Software-Kategorie · ESG & Nachhaltigkeit

ESG Software für CSRD, CO2 und Lieferkette.

ESG-Software erfasst und berichtet Nachhaltigkeitsdaten zu Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung. Dieser Leitfaden erklärt die Regulatorik nach dem EU-Omnibus-Paket, CO2-Bilanzierung, Anbieter, Kosten und Auswahl im DACH-Raum. Die Omnibus-Richtlinie (EU) 2026/470 beschränkt die CSRD ab Geschäftsjahr 2027 auf Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. Euro Umsatz.

CSRD & ESRS
CO2-Bilanzierung
EU-Taxonomie
Lieferkette (LkSG)
12
ESRS-Standards (E, S, G + übergreifend)
>1.000
MA-Schwelle für CSRD-Pflicht (Omnibus 2026)
>450 Mio.
Umsatzschwelle in Euro für CSRD-Pflicht (Omnibus 2026)
Scope 1-3
CO2-Bilanzierung nach GHG Protocol
Was ist ESG-Software?

Nachhaltigkeit wird messbar und prüfbar

Ob Pflicht oder freiwillig: Nachhaltigkeitsdaten müssen erhoben, berechnet und prüfsicher dokumentiert werden. ESG-Software ersetzt fehleranfällige Excel-Sammlungen durch eine konsistente, auditierbare Datenbasis für Reporting und Steuerung.

Typische Probleme ohne ESG-Software
📑
Excel-Chaos & Datensilos
Emissions- und Lieferantendaten liegen verstreut in Tabellen. Konsolidierung kostet Wochen und ist kaum prüfbar.
🌍
Scope 3 nicht greifbar
Die größten Emissionen liegen in der Lieferkette. Ohne System und Methodik sind sie kaum belastbar zu ermitteln.
⚖️
Unklare Berichtspflicht
CSRD, ESRS, EU-Taxonomie und LkSG ändern sich laufend. Nach dem Omnibus-Paket ist die Betroffenheit für viele unklar.
🏦
Druck von Kunden & Banken
Auch ohne Pflicht verlangen Großkunden, Investoren und Banken belastbare ESG-Nachweise entlang der Lieferkette.
Was gute ESG-Software leistet
✓
Automatisierte CO2-Bilanz (Scope 1-3)
Nach GHG Protocol, mit hinterlegten Emissionsfaktoren
✓
CSRD- & ESRS-Reporting
Doppelte Wesentlichkeit und Berichtsstruktur
✓
Prüfsichere Datenbasis
Audit-Trail für die externe Prüfung (Assurance)
✓
Lieferketten-Module
LkSG und CSDDD mit Lieferantenbefragung
✓
Ziele & Dekarbonisierung
Reduktionspfade und Maßnahmen-Tracking
Regulatorik 2026
Die Omnibus-Richtlinie (EU) 2026/470 (gültig seit 18.03.2026) hebt die CSRD-Schwelle auf > 1.000 Mitarbeitende und > 450 Mio. Euro Umsatz an. Die neuen Schwellen gelten für Geschäftsjahre ab 2027, freiwilliges Reporting bleibt aber stark nachgefragt.
Regulatorik

Der ESG-Rahmen kompakt erklärt

ESG-Berichterstattung ruht auf mehreren, miteinander verzahnten Regelwerken. Wer die vier wichtigsten kennt, versteht, welche Software-Funktionen wirklich gebraucht werden.

EU-Richtlinie

CSRD

Corporate Sustainability Reporting Directive. Verpflichtet große Unternehmen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Durch das Omnibus-Paket 2026 auf > 1.000 MA und > 450 Mio. Euro Umsatz begrenzt.

Berichtsstandard

ESRS

European Sustainability Reporting Standards. Zwölf Standards (E1 bis E5, S1 bis S4, G1, plus ESRS 1 und 2). Vereinfachte Fassung am 03.07.2026 angenommen, am 21.09.2026 im Amtsblatt als Delegierte Verordnung (EU) 2026/1563 veröffentlicht, anzuwenden ab Geschäftsjahr 2027.

