Vibe Coding Richtlinie.
KI-Eigenbau prüfen und freigeben.
Eine Vibe Coding Richtlinie legt fest, welche KI-Werkzeuge Fachbereiche nutzen dürfen und welche selbst gebauten Anwendungen ohne Prüfung starten. Den Ausschlag geben Zugriff von außen, Rollen und Schreibrechte, dazu Art. 28 und Art. 35 DSGVO und die KI-Kompetenz nach Art. 4 KI-Verordnung. Prüfen Sie jede Anwendung vor dem Start mit zwölf Fragen und tragen Sie das Ergebnis in eine Liste aller Eigenbauten ein.
Verbieten hilft nicht.
Klare Regeln schon.
Fachbereiche bauen mit Lovable, Cursor oder Copilot längst eigene Werkzeuge, ob die IT davon weiß oder nicht. Nach einer Bitkom-Umfrage unter 604 Unternehmen ist private KI-Nutzung in 8 % der Firmen weit verbreitet und in weiteren 17 % bekannt, doch nur 26 % stellen ihren Beschäftigten einen offiziellen Zugang bereit. BSI und ANSSI raten deshalb, genehmigte Werkzeuge anzubieten, statt auf Verbote zu setzen. Eine Richtlinie macht aus dem Wildwuchs einen Weg mit Ampel.
Ohne Richtlinie
- Beschäftigte nutzen private Konten, Prompts mit Kundendaten landen bei Anbietern ohne Vertrag
- niemand weiß, welche selbst gebauten Anwendungen laufen und wer sie pflegt
- ein Dashboard wird zum Kundenportal, ohne dass jemand die Rechte geprüft hat
- fällt der Ersteller aus, steht die Anwendung still
Mit Richtlinie
- eine Liste freigegebener Werkzeuge mit Unternehmenskonto und Auftragsverarbeitungsvertrag
- zwölf Fragen entscheiden vor dem Start, ob selbst gebaut, geprüft oder gekauft wird
- jede Anwendung hat einen Besitzer, einen Zweck und ein Ablaufdatum
- die IT prüft dort, wo es zählt, statt jeden Prototyp zu bremsen
Quellen: Bitkom, Beschäftigte nutzen Schatten-KI, Pressemitteilung vom 21.10.2025, BSI und ANSSI, AI Coding Assistants, Abruf 02.11.2026. Einschätzungen geben die Meinung von Find-Your-Software wieder.
Zwölf Fragen vor dem Start.
Mit Ampel und PDF zum Ausfüllen.
Gehen Sie die Fragen für eine konkrete Anwendung durch, etwa ein Dashboard aus dem Data Lake oder einen Assistenten für Angebotstexte. Gelb heißt: bauen, aber vor dem Echtbetrieb prüfen lassen. Blau heißt: Der Prototyp ist willkommen, den Betrieb übernehmen Fachanbieter oder Entwickler. Die Grenzen entsprechen unserem Ratgeber Vibe Coding im Unternehmen.
Nutzer und Zugriff
Daten
Betrieb
Werkzeug
Selbst bauen und freigeben.
Das Team baut die Anwendung mit einem freigegebenen Werkzeug. Tragen Sie Besitzer, Zweck und ein Ablaufdatum in die Liste der Eigenbauten ein und prüfen Sie nach zwölf Monaten erneut. Welches Werkzeug passt und wo die Daten liegen, zeigt unser Vergleich Vibe Coding Tools.
Bauen, aber vor dem Start prüfen.
Ein Entwickler prüft Rechte, Schlüssel und Abhängigkeiten, der Datenschutz prüft Vertrag und Verzeichnis. Im Rechenbeispiel kostet das ein bis zwei Personentage. Fehlen dafür Regeln und Rollen, hilft unsere KI-Strategie Beratung.
Prototyp ja, Betrieb durch Profis.
