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KI in Unternehmenssoftware · KI-Governance

KI-Richtlinie für Unternehmen.
Vorlage in 10 Punkten, mit Check.

Eine KI-Richtlinie legt fest, welche KI-Werkzeuge Beschäftigte nutzen dürfen, welche Daten tabu sind und wer neue Werkzeuge freigibt. Den Rahmen setzen Art. 4 KI-Verordnung, die DSGVO und § 87 BetrVG, für Microsoft Copilot genauso wie für die KI-Funktion im ERP. Erfassen Sie vor dem ersten Satz der Richtlinie, welche KI-Werkzeuge in Ihren Teams heute schon im Einsatz sind, private Konten eingeschlossen. Welche Einkaufsdaten in KI-Werkzeuge gehören und welche nicht, beschreibt der Ratgeber KI im Einkauf im Abschnitt Recht.

57 %
der Unternehmen ab 20 Beschäftigten setzen KI ein, ein Jahr zuvor waren es 36 % (Bitkom, September 2026)
23 %
der Unternehmen hatten Regeln für KI-Werkzeuge aufgestellt, weitere 31 % hatten es fest vor (Bitkom, Oktober 2025)
11 %
der Unternehmen schulen alle Beschäftigten im Umgang mit KI, 25 % schulen gar nicht (Bitkom, September 2026)
KI im Arbeitsalltag

Die KI ist schon da.
Die Regeln fehlen oft.

KI steckt längst im Alltag: im Chat-Assistenten, im Übersetzer und in der Fachsoftware, die nach dem nächsten Update plötzlich Texte vorschlägt. Nach Bitkom setzen 57 % der Unternehmen ab 20 Beschäftigten KI ein, aber 2025 hatten erst 23 % Regeln dafür. In 25 % der Firmen nutzen Beschäftigte private KI-Zugänge, weit verbreitet oder in Einzelfällen. Eine KI-Richtlinie für alle Mitarbeitenden schließt diese Lücke. Sie ist kurz, verständlich und sagt, was erlaubt ist, statt nur zu verbieten. Wer selbst Anwendungen mit KI baut, braucht zusätzlich die Vibe Coding Richtlinie mit Freigabe-Check für Eigenbauten.

Ohne KI-Richtlinie

  • Kundendaten und Angebote landen in kostenlosen Chat-Diensten ohne Vertrag
  • jede Abteilung entscheidet selbst, welche KI sie nutzt und wofür
  • KI-Funktionen in ERP, CRM oder HR-Software laufen, ohne dass Datenschutz oder Betriebsrat davon wissen
  • niemand kann zeigen, wer im Umgang mit KI geschult ist

Mit KI-Richtlinie

  • eine Werkzeugliste mit Firmenkonto und Vertrag, die jede Person kennt
  • eine Daten-Ampel, die in zehn Sekunden sagt, was in den Prompt darf
  • ein Freigabeweg für neue Werkzeuge und neu eingeschaltete KI-Funktionen
  • ein Schulungsnachweis je Person, wie ihn die Bundesnetzagentur empfiehlt

Quellen: Bitkom, Erstmals nutzt die Mehrheit der Unternehmen KI, 14.09.2026, 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten; Bitkom, Beschäftigte nutzen Schatten-KI, 21.10.2025, 604 Unternehmen. Einschätzungen geben die Meinung von Find-Your-Software wieder.

KI-Richtlinie Vorlage

Die KI-Richtlinie in 10 Punkten.
Mustertext zum Übernehmen.

Jeder Punkt enthält einen Mustertext in Wir-Form, den Sie wörtlich übernehmen oder anpassen. Bitkom empfiehlt, in der Richtlinie festzulegen, welche KI-Werkzeuge zu welchem Zweck genutzt werden dürfen, und Geschäftsgeheimnisse, Urheberrecht und Datenschutz zu regeln. Zusammen passen die zehn Punkte auf zwei Seiten. Die Vorlage gibt es als PDF zum Ausfüllen. Unter „Anpassen“ steht, was Sie für Ihr Unternehmen entscheiden müssen.

01 · Geltung

Für wen und für welche KI

„Die Richtlinie gilt für alle Beschäftigten, Auszubildenden und externen Kräfte, die für uns arbeiten. Sie gilt für jede dienstliche Nutzung von KI: Chat-Assistenten wie ChatGPT oder Copilot, Übersetzer, Bildgeneratoren und KI-Funktionen in unserer Fachsoftware.“

  • Anpassen: Wer selbst Anwendungen mit KI baut, folgt zusätzlich der Vibe Coding Richtlinie
  • Externe Kräfte nennt Art. 4 KI-Verordnung ausdrücklich mit
02 · Werkzeuge

Nur erlaubte Werkzeuge

„Wir nutzen nur KI-Werkzeuge aus der Werkzeugliste und melden uns dort mit dem Firmenkonto an. Private Konten und kostenlose Versionen nutzen wir nicht für dienstliche Inhalte. Die Liste nennt für jedes Werkzeug, wofür es gedacht ist.“

  • Anpassen: Werkzeugliste mit Werkzeug, erlaubtem Zweck und erlaubter Datenklasse
  • Welche Assistenten es gibt, steht in unserem KI-Assistenten-Vergleich
03 · Daten

Die Daten-Ampel

„Rot: Personaldaten, Gesundheitsdaten, Zugangsdaten und Geschäftsgeheimnisse geben wir in kein KI-Werkzeug ein. Gelb: interne Dokumente nur in Werkzeuge mit Vertrag nach Art. 28 DSGVO. Grün: veröffentlichte oder anonymisierte Inhalte.“

