und SAP kalkulieren individuell nach Rollen, Modulen und Gesellschaften. Pauschale Euro-Spannen wären deshalb geraten. Die Tabelle zeigt stattdessen, wovon der Preis abhängt, und die Beispielrechnung darunter, wie Sie ein Angebot auf fünf Jahre hochrechnen.
| Unternehmensgröße | Planer | Lizenzpreis | Was den Preis treibt | Projektdauer | Typische Lösungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kleiner Mittelstandeine bis drei Gesellschaften | 5 bis 10 | auf Anfrage | Zahl der Planer, Finanzplanung ohne Konsolidierung | 6 bis 16 Wochen | Jedox, CoPlanner, Corporate Planner |
| Mittelstandmehrere Gesellschaften, Konsolidierung | 20 bis 50 | auf Anfrage | Gesellschaften, Konsolidierung, Schnittstellen | 3 bis 6 Monate | Lucanet, Jedox, Board, Workday Adaptive |
| Gehobener Mittelstand und Konzerninternational, Multi-GAAP | 100 und mehr | auf Anfrage | Multi-GAAP, Währungen, Modellierer mit Vollzugriff | 4 bis 12 Monate | Anaplan, CCH Tagetik, Board, SAP |
Rechenbeispiel von Find-Your-Software mit eigenen Annahmen: Ein Angebot über eine Jahreslizenz L ergibt über fünf Jahre 5 × L. Für die Einführung nehmen wir beispielhaft 30 Beratertage zu je 8 Stunden an, beim durchschnittlichen Stundensatz externer Berater von 105 Euro laut Freelancer-Kompass 2025 sind das 25.200 Euro. Hinzu kommt die interne Zeit für Controlling und IT. Projektdauer laut BARC typischerweise 3 bis 12 Monate.
Neben Lizenz und Einführung zählen interne Aufwände für Controlling und IT, Schulungen sowie laufende Modellpflege. Externe Berater kosten laut Freelancer-Kompass 2025 im Schnitt 105 Euro pro Stunde, SAP-nahe Spezialisten rund 117 Euro. Achten Sie im Vertrag auf Preiserhöhungsklauseln und lassen Sie sich die Erhöhung pro Jahr schriftlich begrenzen.
Eine strukturierte Gesamtkostenrechnung liefert unser TCO-Rechner für Unternehmenssoftware.
BARC empfiehlt, die Softwareauswahl auf höchstens sechs Monate zu begrenzen. 80 Prozent der Unternehmen kommen laut BARC innerhalb von 1 bis 12 Monaten vom Kauf bis zur ersten Einführung. Diese Schritte haben sich in Auswahlprojekten im Mittelstand bewährt.
Wer plant was, wann und auf welcher Ebene? Dokumentieren Sie Planungskalender, Beteiligte, Excel-Dateien und die Datenquellen. Das ist die Basis für jedes Lastenheft.
Planungsobjekte, Konsolidierung, Nutzerzahl, Schnittstellen und Reporting als Muss oder Kann bewerten. Unsere Lastenheft-Vorlage liefert die Struktur.
Acht bis zwölf Anbieter, die zu Größe, Branche und Rechnungslegung passen. Die Matching Engine erstellt eine anbieterneutrale Vorauswahl in wenigen Minuten.
Drei bis vier Anbieter präsentieren Ihr eigenes Planungsbeispiel, nicht ihre Standarddemo. So sehen Sie, wie gut Treiber, Konsolidierung und Excel-Eingabe im Alltag funktionieren.
Zwei Finalisten bauen in zwei bis vier Wochen einen Ausschnitt Ihres Modells mit echten Daten. Bewerten Sie Ergebnis und Gesamtkosten mit einer Nutzwertanalyse.
Rollenmodell, Preisgleitklauseln, Exit-Regeln und Datenstandort verhandeln. Danach in Wellen einführen: zuerst Finanzplanung, dann Konsolidierung, dann operative Teilpläne.
Wer jedes historische Tabellenblatt übernimmt, verschenkt den Nutzen. Das Projekt ist die Chance, Planungsebenen zu reduzieren und Treiber zu definieren.
Kontenrahmen, Kostenstellen und Partnerkennzeichen müssen im ERP sauber gepflegt sein. Sonst scheitert die Automatisierung an der Quelle, nicht an der Software.
Wer die Konsolidierung erst in Phase zwei bedenkt, muss das Datenmodell später umbauen. Gesellschaften, Währungen und Intercompany gehören von Beginn an ins Konzept.
Planung auf Artikel- oder Buchungsebene bläht Modelle auf und verlängert Budgetrunden. Steuerungsrelevante Ebenen reichen, Details bleiben im ERP.
Planungssoftware ist ein Controlling-Projekt mit IT-Unterstützung, nicht umgekehrt. Ohne verantwortliche Person im Controlling verliert das Modell nach dem Go-live an Aktualität.
Ein strukturierter Auswahlprozess mit Lastenheft, Szenario-Demos und Nutzwertanalyse schützt vor Bauchentscheidungen. Das Selection Portal bildet ihn in einem Workspace ab.