Nutzen Sie den Prototyp als Vorlage und machen Sie daraus Anforderungen. Im Selection Portal sammeln Sie Anforderungen und prüfen, ob es das schon als Standardsoftware gibt, oder beauftragen einen Dienstleister, siehe Individualsoftware entwickeln lassen.
Die Fragen sind eine Einschätzung von Find-Your-Software und ersetzen keine Rechtsberatung. Grundlagen: Art. 28 DSGVO, § 87 BetrVG, Abruf 02.11.2026.
Zehn Regeln für die Richtlinie.
Zum Übernehmen und Anpassen.
Eine gute Richtlinie passt auf zwei Seiten und lässt sich in fünf Minuten erklären. Bitkom rät, darin festzulegen, welche Werkzeuge wofür genutzt werden dürfen, und die Risiken für Geschäftsgeheimnisse, Urheberrecht und Datenschutz zu regeln. Die folgenden zehn Regeln decken das für selbst gebaute Anwendungen ab. Passen Sie Zahlen wie Fristen und Schwellen an Ihr Unternehmen an.
Nur freigegebene Werkzeuge
Beschäftigte nutzen ausschließlich Werkzeuge aus der Liste der IT, mit Unternehmenskonto und Auftragsverarbeitungsvertrag. Private Konten sind für dienstliche Daten tabu.
Keine Geheimnisse im Prompt
Personenbezogene Daten und Geschäftsgeheimnisse gehen nur in Werkzeuge, deren Tarif das Training mit Ihren Eingaben ausschließt. Im Zweifel arbeiten Sie mit Beispieldaten.
Zweck in drei Sätzen
Jede Anwendung hat einen schriftlichen Zweck: was sie tut, wer sie nutzt, welche Daten sie liest. Ohne Zweck keine Freigabe.
Selbst bauen nur intern und lesend
Zugriff von außen, Rollenmodelle und Schreibzugriff auf führende Systeme gehören in die Hände der IT oder eines Fachanbieters.
Agenten an der kurzen Leine
KI-Agenten arbeiten mit Leserechten oder gegen eine Kopie der Daten. Schreibrechte auf Echtdaten vergibt nur die IT.
Keine Zugangsdaten im Code
Passwörter und Schlüssel für Schnittstellen liegen in einem Tresor oder in Umgebungsvariablen auf dem Server, nie im Code, den ein Browser lädt.
Entwickler vor dem Echtbetrieb
Steht die Ampel auf Gelb, prüft ein Entwickler Rechte, Schlüssel und neue Bibliotheken, bevor echte Daten fließen.
Jede Anwendung ist erfasst
Alle Eigenbauten stehen mit Besitzer und Werkzeug in einer Liste. Bei personenbezogenen Daten kommt der Eintrag ins Verzeichnis nach Art. 30 DSGVO dazu.
Freigabe mit Verfallsdatum
Eine Freigabe gilt zwölf Monate. Danach prüft der Besitzer erneut oder schaltet die Anwendung ab.
Erst Einweisung, dann bauen
Wer baut, hat eine Einweisung in Werkzeug, Datenregeln und Freigabeweg erhalten. Die Teilnahme wird dokumentiert, wie es die Bundesnetzagentur zu Art. 4 KI-Verordnung empfiehlt.
Quellen: Bitkom, Beschäftigte nutzen Schatten-KI, Bundesnetzagentur, KI-Kompetenz, Abruf 02.11.2026. Die Regeln sind ein Vorschlag von Find-Your-Software.
Wer was prüft.
Sechs Rollen, klare Zuständigkeit.
