ERP für die Fertigung.
Auswahl für den DACH Mittelstand.
ERP für die Fertigung ist die Unternehmenssoftware, die Stücklisten, Arbeitspläne, Materialbedarfsplanung, Fertigungsaufträge, Lager, Einkauf und Kalkulation in einem System verbindet. Diese Seite hilft Fertigungsunternehmen im DACH Mittelstand, das passende System auszuwählen: nach Fertigungsart, Modulen, Schnittstellen zu MES und PLM, Compliance, Kosten und einem klaren Vorgehen. Die Auswahl der Branchensoftware insgesamt finden Sie auf der Branchenseite Software für Fertigung, hier geht es gezielt um das ERP.
Zur Anbieter Tabelle ↓Zuletzt geprüft am 10.10.2026.
Was ein ERP in der Fertigung
anders leisten muss.
Ein ERP für Handel oder Dienstleistung verwaltet Aufträge, Artikel und Rechnungen. In der Fertigung kommt eine zweite Ebene hinzu: Das System muss wissen, wie ein Produkt entsteht, welche Teile in welcher Menge benötigt werden, auf welchen Maschinen und Arbeitsplätzen gearbeitet wird und was der Auftrag am Ende wirklich gekostet hat. Nach Eurostat nutzten 2025 in der EU 41 % der kleinen, aber 89 % der großen Unternehmen ERP-Software (Stand 05/2026). Fertigungsunternehmen im Mittelstand liegen dazwischen und stehen häufig vor der Frage, ob ein Handels-ERP mit Zusatzmodulen reicht oder ein Fertigungs-ERP nötig ist.
Ohne durchgängiges Fertigungs-ERP
- Stücklisten liegen in Tabellen, im CAD und im Kopf einzelner Mitarbeiter, Änderungen erreichen die Fertigung zu spät
- Termine werden von Hand zugesagt, weil Kapazitäten und Materialverfügbarkeit nicht gemeinsam gerechnet werden
- Die Nachkalkulation fehlt oder kommt Wochen nach Auftragsende, Preise basieren auf Bauchgefühl
- Chargen und Seriennummern lassen sich bei einer Reklamation nur mit großem Aufwand zurückverfolgen
- Lager, Einkauf und Fertigung arbeiten mit unterschiedlichen Beständen und Excel-Listen
- Audits für Kunden und Zertifizierungen kosten viele Tage, weil Nachweise verstreut sind
Mit einem passenden Fertigungs-ERP
- Eine führende Stückliste und ein Arbeitsplan je Artikel, Änderungen mit Gültigkeit und Freigabe
- Materialbedarfsplanung (MRP) und Kapazitätsplanung liefern belastbare Liefertermine
- Vor- und Nachkalkulation je Auftrag zeigen Deckungsbeiträge und Abweichungen
- Rückverfolgbarkeit von Charge und Seriennummer über Wareneingang, Fertigung und Auslieferung
- Ein gemeinsamer Bestand für Einkauf, Lager und Fertigung mit Reservierungen
- Nachweise für Audits, Qualität und Buchhaltung kommen aus demselben Datenbestand
Quelle: Eurostat, Nachrichtenmeldung vom 20.05.2026, Stand 05/2026. Allgemeine Einordnung der Kategorie: ERP Software.
8 Fertigungs-ERP im Auszug
alphabetisch, ohne Wertung.
Dieser Auszug zeigt 8 ERP-Systeme mit Fertigungsfunktionen und Bezug zum DACH Mittelstand. Auswahlprinzip: Abdeckung unterschiedlicher Anbietergruppen (Branchen-ERP aus dem DACH Raum, Cloud-ERP großer Hersteller, quelloffenes ERP), Verfügbarkeit in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, alphabetische Reihenfolge. Es gibt keine Punkte, keine Platzierungen und keine bezahlten Einträge. Den breiteren Überblick über 15 ERP-Hersteller bietet die Anbieterübersicht ERP. Preise stammen nur von Herstellerseiten und tragen einen Stand, sonst steht dort auf Anfrage.
