PIM Software · Abgrenzung

PIM gegen MDM gegen DAM.
Wer welche Daten führt.

Product Information Management (PIM) verwaltet Produktinformationen medienneutral für alle Kanäle: Beschreibungen, Merkmale, Übersetzungen und Kataloge. Master Data Management (MDM) sorgt für einheitliche Stammdaten über alle Domänen, also auch Kunden, Lieferanten und Konten. Digital Asset Management (DAM) verwaltet Bilder, Videos und Dokumente mit Metadaten und Nutzungsrechten. Diese Seite richtet sich an Hersteller, Großhändler und Onlinehändler im DACH-Raum. Sie zeigt, welches System welche Daten führt, vergleicht acht Anbieter und erklärt die Pflichten aus Produktpass, GPSR und Barrierefreiheit.

ProduktdatenStammdatenMedienETIMBMEcatProduktpass
56,7 %
der Onlineumsätze in Deutschland liefen 2025 über Marktplätze (HDE Online Monitor 2026)
72 %
von 2.000 befragten Unternehmen kannten den Digitalen Produktpass nicht (DIHK-Umfrage)
18.02.2027
ab dann gilt der Batteriepass nach Art. 77 der EU-Batterieverordnung
31,5 Mio.
Datenblätter im offenen Produktkatalog Open Icecat (Herstellerangabe)
In einem Satz

PIM verkauft, MDM ordnet,
DAM zeigt.

Alle drei Systeme verwalten Stammdaten, aber mit unterschiedlichem Fokus. Laut Wikipedia ist PIM eine Teilmenge von MDM, DAM verwaltet die Medienobjekte dazu. Viele Hersteller verkaufen heute Plattformen, die alle drei abdecken, die Rollen bleiben trotzdem verschieden.

Ohne klare Datenhoheit

  • Artikeldaten liegen in ERP, Excel, Shop und Katalog jeweils anders
  • Bilder werden per E-Mail verschickt, Rechte sind unklar
  • Kundendaten haben in CRM und ERP verschiedene Stände
  • Jeder Marktplatz bekommt eine eigene, manuell gepflegte Datei
  • Neue Pflichten wie GPSR oder Produktpass treffen ein Datenchaos

Mit PIM, MDM und DAM

  • Das PIM liefert vollständige Produktinformationen an alle Kanäle
  • Das MDM hält eine verlässliche Referenz für Kunden, Lieferanten und Produkte
  • Das DAM verwaltet Bilder und Videos mit Versionen und Nutzungsrechten
  • Standards wie ETIM, ECLASS und BMEcat gehen automatisch an Kunden
  • Neue Pflichtangaben werden einmal gepflegt und überall ausgespielt

Quellen: Wikipedia PIM, Wikipedia MDM, Wikipedia DAM, HDE Online Monitor 2026, Stand 2026.

Datenhoheit

Welches System
welche Daten führt.

Die wichtigste Frage bei der Auswahl ist nicht das Tool, sondern die Datenhoheit. Für jede Datenart muss feststehen, welches System führt und welches nur liest.

01 · PIM

Produktinformationen

Beschreibungen, technische Merkmale, Klassifikation, Marketingtexte, Übersetzungen und Lieferantenkataloge. Das PIM bereitet sie medienneutral für Shop, Marktplatz und Print auf.

  • Merkmale nach ETIM oder ECLASS
  • Kanalspezifische Texte
02 · MDM

Stammdaten aller Domänen

Kunden, Lieferanten, Produkte, Anlagen, Personal, Konten und Referenzdaten. Ziel sind eindeutige, konsistente, vollständige und aktuelle Stammdaten über alle Systeme.

  • System of Record
  • Dubletten und Qualität
03 · DAM

Medien und Rechte

Bilder, Videos, Audio und Dokumente mit Metadaten nach IPTC, XMP und EXIF, Versionen, Freigaben und Lizenzrechten.