Die Freigabe darf kein Gremium mit Wochenfrist werden, sonst bauen die Teams wieder an der IT vorbei. Darum prüft bei Grün nur der Fachbereich, bei Gelb kommen IT und Datenschutz dazu. Den Betriebsrat brauchen Sie, sobald eine Anwendung Leistung oder Verhalten auswerten kann. Die Spalte rechts zeigt, wann die Rolle gefragt ist.
| Rolle | prüft | Grundlage | Wann gefragt |
|---|---|---|---|
| FachbereichBesitzer der Anwendung | Zweck, Nutzen, Nutzerkreis, Ablaufdatum | Richtlinie, Regel 03 und 09 | ✓Immerfüllt den Freigabe-Check aus |
| IT oder Entwicklerintern oder Dienstleister | Rechte in der Datenbank, Schlüssel, Bibliotheken, Hosting | Art. 32 DSGVO, Empfehlungen von BSI und ANSSI | ≈Bei Gelbvor dem Echtbetrieb |
| DatenschutzDatenschutzbeauftragte | Auftragsverarbeitungsvertrag, Verzeichnis, Folgenabschätzung | Art. 28, Art. 30 und Art. 35 DSGVO | ≈Bei personenbezogenen DatenFrage 05 |
| InformationssicherheitISB oder IT-Leitung | Werkzeugliste, Konten, Speicherort der Daten | interne Richtlinie, ggf. ISO 27001 | ≈Bei neuen WerkzeugenFrage 11 |
| Betriebsratfalls vorhanden | Auswertung von Leistung oder Verhalten | § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG | ≈Bei Auswertung von BeschäftigtenFrage 07 |
| Geschäftsführungoder Bereichsleitung | Budget für Betrieb, Kauf oder Dienstleister | Richtlinie, Regel 04 | ✕Bei BlauKaufen oder beauftragen |
Quellen: Art. 30 DSGVO, Art. 35 DSGVO, § 87 BetrVG, Abruf 02.11.2026. Einschätzungen geben die Meinung von Find-Your-Software wieder, keine Rechtsberatung.
Vier Gesetze im Blick.
DSGVO, KI-Verordnung, GeschGehG, BetrVG.
Für selbst gebaute Anwendungen gibt es kein eigenes Gesetz, aber vier bestehende Regelwerke greifen. Die meisten Fragen entstehen beim Datenschutz, weil Baukästen und Agenten Daten an Anbieter außerhalb des Unternehmens senden. Die KI-Verordnung verlangt zusätzlich, dass Sie Ihr Personal im Umgang mit KI befähigen. Lassen Sie die Richtlinie vor dem Start von Datenschutz und Recht gegenlesen.
Vertrag, Verzeichnis, Folgenabschätzung
- Verarbeitet ein Werkzeug personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag, brauchen Sie einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO
- Die Anwendung gehört in das Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten nach Art. 30 DSGVO
- Bei voraussichtlich hohem Risiko, gerade beim Einsatz neuer Technologien, verlangt Art. 35 DSGVO eine Datenschutz-Folgenabschätzung
KI-Kompetenz des Personals
- Art. 4 KI-Verordnung verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, Maßnahmen für die KI-Kompetenz ihres Personals zu ergreifen
- Die Bundesnetzagentur empfiehlt, Art, Umfang und Teilnehmende der Maßnahmen zu dokumentieren
- Eine Zertifizierung der Schulung schreibt die Verordnung nicht vor
Schutz nur mit Maßnahmen
- Nach § 2 Nr. 1 GeschGehG ist eine Information nur dann ein Geschäftsgeheimnis, wenn sie durch angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen geschützt ist
- Regeln, welche Daten in welche KI-Werkzeuge dürfen, zählen nach Einschätzung von Find-Your-Software zu solchen Maßnahmen
- Werkzeuge mit Training auf Ihren Eingaben für Geheimnisse sperren
Mitbestimmung bei Auswertung
- Der Betriebsrat bestimmt nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG mit, wenn technische Einrichtungen Verhalten oder Leistung der Beschäftigten überwachen sollen
- Ein Dashboard mit Kennzahlen je Person fällt schnell darunter
- Den Betriebsrat früh einbinden, am besten mit einer Rahmenvereinbarung für KI-Werkzeuge
Quellen: Art. 28 DSGVO, Art. 35 DSGVO, Bundesnetzagentur, KI-Kompetenz nach Art. 4 KI-VO, § 2 GeschGehG, § 87 BetrVG, Abruf 02.11.2026. Keine Rechtsberatung.