  • Anpassen: Beispiele aus Ihrem Alltag je Farbe, etwa Preislisten oder Bewerbungen
  • Gesundheitsdaten zählen zu den besonderen Kategorien nach Art. 9 DSGVO
04 · Grenzen

Was KI bei uns nicht tut

„KI entscheidet bei uns nicht allein über Menschen, etwa über Bewerbungen, Beförderungen oder Kündigungen. Systeme, die Gefühle von Beschäftigten erkennen sollen, setzen wir nicht ein.“

  • Art. 22 DSGVO schützt vor ausschließlich automatisierten Entscheidungen
  • Emotionserkennung am Arbeitsplatz verbietet Art. 5 Abs. 1 Buchst. f KI-Verordnung
05 · Prüfen

Ein Mensch prüft das Ergebnis

„KI-Ergebnisse sind Vorschläge. Wer sie verwendet, prüft Fakten, Zahlen, Zitate und Rechtsaussagen und bleibt für das Ergebnis verantwortlich, wie bei jeder anderen Arbeit auch.“

  • Anpassen: Vier-Augen-Prinzip für Verträge, Angebote und Texte an Kunden
  • Die EU-Kommission nennt Halluzinationen als Risiko, das Beschäftigte kennen sollen
06 · Kennzeichnung

KI-Inhalte kennzeichnen

„Bilder, Videos und Töne, die mit KI erzeugt sind und echt wirken, versehen wir mit einem Hinweis. Chatbots für Kunden geben sich als KI zu erkennen. Texte, die überwiegend von KI stammen, kennzeichnen wir, wenn niemand sie redaktionell geprüft hat.“

  • Grundlage: Art. 50 Abs. 1 und Abs. 4 KI-Verordnung, gilt seit 02.08.2026
  • Anpassen: interne Kennzeichnung, etwa im Dokumentkopf
07 · Freigabe

Neue Werkzeuge und KI-Funktionen

„Neue KI-Werkzeuge und neu eingeschaltete KI-Funktionen in bestehender Software nutzen wir erst nach Freigabe durch IT und Datenschutz. Den Antrag stellt die Fachabteilung mit Zweck, Daten und Nutzerkreis.“

  • Anpassen: Antwortfrist, als Richtwert fünf Arbeitstage
  • Bei Auswertung von Leistung oder Verhalten den Betriebsrat einbinden
08 · Schulung

Erst Einweisung, dann Nutzung

„Vor der ersten Nutzung nimmt jede Person an einer Einweisung in Werkzeug, Daten-Ampel und Prüfpflicht teil. Teilnahme, Inhalt und Datum halten wir fest. Bei neuen Werkzeugen frischen wir das Wissen auf.“

  • Grundlage: Art. 4 KI-Verordnung, gilt seit 02.02.2025
  • Anpassen: Umfang je Rolle, Basis für alle, Vertiefung für Vielnutzer
09 · Verantwortung

Ansprechpartner und Meldeweg

„Fragen zur KI-Nutzung beantwortet die KI-Verantwortliche oder der KI-Verantwortliche. Fehler, Datenpannen und auffällige Ergebnisse melden wir sofort an die IT. Wer meldet, hat keine Nachteile.“

  • Anpassen: Name, Vertretung und Postfach eintragen
  • Datenpannen meldet das Unternehmen möglichst binnen 72 Stunden an die Aufsicht, Art. 33 DSGVO
10 · Verstöße

Verstöße und Überprüfung

„Verstöße klären wir zuerst im Gespräch. Vorsätzliche oder mehrfache Verstöße können arbeitsrechtliche Folgen haben. Die Richtlinie überprüfen wir alle zwölf Monate und wenn neue Werkzeuge dazukommen.“

  • Anpassen: Folgen mit Personalabteilung und Betriebsrat abstimmen
  • Datum der nächsten Überprüfung in den Kopf der Richtlinie schreiben

Quellen: Bitkom, Beschäftigte nutzen Schatten-KI, 21.10.2025; Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 4, Art. 5, Art. 50; EU-Kommission, Fragen und Antworten zur KI-Kompetenz; DSGVO, Art. 9, 22, 28, 33; Abruf 02.11.2026. Die Mustertexte sind ein Vorschlag von Find-Your-Software und ersetzen keine Rechtsberatung.

Vollständigkeits-Check

Ist unsere KI-Richtlinie vollständig?
Zwölf Fragen mit Ampel.

Legen Sie Ihre bestehende Richtlinie daneben und beantworten Sie jede Frage mit Ja oder Nein. Blau heißt: Eine Grundlage fehlt, die Richtlinie ist so noch nicht einsatzbereit. Gelb heißt: Das Gerüst steht, einzelne Punkte fehlen. Grün heißt: Sie können einführen und schulen. Die Fragen folgen den zehn Punkten der Vorlage.

Geltung und Werkzeuge

01Sagt die Richtlinie, für wen und für welche KI sie gilt, auch für KI-Funktionen in Fachsoftware?Copilot im Office, KI im ERP oder CRM, Übersetzer, Bildgeneratoren.
02Gibt es eine Werkzeugliste mit Firmenkonto und erlaubtem Zweck?Ohne Liste greifen Beschäftigte zu privaten Konten.
03Ist geregelt, wie neue Werkzeuge und neu eingeschaltete KI-Funktionen freigegeben werden?Viele KI-Funktionen kommen per Update in bestehende Software.