Klassifikation

EU-Taxonomie

Klassifikationssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten. Definiert, welcher Umsatz, CapEx und OpEx als taxonomiekonform gilt.

Lieferkette

LkSG & CSDDD

Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (DE) gilt für Unternehmen ab 1.000 Arbeitnehmern im Inland. Die EU-Richtlinie CSDDD gilt erst ab Juli 2029 und nur für Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten und mehr als 1,5 Milliarden Euro Umsatz. Beide verpflichten zu Sorgfaltspflichten bei Menschenrechten und Umwelt entlang der Lieferkette.

Wichtig: Auch wer nach dem Omnibus-Paket nicht mehr direkt CSRD-pflichtig ist, bleibt häufig indirekt betroffen, weil große, berichtspflichtige Kunden ESG-Daten entlang ihrer Lieferkette einfordern. Eine schlanke, prüfbare Datenbasis ist daher auch für den Mittelstand ein Wettbewerbsfaktor.

Kernfunktionen

Was eine ESG Software leisten muss

Diese sechs Funktionsbereiche bilden den Kern moderner ESG-Software. Welche im Vordergrund stehen, hängt davon ab, ob CO2-Bilanzierung, CSRD-Reporting oder Lieferketten-Sorgfaltspflichten der Treiber sind.

01

CO2-Bilanzierung

Automatisierte Berechnung des Corporate Carbon Footprint über Scope 1, 2 und 3 nach GHG Protocol, mit hinterlegten Emissionsfaktoren und Datenimport.

  • Scope 1, 2 & 3
  • GHG-Protocol-Methodik
  • Emissionsfaktoren-Datenbank
02

CSRD- & ESRS-Reporting

Strukturierte Berichterstattung nach ESRS inklusive doppelter Wesentlichkeitsanalyse, Datenpunkt-Management und Berichtsgenerierung.

  • Doppelte Wesentlichkeit
  • ESRS-Datenpunkte
  • Berichts-Export (z. B. XBRL)
03

EU-Taxonomie

Bewertung und Dokumentation taxonomiekonformer Aktivitäten sowie Berechnung der Taxonomie-Quoten für Umsatz, CapEx und OpEx.

  • Aktivitäten-Screening
  • Umsatz-, CapEx-, OpEx-Quoten
  • DNSH-Nachweise
04

Lieferkette (LkSG/CSDDD)

Lieferantenbewertung, Risikoanalyse und Befragungen zu Menschenrechts- und Umweltsorgfaltspflichten entlang der Lieferkette.

  • Lieferanten-Self-Assessment
  • Risikoanalyse & Scoring
  • Maßnahmen- & Beschwerde-Management
05

Ziele & Dekarbonisierung

Definition von Reduktionszielen (z. B. SBTi), Simulation von Reduktionspfaden und Tracking konkreter Maßnahmen und ihrer Wirkung.

  • Zielsetzung & SBTi-Bezug
  • Reduktionspfade & Szenarien
  • Maßnahmen-Tracking
06

Datenmanagement & Audit

Zentrale, prüfsichere Datenerhebung mit Rollen, Workflows und Audit-Trail. Grundlage für die externe Prüfung (Assurance) der Berichte.

  • Workflows & Datenerhebung
  • Audit-Trail & Nachvollziehbarkeit
  • ERP- & Datenquellen-Integration
Anbieterüberblick

12 ESG-Anbieter im DACH-Überblick 2026

Eingeordnet nach Segment, Schwerpunkt und Abdeckung von CO2-Bilanzierung, CSRD-Reporting und Lieferkette. Im DACH-Mittelstand sind Plan A, VERSO, Cozero und Tanso stark, für Lieferketten IntegrityNext, für Enterprise-Reporting Workiva und ERP-integrierte Lösungen von SAP. Kein Anbieter hat für Platzierung bezahlt. Den ausführlichen Vergleich mit Stand nach dem Omnibus finden Sie im ESG Software Vergleich.