Vom Antrag zur Freigabe.
Vier Stationen, eine Weiche.
Der Weg muss in Tagen gehen, nicht in Wochen. Ein Antrag auf einer Seite, der Freigabe-Check und eine Abnahme reichen für die meisten Anwendungen. Nur wenn die Ampel auf Gelb oder Blau steht, kommen weitere Rollen dazu. Was dabei zu prüfen ist, beschreiben BSI und ANSSI für KI-Programmierassistenten: neue Bibliotheken gegen das offizielle Verzeichnis abgleichen und den Code durch Scanner und Menschen prüfen lassen.
- 1
Antrag stellen
Der Fachbereich beschreibt auf einer Seite Zweck, Nutzer, Daten und Werkzeug.
✓PrüfpunktZweck passt in drei Sätze - 2
Check ausfüllen
Die zwölf Fragen ergeben Grün, Gelb oder Blau. Das Protokoll liegt beim Antrag.
✓PrüfpunktAmpel und Begründung dokumentiert - 3
Im Rahmen bauen
Gebaut wird mit freigegebenem Werkzeug, Kopie der Daten und ohne Schlüssel im Code.
✓PrüfpunktKeine Echtdaten ohne Freigabe - 4
Abnehmen und erfassen
Bei Gelb prüft ein Entwickler. Danach kommt die Anwendung in die Liste der Eigenbauten.
✓PrüfpunktBesitzer und Ablaufdatum eingetragen
An die IT übergeben.
Die IT übernimmt Betrieb, Updates und Datensicherung, die Kosten kommen ins Budget. Prüfen Sie dann auch, ob eine Standardsoftware günstiger ist, etwa über unser Matching.
Im Team mit Ablaufdatum.
Die Anwendung bleibt ein Werkzeug des Teams. Nach zwölf Monaten prüft der Besitzer erneut oder schaltet sie ab, damit keine verwaisten Anwendungen weiterlaufen.
Quelle: BSI und ANSSI, AI Coding Assistants, Oktober 2024, Abruf 02.11.2026. Ablauf: Vorschlag von Find-Your-Software.
Was die Freigabe kostet.
Rechenbeispiele mit Personentagen.
Eine Freigabe kostet weniger als ein Vorfall. Die Werte sind Rechenbeispiele von Find-Your-Software mit 900 € je Personentag für interne Mitarbeitende und Entwickler sowie 1.200 € je Beratertag, gleich wie in unserem Ratgeber Individualsoftware entwickeln lassen. Für die Einführung der Richtlinie kann ein BAFA-Zuschuss infrage kommen.
| Schritt | Kosten im Rechenbeispiel | Wer arbeitet | Annahme | Treibt den Aufwand |
|---|---|---|---|---|
| Freigabe-Check bei Grünje Anwendung | rund 225 €, ein Viertel Personentag | Fachbereich | Antrag und zwölf Fragen | Klarheit über Zweck und Daten |
| Prüfung bei Gelbje Anwendung | 900 bis 1.800 €, ein bis zwei Personentage | Entwickler, Datenschutz | Rechte, Schlüssel, Bibliotheken, Vertrag | Zahl der Datenquellen und Nutzer |
| Richtlinie einführeneinmalig, mit Beratung | rund 3.600 €, drei Beratertage | Berater mit IT, Datenschutz, Fachbereich | Workshop, Richtlinie, Werkzeugliste | Zahl der Standorte und Werkzeuge |
| BAFA-Zuschusswenn förderfähig | 50 % oder 80 % von höchstens 3.500 € Beratungskosten | BAFA-registrierter Berater | Antrag bis 31.12.2026, Vertrag erst nach dem Informationsschreiben | Lage der beratenen Betriebsstätte |
| Internes Dashboardzum Vergleich | rund 7.200 €, acht Personentage | Fachbereich baut, Entwickler härtet | wie in unserem Ratgeber Vibe Coding im Unternehmen | Datenqualität im Data Lake |
Rechenbeispiele von Find-Your-Software mit offengelegten Annahmen. BAFA-Angaben wie in unserem Ratgeber BAFA-Förderung IT-Beratung, 80 % in den neuen Bundesländern sowie in den Regionen Lüneburg und Trier, sonst 50 %. Verbindlich ist nur das Angebot des Anbieters.