Daten und Ergebnisse

04Legt die Richtlinie fest, welche Daten nie in ein KI-Werkzeug dürfen?Etwa als Daten-Ampel mit Beispielen aus dem eigenen Alltag.
05Prüft ein Mensch KI-Ergebnisse, bevor sie das Haus verlassen oder Menschen betreffen?Art. 22 DSGVO schützt vor ausschließlich automatisierten Entscheidungen.
06Ist geregelt, wann KI-erzeugte Inhalte gekennzeichnet werden?Pflicht für täuschend echte Bilder, Videos und Töne nach Art. 50 Abs. 4 KI-Verordnung.
07Schließt die Richtlinie verbotene Anwendungen aus?Etwa Emotionserkennung am Arbeitsplatz nach Art. 5 KI-Verordnung.

Recht und Mitbestimmung

08Liegt für jedes erlaubte Werkzeug ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung vor?Art. 28 DSGVO, sobald personenbezogene Daten durch das Werkzeug laufen.
09Ist der Betriebsrat eingebunden?Gibt es keinen Betriebsrat, antworten Sie mit Ja.

Organisation

10Gibt es eine Einweisung vor der ersten Nutzung und einen Nachweis je Person?Art. 4 KI-Verordnung, Dokumentation empfiehlt die Bundesnetzagentur.
11Sind eine verantwortliche Person und ein Meldeweg für Fehler benannt?Mit Vertretung und einem Postfach, das jemand liest.
12Steht fest, wann die Richtlinie überprüft wird und was bei Verstößen passiert?Als Richtwert alle zwölf Monate und bei neuen Werkzeugen.
Beantwortet: 0 von 12
Beantworten Sie die Fragen links. Die Ampel erscheint hier und zeigt, welche Antwort den Ausschlag gibt.
Grün

Vollständig. Jetzt einführen.

Die Richtlinie deckt alle zehn Punkte ab. Planen Sie die Einführung mit Schulung und Nachweis, wie im Abschnitt zur Einführung in 30 Tagen. Welche Assistenten auf die Werkzeugliste passen, zeigt unser KI-Assistenten-Vergleich.

Gelb

Das Gerüst steht. Lücken schließen.

Ergänzen Sie die gelb markierten Punkte mit den Mustertexten der Vorlage, bevor Sie schulen. Meist fehlen Kennzeichnung, Meldeweg oder Überprüfung. Das kostet im Rechenbeispiel ein bis zwei Personentage.

Blau

Grundlagen fehlen.

Ohne Werkzeugliste, Daten-Regeln, Vertrag oder Schulung ist die Richtlinie noch nicht einsatzbereit. Beginnen Sie mit Punkt 02, 03 und 08 der Vorlage. Fehlt dafür die Zeit im Haus, hilft unsere KI-Strategie Beratung.

Vorlage als PDF herunterladenDie zehn Punkte mit Mustertext, der Vollständigkeits-Check und ein Schulungsnachweis, zwei Seiten zum Ausfüllen.

Die Fragen sind eine Einschätzung von Find-Your-Software und ersetzen keine Rechtsberatung. Grundlagen: Verordnung (EU) 2024/1689, DSGVO, Bundesnetzagentur, KI-Kompetenz, Abruf 02.11.2026.

Rechtsrahmen Stand 11/2026

Was das Recht verlangt.
KI-Verordnung, DSGVO, BetrVG.

Ein Gesetz, das eine KI-Richtlinie ausdrücklich vorschreibt, gibt es nicht. Mehrere Pflichten lassen sich aber am einfachsten mit ihr erfüllen. Wer KI in eigener Verantwortung beruflich nutzt, ist nach Art. 3 Nr. 4 KI-Verordnung Betreiber, auch wenn die KI in gekaufter Software steckt. Die Digital-Omnibus-Verordnung zur KI, Verordnung (EU) 2026/1744, ist seit dem 27.07.2026 in Kraft und hat Art. 4 und mehrere Fristen geändert. Keine Rechtsberatung.

01 · Seit 02.02.2025

KI-Kompetenz nach Art. 4

Anbieter und Betreiber ergreifen Maßnahmen, um die KI-Kompetenz ihres Personals und anderer Personen in ihrem Auftrag zu unterstützen. Seit der Änderung durch die Verordnung (EU) 2026/1744 muss kein bestimmtes Niveau je Person garantiert werden.

  • gilt unabhängig von Branche und Größe
  • kein Zertifikat, kein bestimmtes Format vorgeschrieben
  • Bundesnetzagentur empfiehlt Dokumentation
02 · Omnibus beschlossen

Vom Vorschlag zur Verordnung

Die EU-Kommission hat den Digital-Omnibus zur KI am 19.11.2025 vorgeschlagen (COM(2025) 836). Beschlossen wurde er als Verordnung (EU) 2026/1744 vom 08.07.2026, veröffentlicht im Amtsblatt am 24.07.2026.

  • Art. 4 bleibt eine Pflicht, jetzt als Maßnahmenpflicht
  • Hochrisiko nach Anhang III ab 02.12.2027
  • Erleichterungen auch für kleine Midcaps
03 · Seit 02.02.2025

Verbotene Praktiken nach Art. 5

Verboten sind unter anderem Emotionserkennung am Arbeitsplatz, Social Scoring und biometrische Kategorisierung nach Herkunft, Gewerkschaft oder politischer Einstellung. Weitere Verbote, etwa für Nacktbild-Fälschungen, gelten ab 02.12.2026.