| Anbieter | Segment | Preis ab | Fertigungsfokus laut Hersteller | Bereitstellung | Auffällig | Profil |
|---|---|---|---|---|---|---|
| abas ERPForterro Deutschland Abas GmbH, Karlsruhe, gegründet 1980 | Mittelstand | auf Anfrage | Fertigungsnahe Betriebe, u. a. Automobil, Elektro, Kunststoff, Maschinenbau, Medizintechnik, Metall | Cloud Edition in europäischen Rechenzentren | APS Basic und Professional zur Feinplanung (laut Pressemitteilung, Stand 10/2025) | Zum Profil → |
| ams.erpams.Solution AG, gegründet 1988, Standorte u. a. Kaarst, Brunn am Gebirge, Regensdorf | Mittelstand | auf Anfrage | Einzel-, Auftrags- und Variantenfertigung (Losgröße 1+) | Bereitstellungsmodell in der Demo klären | Angebots- und Produktkonfigurator, PDM, Export und Zoll | Zum Profil → |
| Dynamics 365 Business CentralMicrosoft, Redmond (USA) | Mittelstand | Premium 95,30 €/Nutzer/Mo, Stand 10/2026 | Fertigungsfunktionen nur in der Premium Lizenz | Abonnement je Nutzer, jährliche Abrechnung | Team Members 6,90 €/Mo für leichte Nutzung | Zum Profil → |
| IFS CloudIFS, gegründet 1983 in Linköping (Schweden) | Enterprise | auf Anfrage | Produktionsplanung und -steuerung, Qualität, Wartung | Cloud Betrieb mit Managed Services | Rund 7.000 Beschäftigte (laut Wikipedia, Stand 01/2026) | Zum Profil → |
| Infor CloudSuite Industrial (SyteLine)Infor, USA, seit 2020 Tochter von Koch Industries | Mittelstand | auf Anfrage | Prozess- und diskrete Fertigung, Configure-to-order, Engineer-to-order | Multi-Tenant Cloud auf AWS | MRP, Planung und integrierte Qualitätskontrolle | Zum Profil → |
| OdooOdoo SA, Belgien, ab 2005 als TinyERP | KMU | Tarife in US-Dollar laut Hersteller, Stand 10/2026 | Stücklisten, Arbeitsaufträge, Los- und Seriennummern in der Fertigung | Cloud oder On-Premise | Preis nach Nutzern, Apps und Hosting | Zum Profil → |
| proALPHAProalpha GmbH, Weilerbach, gegründet 1992 | Mittelstand | auf Anfrage | Industrielle Fertigung, u. a. Maschinenbau, Automotive, Elektronik, Medizintechnik, Metall | Lizenz- und Betriebsmodell in der Demo klären | Über 17.500 Kunden weltweit (Herstellerangabe) | Zum Profil → |
| SAP S/4HANA Cloud Public EditionSAP SE, Walldorf, gegründet 1972 | Enterprise | auf Anfrage | Fertigungsfunktionen der Public Cloud Edition | Public Cloud | Wartung für SAP S/4HANA allgemein bis 2040 angekündigt (Hersteller, Stand 2020) | Zum Profil → |
Auszug, kein vollständiges Verzeichnis des Marktes. Alphabetisch sortiert, keine Wertung. Preise und Tarife laut Herstellerseiten, Stand 10/2026: Microsoft, Odoo. Weitere Quellen: proALPHA, abas, ams.erp, IFS, Infor. Den Gesamtkatalog finden Sie über das Matching.
Drei Fertigungs-ERP
aus dem DACH Raum im Profil.
Die drei Profile folgen derselben Reihenfolge wie die Tabelle und sind keine Empfehlung. Sie zeigen, wie unterschiedlich Hersteller dieselbe Aufgabe angehen: ein Schwerpunkt auf fertigungsnahen Betrieben, ein Schwerpunkt auf Einzel- und Variantenfertigern und ein breiter Branchenansatz mit Cloud-Angebot. Alle Angaben stammen von den Herstellerseiten, Stand 10/2026.
abas ERP
Forterro Deutschland Abas GmbH, Karlsruhe, gegründet 1980
Abas nennt über 4.000 Implementierungen in mehr als 25 Ländern und über 120.000 Anwender. Die Cloud Edition ist für alle Kunden verfügbar und läuft laut Hersteller in europäischen Rechenzentren. Laut Pressemitteilung vom 09.10.2025 hat der Hersteller die Feinplanung in zwei Stufen ausgebaut.
- Stärke: Fokus auf fertigende Mittelständler, APS Basic und Professional für Engpässe
- Grenze: Preise nur auf Anfrage, Umfang der Branchenfunktionen in der Demo prüfen
- Typischer Einsatz: Maschinenbau, Kunststoff, Metall, Elektro
Preis: auf Anfrage
ams.erp
ams.Solution AG, gegründet 1988
Der Hersteller beschreibt das System als exklusiv für Einzel-, Auftrags- und Variantenfertiger konzipiert, mit mehr als 35 Jahren Erfahrung im Bereich Losgröße 1+. Genannte Bausteine sind Angebots- und Produktkonfigurator, PDM, Export und Zoll sowie ein Projektcockpit.
- Stärke: enger Zuschnitt auf Projekt- und Auftragsfertigung
- Grenze: Bereitstellungsmodell des ERP-Kerns in der Demo klären
- Typischer Einsatz: Maschinen- und Anlagenbau, Stahl- und Metallbau
Preis: auf Anfrage
proALPHA
Proalpha GmbH, Weilerbach, gegründet 1992
Proalpha nennt über 17.500 Kunden weltweit, über 2.500 Beschäftigte und 66 Standorte. Als Kernmärkte führt der Hersteller die industrielle Fertigung und den Großhandel. Das Lizenz- und Betriebsmodell ist in der Demo zu klären.
