DMS gegen ECM.
Unterschied, Anbieter und Entscheidung.
DMS gegen ECM ist eine der häufigsten Abgrenzungsfragen bei der Auswahl von Dokumentenmanagement im Mittelstand in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein Dokumentenmanagementsystem (DMS) erfasst, verwaltet, versioniert und archiviert Dokumente revisionssicher. Enterprise Content Management (ECM) ist der breitere Ansatz: Es steuert alle Unternehmensinhalte über ihren gesamten Lebenszyklus, von der Erfassung über Workflows und Zusammenarbeit bis zur Langzeitarchivierung und Löschung. Diese Seite erklärt den Unterschied, ordnet zehn Anbieter ein, zeigt die rechtlichen Anforderungen von GoBD bis E-Rechnung und hilft bei der Entscheidung, welcher Ansatz zu Ihrem Unternehmen passt.
Wer DMS und ECM verwechselt,
kauft zu viel oder zu wenig.
Laut Bitkom Digital Office Index 2024 nutzen 84 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten mindestens eine ECM-Lösung, 2020 waren es noch 68 Prozent. Gleichzeitig arbeiten nur 15 Prozent komplett papierlos. Die Lücke zeigt: Viele Unternehmen haben Software für Dokumente, aber nicht den passenden Zuschnitt. Ein reines DMS reicht für viele kleine und mittlere Unternehmen völlig aus, ein ECM lohnt sich erst, wenn Inhalte aus vielen Quellen, Prozessen und Standorten zusammenlaufen.
Ohne klare Abgrenzung
- Eine ECM-Suite für einfache Ablage und Archivierung, mit hohen Einführungskosten
- Ein Collaboration-Werkzeug als Archiv, ohne revisionssichere Aufbewahrung
- Insellösungen für Rechnungen, Verträge und E-Mails ohne gemeinsame Ablage
- Aufbewahrungsfristen und Löschpflichten werden manuell überwacht
- Die E-Rechnung im XML-Format wird als PDF abgelegt, die Pflichtdaten fehlen
Mit klarer Abgrenzung
- Ein DMS für Ablage, Suche, Versionen und GoBD-konforme Archivierung
- Ein ECM, wenn Prozesse, Zusammenarbeit und viele Quellsysteme dazukommen
- Eine zentrale Ablage mit Schnittstellen zu ERP, Finanzbuchhaltung und Microsoft 365
- Fristen und Löschung werden pro Dokumentklasse automatisch gesteuert
- Strukturierte E-Rechnungen werden mit ihren XML-Daten aufbewahrt
Quellen: Bitkom Digital Office Index 2024, Bitkom Presseinformation vom 24.09.2024. Stand September 2024.
Sechs Begriffe,
sauber getrennt.
Rund um Dokumente kursieren viele Begriffe, die Anbieter unterschiedlich verwenden. Die folgenden Definitionen helfen, Angebote vergleichbar zu machen. Entscheidend ist dabei weniger das Etikett als der tatsächliche Funktionsumfang.
Dokumentenmanagementsystem
Ein DMS erfasst Dokumente, legt sie mit Metadaten ab, macht sie durchsuchbar, verwaltet Versionen und archiviert sie revisionssicher. Im Mittelpunkt steht das einzelne Dokument.
- Ablage, Suche, Versionierung
- Revisionssichere Archivierung
Enterprise Content Management
Der Branchenverband AIIM definiert ECM als Strategien, Methoden und Werkzeuge, um Inhalte zu Geschäftsprozessen zu erfassen, zu verwalten, zu speichern, zu bewahren und bereitzustellen. Im Mittelpunkt steht der Lebenszyklus aller Inhalte.
- Capture, Manage, Store, Preserve, Deliver
- Alle Inhaltstypen und Quellen
Content Services Platform
Gartner hat 2017 den Magic Quadrant für ECM durch Content Services Platforms ersetzt. Gemeint sind Dienste und Microservices mit gemeinsamen Schnittstellen und Repositories, die Inhalte in viele Anwendungen bringen.
- Plattform statt Monolith
- Inhalte dort, wo gearbeitet wird
Revisionssichere Archivierung
Ein elektronisches Archiv bewahrt Dokumente unveränderbar, vollständig und jederzeit lesbar über die gesetzliche Frist auf. Es ist Kernbaustein jedes DMS und jedes ECM, aber allein noch kein Dokumentenmanagement.
- Unveränderbarkeit und Protokoll
- Fristgerechte Aufbewahrung
Schriftgutverwaltung
Records Management deklariert Dokumente als Aufzeichnungen mit festen Aufbewahrungsregeln und steuert deren Löschung nach Fristablauf. In vielen ECM-Systemen und in Microsoft Purview ist es eine eigene Funktion.
- Aufbewahrungsregeln pro Klasse
- Nachweisbare Löschung
Intelligent Document Processing
IDP extrahiert Daten aus Papier- und Bilddokumenten mit OCR, Sprachverarbeitung und maschinellem Lernen. Es ersetzt die manuelle Erfassung etwa im Rechnungseingang und wird von DMS und ECM gleichermaßen genutzt.