  • Bußgeld bis 35 Mio. € oder 7 % des Jahresumsatzes, Art. 99 Abs. 3
  • für KMU gilt der niedrigere Betrag
04 · Seit 02.08.2026

Transparenz nach Art. 50

Chatbots müssen sich als KI zu erkennen geben, das sichern die Anbieter. Betreiber legen Deepfakes offen und kennzeichnen KI-Texte, die die Allgemeinheit über Themen von allgemeinem Interesse informieren, sofern niemand redaktionell prüft. Bei Anrufen gilt dieselbe Pflicht zum KI-Hinweis, wie sie Telefonassistenten umsetzen, zeigt der Vergleich KI-Telefonassistent.

  • Bußgeld bis 15 Mio. € oder 3 %, Art. 99 Abs. 4
  • maschinenlesbare Markierung für ältere Systeme bis 02.12.2026
05 · DSGVO

Vertrag, Verzeichnis, Folgenabschätzung

Verarbeitet ein KI-Werkzeug personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag, verlangt Art. 28 DSGVO einen Vertrag. Die Nutzung gehört ins Verzeichnis nach Art. 30, bei hohem Risiko kommt eine Folgenabschätzung nach Art. 35 dazu.

  • Art. 22: keine ausschließlich automatisierte Entscheidung über Menschen
  • Art. 33: Datenpannen möglichst binnen 72 Stunden melden
06 · BetrVG

Betriebsrat früh einbinden

Über die Planung von Arbeitsverfahren einschließlich des Einsatzes von KI ist der Betriebsrat rechtzeitig zu unterrichten, § 90 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG. Können Werkzeuge Verhalten oder Leistung überwachen, bestimmt er nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG mit.

  • bei KI-Fragen gilt ein Sachverständiger als erforderlich, § 80 Abs. 3
  • ab 02.12.2027 Info-Pflicht vor Hochrisiko-KI am Arbeitsplatz, Art. 26 Abs. 7 KI-VO

Quellen: Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 3, 4, 5, 26, 50, 99, 113; Verordnung (EU) 2026/1744, ABl. L vom 24.07.2026; Europäisches Parlament, Legislative Train Digital Omnibus on AI; DSGVO; § 87 BetrVG, § 90 BetrVG, § 80 BetrVG; Stand 11/2026. Weitere Fristen in unserem Ratgeber IT-Fristen 2027. Keine Rechtsberatung.

Verantwortung verteilen

Wer was verantwortet.
Acht Rollen, eine Richtlinie.

Eine Richtlinie wirkt nur, wenn jede Aufgabe einen Namen hat. Einen KI-Beauftragten oder ein eigenes Gremium schreibt die KI-Verordnung nicht vor, das bestätigen EU-Kommission und Bundesnetzagentur. Im Mittelstand reicht meist eine Person, die die Werkzeugliste pflegt und Fragen beantwortet, oft aus IT oder Datenschutz. Die Spalte rechts zeigt, wann die Rolle gefragt ist.

RolleAufgabeGrundlageWann gefragt
Geschäftsführungoder Vorstandbeschließt die Richtlinie, gibt Budget für Werkzeuge und Schulung freiArt. 4 KI-VO trifft das Unternehmen als Betreiber✓ImmerBeschluss und jährliche Freigabe
KI-Verantwortlichefreiwillige Rollepflegt die Werkzeugliste, beantwortet Fragen, sammelt MeldungenRichtlinie, Punkt 02 und 09✓Immererste Anlaufstelle
IT und Informationssicherheitintern oder Dienstleisterrichtet Firmenkonten ein, prüft neue Werkzeuge und KI-FunktionenArt. 32 DSGVO, interne Sicherheitsrichtlinie≈Bei neuen WerkzeugenPunkt 07
DatenschutzDatenschutzbeauftragteprüft Verträge, Verzeichnis und FolgenabschätzungArt. 28, 30 und 35 DSGVO≈Bei personenbezogenen Datenvor der Freigabe
Betriebsratfalls vorhandenwird unterrichtet, bestimmt bei Überwachung mit§ 90 Abs. 1 Nr. 3 und § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG≈Bei Einführungund bei Auswertung von Beschäftigten
Personal und WeiterbildungHRplant Einweisungen, führt den SchulungsnachweisArt. 4 KI-VO, Empfehlung der Bundesnetzagentur✓ImmerNachweis je Person
Führungskräfteje Teammelden Bedarf, achten auf die Daten-Ampel im AlltagRichtlinie, Punkt 03 und 10✓Immerim Teamalltag
Beschäftigteund externe Kräftenutzen erlaubte Werkzeuge, prüfen Ergebnisse, melden FehlerRichtlinie, Punkt 05 und 09✓Immerab dem ersten Prompt

Quellen: EU-Kommission, Fragen und Antworten zur KI-Kompetenz, Bundesnetzagentur, KI-Kompetenz, Abruf 02.11.2026. Rollenverteilung: Vorschlag von Find-Your-Software, keine Rechtsberatung.

Einführung

Die KI-Richtlinie in 30 Tagen.
Vier Etappen, eine Weiche.

Eine KI-Richtlinie muss nicht monatelang in Abstimmung hängen. Die Bundesnetzagentur nennt für die KI-Kompetenz drei Grundsteine: Bedarf ermitteln, Maßnahmen gestalten, dokumentieren und auffrischen. Genau diese Reihenfolge trägt auch die Einführung der Richtlinie. Die Zeiten sind ein Vorschlag von Find-Your-Software für Unternehmen mit 50 bis 5.000 Mitarbeitenden.