Wo wir unterstützen.
Von der Richtlinie bis zum Kauf.
Jede Ampelfarbe führt zu einem anderen nächsten Schritt. Für Grün brauchen Sie meist nur die Richtlinie und eine Liste. Für Gelb braucht es Rollen und Prüfer, für Blau Anforderungen und Anbieter. Find-Your-Software und die Beratung von Sectorlens decken diese Schritte ab, produktneutral.
Richtlinie und KI-Readiness
Im KI-Readiness Assessment prüft Sectorlens fünf Dimensionen: Datenstrategie, IT-Infrastruktur, KI-Kompetenz, Governance und Use-Case-Reife. Start ist ein Discovery-Workshop von zwei bis drei Tagen.
- Richtlinie mit Freigabeweg und Rollen
- Liste freigegebener Werkzeuge
- Schulungsplan für Art. 4 KI-Verordnung
Eigenbauten sichtbar machen
Mit dem IT Landscape Designer im Selection Portal erfassen Sie Systeme und Schnittstellen. Selbst gebaute Anwendungen stehen dort neben ERP und CRM, mit Status und Kritikalität.
- Liste der Eigenbauten nach Regel 08
- Datenflüsse zu führenden Systemen sichtbar
Vom Prototyp zur Ausschreibung
Der Prototyp zeigt, was gebraucht wird. Im Selection Portal wird daraus ein Katalog mit Wichtigkeit A, B oder C und K.O.-Kriterien, den Anbieter beantworten.
- Prototyp als Anlage für Anbieter
- Rollen und Schnittstellen als prüfbare Anforderung
Standardsoftware statt Eigenbau
Das Matching von Find-Your-Software zeigt, welche Software vergleichbare Firmen für denselben Zweck nutzen. Oft gibt es für Portal, Freigabe oder Planung schon eine fertige Lösung.
- Systeme nach Branche und Größe
- Grundlage für die Make-or-Buy-Entscheidung
Angaben zum KI-Readiness Assessment laut Sectorlens. Angaben laut Anbieter, Stand November 2026, ohne Gewähr. Einschätzungen geben die Meinung von Find-Your-Software wieder.
Häufige Fragen
direkt beantwortet.
Was ist eine Vibe Coding Richtlinie?
Eine Vibe Coding Richtlinie regelt, wie Beschäftigte mit KI-Werkzeugen eigene Anwendungen bauen dürfen. Sie legt fest, welche Werkzeuge erlaubt sind, welche Daten hineindürfen und welche Anwendungen ohne Prüfung starten. Kern ist eine Grenze: intern und lesend darf der Fachbereich selbst bauen, bei Zugriff von außen, Rollen oder Schreibzugriff prüft die IT oder ein Fachanbieter übernimmt. Dazu kommen ein Freigabeweg, eine Liste aller Eigenbauten und eine Schulung nach Art. 4 KI-Verordnung.
Brauchen wir eine eigene Richtlinie oder reicht die KI-Richtlinie?
