Software für Lebensmittel.
ERP, MES und QMS für Hersteller.
Software für die Lebensmittelindustrie verbindet ERP, Fertigungssteuerung, Qualitätsmanagement und Lager so, dass jede Charge vom Rohstoff bis zum Handel rückverfolgbar ist. Dazu kommen Branchenfunktionen wie Rezepturverwaltung, variable Gewichte (Catch Weight), MHD-Steuerung und LMIV-konforme Etiketten. Diese Seite richtet sich an Lebensmittel- und Getränkehersteller im DACH-Mittelstand mit 50 bis 2.000 Mitarbeitenden und zeigt acht Lösungen mit klarem Food-Fokus.
Standard-ERP reicht selten.
Was Lebensmittel anders macht.
Lebensmittelhersteller arbeiten mit schwankenden Rohstoffen, kurzen Haltbarkeiten und strengen Kennzeichnungspflichten. Bei einem Rückruf zählt jede Stunde. Ein allgemeines ERP ohne Branchenlogik zwingt zu Excel-Listen und Insellösungen.
Ohne Food-Software
- Rückverfolgung über Papierprotokolle und Lieferscheine
- Rezepturen und Allergene in getrennten Tabellen
- Variable Gewichte werden nachträglich korrigiert
- Etiketten von Hand gepflegt, Fehler bei Allergenen
- Rückruf dauert Tage statt Stunden
Mit Food-Software
- Lückenlose Charge eine Stufe zurück und eine vor
- Rezeptur mit Kalkulation, Allergenen und Nährwerten
- Catch Weight von der Waage bis zur Rechnung
- LMIV-Etikett direkt aus den Stammdaten
- Rückruf per Knopfdruck mit betroffenen Kunden
Quellen: VO (EG) 178/2002, Kiratik, Aptean, Stand 2026.
8 Lösungen für Lebensmittelhersteller.
Vom Branchen-ERP bis zur Waage.
Die Auswahl umfasst Branchen-ERP-Systeme mit Food-Fokus, große ERP-Plattformen mit Lebensmittel-Branchenlösungen und Spezialisten für Wäge- und Auszeichnungstechnik. Sie ist redaktionell und keine Rangfolge. Weitere Systeme finden Sie im ERP-Katalog.
| Anbieter | Segment | Preis ab | Kategorie | Catch Weight | LMIV und Allergene | Kernstärke |
|---|---|---|---|---|---|---|
| CSB-SystemBranchen-ERP, Geilenkirchen, gegründet 1977 | Mittelstand | auf Anfrage | ERP und MES | ✓ Catch Weight | ✓ Allergene, Nährwerte, Etikett | Tiefe Food-Erfahrung von Fleisch bis Molkerei |
| Kiratik FoodOfficeBranchen-ERP, Sigmaringen, gegründet 2003 | KMU | auf Anfrage | ERP und WMS | ✓ Catch Weight | ✓ LMIV-Etiketten | Über 300 Lebensmittelbetriebe, Waagen und EDI integriert |
| GUS-OSBranchen-ERP, GUS ERP GmbH, Köln | Mittelstand | auf Anfrage | ERP | ≈ in der Demo prüfen | ✓ LMIV-Zutatenliste, Allergene | Cloud oder On-Premise, EDI zum Handel |
| Aptean Foodware 365Food-ERP auf Business Central, Aptean | Mittelstand | auf Anfrage | ERP | ✓ Fleisch, Fisch, Geflügel, Milch | ✓ Allergene | Microsoft-Basis mit FEFO, Recall, SSCC |
| metasfreshOpen-Source-ERP, metas GmbH, Bonn | KMU | ab 79 €/Nutzer/Mo | ERP | ✓ Catch Weight | ≈ in der Demo prüfen | Transparente Preise, Open-Source-Basis |
| Infor CloudSuite Food & BeverageERP-Suite, Infor, New York, gegründet 2002 | Enterprise | auf Anfrage | ERP, MES, WMS | ≈ in der Demo prüfen | ✓ Etikett-Compliance | Komplette Suite inklusive Planung und PLM |
| SAP S/4HANAERP mit Branchenlösungen, SAP, gegründet 1972 | Enterprise | auf Anfrage | ERP | ≈ über Branchenlösung | ≈ über Branchenlösung | Chargen, Rezepturversionen, Variantenmanagement |
| Bizerba BRAIN2Wäge- und Auszeichnungstechnik, Balingen, gegründet 1866 | Mittelstand | auf Anfrage | Wägetechnik und Software | ✓ Wägen ist Kern | ✓ Pflichtzeichen, Etikett | Füllmengenkontrolle und Dosieren mit Audit-Trail |
Angaben laut Herstellerseiten, Stand Oktober 2026. metasfresh netto bei Jahreszahlung, monatlich ab 99 €. Quellen: CSB, Kiratik Impressum, GUS, Aptean Foodware, metasfresh, Infor, SAP, Bizerba.
