FP&A · Financial Planning · Vergleich 2026

FP&A-Software,
die der Realität standhält.

Financial-Planning-Software (FP&A) ersetzt verteilte Excel-Modelle durch eine zentrale Planungsplattform für Budget, Forecast, Szenarien und Konsolidierung. Für Unternehmen im DACH-Mittelstand vergleichen wir 2026 zehn Lösungen, Kosten, HGB- und IFRS-Anforderungen und den Weg zur richtigen Auswahl.

10 Anbieter im VergleichKonsolidierung HGB und IFRSKosten und Einführung
Was ist FP&A?

Plan, Szenarien,
Konsolidierung.

Financial Planning & Analysis (FP&A) ist die Controlling-Disziplin, die operative Planung mit strategischer Steuerung verbindet. FP&A-Software bildet sie technisch ab: treiberbasierte Modelle, Rolling Forecast und Konsolidierung auf einer gemeinsamen Datenbasis statt monolithischer Excel-Workbooks. Anbieter sprechen auch von CPM (Corporate Performance Management), EPM (Enterprise Performance Management) oder xP&A (Extended Planning & Analysis), wenn Vertriebs-, Personal- und Supply-Chain-Planung auf derselben Plattform laufen. Aus Plandaten werden so steuerbare Entscheidungen.

01 · Plan

Planung

Bottom-Up, Top-Down, Gegenstromverfahren, Rolling Forecast und Driver-Based-Models in einer Plattform.

02 · Scenarios

Szenarien

Was-wäre-wenn, Sensitivitäten, Stresstests auf Knopfdruck.

03 · Consol

Konsolidierung

Mehrgesellschafts-Logik, Intercompany, Währungsumrechnung nach HGB oder IFRS.

04 · Treasury

Liquidität

Cash-Flow-Forecast, Liquiditätsplanung, Covenants und Risikomanagement.

Worauf es ankommt

Modell, Tech,
Komplexität.

Operative Planung braucht andere Tools als strategische Steuerung. Die Wahl entscheidet sich an Modelltyp, Integration und Reporting-Pflichten.

Modell

Planungsmodell

  • Operative Planung
  • Strategische Planung
  • Sales-Forecast
  • Workforce-Planung
Tech

Integration

  • ERP-Anbindung
  • BI-Layer
  • Reporting-Engine
  • KI-Forecast
Scale

Komplexität

  • Anzahl Gesellschaften
  • Multi-Währung
  • IFRS oder HGB
  • Konsolidierungs-Tiefe
Warum Excel nicht mehr reicht

Excel plant mit,
aber es steuert nicht.

Excel bleibt das meistgenutzte Planungswerkzeug. Laut BARC Planning Survey 24 setzen 76 Prozent der Unternehmen Excel ein, allein oder neben einem Planungstool. Laut FP&A Trends Survey 2025 planen weltweit noch 45 Prozent der Unternehmen vorwiegend in Tabellen, 2022 waren es 60 Prozent. Der Preis: 46 Prozent der Zeit im Controlling fließen in Datensammlung und Abstimmung, nur 31 Prozent in Analyse.

27 %der Unternehmen nutzen KI für Predictive Planning, ein Jahr zuvor waren es 11 % (BARC Planning Survey 26)
50 %der Planungslösungen laufen 2026 in der Cloud, 2016 waren es 8 % (BARC)
8 %schließen das Jahresbudget in weniger als einem Monat ab, 28 % brauchen drei bis sechs Monate (FP&A Trends 2025)
8,4 : 4,7Nutzenindex Transparenz: spezialisierte Planungssoftware gegenüber Excel-Planung (BARC Planning Survey 26)
Ausgangslage

Typische Probleme der Excel-Planung

  • Versionschaos, wenn Dutzende Kostenstellen ihre Dateien zurückschicken
  • Manuelle Konsolidierung über Gesellschaften, Währungen und Intercompany
  • Formelfehler ohne Protokoll, wer wann welchen Wert geändert hat
  • Szenarien kosten Tage, weil jede Variante eine neue Datei bedeutet
  • Budgetrunden dauern Wochen statt Tage
Zielbild