- Automatische Klassifikation
- Datenextraktion ohne Abtippen
Quellen: AIIM zu ECM und Content Services, Stand 2024, Gartner Magic Quadrant Content Services 2017 via Solutions Review, Stand Oktober 2017.
DMS gegen ECM
in zehn Dimensionen.
Die Grenze zwischen DMS und ECM ist fließend, viele Hersteller bieten beides aus einer Produktfamilie an. Die Tabelle zeigt die typische Ausprägung. Das DMS ist dabei ein Baustein des ECM, nicht sein Gegenteil.
| Dimension | DMS | ECM | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|---|
| FokusWas steht im Mittelpunkt? | Das einzelne Dokument | Alle Inhalte und ihre Prozesse | Ob Prozesse oder Ablage das Hauptproblem sind |
| InhaltstypenWas wird verwaltet? | Dokumente, Scans, E-Mails | Zusätzlich Webinhalte, Medien, Akten, Records | Welche Quellen heute verstreut liegen |
| ErfassungWie kommen Inhalte ins System? | Scan, Import, E-Mail-Ablage | Zusätzlich IDP, Massenerfassung, Fachanwendungen | Volumen im Posteingang pro Tag |
| ProzesseWie stark ist die Steuerung? | Einfache Freigaben | Workflows über Abteilungen und Systeme | Zahl der Freigabestufen und Beteiligten |
| ZusammenarbeitWie wird gemeinsam gearbeitet? | Check-in, Check-out, Kommentare | Teamräume, externe Partner, Co-Authoring | Rolle von Microsoft 365 und Teams |
| ArchivierungWie wird aufbewahrt? | Revisionssicheres Archiv | Archiv plus Records Management | GoBD, Fristen, Löschkonzept |
| IntegrationWie tief ist die Anbindung? | ERP, Finanzbuchhaltung, Office | Viele Fachsysteme über Plattform und APIs | Konnektoren für Ihre Systemlandschaft |
| NutzerkreisWer arbeitet damit? | Einzelne Abteilungen bis ganzes Unternehmen | Unternehmensweit, oft mehrere Standorte | Wachstum und Internationalisierung |
| EinführungWie groß ist das Projekt? | Wochen bis wenige Monate | Mehrere Monate, oft in Ausbaustufen | Interne Kapazität und Partner |
| KostenWie teuer wird es? | niedriger Einstieg | höhere Lizenz und Beratung | Gesamtkosten über fünf Jahre |
Typische Ausprägung, redaktionelle Einordnung. Der Funktionsumfang unterscheidet sich je Hersteller und Edition, prüfen Sie ihn in der Demo.
Zehn Anbieter
zwischen DMS und ECM.
Die Tabelle ordnet zehn in DACH-Auswahlprojekten häufig betrachtete Lösungen ein, vom schlanken DMS für kleine Unternehmen bis zur ECM-Plattform für Konzerne. Preise stehen nur dort, wo sie öffentlich auf der Herstellerseite oder auf Find-Your-Software belegt sind. Alle anderen Angaben erhalten Sie im Angebot.
| Anbieter | Segment | Preis ab | Einordnung | Betrieb | Kernstärke |
|---|---|---|---|---|---|
| d.velop documentsd.velop AG, Gescher, gegründet 1992 | Mittelstand | 27 bis 55 €/Nutzer/Mo | DMS mit ECM-Bausteinen | Cloud und On-Premise | Über 500 Konnektoren, unter anderem SAP, DATEV, Business Central |
| DocuWareDocuWare GmbH, Germering, gegründet 1988, Ricoh-Gruppe | Mittelstand | auf Anfrage | DMS mit Workflow und IDP | Cloud und On-Premise | Rechnungseingang, Workflow Manager, KI-Erfassung |
| ELO ECM SuiteELO Digital Office GmbH, Stuttgart | Mittelstand | auf Anfrage | ECM für den Mittelstand | Cloud, Managed Service, On-Premise | Rund 1.000 Partner, Low-Code mit ELO Flows |
| M-FilesM-Files, Tampere (Finnland), gegründet 2002 | Mittelstand | ab 65 USD/Nutzer/Mo | Metadatenbasiertes DMS | Cloud und On-Premise | Ablage nach Inhalt statt Ordner, Microsoft-365-Anbindung |
| Microsoft SharePointMicrosoft, Redmond, SharePoint seit 2001 | KMU | ab 6,07 €/Nutzer/Mo | Collaboration mit DMS-Funktionen | Cloud (Microsoft 365) | Teams-Integration, Purview für Aufbewahrung |
| enaioOptimal Systems GmbH, Berlin, gegründet 1991, Kyocera-Gruppe | Mittelstand | auf Anfrage | ECM-Plattform | Cloud und On-Premise | Über 100 Fachlösungen, Anbindung Microsoft und SAP |
| DoxisSER Group, Bonn, gegründet 1984 | Enterprise | auf Anfrage | ECM mit KI-Automatisierung | Cloud und On-Premise | Intelligent Content Automation, SAP und Salesforce |
| OpenText Extended ECMOpenText, Waterloo (Kanada), gegründet 1991 | Enterprise | auf Anfrage | ECM für Großunternehmen | Cloud und On-Premise | Tiefe SAP-Integration, Documentum, GenAI Aviator |
| Hyland OnBaseHyland, Westlake (Ohio), gegründet 1991 | Enterprise | auf Anfrage | Content Services Platform | Cloud und On-Premise | Breites Portfolio mit Alfresco und Nuxeo |
| ecoDMSecoDMS GmbH, Aachen | KMU | 125 € netto je Nutzer einmalig | Schlankes DMS für KMU | On-Premise | Einmallizenz, Volltext-OCR, Archiv |
Preise laut Herstellerseiten und Find-Your-Software, Stand Oktober 2026: d.velop Preise und Pläne, M-Files, Microsoft 365 Business Basic inkl. SharePoint, ecoDMS. Alle Preise zzgl. MwSt., Einordnung redaktionell und ohne bezahlte Platzierungen.