  • Formate je Kanal
  • Ablauf von Nutzungsrechten
04 · ERP

Kaufmännische Daten

Artikelnummer, Preise, Bestände, Einkaufsdaten und Buchhaltung bleiben meist im ERP. Das PIM übernimmt die Grunddaten und reichert sie an.

  • Artikelanlage im ERP
  • Preise oft im ERP führend
05 · CRM

Kundenbeziehungen

Kontakte, Aktivitäten und Verkaufschancen liegen im CRM. Ein MDM gleicht Kundenstammdaten zwischen CRM und ERP ab.

  • Golden Record für Kunden
  • Abgleich mit ERP
06 · Shop

Ausgabekanäle

Shop, Marktplätze, Print-Katalog und Kundenportale lesen die Daten nur. Gepflegt wird zentral, damit alle Kanäle denselben Stand zeigen.

  • Kein Pflegen im Shop
  • Syndication an Marktplätze

Quellen: Wikipedia PIM, Wikipedia MDM, Wikipedia DAM, Stand 2026. Zuordnung ERP, CRM und Shop nach Erfahrungswerten von Find-Your-Software.

Merkmal für Merkmal

Drei Systeme
im direkten Vergleich.

Sechs Merkmale zeigen, wo sich PIM, MDM und DAM unterscheiden und wo sie sich überschneiden.

01 · Fokus

Vermarkten, vereinheitlichen, darstellen

Das PIM macht Produkte verkaufsfähig, das MDM macht Stammdaten verlässlich, das DAM macht Medien auffindbar und nutzbar.

  • PIM: Kanal
  • MDM: Qualität
  • DAM: Medien
02 · Daten

Strukturiert oder unstrukturiert

PIM und MDM verwalten strukturierte Daten mit Feldern und Merkmalen. Das DAM verwaltet unstrukturierte Dateien und beschreibt sie mit Metadaten.

  • Felder und Merkmale
  • Dateien und Metadaten
03 · Nutzer

Marketing, IT, Kreativteam

Im PIM arbeiten Produktmanagement und Marketing, im MDM Datenverantwortliche und IT, im DAM Grafik, Agenturen und Vertrieb.

  • Rollen und Freigaben
  • Externe Partner im DAM
04 · Domänen

Produkt oder alles

Das PIM kennt nur Produkte. Das MDM deckt mehrere Domänen ab. Das DAM ordnet Medien Produkten, Kampagnen oder Marken zu.

  • PIM als Teilmenge von MDM
  • DAM als Ergänzung
05 · Standards

ETIM, BMEcat, IPTC

PIM-Systeme exportieren nach ETIM, ECLASS und BMEcat. MDM arbeitet mit GTIN und GLN. DAM nutzt Metadatenstandards wie IPTC und XMP.

  • Austausch mit Kunden
  • Metadaten in Dateien
06 · Überschneidung

Wo es verschwimmt

Viele PIM-Systeme verwalten auch Bilder, viele MDM-Systeme haben ein Produktmodul. Pimcore und Informatica bieten PIM, MDM und DAM auf einer Plattform an.

  • Plattform oder Spezialist
  • Datenhoheit trotzdem klären

Quellen: Wikipedia PIM, Pimcore, Informatica MDM, Stand 2026.

Anbieter im Vergleich

8 Anbieter für
PIM, MDM und DAM.

Die Tabelle ordnet die Anbieter nach Systemtyp. Nur Pimcore veröffentlicht Listenpreise, alle anderen nennen Preise auf Anfrage.