Was FP&A-Software löst

  • Eine zentrale Datenbasis mit Rollen, Rechten und Freigabe-Workflow
  • Automatische Konsolidierung und Währungsumrechnung auf Knopfdruck
  • Versionierung und Audit-Trail für jede Änderung
  • Treibermodelle, die Szenarien in Sekunden durchrechnen
  • Excel bleibt als vertraute Eingabeoberfläche erhalten, über Add-ins
FP&AFinancial Planning & Analysis: Budgetierung, Forecasting und Abweichungsanalyse für die Finanzsteuerung.
CPM / EPMCorporate bzw. Enterprise Performance Management: FP&A plus Konsolidierung, Reporting und Disclosure in einer Suite.
xP&AExtended Planning & Analysis: Finanz- und operative Planung (Vertrieb, Personal, Supply Chain) auf einer Plattform. Gartner sah 2024 mehr als 60 Prozent der Planungsinitiativen xP&A-getrieben.
BIBusiness Intelligence analysiert Ist-Daten. Planungssoftware schreibt dagegen Plandaten zurück und verwaltet Versionen.
ERP-PlanungPlanungsfunktionen im ERP decken meist nur Teilbereiche ab und stoßen bei Szenarien und Konsolidierung an Grenzen.
Funktionen im Detail

Acht Module, die eine
Planungssoftware ausmachen.

Nicht jede Lösung deckt alle Module gleich gut ab. Für die Auswahl lohnt es sich, die eigenen Prioritäten entlang dieser acht Funktionsblöcke zu gewichten. Konsolidierung und KI-Prognosen sind die Bereiche, in denen sich die Anbieter 2026 am stärksten unterscheiden.

01 · Budget

Budgetierung

Top-down, Bottom-up und Gegenstromverfahren mit Freigabe-Workflow. Kostenstellenverantwortliche planen in Webmasken oder Excel, das Controlling sieht den Fortschritt in Echtzeit und konsolidiert ohne Kopieren.

02 · Forecast

Rolling Forecast

Vorschau über 12 bis 18 Monate statt starrem Jahresbudget. Ist-Daten aus ERP und Finanzbuchhaltung fließen automatisch ein, Abweichungen werden sichtbar, bevor das Quartal endet.

03 · Szenarien

Simulation

Was-wäre-wenn-Analysen für Preise, Absatz, Zinsen oder Energiekosten. Treiberbasierte Modelle rechnen Auswirkungen auf GuV, Bilanz und Cashflow in Sekunden durch und machen Best und Worst Case vergleichbar.

04 · Integriert

Finanzplanung

GuV, Bilanz und Cashflow hängen logisch zusammen (Drei-Komponenten-Modell). Jede Planänderung schlägt sich automatisch in Liquidität und Kennzahlen nieder, eine Voraussetzung für Bankgespräche und Covenants.

05 · Konzern

Konsolidierung

Legale und Managementkonsolidierung über mehrere Gesellschaften: Kapital-, Schulden- sowie Aufwands- und Ertragskonsolidierung, Intercompany-Abstimmung und Währungsumrechnung nach HGB oder IFRS.

06 · Ressourcen

Personal und Investitionen

Personalkosten je Stelle mit Tarifsteigerungen und Nebenkosten, Investitionen mit Abschreibungsplänen. Beides fließt direkt in die integrierte Finanzplanung und den Liquiditätsplan ein.

07 · Reporting

Berichte und Dashboards

Standardberichte, Abweichungsanalysen und Management-Reports, häufig nach IBCS-Notation. Die meisten Tools bieten zusätzlich Anbindungen an Excel und Power BI für Ad-hoc-Analysen.

08 · KI

Predictive Planning

Statistische Verfahren und Machine Learning schlagen Forecast-Werte vor, erkennen Ausreißer und erklären Abweichungen. Laut BARC Planning Survey 26 erwarten 75 Prozent der Nutzer vor allem Entlastung von manueller Arbeit.

Anbieter im Überblick 2026

10 FP&A-Lösungen
im Vergleich.

Financial-Planning-Software (FP&A, auch CPM oder xP&A genannt) bündelt Budgetierung, Forecasting, Szenarien und Konsolidierung auf einer gemeinsamen Datenbasis. Laut BARC Planning Survey 24 nutzen 72 Prozent der befragten Unternehmen spezialisierte Planungssoftware, 76 Prozent arbeiten parallel weiter mit Excel. Die Tabelle zeigt zehn Lösungen, die in DACH-Auswahlprojekten am häufigsten auftauchen: deutsche und österreichische Anbieter wie Jedox (Freiburg), Lucanet (Berlin), Corporate Planning (Hamburg, seit 2021 Teil der Proalpha Gruppe) und CoPlanner (Graz) sowie internationale Plattformen wie Anaplan, Board und Workday Adaptive Planning. Plattformen mit Planung und Konsolidierung vergleicht der EPM Software Vergleich.