FP&A-Software (Financial Planning & Analysis) ist eine Planungsplattform für Budgetierung, Forecasting, Szenarioanalyse und häufig auch Konsolidierung. Sie ersetzt verteilte Excel-Dateien durch eine zentrale Datenbank mit Rechten, Workflows und Versionierung. Ist-Daten kommen automatisch aus ERP und Finanzbuchhaltung. Bekannte Anbieter im DACH-Raum sind Jedox, Lucanet, Corporate Planning, CoPlanner und Board.
FP&A beschreibt die Finanzplanung und Analyse im Controlling. CPM (Corporate Performance Management) oder EPM erweitert sie um Konsolidierung, Reporting und Disclosure in einer Suite. xP&A (Extended Planning & Analysis) verbindet Finanzplanung mit operativer Planung in Vertrieb, Personal und Supply Chain auf einer Plattform. In der Praxis verwenden viele Anbieter die Begriffe überlappend.
Keiner der großen Anbieter veröffentlicht eine Preisliste, Lucanet, Jedox, Board, Workday Adaptive Planning und Anaplan kalkulieren individuell nach Rollen, Modulen und Gesellschaften. Holen Sie deshalb mindestens drei Angebote für dieselbe Zahl an Planern und Gesellschaften ein. Für die Einführung rechnen Sie Beratertage mal Tagessatz: 30 Beratertage zu je 8 Stunden ergeben beim durchschnittlichen Satz externer Berater von 105 Euro laut Freelancer-Kompass 2025 rund 25.200 Euro. Dazu kommt die interne Zeit von Controlling und IT.
Laut BARC dauern Einführungen typischerweise 3 bis 12 Monate, abhängig von Größe, Verteilung und Umfang. Kleine Projekte mit reiner Finanzplanung sind in 6 bis 16 Wochen produktiv. Mit Konsolidierung mehrerer Gesellschaften und operativen Teilplänen sind 4 bis 12 Monate realistisch. Die Auswahl selbst sollte nach BARC höchstens sechs Monate dauern.
Nach § 290 HGB muss eine Kapitalgesellschaft mit Sitz in Deutschland einen Konzernabschluss aufstellen, wenn sie beherrschenden Einfluss auf ein anderes Unternehmen hat. Befreit ist sie nach § 293 HGB, wenn an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen zwei von drei Grenzen nicht überschritten werden: seit 2024 nach der Bruttomethode 30 Mio. Euro Bilanzsumme, 60 Mio. Euro Umsatz und 250 Mitarbeitende. Kapitalmarktorientierte Unternehmen sind nie befreit und bilanzieren nach IFRS.
Nicht zwingend. Lucanet, CoPlanner, Corporate Planner, Jedox, Board und CCH Tagetik bringen Konsolidierungsfunktionen mit. SAP und IBM decken die legale Konsolidierung über separate Produkte ab, etwa SAP S/4HANA Group Reporting oder IBM Cognos Controller. Für Konzerne mit Multi-GAAP-Anforderungen lohnt ein Blick auf Lösungen mit Prüfungsstandard, etwa das nach IDW PS 880 zertifizierte Modul von CoPlanner.
Ja. Fast alle FP&A-Lösungen bieten Excel-Add-ins, mit denen Planer in gewohnter Oberfläche arbeiten, während die Daten zentral gespeichert werden. Der Unterschied zur reinen Excel-Planung: Rechte, Versionen und Konsolidierung laufen in der Datenbank, nicht in lokalen Dateien. Laut einer ICV-Studie nutzen selbst 83 Prozent der Unternehmen mit Planungssoftware Excel weiterhin für die dezentrale Datensammlung.
Für mittelständische Unternehmen mit einer bis wenigen Gesellschaften sind Jedox, Corporate Planner und CoPlanner verbreitet, bei Konsolidierungsschwerpunkt Lucanet. Board und Workday Adaptive Planning adressieren den gehobenen Mittelstand, Anaplan, CCH Tagetik und SAP eher Konzerne. Entscheidend sind Rechnungslegung, Anzahl der Gesellschaften, vorhandenes ERP und die Frage, ob auch operative Bereiche planen sollen.
Der Markt bewegt sich klar in die Cloud: Laut BARC Planning Survey 26 laufen 2026 rund 50 Prozent der Planungslösungen in der Cloud, etwa 80 Prozent der Neueinführungen sind Cloud-Projekte. Jedox, Lucanet, Board und CoPlanner bieten beides an, Anaplan, Workday und SAP Analytics Cloud nur Cloud. Für Unternehmen mit strengen Vorgaben zum Datenstandort lohnt die Frage nach Rechenzentren in der EU.
KI erstellt statistische Prognosen als Startwert für den Forecast, erkennt Ausreißer und erklärt Abweichungen in natürlicher Sprache. Laut BARC Planning Survey 26 nutzen 27 Prozent der Unternehmen KI für Predictive Planning, nach 11 Prozent im Vorjahr. Erwartet wird vor allem Entlastung von manueller Arbeit (75 Prozent) und bessere Prognosegüte (51 Prozent). Anbieter wie Board bieten seit 2026 eigene KI-Agenten für FP&A und Controlling an.
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