AnbieterSegmentPreis abTypSitzPreislogikSchwerpunkt
PimcoreSalzburg, seit 2010Mittelstandab 9.900 $/JahrPIM, MDM, DAMÖsterreichProfessional 9.900 $, Enterprise 29.900 $ im JahrPlattform ohne Nutzerlimits
AkeneoNantes, gegründet 2013Mittelstandauf AnfragePIMFrankreichSaaS, Preis auf AnfrageProduct Cloud mit Syndication
Contentservgegründet 2000, heute Centric PXMMittelstandauf AnfragePIM und DAMDeutschlandauf AnfragePIM, DAM und Digital Shelf
Stibo Systems STEPAarhus, seit 1976Enterpriseauf AnfrageMDM mit PIMDänemarkauf AnfrageMehrdomänen-MDM
Informatica MDMRedwood City, gegründet 1993Enterpriseauf AnfrageMDMUSA, seit 2025 Teil von SalesforceNach Domänen und DatensätzenCustomer, Product und Supplier 360
BynderAmsterdamMittelstandauf AnfrageDAMNiederlandeModular nach Nutzern, Speicher und ModulenMarkenmedien für über 4.000 Marken
censhareMünchen, seit 2002 am MarktEnterpriseauf AnfrageDAM und ContentDeutschlandauf AnfrageCross-Media-Publishing
Bluestone PIMHeadless PIMMittelstandauf AnfragePIMin der Demo klärenNach Nutzern, SKUs und SprachenAPI-first, Lösung für den Produktpass

Angaben laut Herstellerseiten, Stand Oktober 2026: Pimcore, Akeneo, Dassault Systèmes zu Contentserv, Stibo, Informatica, Bynder, Bluestone. Bewertungen und Schätzungen von Vergleichsportalen nutzen wir nicht.

Die Anbieter im Detail

Was die acht Anbieter
mitbringen.

Kurzprofile laut Herstellerangaben. Stärken und Grenzen sind eine neutrale Einschätzung von Find-Your-Software.

01 · Plattform

Pimcore

Salzburg, erste Version 2010

Pimcore verbindet PIM, MDM, DAM sowie Kundendaten und Experience Management auf einer Plattform. Laut Preisseite kostet Professional 9.900 $ und Enterprise 29.900 $ im Jahr, ohne Limits für Nutzer oder Produkte. Seit Version 12 gilt eine eigene Lizenz statt klassischem Open Source.

  • Stärke: breite Plattform
  • Stärke: transparente Preise
  • Grenze: Umsetzung meist über Partner

ab 9.900 $ im Jahr

02 · PIM

Akeneo

Nantes, gegründet 2013

Akeneo bietet eine Product Cloud mit PIM, Asset-Verwaltung und Supplier Data Manager. Der Anbieter nennt über 900 Kunden und über 400 Mitarbeitende.

  • Stärke: SaaS und Syndication
  • Stärke: große Partnerlandschaft
  • Grenze: keine öffentlichen Preise

auf Anfrage

03 · PIM und DAM

Contentserv

gegründet 2000, heute Centric PXM

Contentserv verbindet PIM, DAM, Distribution und Digital Shelf und nennt über 1.600 Kunden in 90 Ländern. Im Februar 2025 kündigte Centric Software, ein Unternehmen von Dassault Systèmes, die Übernahme an.

  • Stärke: PIM und DAM integriert
  • Stärke: Erfahrung mit Herstellern
  • Grenze: Produktname im Wandel

auf Anfrage

04 · MDM

Stibo Systems STEP

Aarhus, Stibo Systems seit 1976

Stibo positioniert STEP als Mehrdomänen-MDM mit PIM-Komponente und rund 600 Mitarbeitenden. Laut eigener Angabe ist Stibo Leader im Gartner Magic Quadrant für MDM 2026.

  • Stärke: mehrere Domänen
  • Stärke: Enterprise-Erfahrung
  • Grenze: groß für reine PIM-Projekte

auf Anfrage

05 · MDM

Informatica MDM

Redwood City, gegründet 1993

Informatica bietet MDM mit Customer 360, Product 360, Supplier 360 und Reference 360 und wirbt mit einem governed golden record. Salesforce hat Informatica 2025 übernommen.