AnbieterSegmentBetriebKonsolidierungExcelKernstärke
JedoxFreiburg, gegr. 2002 · jedox.com ↗MittelstandCloud und On-Premise✓✓Flexible Planungsplattform mit starker Excel-Integration
LucanetBerlin, gegr. 1999 in München · lucanet.com ↗MittelstandCloud und On-Premise✓✓Legale Konsolidierung und integrierte Finanzplanung
Corporate PlannerHamburg, gegr. 1989 · corporate-planning.com ↗MittelstandCloud und On-Premise✓✓Controlling-Suite für Fachabteilungen, IBCS-Reporting
CoPlannerGraz, gegr. 1989 · coplanner.com ↗MittelstandCloud und On-Premise✓✓Integrierte Planung und Konsolidierung für Mittelständler
BoardBoston und Chiasso, gegr. 1994 · board.com ↗EnterpriseCloud und On-Premise✓✓BI, Planung und Analytics auf einer Plattform
CCH TagetikLucca (IT), gegr. 1986 · wolterskluwer.com ↗EnterpriseCloud und On-Premise✓✓Planung, Konsolidierung und Disclosure in einer Lösung
AnaplanSan Francisco (US), gegr. 2006 · anaplan.com ↗EnterpriseCloud✓✓Connected Planning für komplexe Unternehmensmodelle
Workday Adaptive PlanningPleasanton (US), gegr. 2005 · workday.com ↗MittelstandCloud✓✓Benutzerfreundliche Cloud-Planung, schnelle Einführung
SAP Analytics CloudWalldorf, gegr. 1972 · sap.com ↗EnterpriseCloudnein✓Planung und Analyse nativ im SAP-Ökosystem
IBM Planning AnalyticsArmonk (US), gegr. 1911 · ibm.com ↗EnterpriseCloud und On-Premiseteilweise✓TM1-Engine für sehr große Planungsmodelle

Auswahl und Einordnung redaktionell und anbieterneutral, ohne bezahlte Platzierungen. Segment und Stärken sind unsere Einschätzung auf Basis von Herstellerangaben und Analystenberichten. Stand: Oktober 2026. Konsolidierung bei SAP über S/4HANA Group Reporting, bei IBM über Cognos Controller als separate Produkte.

Anbieterporträts

Fünf Anbieter mit
starker DACH-Präsenz.

Freiburg · gegr. 2002

Jedox

Jedox (Planungs- und CPM-Plattform aus Freiburg) zählt laut BARC rund 3.000 Kunden und etwa 400 Mitarbeitende, Mehrheitsinvestor ist seit 2021 Insight Partners. Die Oberfläche ist Excel-nah, betrieben wird als SaaS auf Microsoft Azure oder On-Premise. Vorgefertigte Konnektoren gibt es für SAP S/4HANA, Salesforce, Power BI und Qlik. Gut geeignet für Mittelständler, die neben Finanzen auch Vertrieb und Personal planen.

Berlin · gegr. 1999 in München

Lucanet

Lucanet (CFO-Plattform aus Berlin) hat laut BARC mehr als 6.000 Kunden und über 900 Mitarbeitende, seit 2022 hält Hg die Mehrheit. Der Schwerpunkt liegt auf legaler Konsolidierung, ergänzt um Planung, Disclosure, ESG und Steuern. Lucanet nennt mehr als 300 Standardschnittstellen, darunter DATEV, SAP und Abas, und hat 2024 den xP&A-Anbieter Causal übernommen.

Hamburg · gegr. 1989

Corporate Planning

CP Corporate Planning (Controlling-Software aus Hamburg) betreut laut BARC rund 2.000 Kunden und gehört seit 2021 zur proalpha Gruppe. Corporate Planner deckt operatives Controlling, Finanzplanung, Konsolidierung und Reporting ab und ist auf dem DATEV Marktplatz gelistet, mit bidirektionaler Anbindung über DATEVconnect. Typisch für Mittelständler mit Fokus auf Fachbereichsnutzung.