DMS, Mittelstands-ECM
und Enterprise-ECM.
Drei Anbieter stehen exemplarisch für die drei typischen Ausprägungen. Die Auswahl ist keine Rangfolge, sondern zeigt, wie unterschiedlich Lösungen zwischen DMS und ECM zugeschnitten sind. Stärken und Grenzen beruhen auf Herstellerangaben und sollten in der Demo geprüft werden.
d.velop documents
d.velop AG, Gescher, gegründet 1992
d.velop beschäftigt nach eigenen Angaben rund 1.100 Mitarbeitende und betreut 15.000 Kunden mit über 4,5 Millionen Nutzern. Das Produkt startet als DMS in der Cloud und lässt sich um Archiv, Rechnungseingang, Vertragsmanagement und Workflows erweitern.
- Stärke: über 500 Konnektoren, unter anderem SAP, Business Central und DATEV
- Stärke: gestaffelte Cloud-Editionen mit KI-Assistent
- Grenze: Funktionsumfang hängt stark von der gewählten Edition ab
- Grenze: komplexe Prozesse brauchen zusätzliche Module
27 bis 55 € je Nutzer und Monat
ELO ECM Suite
ELO Digital Office GmbH, Stuttgart
ELO ist inhabergeführt und nennt über eine Million Nutzer und rund 1.000 Partner in mehr als 50 Ländern. Die Suite verbindet Archiv, Dokumentenmanagement, Workflow und Low-Code-Prozesse und läuft in der Cloud, als Managed Service oder im eigenen Rechenzentrum.
- Stärke: breites Partnernetz mit Branchenlösungen in DACH
- Stärke: freie Wahl des Betriebsmodells
- Grenze: keine öffentlichen Preise, Angebot über Partner
- Grenze: Qualität des Projekts hängt vom Partner ab
auf Anfrage
OpenText Extended ECM
OpenText, Waterloo (Kanada), gegründet 1991
OpenText beschäftigt rund 21.400 Mitarbeitende und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 5,17 Milliarden US-Dollar. Extended ECM bettet Dokumente tief in SAP-Prozesse ein, ergänzt um Documentum, Content Suite und die GenAI-Funktionen von Aviator.
- Stärke: tiefe Integration in SAP S/4HANA und SuccessFactors
- Stärke: Records Management für regulierte Branchen
- Grenze: hoher Einführungs- und Beratungsaufwand
- Grenze: für kleinere Unternehmen meist überdimensioniert
auf Anfrage
Quellen: d.velop Unternehmensprofil, ELO Unternehmensprofil, OpenText auf Wikipedia, Stand 2025 bis 2026.
Was ein DMS kann
und was ein ECM ergänzt.
Laut Bitkom Digital Office Index 2024 digitalisieren 54 Prozent der Unternehmen ihren Papiereingang, 37 Prozent nutzen automatische Dokumentenklassifikation und 30 Prozent Workflow Management. Die ersten drei Bausteine gehören zum Kern jedes DMS, die übrigen sind typische ECM-Erweiterungen.
Posteingang und OCR
Papier wird gescannt, per Texterkennung durchsuchbar gemacht und einer Dokumentart zugeordnet. E-Mails und Anhänge landen automatisch in der passenden Akte.
- Volltext-OCR und Barcodes
- E-Mail-Archivierung
Metadaten, Akten und Suche
Dokumente werden mit Kunde, Projekt, Belegnummer oder Datum verschlagwortet und in digitalen Akten gebündelt. Die Suche findet sie über Inhalt und Metadaten.
- Digitale Kunden- und Personalakten
- Rechte nach Rolle
Versionierung und Protokoll
Jede Änderung erzeugt eine neue Version, die alte bleibt erhalten. Ein Protokoll zeigt, wer wann welches Dokument geöffnet oder geändert hat.
- Check-in und Check-out
- Lückenloses Änderungsprotokoll
Freigaben und Prozesse
Rechnungsfreigabe, Vertragsprüfung oder Urlaubsantrag laufen als definierter Prozess mit Fristen, Vertretungen und Eskalation. Im ECM greifen diese Prozesse über mehrere Systeme.