  1. 1

    Tag 1 bis 7: Bestand erfassen

    Fragen Sie alle Teams, welche KI sie nutzen, auch private Konten und KI-Funktionen in Fachsoftware. Wer meldet, hat keine Nachteile.

    ✓PrüfpunktListe aller genutzten KI-Werkzeuge
  2. 2

    Tag 8 bis 14: Regeln schreiben

    IT, Datenschutz und Personal füllen die zehn Punkte der Vorlage aus und legen die Werkzeugliste fest.

    ✓PrüfpunktVollständigkeits-Check auf Grün
  3. 3

    Tag 15 bis 21: Abstimmen

    Betriebsrat unterrichten, Verträge nach Art. 28 DSGVO prüfen, Geschäftsführung beschließt.

    ✓PrüfpunktBeschluss mit Datum der Überprüfung
  4. 4

    Tag 22 bis 30: Schulen und starten

    Einweisung für alle, Vertiefung für Vielnutzer, Firmenkonten freischalten, Nachweis anlegen.

    ✓PrüfpunktNachweis für jede Person mit Zugang
Nutzen Beschäftigte schon private KI-Konten für die Arbeit?
Ja

Ersatz vor Verbot.

Schalten Sie das Firmenkonto frei, bevor das Verbot privater Konten gilt, sonst wandert die Nutzung nur weiter ins Verborgene. Welche Werkzeuge sich eignen und was sie kosten, steht in unseren Ratgebern KI-Assistenten-Vergleich und KI Kosten.

Nein

Werkzeugliste klein halten.

Starten Sie mit einem oder zwei Werkzeugen und erweitern Sie die Liste über den Freigabeweg aus Punkt 07. So bleibt die Schulung kurz und die Verträge überschaubar.

Quellen: Bundesnetzagentur, KI-Kompetenz; Bitkom, Beschäftigte nutzen Schatten-KI, 21.10.2025; Abruf 02.11.2026. Ablauf: Vorschlag von Find-Your-Software.

KI-Kompetenz aufbauen

Schulung in drei Stufen.
Nicht jeder braucht dasselbe.

Art. 4 KI-Verordnung schreibt kein Format vor. Die Bundesnetzagentur schlägt einen stufenweisen Aufbau vor, vom Grundverständnis bis zu rollenspezifischen Trainings, intern oder extern. Nach Bitkom schulen 70 % der Unternehmen ihre Beschäftigten inzwischen im Umgang mit KI, aber nur 11 % alle. Für die Richtlinie heißt das: eine kurze Einweisung für jede Person mit Zugang, Vertiefung nur für die, die KI täglich nutzen oder verantworten.

Stufe 1 · alle

Einweisung vor dem ersten Prompt

  • Was KI kann und wo sie sich irrt, etwa bei Halluzinationen
  • Daten-Ampel und Werkzeugliste an Beispielen aus dem eigenen Haus
  • Prüfpflicht, Kennzeichnung, Meldeweg
Stufe 2 · Vielnutzer

Vertiefung für den Arbeitsalltag

  • Gute Prompts mit echten Fällen aus Vertrieb, Einkauf oder Buchhaltung
  • KI-Funktionen in ERP und CRM richtig einsetzen
  • Grenzen bei Verträgen, Zahlen und Rechtsfragen
Stufe 3 · Rollen

IT, Datenschutz, Personal, Führung

  • Freigabe neuer Werkzeuge und Verträge nach Art. 28 DSGVO
  • Hochrisiko-Einsatz im Personalbereich nach Anhang III
  • Mitbestimmung und Auswertung von Beschäftigten

Quellen: Bundesnetzagentur, KI-Kompetenz; Bitkom, Erstmals nutzt die Mehrheit der Unternehmen KI, 14.09.2026; Abruf 02.11.2026.

Schulungsnachweis

Der Schulungsnachweis.
Sieben Felder genügen.

Ein Zertifikat ist nicht nötig, interne Aufzeichnungen reichen, so die EU-Kommission. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, Art, inhaltlichen und zeitlichen Umfang und die Teilnehmenden festzuhalten. Mit diesen sieben Feldern zeigen Sie bei Nachfragen von Aufsicht, Kunden oder Prüfern, was Sie für die KI-Kompetenz getan haben. Führen Sie den Nachweis dort, wo auch andere Pflichtschulungen liegen.

Feld im NachweisBeispielWarum
Name und Rolleje PersonInnendienst Vertrieb, nutzt Copilot und die KI im CRMMaßnahmen richten sich nach Vorkenntnissen und Einsatz, Art. 4 Abs. 1
KI-Systemelaut WerkzeuglisteMicrosoft 365 Copilot, Textvorschläge im ERPder Kontext des Einsatzes zählt
Art der Maßnahmeintern oder externEinweisung live, Selbstlernkurs oder WorkshopFormat frei, Art dokumentieren
InhaltStichworteDaten-Ampel, Halluzinationen, Kennzeichnung, MeldewegRisiken wie Halluzinationen sollen bekannt sein
Umfang und DatumMinuten und Tag60 Minuten am 14.01.2027inhaltlicher und zeitlicher Umfang
BestätigungUnterschrift oder KlickRichtlinie gelesen, Einweisung erhalteninterner Nachweis statt Zertifikat
Auffrischunggeplantnach zwölf Monaten oder bei neuem Werkzeugbedarfsorientiert auffrischen

Quellen: EU-Kommission, Fragen und Antworten zur KI-Kompetenz, Bundesnetzagentur, KI-Kompetenz, Abruf 02.11.2026. Beispielwerte sind frei gewählt.