Eine allgemeine KI-Richtlinie regelt meist die Nutzung von Chatbots und Assistenten. Selbst gebaute Anwendungen bringen weitere Fragen mit: Wer betreibt sie, wer prüft Rechte und Schlüssel, wann ist der Eigenbau zu Ende? Sie brauchen kein zweites Dokument. Ergänzen Sie Ihre KI-Richtlinie um einen Abschnitt zum Eigenbau mit dem Freigabe-Check und der Liste der Eigenbauten. Nach Bitkom hatten 2025 erst 23 % der Unternehmen überhaupt Regeln für KI-Werkzeuge. Das hält die Regeln an einer Stelle.
Welche Anwendungen darf der Fachbereich ohne Prüfung bauen?
Ohne Prüfung eignen sich Anwendungen, die intern bleiben, Daten nur lesen und deren Ausfall niemanden außerhalb des Teams trifft. Typisch sind ein Dashboard aus dem Data Lake, ein Klickdummy für eine Anforderung oder ein Assistent, der Texte umformuliert. Voraussetzung bleibt ein freigegebenes Werkzeug mit Unternehmenskonto. Sobald personenbezogene Daten oder Geschäftsgeheimnisse im Spiel sind, steht die Ampel auf Gelb und ein Entwickler sowie der Datenschutz schauen kurz drauf. Die Ampel im Freigabe-Check zeigt das in wenigen Minuten.
Wann muss der Betriebsrat zustimmen?
Der Betriebsrat bestimmt nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG mit, wenn eine technische Einrichtung Verhalten oder Leistung von Beschäftigten überwachen soll. Ein selbst gebautes Dashboard mit Kennzahlen je Person, Auswertungen von Bearbeitungszeiten oder ein Agent, der Tickets je Mitarbeiter zählt, fallen schnell darunter. Klären Sie das vor dem Start. Praktisch ist eine Rahmenvereinbarung für KI-Werkzeuge, die den Freigabe-Check einschließt, damit nicht jede neue Anwendung einzeln verhandelt werden muss.
Was verlangt die KI-Verordnung von Unternehmen, die KI-Werkzeuge nutzen?
Art. 4 KI-Verordnung verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, Maßnahmen für die KI-Kompetenz ihres Personals zu ergreifen. Ein Unternehmen, das Lovable, Cursor oder Copilot einsetzt, ist Betreiber. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, Bedarf zu ermitteln, Maßnahmen zu gestalten und Art, Umfang und Teilnehmende zu dokumentieren. Ein bestimmtes Format oder eine Zertifizierung schreibt die Verordnung nicht vor. Eine kurze Einweisung vor der ersten Anwendung erfüllt den Zweck, wenn Sie sie festhalten. Eine Liste mit Datum genügt.
Brauchen wir für Lovable oder Cursor einen Auftragsverarbeitungsvertrag?
Ja, sobald personenbezogene Daten über das Werkzeug laufen. Dann verarbeitet der Anbieter Daten in Ihrem Auftrag, und Art. 28 DSGVO verlangt einen Vertrag. Viele Anbieter bieten ihn erst in Team- oder Business-Tarifen an. Prüfen Sie außerdem, wo die Daten liegen und ob Ihre Eingaben zum Training genutzt werden. Werkzeuge ohne Vertrag gehören nicht auf die Liste der freigegebenen Werkzeuge, auch wenn sie im Einzelfall günstiger sind. Fragen Sie den Vertrag vor dem ersten Einsatz an.
Wer sollte die Freigabe erteilen?
Bei Grün reicht der Fachbereich als Besitzer der Anwendung. Er füllt den Check aus und trägt die Anwendung in die Liste ein. Bei Gelb prüfen ein Entwickler und der Datenschutz, im Rechenbeispiel ein bis zwei Personentage. Bei Blau entscheidet die Geschäftsführung über Budget für Kauf oder Dienstleister. Wichtig ist eine feste Ansprechperson in der IT, die Anträge binnen weniger Tage beantwortet, sonst umgehen Teams den Weg. Eine Frist von fünf Arbeitstagen ist ein guter Richtwert.
Was gehört in die Liste der Eigenbauten?