- Rechnungseingangsworkflow
- Low-Code-Prozessmodellierung
Teamräume und externe Partner
ECM-Lösungen verbinden Archiv und Zusammenarbeit, etwa über Microsoft Teams, Projekträume oder sichere Freigaben für Kunden und Lieferanten.
- Co-Authoring in Office
- Externe Freigaben mit Ablaufdatum
Records, Aufbewahrung und Löschung
Für jede Dokumentklasse gilt eine Frist. Nach Ablauf schlägt das System die Löschung vor oder führt sie mit Nachweis aus, außer eine Prüfung oder ein Rechtsstreit hält sie auf.
- Aufbewahrungsregeln je Klasse
- Löschnachweis für den Datenschutz
Quelle: Bitkom Digital Office Index 2024, Stand September 2024.
Ein Dokument ist nur so gut
wie seine Anbindung.
Der größte Nutzen von DMS und ECM entsteht, wenn Dokumente direkt aus den Fachsystemen abgelegt und dort wieder aufgerufen werden. d.velop nennt über 500 Konnektoren, unter anderem für SAP, Business Central, DATEV und Microsoft 365. Prüfen Sie Schnittstellen immer für Ihre konkrete Version.
Belege am Vorgang
- SAP S/4HANA, SAP Business One, Business Central
- Ablage von Auftrag, Lieferschein und Rechnung
- Belegaufruf direkt aus der ERP-Maske
- Rechnungseingang mit Buchungsvorschlag
Steuer und Prüfung
- DATEV Rechnungswesen und Unternehmen online
- Datenzugriff der Betriebsprüfung nach § 147 Abs. 6 AO
- Export für den Steuerberater
- E-Rechnung im XRechnung- und ZUGFeRD-Format
Arbeitsplatz
- Outlook-Ablage per Klick
- Teams-Kanäle mit Archivanbindung
- SharePoint als Collaboration-Schicht
- Single Sign-on über Entra ID
Kunden- und Personalakten
- Verträge und Angebote am Kundendatensatz
- Salesforce und Dynamics 365
- Digitale Personalakte mit Zugriffsschutz
- Anbindung an SuccessFactors und Lohnsysteme
Quelle: d.velop Integrationen, Stand 2026. Herstellerangaben, Verfügbarkeit je Version prüfen.
Was DMS und ECM
rechtlich leisten müssen.
Ob DMS oder ECM: Für steuerrelevante Unterlagen gelten dieselben Pflichten. Entscheidend ist nicht das Etikett der Software, sondern ob sie Unveränderbarkeit, Vollständigkeit, Lesbarkeit und Fristen nachweisbar sicherstellt und ob die Verfahrensdokumentation dazu passt.
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
Maßgeblich ist das BMF-Schreiben vom 28.11.2019, geändert am 11.03.2024 und am 14.07.2025. Seit Juli 2025 genügt bei E-Rechnungen die Aufbewahrung der strukturierten XML-Daten, eine Bilddatei nur bei abweichenden Angaben.
- XML der E-Rechnung aufbewahren
- OCR-Ergebnisse nach Prüfung sichern
§ 147 AO und § 257 HGB
Bücher, Jahresabschlüsse und Organisationsunterlagen 10 Jahre, Buchungsbelege seit dem Bürokratieentlastungsgesetz IV 8 Jahre, Handels- und Geschäftsbriefe 6 Jahre. Die Frist beginnt mit Ende des Kalenderjahres.
- Fristen pro Dokumentklasse hinterlegen
- Banken und Versicherungen: Belege 10 Jahre
Empfang seit 2025, Ausstellung ab 2027
Seit 1.1.2025 müssen alle inländischen Unternehmen E-Rechnungen empfangen können. Ab 2027 müssen Unternehmen mit über 800.000 Euro Vorjahresumsatz sie ausstellen, ab 1.1.2028 alle. Laut Bitkom konnten Ende 2024 erst 45 Prozent E-Rechnungen empfangen.
- Formate nach EN 16931
- PDF per E-Mail gilt als sonstige Rechnung
Papier vernichten, aber richtig
§ 147 Abs. 2 AO erlaubt die Aufbewahrung als Bild, wenn die Wiedergabe bildlich übereinstimmt, jederzeit lesbar und maschinell auswertbar ist. Die BSI TR-RESISCAN (TR-03138, Version 1.5) ist ein freiwilliger Leitfaden dafür.
- Scanprozess in der Verfahrensdokumentation
- Ausnahme Jahresabschlüsse und Eröffnungsbilanz
Löschen nach Fristablauf
Art. 17 DSGVO verlangt die Löschung personenbezogener Daten, sobald kein Zweck mehr besteht. Gesetzliche Aufbewahrungspflichten gehen vor, danach muss gelöscht werden. Ein Löschkonzept je Dokumentklasse macht das nachweisbar.