Anbieter Segment Schwerpunkt CO2 (Scope 1-3) CSRD/ESRS Lieferkette Profil
Plan AParis und Berlin
Mittelstand CO2 & CSRD ✓ ✓ ○
VERSOMünchen, DE
Mittelstand CSRD & Lieferkette ✓ ✓ ✓
CozeroBerlin, DE
Mittelstand Carbon Management ✓ ○ ○ Zum Portal →
TansoMünchen, DE
Industrie CO2 & CSRD (Industrie) ✓ ✓ ○ Zum Portal →
CoolsetAmsterdam, NL
KMU/Mid Carbon & CSRD ✓ ✓ –
WorkivaAmes (Iowa), USA
Enterprise Integriertes Reporting ○ ✓ ○
WatershedUSA
Enterprise Carbon Accounting ✓ ✓ ○
Enterprise Carbon & Disclosure ✓ ✓ – Zum Portal →
IntegrityNextMünchen, DE
Mittelstand+ Lieferketten-ESG ○ ○ ✓ Kernstärke Zum Portal →
SAP SustainabilityWalldorf, DE
Enterprise ERP-integriert ✓ ✓ ○
Enterprise Cloud-Datenplattform ✓ ○ – Zum Portal →
SpheraUSA/DE
Enterprise EHS & ESG ✓ ✓ ✓

○ = teilweise / modulabhängig, – = kein Schwerpunkt. ESG-Software wird meist als Jahres-SaaS bepreist, häufig auf Anfrage. Stand Juni 2026, anbieterneutral.

Nach Anwendungsfall

Welche ESG Software für welchen Zweck?

ESG-Tools haben klare Schwerpunkte. Der konkrete Anwendungsfall, nicht der größte Funktionskatalog, sollte die Auswahl bestimmen. Diese Einordnung hilft bei der Vorauswahl.

Anwendungsfall Kritische Anforderungen Bewährte Systeme
CO2-Bilanz & KlimazieleCarbon Accounting
Scope 1-3, Emissionsfaktoren, Reduktionspfade Plan A, Cozero, Watershed, Tanso
CSRD-Pflichtberichtgroße Unternehmen
ESRS-Datenpunkte, doppelte Wesentlichkeit, Audit Workiva, VERSO, Persefoni, SAP
Lieferketten-SorgfaltLkSG / CSDDD
Lieferantenbefragung, Risikoanalyse, Maßnahmen IntegrityNext, VERSO, Sphera
Mittelstand / freiwilligKunden- & Bankanforderung
Schnelle Einführung, schlanke Bilanz, Standardberichte Plan A, Coolset, Cozero
Industrie / Produktionproduktbezogene Bilanz
Product Carbon Footprint, Energiedaten, ERP-Daten Tanso, Sphera, SAP Sustainability
Konzern / ERP-integriertbestehende SAP-/MS-Welt
Integration in ERP, Finanzdatenqualität, Skalierung SAP Sustainability, Microsoft, Workiva

Orientierung nach typischen Anwendungsfällen, keine abschließende Eignungsaussage. Stand Juni 2026, anbieterneutral.

Integration-Ökosystem

ESG-Daten dort abholen, wo sie entstehen

Belastbare ESG-Berichte entstehen nur, wenn die Software Daten automatisiert aus den Quellsystemen zieht. Manuelle Erfassung ist der größte Fehler- und Aufwandstreiber, besonders bei Scope 3.

ERP & Finanzen
SAP, Microsoft Dynamics
Ausgaben- & Mengendaten
DATEV, Buchhaltung
Spend-based Carbon Accounting
Energie & Betrieb
Energiemanagement
Strom, Wärme, Kraftstoffe
IoT & Zähler
Verbrauchsdaten in Echtzeit
Lieferanten
Lieferantenportale
Primärdaten für Scope 3
Einkauf / Procurement
LkSG-Risikodaten
Reporting & Audit
BI & Tabellen
Power BI, Excel-Export
XBRL & Prüfung
Audit-Trail für Wirtschaftsprüfer

Tipp: Achten Sie auf die Methodik hinter den Zahlen. Spend-based-Ansätze (Hochrechnung über Ausgaben) sind schnell, aber ungenau, aktivitätsbasierte und Primärdaten aus der Lieferkette sind präziser und prüffester. Gute ESG-Software macht transparent, welche Datenqualität hinter jeder Kennzahl steht.