Die Liste nennt für jede Anwendung Namen, Zweck, Besitzer mit Vertretung, Werkzeug, Datenquellen, Nutzerkreis, Ampelfarbe und Ablaufdatum. Bei personenbezogenen Daten kommt der Verweis auf den Eintrag im Verzeichnis nach Art. 30 DSGVO dazu. Halten Sie die Liste dort, wo auch ERP und CRM stehen, etwa in einer Übersicht der IT-Systemlandschaft. So sieht die IT, welche Eigenbauten auf führende Systeme zugreifen. Prüfen Sie die Liste einmal im Jahr und streichen Sie, was niemand mehr nutzt. Abgelaufene Freigaben fallen dabei sofort auf.
Wie verhindern wir Schatten-IT, ohne Teams auszubremsen?
Indem der offizielle Weg schneller ist als der inoffizielle. BSI und ANSSI empfehlen, genehmigte Werkzeuge bereitzustellen, statt nur zu verbieten. Stellen Sie ein oder zwei Werkzeuge mit Unternehmenskonto bereit, halten Sie den Antrag auf einer Seite und beantworten Sie Grün sofort. Laut Bitkom stellen erst 26 % der Unternehmen einen offiziellen Zugang zu generativer KI bereit. Wo er fehlt, greifen Beschäftigte zu privaten Konten. Ein Werkzeug mit Vertrag kostet weniger als ein Datenleck.
Was kostet die Einführung einer Vibe Coding Richtlinie?
Im Rechenbeispiel von Find-Your-Software kostet die Einführung mit Beratung rund 3.600 € für drei Beratertage: Workshop mit IT, Datenschutz und Fachbereich, Richtlinie und Werkzeugliste. Danach kostet der Freigabe-Check je Anwendung rund ein Viertel Personentag, die Prüfung bei Gelb ein bis zwei Personentage. Kleine und mittlere Unternehmen können für die Beratung einen BAFA-Zuschuss von 50 oder 80 % auf höchstens 3.500 € Beratungskosten beantragen, wenn sie förderfähig sind. Den Antrag stellen Sie vor der Vertragsunterschrift.
Dürfen Beschäftigte Geschäftsgeheimnisse in KI-Werkzeuge eingeben?
Nur in Werkzeuge, deren Tarif das Training mit Ihren Eingaben ausschließt und mit denen ein Vertrag besteht. Nach § 2 Nr. 1 GeschGehG schützt das Gesetz eine Information nur, wenn sie durch angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen geschützt ist. Klare Regeln, welche Daten in welche Werkzeuge dürfen, gehören nach Einschätzung von Find-Your-Software dazu. Preise, Rezepturen und Konstruktionsdaten sollten im Zweifel durch Beispieldaten ersetzt werden. Halten Sie die Regel in der Richtlinie fest und schulen Sie sie bei der Einweisung, damit sie im Alltag ankommt.
Was tun mit Anwendungen, die schon ohne Freigabe laufen?
Erfassen statt abschalten. Bitten Sie die Teams, bestehende Eigenbauten binnen einer Frist zu melden, und gehen Sie jede Anwendung mit dem Freigabe-Check durch. Grüne Anwendungen bekommen nachträglich eine Freigabe, gelbe eine Prüfung, blaue einen Plan für Übergabe oder Ablösung. Wer meldet, sollte keine Nachteile haben, sonst bleibt der Bestand im Verborgenen. Beginnen Sie mit Anwendungen, die Daten in führende Systeme schreiben. Eine Meldefrist von vier Wochen ist ein praktikabler Richtwert.
Richtlinie in 30 Minuten
besprechen.
Bringen Sie den ausgefüllten Freigabe-Check oder Ihre bisherige KI-Richtlinie mit. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welche Regeln fehlen, ob ein KI-Readiness Assessment sinnvoll ist und ob für Ihre Anwendung eine Standardsoftware schneller wäre als der Eigenbau.