Aufwand der Einführung

Was die KI-Richtlinie kostet.
Rechenbeispiel mit Personentagen.

Der größte Posten ist nicht das Dokument, sondern die Arbeitszeit für die Einweisung. Die Werte sind ein Rechenbeispiel von Find-Your-Software für ein Unternehmen mit 200 Beschäftigten. Annahmen dieses Rechenbeispiels: 900 € je internem Personentag, 1.200 € je Beratertag, eine Stunde Einweisung je Person, acht Stunden je Personentag. Die Werte für Richtlinie und BAFA gleichen unserem Ratgeber zur Vibe Coding Richtlinie.

SchrittAufwand im RechenbeispielWer arbeitetAnnahmeTreibt den Aufwand
Richtlinie intern schreibeneinmaligrund 2.700 €, drei PersonentageIT, Datenschutz, PersonalVorlage mit zehn PunktenZahl der Werkzeuge und Standorte
Richtlinie mit Beratungeinmaligrund 3.600 €, drei BeratertageBerater mit IT, Datenschutz, PersonalWorkshop, Richtlinie, WerkzeuglisteAbstimmung mit dem Betriebsrat
BAFA-Zuschusswenn förderfähig50 % oder 80 % von höchstens 3.500 € BeratungskostenBAFA-registrierter BeraterRichtlinie verlängert bis 31.12.2028, Vertrag erst nach dem InformationsschreibenLage der beratenen Betriebsstätte
Einweisung Stufe 1200 Beschäftigterund 25 Personentage Arbeitszeitalle mit Zugangeine Stunde je PersonZahl der Personen mit Zugang
Jährliche Überprüfunglaufendrund 900 €, ein PersonentagKI-Verantwortliche, DatenschutzWerkzeugliste und Nachweise prüfenneue Werkzeuge und KI-Funktionen

Rechenbeispiel von Find-Your-Software mit offengelegten Annahmen. BAFA-Angaben wie in unserem Ratgeber BAFA-Förderung IT-Beratung, 80 % in den neuen Bundesländern sowie in den Regionen Lüneburg und Trier, sonst 50 %. Laufende Lizenzkosten der Werkzeuge in unserem Ratgeber KI Kosten. Verbindlich ist nur das Angebot des Anbieters.

Hilfe bei der Umsetzung

Wo wir unterstützen.
Von der Richtlinie zum Werkzeug.

Die Richtlinie ist der erste Schritt. Danach stellen sich zwei Fragen: Welche Werkzeuge kommen auf die Liste, und wo laufen KI-Funktionen schon heute? Find-Your-Software und die Beratung von Sectorlens aus Potsdam begleiten beide Schritte, produktneutral.

KI-Strategie Beratung
AusgangslageRegeln, Rollen und Schulungsplan fehlen

Richtlinie und KI-Readiness

Im KI-Readiness Assessment prüft Sectorlens fünf Dimensionen: Datenstrategie, IT-Infrastruktur, KI-Kompetenz, Governance und Use-Case-Reife. Das Assessment dauert 1 bis 5 Tage.

  • Richtlinie mit Werkzeugliste und Rollen
  • Schulungsplan für Art. 4 KI-Verordnung
Grenze: Ersetzt keine Rechtsberatung durch Anwälte.
PraxistippDen BAFA-Antrag vor der Vertragsunterschrift stellen. Mehr in unserer KI-Strategie Beratung.
IT-Systemlandschaft
Ausgangslageniemand weiß, wo KI schon läuft

KI-Funktionen sichtbar machen

Mit dem IT Landscape Designer im Selection Portal erfassen Sie Systeme und Schnittstellen. Dort halten Sie fest, in welcher Software KI-Funktionen eingeschaltet sind und wer sie verantwortet.

  • Grundlage für die Werkzeugliste aus Punkt 02
  • Datenflüsse zu ERP und CRM sichtbar
Grenze: Ersetzt nicht das Verzeichnis nach Art. 30 DSGVO.
PraxistippBeginnen Sie mit der Software, die Personaldaten verarbeitet. Mehr zur IT-Systemlandschaft.
Vertrag prüfen
Ausgangslageein neues KI-Werkzeug soll auf die Liste

KI-Verträge vor der Freigabe lesen

Im Selection Portal gibt es eine KI-Vertragsanalyse auf Anfrage, das Ergebnis kommt per Mail binnen 24 Stunden. Find-Your-Software nutzt dafür eigene, lokal betriebene Modelle, die Daten bleiben bei Find-Your-Software.

  • Training mit Ihren Eingaben, Speicherort, Unterauftragnehmer
  • Fragen für das Gespräch mit dem Anbieter
Grenze: Ersetzt nicht die Prüfung durch den Datenschutz.
PraxistippFragen Sie den Vertrag zur Auftragsverarbeitung vor der ersten Nutzung an. Mehr unter Softwarevertrag prüfen.

Angaben zum KI-Readiness Assessment laut Sectorlens. Angaben laut Anbieter, Stand November 2026, ohne Gewähr. Einschätzungen geben die Meinung von Find-Your-Software wieder.

FAQ

Häufige Fragen
direkt beantwortet.

Was ist eine KI-Richtlinie?