  • Stärke: Datenqualität und Integration
  • Stärke: viele Domänen
  • Grenze: Komplexität und Enterprise-Fokus

auf Anfrage

06 · DAM

Bynder

Amsterdam

Bynder ist ein DAM für Markenmedien und nennt über 4.000 Marken, 1,7 Mio. Nutzer und über 175 Mio. Assets. Preise richten sich nach Nutzern, Speicher und Modulen.

  • Stärke: Markenportale
  • Stärke: Freigabe-Workflows
  • Grenze: kein vollwertiges PIM

auf Anfrage

07 · DAM

censhare

München, seit 2002 am Markt

censhare verbindet Content- und Asset-Management mit Cross-Media-Publishing und Marketing Resource Management. Das System kommt oft bei Unternehmen mit viel Print und vielen Sprachen zum Einsatz.

  • Stärke: Print und Online aus einer Quelle
  • Stärke: Mehrsprachigkeit
  • Grenze: Einführung aufwendig

auf Anfrage

08 · PIM

Bluestone PIM

Headless PIM

Bluestone setzt auf eine API-first-Architektur mit über 700 Schnittstellen und bietet eine Lösung für den Digitalen Produktpass. Abgerechnet wird nach Nutzern, SKUs und Sprachen.

  • Stärke: Schnittstellen
  • Stärke: Produktpass-Modul
  • Grenze: weniger Fokus auf Print

auf Anfrage

Quellen: Pimcore, Akeneo, Dassault Systèmes, Stibo, Informatica, Bynder, censhare, Bluestone, Stand 2026.

Standards

Vier Standards für den
Austausch von Produktdaten.

Wer an Großhändler, Marktplätze oder Industriekunden liefert, muss Produktdaten in deren Formaten liefern. Diese vier Standards sind in DACH am wichtigsten.

Klassifikation

ETIM

  • Klassifikation technischer Produkte, etwa Elektro und Haustechnik
  • ETIM International gegründet 2008
  • Version 10.0 seit 05.12.2024 mit 119 neuen Klassen
Klassifikation

ECLASS

  • Klassifikation nach ISO 13584-42 und IEC 61360
  • Gegründet 2000, Sitz Köln
  • Release 16.0 aktuell, 17.0 als Alpha seit 29.06.2026
Katalog

BMEcat

  • XML-Format für Katalogdaten des BME
  • Version 2005 seit November 2005
  • Träger für ETIM-Daten
Identifikation

GS1 GTIN und GDSN

  • GTIN identifiziert Artikel, früher EAN
  • GDSN synchronisiert Stammdaten über zertifizierte Datenpools
  • GS1 Germany nennt über 95.000 Kunden

Quellen: Wikipedia ETIM, ECLASS, Wikipedia BMEcat, Wikipedia GTIN, GS1 GDSN, GS1 Germany, Stand 2026.

Regulierung

Vier Pflichten, die neue
Produktdaten verlangen.

EU-Verordnungen und deutsche Gesetze machen Produktdaten zur Pflicht. Ohne PIM oder MDM werden diese Angaben schnell zur Handarbeit in vielen Systemen.

01 · Ökodesign

Digitaler Produktpass, VO (EU) 2024/1781

Die Ökodesign-Verordnung ist seit 18.07.2024 in Kraft. Art. 9 verlangt einen Datenträger wie einen QR-Code am Produkt, Art. 13 ein Register der Kommission, das bis 19.07.2026 einzurichten war.

  • Gilt je Produktgruppe erst per delegiertem Rechtsakt
  • Priorität u. a. Textilien, Möbel, Stahl
02 · Batterien

Batteriepass, VO (EU) 2023/1542

Die Batterieverordnung gilt seit 18.08.2025. Ab 18.02.2027 brauchen Batterien für leichte Verkehrsmittel, Elektrofahrzeuge und Industriebatterien über 2 kWh einen Batteriepass nach Art. 77.