Graz · gegr. 1989

CoPlanner

CoPlanner (Planungs- und Konsolidierungssoftware aus Graz, Standort Hannover) hat laut BARC rund 180 aktive Kunden, vor allem in DACH. Das Konsolidierungsmodul ist nach IDW PS 880 zertifiziert, die Daten liegen auf Microsoft SQL Server oder Azure SQL, ein Excel-Add-in ist integriert. Eine schlanke Option für Mittelständler mit mehreren Gesellschaften. Zum Profil im Katalog

Boston und Chiasso · gegr. 1994

Board

Board (Planungs- und BI-Plattform, Standorte Chiasso und Boston) zählt laut BARC mehr als 2.000 Kunden, seit 2019 ist Nordic Capital Mehrheitseigner. Seit März 2026 bietet Board KI-Agenten für FP&A und Controlling an, zusätzlich arbeitet der Anbieter mit Microsoft an Agentic AI in der Planung. Stark bei Unternehmen, die Planung und Analyse auf einer Plattform vereinen wollen.

Marktbewegung

Konsolidierung im Markt

Der Markt sortiert sich neu: Hg hat im April 2026 OneStream für rund 6,4 Mrd. USD übernommen und hält damit neben Lucanet einen zweiten großen Anbieter. Anaplan kaufte 2024 Fluence für Konsolidierung, proalpha 2021 Corporate Planning. Für Käufer heißt das: Roadmap und Eigentümer bei der Auswahl aktiv abfragen.

Konsolidierung und Rechnungslegung

Konsolidierung nach
HGB und IFRS.

Wer muss überhaupt einen Konzernabschluss aufstellen? Nach § 290 HGB jede Kapitalgesellschaft mit Sitz in Deutschland, die beherrschenden Einfluss auf ein anderes Unternehmen ausüben kann, etwa über die Stimmrechtsmehrheit. Befreit ist laut § 293 HGB, wer an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen zwei von drei Grenzen nicht überschreitet. Seit der Anhebung 2024 liegen sie nach der Bruttomethode bei 30 Mio. Euro Bilanzsumme, 60 Mio. Euro Umsatz und 250 Mitarbeitenden, nach der Nettomethode bei 25 und 50 Mio. Euro. Kapitalmarktorientierte Konzerne bilanzieren nach IFRS (§ 315e HGB). Acht Lösungen für den Konzernabschluss zeigt der Konsolidierungssoftware Vergleich.

§ 301 HGB

Kapitalkonsolidierung

Der Beteiligungsbuchwert der Mutter wird mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochter verrechnet, bewertet zum beizulegenden Zeitwert (Neubewertungsmethode). Daraus entstehen Geschäfts- oder Firmenwert und Minderheitenanteile.

§ 303 HGB

Schuldenkonsolidierung

Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen zwischen den einbezogenen Gesellschaften werden eliminiert. Software unterstützt das mit Intercompany-Abstimmung und Differenzenanalyse je Partnergesellschaft.

§ 304 HGB

Zwischenergebnis­eliminierung

Gewinne aus konzerninternen Lieferungen, die noch im Bestand liegen, werden herausgerechnet. Der Konzern wird so bewertet, als wäre er ein einziges Unternehmen.

§ 305 HGB

Aufwands- und Ertragskonsolidierung

Konzerninterne Umsätze und Erträge werden mit den korrespondierenden Aufwendungen verrechnet. Ohne saubere Partnerkennzeichen in der Buchhaltung ist dieser Schritt kaum automatisierbar.

§ 308a HGB

Währungsumrechnung

Modifizierte Stichtagskursmethode: Vermögen und Schulden zum Devisenkassamittelkurs, Eigenkapital zu historischen Kursen, GuV zu Durchschnittskursen. Differenzen landen im Eigenkapital.

HGB oder IFRS

Multi-GAAP

Unter HGB wird der Goodwill planmäßig abgeschrieben (§ 309 HGB), unter IFRS nur jährlich auf Wertminderung geprüft (IAS 36). Wer beides berichten muss, braucht eine Software mit paralleler Bewertung.

Integration

Schnittstellen, die über
den Projekterfolg entscheiden.

Planung lebt von Ist-Daten. Je mehr Daten automatisch aus Finanzbuchhaltung, ERP und Personalsystem kommen, desto weniger manuelle Abstimmung bleibt. Laut einem US-Benchmark für Workday Adaptive Planning verlängert jede zusätzliche Nicht-Standard-Integration das Projekt um zwei bis vier Wochen.