Welche Software was löst.
Sechs Bausteine im Überblick.
Kein einzelnes System deckt alles ab. Entscheidend ist, welche Anforderung in welchem System führt und wie die Systeme Daten austauschen.
Branchen-ERP
Das Rückgrat für Charge, Rezeptur und Kalkulation.
- Chargenrückverfolgung und Rückruf
- Rezeptur mit Allergenen und Nährwerten
- Mehr: ERP Software
Fertigung und BDE
Prozessdaten direkt aus der Linie.
- Temperaturen und Laufzeiten
- Metalldetektor-Nachweise
- Mehr: MES Software
Qualität und Labor
Prüfpläne vom Rohstoff bis zum Fertigprodukt.
- Chargenfreigabe oder Sperre aus dem Labor
- Reklamationen und Audits für IFS
- Mehr: QMS Software Vergleich
Lager und Versand
Kühlkette und Haltbarkeit im Griff.
- FEFO statt FIFO
- SSCC-Kennzeichnung und Scannen
- Mehr: WMS Software
Waage und Etikett
Füllmenge und Kennzeichnung an der Linie.
- Füllmengenkontrolle je Charge
- Preis- und Pflichtauszeichnung
- Catch Weight an das ERP melden
Anbindung an den Handel
Der Lebensmittelhandel erwartet EDI.
- EANCOM ORDERS, DESADV, INVOIC
- GLN, GTIN und SSCC korrekt
- Meist über einen EDI-Dienstleister
Quellen: GUS zu ERP und LIMS, Bizerba BRAIN2, GS1 Germany EDI, Stand 2026.
Vernetzt von der Waage
bis zum Handel.
Die meisten Schwachstellen entstehen an den Übergängen zwischen Systemen. Klären Sie diese vier Schnittstellen früh in der Auswahl.
Linie und Auszeichnung
- Bizerba, Espera, Datascale
- Gewichte live ins ERP
- Etikettendaten aus den Stammdaten
Lebensmittelhandel
- EDEKA verlangt Rechnungen als EANCOM D96A oder D01B
- Bestellungen und Lieferavis automatisiert
- Mehr: E-Rechnung Software
LIMS und Messgeräte
- Prüfergebnisse an die Charge
- Automatische Sperre bei Abweichung
- Messgeräte direkt anbinden
Barcodes und Kennzeichnung
- GS1-128 mit Charge und MHD
- SSCC auf jedem Transportetikett
- GTIN als Artikelkennung
Quellen: GUS zu Schnittstellen, Kiratik, ecosio zu EDEKA, GS1 Germany GS1-128, Stand 2026.
Pflichten, die Software abbilden muss.
Von LMIV bis EUDR.
Lebensmittelrecht ist weitgehend EU-Recht und gilt direkt. Dazu kommen Standards des Handels wie IFS und BRCGS sowie Exportregeln für die USA.
VO (EG) 178/2002
Art. 18 verlangt Rückverfolgbarkeit auf allen Stufen.