Standards & Regulatorik

Die Regelwerke hinter dem ESG-Reporting

Diese sechs Rahmenwerke bestimmen, was eine ESG-Software können muss. Der Stand 2026 ist durch das Omnibus-Paket geprägt, das den Kreis der pflichtigen Unternehmen deutlich verkleinert hat.

EU-Richtlinie

CSRD

Die Corporate Sustainability Reporting Directive regelt die verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung. Nach dem Omnibus-Paket gilt sie für Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitenden und über 450 Mio. Euro Umsatz.

  • Lagebericht-Integration
  • Externe Prüfpflicht (Assurance)
  • Schwellen seit Omnibus 2026
Berichtsstandard

ESRS

Zwölf European Sustainability Reporting Standards strukturieren den Bericht: übergreifend (ESRS 1, 2), Umwelt (E1 bis E5), Soziales (S1 bis S4) und Governance (G1). Die vereinfachte Fassung (Delegierte Verordnung (EU) 2026/1563) ist auf Geschäftsjahre ab 2027 anzuwenden.

  • Doppelte Wesentlichkeit
  • Definierte Datenpunkte
  • Fokus auf Quantitatives
Klassifikation

EU-Taxonomie

Legt fest, welche Wirtschaftsaktivitäten als ökologisch nachhaltig gelten. Unternehmen weisen taxonomiekonforme Anteile von Umsatz, CapEx und OpEx aus.

  • Aktivitäten-Screening
  • DNSH & Mindestschutz
  • Taxonomie-Quoten
Methodik

GHG Protocol

Internationaler Standard der CO2-Bilanzierung mit den drei Bereichen Scope 1 (direkt), Scope 2 (eingekaufte Energie) und Scope 3 (Wertschöpfungskette).

  • Scope 1, 2 & 3
  • Emissionsfaktoren & Aktivitätsdaten
  • Basis fast aller Tools
Lieferkette

LkSG & CSDDD

Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und die EU-Richtlinie CSDDD verpflichten zu Sorgfaltspflichten bei Menschenrechten und Umwelt, die CSDDD gilt nach der Omnibus-Richtlinie erst ab dem 26. Juli 2029. Zur geplanten Streichung der Berichtspflicht nach dem LkSG ist ein Änderungsgesetz im Verfahren, den aktuellen Stand finden Sie beim BAFA und im Bundesgesetzblatt.

  • Risikoanalyse & Prävention
  • Beschwerdemechanismus
  • Lieferanten-Monitoring
Aktualität 2026

Omnibus-Paket

Die Omnibus-Richtlinie (EU) 2026/470 (gültig seit 18.03.2026) reduziert Pflichten und Umfang von CSRD und CSDDD erheblich, die CSRD gilt ab Geschäftsjahr 2027 nur noch für Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. Euro Umsatz.

  • Höhere Schwellenwerte
  • Vereinfachte ESRS
  • Verschobene Zeitpläne
Kosten · TCO

Was ESG-Software
wirklich kostet.

Die meisten ESG-Plattformen nennen keine Preise und kalkulieren nach Modulen, Standorten und Datenvolumen. Veröffentlichte Listenpreise zeigen die Spanne von kostenlosen Werkzeugen bis zu Konzernplattformen. Alle Preise, Kostentreiber und zwei Rechenbeispiele finden Sie auf der Seite ESG Software Kosten.