ERP

SAP, Dynamics, abas

Vorgefertigte Konnektoren sparen Wochen. Jedox unterstützt etwa SAP S/4HANA in den Releases 2020 bis 2025, Board bietet einen SAP Connector ohne ABAP-Programmierung.

Buchhaltung

DATEV

Für den Mittelstand mit externer Buchhaltung zentral. Corporate Planner bindet DATEV bidirektional über DATEVconnect an, Lucanet listet DATEV unter seinen Standardschnittstellen.

Analyse

Power BI und Qlik

Planungsdaten wandern für Dashboards oft in das vorhandene BI-Werkzeug. Jedox und Board liefern dafür eigene Konnektoren beziehungsweise Add-ins.

Oberfläche

Excel-Add-in

Excel bleibt für viele Planer die gewohnte Eingabe. Gute Add-ins schreiben Werte direkt in die zentrale Datenbank, mit Rechteprüfung und Versionierung statt loser Dateien.

Kosten und TCO

Was FP&A-Software
wirklich kostet.

Keiner der großen Anbieter veröffentlicht eine Preisliste: Lucanet, Jedox, Corporate Planner, CoPlanner, Board, Workday Adaptive Planning, Anaplan, CCH Tagetik und SAP kalkulieren individuell nach Rollen, Modulen und Gesellschaften. Pauschale Euro-Spannen wären deshalb geraten. Die Tabelle zeigt stattdessen, wovon der Preis abhängt, und die Beispielrechnung darunter, wie Sie ein Angebot auf fünf Jahre hochrechnen.

UnternehmensgrößePlanerLizenzpreisWas den Preis treibtProjektdauerTypische Lösungen
Kleiner Mittelstandeine bis drei Gesellschaften5 bis 10auf AnfrageZahl der Planer, Finanzplanung ohne Konsolidierung6 bis 16 WochenJedox, CoPlanner, Corporate Planner
Mittelstandmehrere Gesellschaften, Konsolidierung20 bis 50auf AnfrageGesellschaften, Konsolidierung, Schnittstellen3 bis 6 MonateLucanet, Jedox, Board, Workday Adaptive
Gehobener Mittelstand und Konzerninternational, Multi-GAAP100 und mehrauf AnfrageMulti-GAAP, Währungen, Modellierer mit Vollzugriff4 bis 12 MonateAnaplan, CCH Tagetik, Board, SAP

Rechenbeispiel von Find-Your-Software mit eigenen Annahmen: Ein Angebot über eine Jahreslizenz L ergibt über fünf Jahre 5 × L. Für die Einführung nehmen wir beispielhaft 30 Beratertage zu je 8 Stunden an, beim durchschnittlichen Stundensatz externer Berater von 105 Euro laut Freelancer-Kompass 2025 sind das 25.200 Euro. Hinzu kommt die interne Zeit für Controlling und IT. Projektdauer laut BARC typischerweise 3 bis 12 Monate.

Kostentreiber

Was den Preis bestimmt

  • Rollenmodell: Viewer und reine Planer sind meist deutlich günstiger als Modellierer mit Vollzugriff
  • Gesellschaften und Währungen: jede weitere Einheit erhöht den Konsolidierungsaufwand
  • Schnittstellen: Standardkonnektoren sparen Beratungstage, Eigenbau kostet
  • Modellumfang: Personal-, Vertriebs- und Investitionsplanung erweitern das Projekt
  • Betrieb: Cloud-Abos enthalten Hosting und Updates, On-Premise braucht eigene IT
TCO über fünf Jahre

So rechnen Sie richtig

Neben Lizenz und Einführung zählen interne Aufwände für Controlling und IT, Schulungen sowie laufende Modellpflege. Externe Berater kosten laut Freelancer-Kompass 2025 im Schnitt 105 Euro pro Stunde, SAP-nahe Spezialisten rund 117 Euro. Achten Sie im Vertrag auf Preiserhöhungsklauseln und lassen Sie sich die Erhöhung pro Jahr schriftlich begrenzen.

Eine strukturierte Gesamtkostenrechnung liefert unser TCO-Rechner für Unternehmenssoftware.

Auswahlprozess

In sechs Schritten zur
passenden Planungssoftware.

BARC empfiehlt, die Softwareauswahl auf höchstens sechs Monate zu begrenzen. 80 Prozent der Unternehmen kommen laut BARC innerhalb von 1 bis 12 Monaten vom Kauf bis zur ersten Einführung. Diese Schritte haben sich in Auswahlprojekten im Mittelstand bewährt.