  • Daten aus Lieferkette nötig
  • Eindeutige Kennung je Batterie
03 · Produktsicherheit

GPSR, VO (EU) 2023/988

Seit 13.12.2024 müssen Hersteller unter anderem Typ- oder Chargennummer, Name und Anschrift sowie Sicherheitsinformationen angeben, auch in Fernabsatz-Angeboten und auf Marktplätzen.

  • Pflichtfelder im PIM
  • Ausspielung an alle Kanäle
04 · Barrierefreiheit

BFSG seit 28.06.2025

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz betrifft Onlineshops für Verbraucher. Reine B2B-Angebote sind ausgenommen, wenn Verbraucherverträge technisch ausgeschlossen sind, ebenso Kleinstunternehmen unter 10 Beschäftigten und 2 Mio. € Umsatz.

  • Alternativtexte für Bilder im DAM
  • Strukturierte Produktbeschreibungen

Quellen: VO (EU) 2024/1781, Osborne Clarke zum DPP, VO (EU) 2023/1542, VO (EU) 2023/988, Händlerbund zum BFSG, IHK zur DIHK-Umfrage.

Die Entscheidung

Welches System Sie
zuerst brauchen.

Nicht jedes Unternehmen braucht alle drei Systeme. Die Reihenfolge hängt davon ab, wo heute der größte Schmerz liegt. Die Einordnung beruht auf Erfahrungswerten von Find-Your-Software.

01 · PIM zuerst

Viele Kanäle, viele Artikel

Hersteller und Händler mit Shop, Marktplätzen und Katalogen

Wenn Produktdaten für mehrere Kanäle, Sprachen und Kundenformate aufbereitet werden müssen, bringt ein PIM den schnellsten Nutzen.

  • Marktplätze und Shops
  • ETIM- oder BMEcat-Export an Kunden
  • Mehrsprachige Kataloge

Beispiele: Akeneo, Pimcore, Contentserv

02 · DAM zuerst

Viele Medien, viele Rechte

Marken mit Kampagnen, Agenturen und Bildrechten

Wenn Tausende Bilder und Videos mit ablaufenden Nutzungsrechten verwaltet werden, lohnt ein eigenes DAM. Nach Erfahrungswerten von Find-Your-Software rechnet es sich ab rund 10.000 Assets.

  • Markenportal für Partner
  • Rechte und Ablaufdaten
  • Formate je Kanal

Beispiele: Bynder, censhare

03 · MDM zuerst

Viele Systeme, viele Dubletten

Gruppen mit mehreren ERP und CRM

Wenn Kunden, Lieferanten und Produkte in mehreren Systemen unterschiedlich gepflegt werden, schafft ein MDM die gemeinsame Referenz. Das ist typisch nach Übernahmen oder bei mehreren Gesellschaften.

  • Golden Record über Systeme
  • Datenqualität messen
  • Governance mit Fachbereichen

Beispiele: Stibo STEP, Informatica MDM

Einordnung nach Erfahrungswerten von Find-Your-Software, siehe auch PIM Software Vergleich.

Kosten und Dauer

Was PIM, MDM und DAM
kosten.

Bis auf Pimcore veröffentlichen die Anbieter keine Preise. Die Spannen sind Erfahrungswerte von Find-Your-Software aus unserem PIM-Vergleich.

VarianteBeispielSoftwareDauer
Plattform mit ListenpreisPIM, MDM, DAMPimcore Professional9.900 $ im Jahr laut HerstellerUmsetzung über Partner
SaaS im MittelstandPIMAkeneo, Contentserv20.000 bis 50.000 € im Jahr3 bis 6 Monate
Open-Source-EinstiegSetup durch PartnerCommunity-Varianten15.000 bis 40.000 € Setup3 bis 6 Monate
EnterpriseMDM und PIM mehrdomänigStibo, Informaticaab ca. 100.000 € im Jahr6 bis 12 Monate und länger

Quellen: Pimcore Preise. Spannen und Dauern: Erfahrungswerte von Find-Your-Software, siehe PIM Software Vergleich, Stand 2026.