EinsatzBeispieleSoftware laut ListeHinweis
Freiwilliger VSME-BerichtMittelstand und ZuliefererEFRAG VSME Template, DNK, ecocockpit0 €Interne Arbeitszeit einplanen
VSME mit SoftwareEin bis wenige BerichteVSEasyab 1.190 € pro JahrTeam-Tarif 2.490 € mit XBRL-Export
CO2-Daten für ProdukteProdukt-Fußabdrücke für KundenClimatiq Data Proab 3.000 € pro JahrEmissionsfaktoren, keine Berichtssuite
Berichtspflichtiger KonzernÜber 1.000 Beschäftigte, über 450 Mio. €Microsoft Sustainability Manager48.000 bis 144.000 $ pro JahrPlus Nutzerlizenzen, Einführung und Prüfung

Listenpreise laut Herstellerseiten, netto, Stand Oktober 2026: EFRAG, DNK, ecocockpit, VSEasy, Climatiq, Microsoft. Schätzungen von Vergleichsportalen nutzen wir nicht.

Auswahlprozess

In 6 Schritten zur richtigen ESG Software

Nach dem Omnibus-Paket lohnt sich zuerst die Frage, ob überhaupt eine Pflicht besteht. Danach führt ein klarer Prozess vom Anwendungsfall zur passenden, prüfsicheren Lösung.

01

Betroffenheit & Ziele klären

Prüfen, ob und ab wann das Unternehmen unter CSRD oder LkSG fällt und ob freiwilliges Reporting für Banken oder Kunden sinnvoll ist. Daraus die Anforderungen ableiten.

02

Anwendungsfall priorisieren

Festlegen, ob der Schwerpunkt auf CO2-Bilanzierung, CSRD/ESRS-Reporting, EU-Taxonomie oder Lieferkette liegt. Die meisten Tools haben einen klaren Schwerpunkt.

03

Datengrundlage erfassen

Verfügbare Datenquellen wie ERP, Energieverbräuche und Lieferantendaten erfassen. Die Datenverfügbarkeit, besonders für Scope 3, bestimmt den Aufwand maßgeblich.

04

Longlist & Demo

5 bis 8 Anbieter vorauswählen und mit eigenem Anwendungsfall testen. Auf Methodik (GHG Protocol), ESRS-Abdeckung und Prüfbarkeit der Daten achten.

05

Auditierbarkeit & Integration

Sicherstellen, dass die Software prüfsichere, nachvollziehbare Daten für die externe Prüfung liefert und sich an ERP und Datenquellen anbinden lässt.

06

Einführung & Reporting-Zyklus

Tool einführen, Datenprozesse etablieren und den jährlichen Berichtszyklus aufsetzen. Verantwortlichkeiten für Datenpflege und Freigabe klar zuweisen.

FAQ

Häufige Fragen zur ESG Software

Die wichtigsten Fragen zu CSRD nach dem Omnibus-Paket, CO2-Bilanzierung, Anbietern, Kosten und Auswahl von ESG-Software im DACH-Raum.