Eine KI-Richtlinie ist eine interne Regel, die festlegt, wie Beschäftigte KI im Dienst nutzen dürfen. Sie nennt die erlaubten Werkzeuge, die Daten, die nie in einen Prompt gehören, und den Weg, auf dem neue Werkzeuge freigegeben werden. Dazu kommen Prüfpflicht, Kennzeichnung, Schulung, Verantwortliche und Folgen bei Verstößen. Sie gilt für Chat-Assistenten wie ChatGPT oder Copilot ebenso wie für KI-Funktionen in ERP, CRM oder HR-Software. Eine gute KI-Richtlinie passt auf zwei Seiten und lässt sich in einer Einweisung erklären.

Ist eine KI-Richtlinie Pflicht?

Kein Gesetz schreibt eine KI-Richtlinie als Dokument vor. Art. 4 KI-Verordnung verpflichtet Unternehmen, die KI nutzen, aber seit dem 02.02.2025 zu Maßnahmen für die KI-Kompetenz ihres Personals. Dazu kommen Pflichten aus der DSGVO, etwa Verträge nach Art. 28, und die Rechte des Betriebsrats nach § 87 und § 90 BetrVG. Eine Richtlinie bündelt diese Pflichten an einer Stelle und dient als Nachweis. Bitkom empfiehlt Arbeitgebern ausdrücklich, Regeln für die Nutzung von KI in Unternehmensrichtlinien festzulegen.

Was verlangt die KI-Kompetenz-Pflicht nach Art. 4?

Anbieter und Betreiber von KI-Systemen müssen Maßnahmen ergreifen, um die KI-Kompetenz ihres Personals und anderer Personen in ihrem Auftrag zu unterstützen. Betreiber ist jedes Unternehmen, das KI beruflich in eigener Verantwortung nutzt. Ein bestimmtes Format, eine Prüfung oder ein Zertifikat schreibt die Verordnung nicht vor. Seit der Änderung durch die Verordnung (EU) 2026/1744 muss auch kein bestimmtes Niveau je Person garantiert werden. Die Maßnahmen richten sich nach Vorkenntnissen, Rolle und Einsatz. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, sie zu dokumentieren.

Drohen Bußgelder, wenn wir nicht schulen?

Für Art. 4 nennt die KI-Verordnung keinen eigenen Bußgeldrahmen. Die Kataloge in Art. 99 Abs. 3 bis 5 betreffen unter anderem verbotene Praktiken, Betreiberpflichten bei Hochrisiko-KI und Transparenz, nicht die KI-Kompetenz. Sanktionen für andere Verstöße regeln die Mitgliedstaaten nach Art. 99 Abs. 1. Die EU-Kommission weist darauf hin, dass Behörden verhältnismäßig vorgehen und eine Sanktion wahrscheinlicher wird, wenn ein Vorfall auf fehlende Schulung zurückgeht. Die Bundesnetzagentur sieht fehlende KI-Kompetenz zudem als mögliche Verletzung der Sorgfaltspflicht.

Hat der Digital-Omnibus die Schulungspflicht abgeschafft?

Nein. Die EU-Kommission hatte am 19.11.2025 Änderungen an der KI-Verordnung vorgeschlagen. Beschlossen wurden sie als Verordnung (EU) 2026/1744 vom 08.07.2026, in Kraft seit dem 27.07.2026. Art. 4 bleibt eine Pflicht für Anbieter und Betreiber: Sie ergreifen Maßnahmen, um die KI-Kompetenz ihres Personals zu unterstützen. Neu ist, dass kein bestimmtes Kompetenzniveau je Person garantiert werden muss. Kommission und Mitgliedstaaten sollen Unternehmen, besonders KMU, dabei unterstützen. Die Einweisung bleibt also Teil jeder KI-Richtlinie.

Was gehört in eine KI-Richtlinie?

Zehn Punkte decken das Nötige ab: Geltungsbereich, erlaubte Werkzeuge, eine Daten-Ampel, Grenzen für Entscheidungen über Menschen, die Prüfpflicht für Ergebnisse, die Kennzeichnung, der Freigabeweg für neue Werkzeuge, die Schulung, Verantwortliche mit Meldeweg sowie Verstöße und Überprüfung. Jeder Punkt braucht nur zwei oder drei Sätze. Wichtiger als Vollständigkeit im Wortlaut sind konkrete Beispiele aus dem eigenen Haus, etwa welche Preisliste rot ist. Prüfen Sie Ihre Fassung mit dem Vollständigkeits-Check, bevor Sie schulen. Wie Sie interne Dokumente mit Rechten und Quellenangabe anbinden, beschreibt der Ratgeber KI für Unternehmenswissen.

Wie weisen wir die KI-Schulung nach?

Eine interne Liste reicht. Die EU-Kommission sagt ausdrücklich, dass kein Zertifikat nötig ist und interne Aufzeichnungen genügen. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, Art, inhaltlichen und zeitlichen Umfang der Maßnahme sowie die Teilnehmenden festzuhalten. Praktisch sind sieben Felder: Name und Rolle, genutzte KI-Systeme, Art, Inhalt, Umfang und Datum, Bestätigung und geplante Auffrischung. Führen Sie den Nachweis dort, wo auch Arbeitsschutz- oder Datenschutzschulungen dokumentiert sind, damit er bei Personalwechseln oder einer Nachfrage der Aufsicht nicht verloren geht.

Muss der Betriebsrat der KI-Richtlinie zustimmen?