- Lieferanten und Abnehmer identifizieren
- Behörden auf Verlangen informieren
- Art. 19: unsichere Ware sofort zurückrufen
LMIV, VO (EU) 1169/2011
Pflichtangaben nach Art. 9, Nährwerte seit 13.12.2016.
- Zutatenliste und Nettofüllmenge
- Allergene hervorgehoben (Art. 21)
- MHD oder Verbrauchsdatum
Fertigpackungen
Mess- und Eichgesetz und Fertigpackungsverordnung.
- Mittelwertprinzip
- Nachweis je Artikel und Charge
- Nicht essbare Teile zählen nicht zur Füllmenge (BVerwG)
IFS, BRCGS, FSSC 22000
Vom Handel gefordert, regelmäßig auditiert.
- IFS Food 8 seit 01.01.2024 Pflicht
- FSSC 22000 Version 7 seit 01.05.2026
- BRCGS Issue 9 mit GFSI-Anpassungen ab 10.08.2026
Entwaldungsfreie Lieferketten
VO (EU) 2023/1115, geändert durch VO (EU) 2025/2650.
- Kakao, Kaffee, Soja, Palmöl, Rinder
- Große und mittlere ab 30.12.2026
- Kleine und Kleinstunternehmen ab 30.06.2027
FSMA 204
Rückverfolgung für Lebensmittel der Food Traceability List.
- Gilt auch für ausländische Hersteller
- Daten binnen 24 Stunden als Tabelle
- Compliance ab 20.07.2028
Quellen: EUR-Lex 178/2002, EUR-Lex LMIV, PTB Fertigpackungen, IFS, FSSC, BRCGS, EUR-Lex 2025/2650, FDA FSMA 204, Stand Oktober 2026. Keine Rechtsberatung.
In sechs Schritten zur Food-Software.
Strukturiert auswählen.
Produktion verstehen
Beschreiben Sie Warengruppen, Chargenlogik, variable Gewichte und Haltbarkeiten. Fleisch stellt andere Anforderungen als Getränke oder Backwaren.
Pflichten sammeln
Listen Sie Standards wie IFS oder BRCGS, Kundenanforderungen des Handels, EUDR-Rohstoffe und Exportmärkte auf.
Systemlandschaft planen
Legen Sie fest, welches System bei Charge, Rezeptur, Labor und Lager führt und welche Schnittstellen zu Waagen und EDI nötig sind.
Shortlist bilden
Filtern Sie den Katalog nach Branche Lebensmittel und Ihren Anforderungen. Mehr zur Methode: Longlist und Shortlist.
Rückruf in der Demo testen
Lassen Sie jeden Anbieter einen Rückruf mit Ihren Beispieldaten durchspielen, von der Rohstoffcharge bis zum betroffenen Kunden.
Referenzen prüfen
Sprechen Sie mit Referenzkunden aus Ihrer Warengruppe und fragen Sie nach Auditerfahrung, Einführungsdauer und Support.
Häufige Fragen
direkt beantwortet.
Welche Software braucht ein Lebensmittelhersteller?
Den Kern bildet ein Branchen-ERP mit Chargenrückverfolgung, Rezepturverwaltung, MHD-Steuerung und LMIV-konformer Kennzeichnung. Je nach Größe kommen MES für Prozessdaten, QMS oder LIMS für Labor und Audits und ein WMS für Lager und Versand hinzu. Wägetechnik und EDI zum Handel sind fast immer nötig. Entscheidend ist, dass die Systeme Chargendaten lückenlos austauschen.
Was bedeutet Rückverfolgbarkeit nach VO 178/2002?
Artikel 18 der Verordnung (EG) 178/2002 verpflichtet Lebensmittelunternehmen, ihre Lieferanten und gewerblichen Abnehmer zu identifizieren. Das Prinzip lautet eine Stufe zurück und eine Stufe vor. Die Informationen müssen den Behörden auf Verlangen zur Verfügung stehen. Software mit Chargenverwaltung macht daraus eine Abfrage von Minuten statt einer Suche in Papierbelegen.