Vorgehen

In sechs Schritten zu
sauberen Produktdaten.

Ein PIM-, MDM- oder DAM-Projekt ist vor allem ein Datenprojekt. Wer zuerst Verantwortung und Datenmodell klärt, spart später teure Umbauten.

01

Datenhoheit festlegen

Für jede Datenart bestimmen, welches System führt und wer verantwortlich ist.

02

Kanäle und Formate erfassen

Alle Ausgabekanäle und Kundenformate wie ETIM, ECLASS oder BMEcat auflisten.

03

Datenmodell entwerfen

Produktklassen, Merkmale, Pflichtfelder für GPSR und Produktpass sowie Sprachen festlegen.

04

Daten bereinigen

Dubletten entfernen, Lücken füllen und Bilder mit Rechten und Metadaten versehen.

05

Pilot mit einer Produktgruppe

Eine Produktgruppe komplett durchspielen, vom ERP bis zum Marktplatz.

06

Rollout und Governance

Weitere Gruppen übernehmen, Qualitätskennzahlen messen und Freigabeprozesse verankern.

Vorgehen nach Erfahrungswerten von Find-Your-Software.

Verbreitete Irrtümer

Sechs Missverständnisse
zu PIM, MDM und DAM.

Diese Annahmen führen am häufigsten zu falschen Projekten oder doppelter Datenpflege.

Irrtum 1

Das ERP reicht für Produktdaten

Das ERP hält kaufmännische Daten. Für Marketingtexte, Merkmale, Übersetzungen und Kanalformate ist es selten gebaut.

  • ERP und PIM verbinden
Irrtum 2

PIM und MDM sind dasselbe

PIM ist eine Teilmenge von MDM. MDM umfasst auch Kunden, Lieferanten und weitere Domänen.

  • Scope klar festlegen
Irrtum 3

Ein PIM ersetzt das DAM

Viele PIM-Systeme verwalten Bilder, aber selten Rechte, Ablaufdaten und Markenportale wie ein DAM.

  • Medienvolumen prüfen
Irrtum 4

Das Tool löst die Datenqualität

Ohne Verantwortliche und Regeln bleiben Daten auch im besten System unvollständig.

  • Governance vor Tool
Irrtum 5

Der Produktpass kommt noch lange nicht

Der Batteriepass gilt ab 18.02.2027. Für weitere Produktgruppen folgen delegierte Rechtsakte, die Datenbasis braucht Vorlauf.

  • Datenmodell jetzt vorbereiten
Irrtum 6

Open Source ist kostenlos

Lizenzmodelle ändern sich, Pimcore etwa nutzt seit Version 12 eine eigene Lizenz. Setup und Betrieb kosten auch bei offener Software Geld.

  • Lizenz und Betrieb prüfen

Quellen: Wikipedia PIM, Wikipedia Pimcore, VO (EU) 2023/1542, Stand 2026.

FAQ

Häufige Fragen
zu PIM, MDM und DAM.

Was ist der Unterschied zwischen PIM, MDM und DAM?

Ein PIM verwaltet Produktinformationen medienneutral für alle Vertriebskanäle. Ein MDM sorgt für einheitliche Stammdaten über mehrere Domänen wie Kunden, Lieferanten und Produkte. Ein DAM verwaltet Bilder, Videos und Dokumente mit Metadaten, Versionen und Nutzungsrechten. PIM gilt dabei als Teilmenge von MDM.

Brauche ich PIM oder MDM?

Wenn es vor allem um Produktdaten für Shop, Marktplätze und Kataloge geht, genügt meist ein PIM. Wenn zusätzlich Kunden- und Lieferantendaten in mehreren Systemen unterschiedlich gepflegt werden, braucht es ein MDM. Viele Unternehmen starten mit PIM und ergänzen MDM später.