- Löschkonzept mit Fristen
- Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO
Andere Fristen, andere Regeln
In Österreich gilt nach § 132 BAO grundsätzlich eine Frist von 7 Jahren, bei Grundstücksunterlagen 12 bis 22 Jahre. In der Schweiz verlangt Art. 958f OR 10 Jahre, die Geschäftsbücherverordnung regelt Integrität, Protokolle und Datenmigration.
- Länderfristen getrennt hinterlegen
- GeBüV-Anforderungen beim Anbieter erfragen
Quellen: § 147 AO, § 257 HGB, § 27 UStG, KPMG zur GoBD-Änderung Juli 2025, BSI TR-RESISCAN, Art. 17 DSGVO, USP Österreich, BDO Schweiz, Bitkom zur E-Rechnung. Keine Rechts- oder Steuerberatung, Stand Oktober 2026.
Wann ein DMS reicht
und wann ECM sinnvoll ist.
Die Wahl hängt weniger von der Unternehmensgröße ab als von der Zahl der Quellen, Prozesse und Beteiligten. Laut Bitkom nutzen 81 Prozent der Unternehmen mit 20 bis 99 Beschäftigten und 93 Prozent der Unternehmen mit 100 bis 499 Beschäftigten bereits eine ECM-Lösung. Diese sechs Szenarien helfen bei der Einordnung.
Archiv und Rechnungen zuerst
Sie wollen Belege GoBD-konform archivieren, den Rechnungseingang digitalisieren und Dokumente schneller finden. Ein DMS mit Rechnungsworkflow und DATEV- oder ERP-Anbindung deckt das ab.
- Typisch bis einige hundert Mitarbeitende
- Einführung in Wochen
Wenige Abteilungen, klare Akten
Buchhaltung, Personal und Vertrieb brauchen digitale Akten mit Rechten und Suche. Komplexe Prozesse über viele Systeme gibt es nicht.
- Digitale Personal- und Kundenakte
- Einfache Freigaben genügen
Kleines Budget, eigener Server
Sie wollen ohne Abonnement starten und die Daten im eigenen Haus behalten. Schlanke DMS mit Einmallizenz und lokaler Installation sind dafür gemacht.
- Einmallizenz statt Abo
- Geringer Beratungsbedarf
Viele Quellen, viele Prozesse
Inhalte entstehen in ERP, CRM, E-Mail, Fachanwendungen und Teams. Freigaben laufen über mehrere Abteilungen und Standorte. Hier lohnt eine Plattform mit Workflow und Integrationsschicht.
- Unternehmensweite Workflows
- Mehrere Standorte und Länder
Regulierte Branche
Pharma, Finanzdienstleistung oder öffentliche Auftraggeber verlangen Records Management, Audit Trails und strenge Löschregeln über viele Dokumenttypen hinweg.
- Records und Audit Trail
- Validierte Prozesse
SAP im Zentrum
Große SAP-Landschaften profitieren von ECM-Lösungen, die Dokumente tief in SAP-Vorgänge einbetten und Archivierung, Workflow und Zusammenarbeit dort zusammenführen.
- Tiefe SAP-Integration
- Archivierung von SAP-Daten
Quelle: Bitkom Digital Office Index 2024, Stand September 2024. Szenarien redaktionell.
Was DMS und ECM
typischerweise kosten.
Viele Hersteller veröffentlichen keine Preise, vor allem im ECM-Segment. Die Tabelle zeigt belegte Lizenzbeispiele je Klasse. Für die Gesamtkosten kommen Einführung, Datenübernahme, Schnittstellen, Scanner, Schulung und Betrieb hinzu, rechnen Sie über fünf Jahre mit dem TCO-Rechner.
| Lösungsklasse | Beispiel | Lizenz | Modell | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Schlankes DMSKMU, eigener Server | ecoDMS Business | 125 € netto je Nutzer | Einmallizenz, gleichzeitige Nutzer | Updates 24 oder 48 Monate inklusive |
| CollaborationMicrosoft-365-Umgebung | Microsoft 365 Business Basic | 6,07 € je Nutzer und Monat | Abo, jährliche Bindung | Revisionssicherheit erst mit Konfiguration und Zusatzprodukten |
| Cloud-DMS MittelstandArchiv, Workflow, KI | d.velop documents | 27 bis 55 € je Nutzer und Monat | Abo, gestaffelte Editionen | Spanne laut DMS Software Vergleich |
| Metadaten-DMSWissensarbeit, Microsoft-nah | M-Files Essentials | 65 USD je Nutzer und Monat | Abo, jährliche Abrechnung | Enterprise-Edition auf Anfrage |
| ECM-PlattformKonzern, SAP, Regulierung | OpenText, Hyland, Doxis | auf Anfrage | Individuelles Angebot | Beratungsanteil oft höher als Lizenz |
Preise zzgl. MwSt., Stand Oktober 2026: ecoDMS, Microsoft 365, DMS Software Vergleich, M-Files.
Wie KI die Grenze
zwischen DMS und ECM verschiebt.