Was ist Catch Weight?
Catch Weight bezeichnet die Verwaltung von Artikeln mit variablem Gewicht, etwa Fleisch, Käse oder Fisch. Ein Artikel wird in Stück oder Kartons gezählt, aber nach tatsächlichem Gewicht abgerechnet. Die Software muss beide Einheiten parallel führen, von der Waage über das Lager bis zur Rechnung. Branchen-ERP-Systeme wie CSB-System, Kiratik, Aptean Foodware und metasfresh unterstützen das.
Was kostet Software für die Lebensmittelindustrie?
Die meisten Anbieter veröffentlichen keine Preise und kalkulieren nach Modulen, Nutzern und Unternehmensgröße. metasfresh nennt auf seiner Website ab 79 Euro pro Nutzer und Monat bei jährlicher Zahlung, Cloud-Hosting kommt hinzu. Größere Projekte mit MES, LIMS und vielen Schnittstellen werden individuell angeboten. Planen Sie neben Lizenzen auch Einführung, Schnittstellen zu Waagen und EDI sowie Schulung ein.
Muss die Software IFS-Audits unterstützen?
IFS Food Version 8 ist seit dem 1. Januar 2024 verpflichtend und fordert unter anderem Dokumentenmanagement, Rückverfolgbarkeit, Kalibrierung von Messmitteln und ein Reklamationsmanagement. Software selbst wird nicht zertifiziert, sie muss aber die Nachweise liefern, die der Auditor sehen will. Dazu gehören ein Rückverfolgbarkeitstest, gelenkte Dokumente und dokumentierte Korrekturmaßnahmen. Fragen Sie Anbieter nach Kunden, die damit IFS-Audits bestanden haben.
Was bedeutet die EUDR für Lebensmittelhersteller?
Die EU-Entwaldungsverordnung betrifft Produkte aus Rindern, Kakao, Kaffee, Ölpalme, Soja, Kautschuk und Holz. Große und mittlere Unternehmen müssen sie ab dem 30. Dezember 2026 anwenden, kleine und Kleinstunternehmen ab dem 30. Juni 2027. Erstinverkehrbringer geben eine Sorgfaltserklärung mit Geodaten ab, nachgelagerte Unternehmen bewahren die Referenznummern auf. Die Software muss diese Daten an Charge und Lieferant speichern können.
ERP oder LIMS, was brauche ich für die Qualitätssicherung?
Ein ERP verwaltet Chargen, Rezepturen und Bestände, ein LIMS steuert Laborprüfungen mit Prüfplänen und Ergebnissen. Viele Food-ERP-Systeme bringen einfache Qualitätsprüfungen mit. Bei vielen Laborprüfungen, eigenem Labor oder akkreditierten Verfahren lohnt sich ein eigenes LIMS. Wichtig ist, dass ein Prüfergebnis automatisch die Charge im ERP freigibt oder sperrt.
Welche EDI-Anforderungen stellt der Lebensmittelhandel?
Große Händler erwarten den elektronischen Austausch von Bestellungen, Lieferavisen und Rechnungen im EANCOM-Format. EDEKA verlangt Rechnungen etwa als EANCOM D96A oder D01B mit korrekter GLN. Lieferungen werden mit SSCC auf dem Transportetikett gekennzeichnet. Die meisten Hersteller nutzen dafür einen EDI-Dienstleister, der an das ERP angebunden wird.
Braucht ein Exporteur in die USA zusätzliche Funktionen?
Wer Lebensmittel der Food Traceability List in die USA liefert, fällt unter die FSMA 204 Regel der FDA. Sie verlangt definierte Rückverfolgungsdaten zu kritischen Ereignissen und eine sortierbare Tabelle binnen 24 Stunden auf Anfrage. Das Compliance-Datum wurde auf den 20. Juli 2028 verschoben. Ein ERP mit sauberer Chargenführung ist dafür die Grundlage.
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