01

Planungsprozess aufnehmen

Wer plant was, wann und auf welcher Ebene? Dokumentieren Sie Planungskalender, Beteiligte, Excel-Dateien und die Datenquellen. Das ist die Basis für jedes Lastenheft.

02

Anforderungen gewichten

Planungsobjekte, Konsolidierung, Nutzerzahl, Schnittstellen und Reporting als Muss oder Kann bewerten. Unsere Lastenheft-Vorlage liefert die Struktur.

03

Longlist bilden

Acht bis zwölf Anbieter, die zu Größe, Branche und Rechnungslegung passen. Die Matching Engine erstellt eine anbieterneutrale Vorauswahl in wenigen Minuten.

04

Szenario-Demos

Drei bis vier Anbieter präsentieren Ihr eigenes Planungsbeispiel, nicht ihre Standarddemo. So sehen Sie, wie gut Treiber, Konsolidierung und Excel-Eingabe im Alltag funktionieren.

05

Proof of Concept und TCO

Zwei Finalisten bauen in zwei bis vier Wochen einen Ausschnitt Ihres Modells mit echten Daten. Bewerten Sie Ergebnis und Gesamtkosten mit einer Nutzwertanalyse.

06

Vertrag und Einführung

Rollenmodell, Preisgleitklauseln, Exit-Regeln und Datenstandort verhandeln. Danach in Wellen einführen: zuerst Finanzplanung, dann Konsolidierung, dann operative Teilpläne.

Typische Fehler

Fünf Fallstricke bei der
Einführung.

01

Excel eins zu eins nachbauen

Wer jedes historische Tabellenblatt übernimmt, verschenkt den Nutzen. Das Projekt ist die Chance, Planungsebenen zu reduzieren und Treiber zu definieren.

02

Datenqualität unterschätzen

Kontenrahmen, Kostenstellen und Partnerkennzeichen müssen im ERP sauber gepflegt sein. Sonst scheitert die Automatisierung an der Quelle, nicht an der Software.

03

Konsolidierung nachschieben

Wer die Konsolidierung erst in Phase zwei bedenkt, muss das Datenmodell später umbauen. Gesellschaften, Währungen und Intercompany gehören von Beginn an ins Konzept.

04

Zu viele Details planen

Planung auf Artikel- oder Buchungsebene bläht Modelle auf und verlängert Budgetrunden. Steuerungsrelevante Ebenen reichen, Details bleiben im ERP.

05

Kein fachlicher Owner

Planungssoftware ist ein Controlling-Projekt mit IT-Unterstützung, nicht umgekehrt. Ohne verantwortliche Person im Controlling verliert das Modell nach dem Go-live an Aktualität.

Tipp

Neutral auswählen

Ein strukturierter Auswahlprozess mit Lastenheft, Szenario-Demos und Nutzwertanalyse schützt vor Bauchentscheidungen. Das Selection Portal bildet ihn in einem Workspace ab.

FAQ

Häufige Fragen zu
FP&A-Software.

Was ist FP&A-Software?

FP&A-Software (Financial Planning & Analysis) ist eine Planungsplattform für Budgetierung, Forecasting, Szenarioanalyse und häufig auch Konsolidierung. Sie ersetzt verteilte Excel-Dateien durch eine zentrale Datenbank mit Rechten, Workflows und Versionierung. Ist-Daten kommen automatisch aus ERP und Finanzbuchhaltung. Bekannte Anbieter im DACH-Raum sind Jedox, Lucanet, Corporate Planning, CoPlanner und Board.

Was ist der Unterschied zwischen FP&A, CPM und xP&A?

FP&A beschreibt die Finanzplanung und Analyse im Controlling. CPM (Corporate Performance Management) oder EPM erweitert sie um Konsolidierung, Reporting und Disclosure in einer Suite. xP&A (Extended Planning & Analysis) verbindet Finanzplanung mit operativer Planung in Vertrieb, Personal und Supply Chain auf einer Plattform. In der Praxis verwenden viele Anbieter die Begriffe überlappend.

Was kostet FP&A-Software für den Mittelstand?