Ab wann lohnt sich ein DAM?

Nach Erfahrungswerten von Find-Your-Software lohnt ein eigenes DAM ab rund 10.000 Assets oder wenn Nutzungsrechte, Ablaufdaten und Markenportale für Partner gebraucht werden. Darunter reicht oft die Bildverwaltung im PIM.

Welches System ist für Artikeldaten führend?

Kaufmännische Daten wie Artikelnummer, Preis und Bestand führt meist das ERP. Marketingtexte, Merkmale und Übersetzungen führt das PIM. Wichtig ist, die Datenhoheit pro Feld festzulegen, damit nicht zwei Systeme dieselben Daten pflegen.

Was sind ETIM, ECLASS und BMEcat?

ETIM und ECLASS sind Klassifikationen, die Produkte mit einheitlichen Merkmalen beschreiben. ETIM ist in Elektro und Haustechnik verbreitet und liegt in Version 10.0 vor, ECLASS deckt viele Branchen ab und liegt in Release 16.0 vor. BMEcat ist ein XML-Format des BME, mit dem Kataloge und ETIM-Daten ausgetauscht werden.

Was ist der Digitale Produktpass?

Der Digitale Produktpass ist Teil der Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781, die seit 18.07.2024 in Kraft ist. Produkte bekommen einen Datenträger wie einen QR-Code, über den Informationen etwa zu Material und Reparierbarkeit abrufbar sind. Welche Produktgruppen wann betroffen sind, legen delegierte Rechtsakte fest. Der Batteriepass gilt bereits ab 18.02.2027.

Was verlangt die GPSR von Produktdaten?

Die Produktsicherheitsverordnung (EU) 2023/988 gilt seit 13.12.2024. Hersteller müssen unter anderem Typ- oder Chargennummer, Name und Anschrift sowie Sicherheitsinformationen angeben, auch in Online-Angeboten und auf Marktplätzen. Ein PIM kann diese Pflichtfelder zentral pflegen und an alle Kanäle ausspielen.

Was kostet ein PIM?

Pimcore nennt 9.900 $ im Jahr für Professional und 29.900 $ für Enterprise. Die meisten anderen Anbieter nennen Preise nur auf Anfrage. Nach Erfahrungswerten von Find-Your-Software kosten SaaS-PIM im Mittelstand 20.000 bis 50.000 € im Jahr, Enterprise-Lösungen ab rund 100.000 €.

Wie lange dauert eine PIM-Einführung?

Nach Erfahrungswerten von Find-Your-Software dauert eine PIM-Einführung im Mittelstand 3 bis 6 Monate, in Enterprise-Umgebungen 6 bis 12 Monate und länger. Die meiste Zeit kostet nicht das System, sondern die Bereinigung und Anreicherung der Daten.

Gibt es Plattformen für alle drei?

Ja. Pimcore bietet PIM, MDM und DAM auf einer Plattform, Informatica verbindet MDM mit Product 360, Contentserv kombiniert PIM und DAM. Eine Plattform reduziert Schnittstellen, ersetzt aber nicht die Klärung, welches Modul welche Daten führt.

Was ändert das BFSG für Produktdaten?

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit 28.06.2025 für Onlineshops, die Verbraucher ansprechen. Bilder brauchen Alternativtexte, Produktbeschreibungen müssen strukturiert und zugänglich sein. Reine B2B-Shops und Kleinstunternehmen sind unter bestimmten Bedingungen ausgenommen.

Wie finde ich das passende System?

Klären Sie zuerst die Datenhoheit, die Kanäle und die Formate Ihrer Kunden. Testen Sie zwei bis drei Anbieter mit einer echten Produktgruppe vom ERP bis zum Marktplatz. Das Matching von Find-Your-Software liefert in rund 6 Minuten eine Shortlist.

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