Laut Bitkom Digital Office Index 2024 nutzen 16 Prozent der Unternehmen KI zur Prozessautomatisierung, 2022 waren es erst 3 Prozent. Fast alle Hersteller haben inzwischen KI-Funktionen eingeführt. Dadurch erhalten auch schlanke DMS Fähigkeiten, die früher großen ECM-Plattformen vorbehalten waren. Die folgenden Angaben stammen von den Herstellern und sollten in der Demo mit eigenen Dokumenten geprüft werden.
Generative Datenextraktion
DocuWare nennt für seine GenAI-gestützte Dokumentenerfassung eine Reduktion manueller Eingaben um bis zu 80 Prozent. Rechnungen und Lieferscheine werden ohne vorher trainierte Vorlagen ausgelesen.
- Herstellerangabe, im eigenen Bestand testen
Fragen an das Archiv
ELO Assistant, d.velop KI-Assistent und M-Files Aino fassen Dokumente zusammen und beantworten Fragen zum Inhalt. Teils lässt sich ein eigenes Sprachmodell anbinden.
- Rechte müssen auch für KI gelten
Copilot und SharePoint Embedded
M-Files speichert seit der Partnerschaft mit Microsoft im Juli 2025 Inhalte nativ in Microsoft 365. Die Grenze zwischen Collaboration und DMS wird dadurch weiter verwischt.
- Lizenzkosten für Copilot einplanen
KI-Agenten im ECM
OpenText Aviator, Hyland Agent Builder und SER Doxis setzen auf KI-Agenten, die Inhalte aus vielen Quellen verknüpfen und Prozessschritte selbstständig ausführen.
- Nutzen vor allem bei hohem Volumen
Automatische Dokumentarten
37 Prozent der Unternehmen nutzen laut Bitkom bereits automatische Dokumentenklassifikation. KI ordnet Dokumente Akten, Fristen und Löschregeln zu und senkt den Pflegeaufwand.
- Grundlage für Aufbewahrungsregeln
KI-Ergebnisse aufbewahren
Werden Daten per OCR oder KI aus Belegen gewonnen, verlangt die GoBD seit Juli 2025, die Ergebnisse nach Prüfung und Korrektur aufzubewahren. Das betrifft DMS und ECM gleichermaßen.
- In der Verfahrensdokumentation beschreiben
Quellen: Bitkom Digital Office Index 2024, DocuWare, M-Files Preise und Partnerschaft, KPMG zur GoBD-Änderung. Herstellerangaben, Stand 2026.
Sechs Irrtümer
über DMS und ECM.
Viele Auswahlprojekte starten mit Annahmen, die sich in der Demo oder spätestens bei der Betriebsprüfung als falsch erweisen. Diese sechs Irrtümer begegnen in Gesprächen mit Unternehmen besonders häufig.
ECM ist einfach ein großes DMS
ECM ist ein anderer Ansatz: Es verbindet Archiv, Prozesse, Zusammenarbeit und Lebenszyklus über alle Inhalte. Das DMS ist darin ein Baustein, nicht die kleinere Version.
SharePoint ist automatisch revisionssicher
SharePoint bietet Versionen und Metadaten, Revisionssicherheit entsteht aber erst durch Aufbewahrungsrichtlinien, Records-Deklaration in Microsoft Purview und eine passende Verfahrensdokumentation.
Ein Zertifikat macht GoBD-konform
Prüfungen wie IDW PS 880 betreffen die Software, nicht ihren Einsatz. GoBD-Konformität entsteht erst durch Konfiguration, Prozesse und eine aktuelle Verfahrensdokumentation.
PDF-Rechnungen sind E-Rechnungen
Ein PDF per E-Mail gilt umsatzsteuerlich als sonstige Rechnung. E-Rechnungen folgen der Norm EN 16931, etwa XRechnung oder ZUGFeRD, und ihre XML-Daten müssen aufbewahrt werden.
Nach dem Scan darf alles weg
Ersetzendes Scannen ist erlaubt, braucht aber einen dokumentierten Prozess. Jahresabschlüsse und Eröffnungsbilanzen sind ausgenommen und müssen im Original aufbewahrt werden.
Archivieren heißt für immer speichern
Nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist verlangt die DSGVO die Löschung personenbezogener Daten. Ein gutes System löscht nachweisbar, sobald keine Pflicht mehr besteht.
Quellen: Microsoft Purview Retention, Stand Juli 2026, § 147 AO, § 27 UStG.
In sechs Schritten
zum passenden System.
Ob DMS oder ECM: Eine strukturierte Auswahl beginnt bei den Dokumenten und Prozessen, nicht bei den Produkten. So vermeiden Sie, eine ECM-Plattform für eine Archivaufgabe zu kaufen oder ein DMS, das an den ersten unternehmensweiten Workflows scheitert.
Dokumente und Quellen erfassen
Listen Sie Dokumentarten, Volumen pro Monat, Quellsysteme und heutige Ablageorte auf, von Papierpost über E-Mail bis zu Fachanwendungen.