Keiner der großen Anbieter veröffentlicht eine Preisliste, Lucanet, Jedox, Board, Workday Adaptive Planning und Anaplan kalkulieren individuell nach Rollen, Modulen und Gesellschaften. Holen Sie deshalb mindestens drei Angebote für dieselbe Zahl an Planern und Gesellschaften ein. Für die Einführung rechnen Sie Beratertage mal Tagessatz: 30 Beratertage zu je 8 Stunden ergeben beim durchschnittlichen Satz externer Berater von 105 Euro laut Freelancer-Kompass 2025 rund 25.200 Euro. Dazu kommt die interne Zeit von Controlling und IT.

Wie lange dauert die Einführung einer Planungssoftware?

Laut BARC dauern Einführungen typischerweise 3 bis 12 Monate, abhängig von Größe, Verteilung und Umfang. Kleine Projekte mit reiner Finanzplanung sind in 6 bis 16 Wochen produktiv. Mit Konsolidierung mehrerer Gesellschaften und operativen Teilplänen sind 4 bis 12 Monate realistisch. Die Auswahl selbst sollte nach BARC höchstens sechs Monate dauern.

Ab wann muss ein Unternehmen einen Konzernabschluss erstellen?

Nach § 290 HGB muss eine Kapitalgesellschaft mit Sitz in Deutschland einen Konzernabschluss aufstellen, wenn sie beherrschenden Einfluss auf ein anderes Unternehmen hat. Befreit ist sie nach § 293 HGB, wenn an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen zwei von drei Grenzen nicht überschritten werden: seit 2024 nach der Bruttomethode 30 Mio. Euro Bilanzsumme, 60 Mio. Euro Umsatz und 250 Mitarbeitende. Kapitalmarktorientierte Unternehmen sind nie befreit und bilanzieren nach IFRS.

Brauche ich eine separate Konsolidierungssoftware?

Nicht zwingend. Lucanet, CoPlanner, Corporate Planner, Jedox, Board und CCH Tagetik bringen Konsolidierungsfunktionen mit. SAP und IBM decken die legale Konsolidierung über separate Produkte ab, etwa SAP S/4HANA Group Reporting oder IBM Cognos Controller. Für Konzerne mit Multi-GAAP-Anforderungen lohnt ein Blick auf Lösungen mit Prüfungsstandard, etwa das nach IDW PS 880 zertifizierte Modul von CoPlanner.

Kann ich Excel weiter nutzen?

Ja. Fast alle FP&A-Lösungen bieten Excel-Add-ins, mit denen Planer in gewohnter Oberfläche arbeiten, während die Daten zentral gespeichert werden. Der Unterschied zur reinen Excel-Planung: Rechte, Versionen und Konsolidierung laufen in der Datenbank, nicht in lokalen Dateien. Laut einer ICV-Studie nutzen selbst 83 Prozent der Unternehmen mit Planungssoftware Excel weiterhin für die dezentrale Datensammlung.

Welche FP&A-Software passt für den Mittelstand?

Für mittelständische Unternehmen mit einer bis wenigen Gesellschaften sind Jedox, Corporate Planner und CoPlanner verbreitet, bei Konsolidierungsschwerpunkt Lucanet. Board und Workday Adaptive Planning adressieren den gehobenen Mittelstand, Anaplan, CCH Tagetik und SAP eher Konzerne. Entscheidend sind Rechnungslegung, Anzahl der Gesellschaften, vorhandenes ERP und die Frage, ob auch operative Bereiche planen sollen.

Cloud oder On-Premise?

Der Markt bewegt sich klar in die Cloud: Laut BARC Planning Survey 26 laufen 2026 rund 50 Prozent der Planungslösungen in der Cloud, etwa 80 Prozent der Neueinführungen sind Cloud-Projekte. Jedox, Lucanet, Board und CoPlanner bieten beides an, Anaplan, Workday und SAP Analytics Cloud nur Cloud. Für Unternehmen mit strengen Vorgaben zum Datenstandort lohnt die Frage nach Rechenzentren in der EU.

Wie hilft KI in der Finanzplanung?

KI erstellt statistische Prognosen als Startwert für den Forecast, erkennt Ausreißer und erklärt Abweichungen in natürlicher Sprache. Laut BARC Planning Survey 26 nutzen 27 Prozent der Unternehmen KI für Predictive Planning, nach 11 Prozent im Vorjahr. Erwartet wird vor allem Entlastung von manueller Arbeit (75 Prozent) und bessere Prognosegüte (51 Prozent). Anbieter wie Board bieten seit 2026 eigene KI-Agenten für FP&A und Controlling an.

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