Das hängt vom Inhalt ab. Über die Planung von Arbeitsverfahren einschließlich des Einsatzes von KI muss der Arbeitgeber den Betriebsrat rechtzeitig unterrichten, § 90 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG. Können Werkzeuge Verhalten oder Leistung überwachen, etwa über Nutzungsprotokolle je Person, bestimmt der Betriebsrat nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG mit. Muss er KI beurteilen, gilt ein Sachverständiger als erforderlich, § 80 Abs. 3. Praktisch ist eine Rahmenvereinbarung, die den Freigabeweg für neue Werkzeuge gleich mitregelt.

Dürfen Mitarbeitende ChatGPT mit privatem Konto nutzen?

Für dienstliche Inhalte sollten sie es nicht. Bei privaten Konten fehlt meist ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO, und Sie wissen nicht, ob Eingaben zum Training genutzt werden. Nach Bitkom nutzen Beschäftigte in 25 % der Unternehmen private KI-Zugänge, weit verbreitet oder in Einzelfällen. Ein Verbot allein hilft wenig. Stellen Sie ein Firmenkonto bereit und verbieten Sie private Konten erst ab diesem Tag. Welche Tarife es gibt, zeigt unser KI-Assistenten-Vergleich.

Müssen KI-generierte Texte gekennzeichnet werden?

Nicht jeder. Art. 50 Abs. 4 KI-Verordnung verlangt seit dem 02.08.2026, dass Betreiber Deepfakes offenlegen, also täuschend echte Bilder, Videos oder Töne. KI-Texte sind zu kennzeichnen, wenn sie die Allgemeinheit über Themen von allgemeinem Interesse informieren und niemand sie redaktionell prüft und verantwortet. Chatbots müssen sich nach Art. 50 Abs. 1 als KI zu erkennen geben, das stellt der Anbieter sicher. Für interne Texte gibt es keine gesetzliche Pflicht, eine eigene Regel in der Richtlinie schafft aber Klarheit.

Brauchen wir einen KI-Beauftragten?

Gesetzlich nicht. Die EU-Kommission und die Bundesnetzagentur stellen klar, dass die KI-Verordnung für Art. 4 weder einen KI-Beauftragten noch ein eigenes Gremium vorschreibt. Praktisch braucht die Richtlinie trotzdem eine Person, die die Werkzeugliste pflegt, Fragen beantwortet und Meldungen sammelt. Im Mittelstand übernimmt das oft jemand aus IT, Datenschutz oder Informationssicherheit, mit Vertretung. Schreiben Sie Name und Postfach in die Richtlinie, damit Beschäftigte bei Fragen und Fehlern sofort wissen, an wen sie sich wenden.

Gilt die KI-Richtlinie auch für KI-Funktionen in ERP oder CRM?

Ja. Wer KI in eigener Verantwortung beruflich nutzt, ist nach Art. 3 Nr. 4 KI-Verordnung Betreiber, auch wenn die KI-Funktion Teil einer gekauften Software ist. Viele Anbieter schalten KI per Update frei, etwa Textvorschläge, Zusammenfassungen oder Agenten. Nehmen Sie deshalb neu eingeschaltete KI-Funktionen in den Freigabeweg auf und erfassen Sie, in welcher Software sie laufen und wer sie verantwortet. Fragen Sie den Anbieter, welche Daten die Funktion nutzt. Welche KI-Funktionen ERP-Systeme heute mitbringen, zeigt unser Ratgeber KI im ERP.

Was unterscheidet die KI-Richtlinie von der Vibe Coding Richtlinie?

Die KI-Richtlinie gilt für alle Beschäftigten und regelt die Nutzung von KI: Chat-Assistenten, Übersetzer und KI-Funktionen in Fachsoftware. Die Vibe Coding Richtlinie ist eine Ergänzung für Teams, die mit KI selbst Anwendungen bauen, etwa Dashboards oder kleine Portale. Sie bringt einen Freigabe-Check mit zwölf Fragen und eine Liste aller Eigenbauten mit. Sie brauchen kein zweites Regelwerk, sondern einen zusätzlichen Abschnitt. Beginnen Sie mit der KI-Richtlinie und ergänzen Sie den Eigenbau, sobald die ersten Teams bauen.

Unser Service

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Klarheit in wenigen Tagen.

Sectorlens berät Unternehmen mit 50 bis 5.000 Mitarbeitenden bei KI, Digitalisierung und Softwareauswahl. Wir klären in wenigen Tagen statt Wochen, was sich lohnt, und bauen auf Ihrer Systemlandschaft auf.

01

Potenzialfindung

Wir bewerten Ihre Prozesse auf KI-Potenzial und ordnen die Use-Cases nach Aufwand, Datenlage und Nutzen. Am Ende steht eine kurze Liste, kein Katalog.

02

ROI-Berechnung

Für jeden Use-Case rechnen wir Kosten und Nutzen mit offengelegten Annahmen durch, bevor Sie investieren. Sie sehen, was sich rechnet und was nicht.

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Prozessanalyse

Wir nehmen den Prozess so auf, wie er heute läuft, mit Systemen, Schnittstellen und Datenflüssen, und zeigen, wo KI sauber anschließt.

Wir haben ERP- und MES-Systeme ausgewählt und eingeführt. Deshalb betrachten wir das Gesamtgerüst und bauen darauf auf, statt ein KI-Konzept zu entwerfen, das sich nicht anbinden lässt. Das Vorgehen beschreibt die KI-Strategie-Beratung, ein Gespräch dazu vereinbaren Sie im Erstgespräch.

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