Was ist ESG-Software und wofür wird sie eingesetzt?
ESG-Software unterstützt Unternehmen bei der Erfassung, Steuerung und Berichterstattung von Nachhaltigkeitsdaten in den Bereichen Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance). Sie automatisiert CO2-Bilanzierung, CSRD- und ESRS-Reporting, EU-Taxonomie und Lieferketten-Sorgfaltspflichten. Statt verstreuter Excel-Tabellen entsteht eine prüfsichere, auditierbare Datenbasis.
Was hat das EU-Omnibus-Paket an der CSRD geändert?
Die Omnibus-Änderungsrichtlinie (EU) 2026/470 wurde am 26. Februar 2026 im EU-Amtsblatt veröffentlicht und gilt seit dem 18. März 2026. Sie hebt die Schwelle für die CSRD-Berichtspflicht deutlich an: Berichtspflichtig sind nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und mehr als 450 Millionen Euro Umsatz. Dadurch sinkt der Kreis der pflichtigen Unternehmen deutlich. Die neuen Schwellen gelten für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2027 beginnen, die Mitgliedstaaten setzen die Richtlinie bis zum 19. März 2027 um.
Welche Unternehmen sind 2026 noch CSRD-pflichtig?
Nach dem Omnibus-Paket sind für Geschäftsjahre ab 2027 nur noch Unternehmen mit durchschnittlich mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Millionen Euro Nettoumsatz CSRD-berichtspflichtig. Die Richtlinie (EU) 2026/470 müssen die Mitgliedstaaten bis zum 19. März 2027 umsetzen. In Deutschland lag das CSRD-Umsetzungsgesetz laut DRSC im April 2026 noch im Bundestag, den aktuellen Stand der deutschen Umsetzung prüfen Sie im Bundesgesetzblatt. Viele bisher betroffene Mittelständler fallen damit aus der Pflicht. Dennoch setzen zahlreiche Unternehmen freiwillig auf ESG-Reporting, weil Banken, Investoren und große Kunden entsprechende Nachweise entlang der Lieferkette verlangen.
Was sind die ESRS und wie viele Standards gibt es?
Die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) sind die verbindlichen Berichtsstandards der CSRD. Sie umfassen zwölf Standards: zwei übergreifende (ESRS 1 und 2), fünf zu Umwelt (E1 bis E5), vier zu Sozialem (S1 bis S4) und einen zur Unternehmensführung (G1). Im Zuge des Omnibus-Pakets wurden die ESRS überarbeitet und vereinfacht: Die EU-Kommission hat die neuen Standards am 3. Juli 2026 angenommen (Delegierte Verordnung (EU) 2026/1563, Amtsblatt vom 21. September 2026), sie sind auf Geschäftsjahre ab 2027 anzuwenden und stärker auf quantitative Kennzahlen fokussiert.
Was bedeuten Scope 1, 2 und 3 bei der CO2-Bilanzierung?
Nach dem GHG Protocol werden Emissionen in drei Bereiche eingeteilt: Scope 1 umfasst direkte Emissionen aus eigenen Quellen wie Fuhrpark und Heizung. Scope 2 betrifft indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie wie Strom und Wärme. Scope 3 umfasst alle übrigen indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, etwa eingekaufte Güter, Logistik und Nutzung der Produkte. Scope 3 ist meist am größten und am schwersten zu erfassen.
Welche ESG-Software-Anbieter sind im DACH-Raum relevant?
Im DACH-Raum sind für CO2-Bilanzierung und CSRD-Reporting Plan A, VERSO, Cozero, Tanso und Coolset relevant. Für Lieferketten-Sorgfaltspflichten (LkSG, CSDDD) ist IntegrityNext stark, für integriertes Enterprise-Reporting Workiva. International verbreitet sind Watershed und Persefoni für Carbon Accounting, große Unternehmen nutzen oft ERP-integrierte Lösungen von SAP oder Microsoft.
Was kostet ESG-Software?
ESG-Software wird meist als SaaS pro Jahr abgerechnet. Die Spanne reicht von kostenlosen Werkzeugen wie ecocockpit oder dem EFRAG VSME Template über VSME-Software ab rund 1.190 Euro pro Jahr bis zu Konzernplattformen wie Microsoft Sustainability Manager ab 4.000 US-Dollar pro Monat. Die meisten Anbieter nennen Preise nur auf Anfrage. Listenpreise und Rechenbeispiele finden Sie unter ESG Software Kosten. Enterprise-Plattformen mit umfangreichem CSRD-Reporting, Audit-Funktionen und Lieferketten-Modulen kosten deutlich mehr. Hinzu kommen Aufwände für Datenerhebung, besonders bei Scope 3, und gegebenenfalls Beratung.
Was ist der Unterschied zwischen Carbon-Accounting- und CSRD-Reporting-Software?
Carbon-Accounting-Software konzentriert sich auf die Berechnung des CO2-Fußabdrucks (Scope 1 bis 3) und auf Reduktionspfade. CSRD-Reporting-Software deckt die breitere Nachhaltigkeitsberichterstattung nach ESRS ab, inklusive sozialer und Governance-Themen sowie der doppelten Wesentlichkeitsanalyse. Viele Anbieter kombinieren beides, der Schwerpunkt unterscheidet sich jedoch je nach Tool und sollte zum eigenen Anwendungsfall passen.
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