Prozesse priorisieren
Bestimmen Sie die drei Prozesse mit dem größten Nutzen, häufig Rechnungseingang, Vertragsmanagement und Personalakte, und beschreiben Sie Freigaben und Beteiligte.
Compliance festlegen
Halten Sie Aufbewahrungsfristen je Dokumentklasse, Löschregeln, E-Rechnungsformate und Länderanforderungen für Deutschland, Österreich und die Schweiz fest.
DMS oder ECM entscheiden
Wenn Archiv, Suche und wenige Workflows im Vordergrund stehen, reicht meist ein DMS. Viele Quellen, Standorte und abteilungsübergreifende Prozesse sprechen für ECM.
Shortlist und Demo
Wählen Sie drei bis fünf Anbieter aus dem DMS Software Vergleich und lassen Sie Ihre Prozesse mit eigenen Dokumenten vorführen.
Gesamtkosten und Verfahrensdokumentation
Vergleichen Sie Lizenz, Einführung und Betrieb über fünf Jahre und klären Sie, wer die Verfahrensdokumentation erstellt und pflegt.
Von der Shortlist
zur dokumentierten Entscheidung.
Ob DMS oder ECM: Die Entscheidung betrifft Fachbereiche, IT, Datenschutz und oft den Steuerberater. Im Selection Portal von Find-Your-Software laufen Systemlandschaft, Anforderungen und Anbietergespräche in einem Workspace zusammen.
Bestehende Systeme erfassen
Sie erfassen Ihre IT-Landschaft mit ERP, Shop, Lager, Transport und weiteren Systemen samt Schnittstellen in einem Bild. So sehen alle Beteiligten, wo das neue System andocken muss.
- Systeme und Schnittstellen
- Grundlage für die Integration
Anforderungen strukturiert bewerten
Anforderungen entstehen als strukturiertes Lastenheft und werden mit Nutzwertanalyse und Bewertungsraster ausgewertet. Bis zu 200 Beteiligte arbeiten parallel, ein Audit-Trail dokumentiert jeden Schritt revisionssicher.
- Lastenheft und Nutzwertanalyse
- Audit-Trail für jede Entscheidung
Anbieter direkt einbinden
Sie laden die Anbieter Ihrer Shortlist ins Portal ein. Diese beantworten Anforderungen direkt im System, planen Demos und stellen Angebote ein, Sie steuern dabei Sichtbarkeiten und Rechte.
- Demos und Angebote im Workspace
- Anbieter sehen nur, was Sie freigeben
Quelle: Selection Portal von Find-Your-Software, Stand Oktober 2026.
Häufige Fragen zu
DMS gegen ECM.
Was ist der Unterschied zwischen DMS und ECM?
Ein DMS verwaltet Dokumente: Erfassung, Ablage mit Metadaten, Suche, Versionierung und revisionssichere Archivierung. ECM ist breiter und steuert alle Unternehmensinhalte über ihren Lebenszyklus, inklusive Workflows, Zusammenarbeit, Records Management und Integration vieler Quellsysteme. Das DMS ist damit ein Baustein des ECM. Viele Hersteller bieten beide Ausprägungen aus einer Produktfamilie an.
Brauche ich als Mittelständler ein DMS oder ein ECM?
Für viele mittelständische Unternehmen reicht ein DMS mit Rechnungsworkflow und Anbindung an ERP und Finanzbuchhaltung. Ein ECM lohnt sich, wenn Inhalte aus vielen Systemen zusammenlaufen, Prozesse über mehrere Abteilungen und Standorte gehen oder Regulierung Records Management verlangt. Entscheidend sind Zahl der Quellen, Prozesse und Beteiligten, nicht allein die Mitarbeiterzahl.
Ist ECM veraltet?
Der Begriff ECM wird weiter genutzt, Gartner hat seinen Magic Quadrant aber schon 2017 auf Content Services Platforms umgestellt. Gemeint ist ein Wandel von monolithischen Suiten zu Plattformen mit Diensten und Schnittstellen, die Inhalte in viele Anwendungen bringen. Die Aufgaben von ECM, also Erfassung, Verwaltung, Aufbewahrung und Bereitstellung, bleiben dieselben.
Ist SharePoint ein DMS?
SharePoint (Collaboration-Plattform von Microsoft, seit 2001) bietet DMS-Funktionen wie Versionierung, Metadaten und Workflows über Power Automate. Für revisionssichere Archivierung braucht es zusätzlich Aufbewahrungsrichtlinien und Records-Deklaration in Microsoft Purview sowie eine passende Verfahrensdokumentation. Viele Unternehmen kombinieren SharePoint für die Zusammenarbeit mit einem DMS für Archiv und Belege.
Wie lange müssen Dokumente in Deutschland aufbewahrt werden?
Nach § 147 AO und § 257 HGB gelten 10 Jahre für Bücher, Jahresabschlüsse und Organisationsunterlagen, 8 Jahre für Buchungsbelege und 6 Jahre für Handels- und Geschäftsbriefe. Die Verkürzung der Belegfrist von 10 auf 8 Jahre kam mit dem Bürokratieentlastungsgesetz IV und gilt für Unterlagen, deren Frist am 1.1.2025 noch lief. Banken, Versicherungen und Wertpapierinstitute bewahren Buchungsbelege weiter 10 Jahre auf.
Was bedeutet die E-Rechnungspflicht für DMS und ECM?
Seit 1.1.2025 müssen alle inländischen Unternehmen E-Rechnungen empfangen können, ab 2027 müssen Unternehmen mit über 800.000 Euro Vorjahresumsatz sie ausstellen und ab 2028 alle. Das System muss strukturierte Formate wie XRechnung und ZUGFeRD verarbeiten und die XML-Daten aufbewahren. Seit der GoBD-Änderung vom Juli 2025 genügt dafür in der Regel das XML, eine zusätzliche Bilddatei nur bei abweichenden Angaben.
Was heißt revisionssicher?
Revisionssicher bedeutet, dass Dokumente vollständig, unveränderbar, nachvollziehbar, jederzeit lesbar und über die gesamte Aufbewahrungsfrist verfügbar sind. Änderungen werden versioniert und protokolliert, Löschungen vor Fristablauf verhindert. Der Begriff ist nicht gesetzlich definiert, er fasst Anforderungen aus GoBD, AO und HGB zusammen. Erreicht wird Revisionssicherheit durch Software, Konfiguration und dokumentierte Prozesse zusammen.
Darf ich Papierbelege nach dem Scannen vernichten?
Ja, wenn der Scan bildlich und inhaltlich übereinstimmt, jederzeit lesbar und maschinell auswertbar ist und der Prozess in der Verfahrensdokumentation beschrieben ist. Grundlage ist § 147 Abs. 2 AO. Die BSI TR-RESISCAN bietet dafür einen freiwilligen Leitfaden. Ausgenommen sind Jahresabschlüsse und Eröffnungsbilanzen, die im Original aufbewahrt werden müssen.
Was kostet ein DMS?
Belegte Beispiele reichen von 125 Euro netto einmalig je Nutzer bei ecoDMS über 27 bis 55 Euro je Nutzer und Monat bei d.velop documents bis 65 US-Dollar je Nutzer und Monat bei M-Files Essentials. ECM-Plattformen von OpenText, Hyland oder SER werden individuell angeboten. Zu den Lizenzen kommen Einführung, Schnittstellen, Datenübernahme, Schulung und Betrieb, die oft einen großen Teil der Gesamtkosten ausmachen.
Welche Aufbewahrungsfristen gelten in Österreich und der Schweiz?
In Österreich gilt nach § 132 BAO grundsätzlich eine Frist von 7 Jahren, für bestimmte Grundstücksunterlagen 12 bis 22 Jahre. In der Schweiz müssen Geschäftsbücher, Buchungsbelege und Geschäftsberichte nach Art. 958f OR 10 Jahre aufbewahrt werden, MWST-Unterlagen zu Immobilien 20 Jahre. Ein System für alle drei Länder muss diese Fristen je Gesellschaft getrennt abbilden.
Was ist eine Verfahrensdokumentation?
Die Verfahrensdokumentation beschreibt, wie steuerrelevante Daten und Dokumente erfasst, verarbeitet, aufbewahrt und wiedergefunden werden. Sie gehört zu den Organisationsunterlagen nach § 147 Abs. 1 AO und ist 10 Jahre aufzubewahren. Bei Einführung eines DMS oder ECM muss sie neu erstellt oder angepasst werden, etwa für Scanprozess, Rechnungseingang und Löschregeln.
Wie lange dauert die Einführung eines DMS oder ECM?
Ein DMS für Archiv und Rechnungseingang lässt sich oft in einigen Wochen bis wenigen Monaten einführen. ECM-Projekte mit vielen Quellsystemen, Workflows und Standorten dauern meist mehrere Monate und werden in Ausbaustufen umgesetzt. Planen Sie Zeit für Datenübernahme, Schnittstellen, Verfahrensdokumentation und Schulung ein, diese Punkte werden am häufigsten unterschätzt.
Ist ein DMS auch ohne Cloud möglich?
Ja. Viele Hersteller bieten ihr DMS weiterhin zur Installation im eigenen Rechenzentrum an, etwa ecoDMS mit Einmallizenz oder ELO und d.velop als On-Premise-Variante. Einige neue Funktionen, vor allem KI-Assistenten, erscheinen jedoch zuerst oder nur in der Cloud. Prüfen Sie deshalb die Roadmap des Herstellers für die On-Premise-Version, bevor Sie sich festlegen.
Welche Rolle spielt der Implementierungspartner?
Bei DMS und vor allem bei ECM übernimmt oft ein Partner Einführung, Schnittstellen, Verfahrensdokumentation und Support. Die Qualität des Projekts hängt damit stark vom Partner ab, nicht nur vom Produkt. Fragen Sie nach Referenzen in Ihrer Branche und Größe, nach zertifizierten Beratern und nach der Erreichbarkeit im Betrieb. Bei ELO etwa läuft der Vertrieb überwiegend über rund 1.000 Partner.
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