- Stärke: viele Branchenlösungen von Maschinenbau bis Kunststoff
- Grenze: Preise nur nach Angebot, Umfang je Paket in der Demo prüfen
- Typischer Einsatz: Mittelstand mit mehreren Fertigungsstufen
Preis: auf Anfrage (Stand 10/2026)
Quellen: abas Unternehmensseite, abas Pressemitteilung vom 09.10.2025, ams.erp, proALPHA, Stand 10/2026.
Vier Fertigungsarten,
vier Anforderungsprofile.
Bevor Sie Module vergleichen, bestimmen Sie Ihre Fertigungsart. Sie entscheidet, wie wichtig Konfigurator, Projektsteuerung, Losgrößenplanung oder Rückverfolgbarkeit sind. Viele Unternehmen mischen die Arten, dann zählt die Art, die den größten Umsatzanteil trägt. Eine Übersicht über Anbieter nach Fertigungsart bietet auch die Branchenseite Software für Fertigung.
Ein Stück, ein Projekt
Jedes Produkt entsteht neu nach Kundenvorgabe, oft als Projekt mit Konstruktion. Der Hersteller ams.Solution nennt hierfür die Losgröße 1+.
- Angebotskalkulation vor der Konstruktion
- Projektstruktur mit Meilensteinen und Budget
- Mehrstufige Stücklisten, die erst im Auftrag wachsen
Wiederholung mit Losgrößen
Produkte werden in Losen oder kontinuierlich nach Plan gefertigt, der Bedarf kommt aus Prognosen und Rahmenaufträgen.
- Bedarfsplanung mit Sicherheitsbestand und Losgrößenregeln
- Rüstzeiten und Kapazitätsabgleich je Arbeitsplatz
- Kennzahlen wie Ausschuss und Durchlaufzeit
Standardprodukt, viele Ausprägungen
Ein Grundprodukt wird je Auftrag aus Optionen konfiguriert. Ohne Konfigurator wächst die Zahl der Artikelnummern schnell.
- Variantenstückliste oder Produktkonfigurator
- Automatische Arbeitsplanableitung je Variante
- Preisfindung aus der gewählten Konfiguration
Fertigen nach Kundenauftrag
Die Fertigung startet erst mit dem Auftrag (Make-to-Order). Engineer-to-order geht einen Schritt weiter und beginnt mit der Konstruktion.
- Liefertermin aus Material und Kapazität statt Schätzung
- Auftragsbezogene Kalkulation und Nachkalkulation
- Enge Abstimmung zwischen Vertrieb, Einkauf und Fertigung
Quellen: ams.Solution AG (Losgröße 1+), Infor (Configure-to-order, Engineer-to-order), Stand 10/2026. Typische Zuordnung nach Erfahrungswerten von Find-Your-Software.
Planung und Steuerung:
sechs Module im Detail.
Ein Fertigungs-ERP besteht aus Stammdaten, Planung und Ausführung. Der erste Teil beschreibt die Module, die den Plan für Material, Zeit und Kapazität erstellen. Jedes Modul sollten Sie in der Demo mit einem Ihrer echten Artikel zeigen lassen, Stand der Praxis 10/2026.
Stücklistenverwaltung
Die Stückliste beschreibt, aus welchen Teilen ein Produkt besteht. In Konstruktion und Fertigung gibt es oft zwei Sichten: die Konstruktionsstückliste (EBOM) im PLM und die Fertigungsstückliste (MBOM) im ERP.
- Mehrstufig, mit Gültigkeitszeiträumen und Änderungsständen
- Varianten- und Wahlstücklisten
- Auflösung der Strukturen für Kalkulation und Bedarf
Arbeitsgänge und Ressourcen
Der Arbeitsplan ordnet jedem Produkt Arbeitsgänge, Arbeitsplätze, Rüst- und Bearbeitungszeiten zu. Er ist die Grundlage für Termine und Kosten.
- Alternative Arbeitsplätze und Fremdbearbeitung
- Rüst- und Stückzeiten je Arbeitsgang
- Verknüpfung mit Werkzeugen und Prüfplänen
Materialbedarfsplanung
MRP (Material Requirements Planning) rechnet aus Aufträgen, Prognosen und Beständen, was wann bestellt oder gefertigt werden muss.
- Bruttobedarf, Nettobedarf, Vorlaufzeiten
- Vorschläge für Bestellungen und Fertigungsaufträge
- Simulation von Bedarfsänderungen
Kapazitäts- und Feinplanung
Die Grobplanung prüft Auslastung je Woche, die Feinplanung legt Arbeitsgänge auf Maschinen und Schichten. Hersteller wie abas bieten dafür APS-Funktionen in Basic- und Professional-Stufen an. Wie sich APS, ERP und MES in der Planung ergänzen, zeigt Produktionsplanung Software mit dem Vergleich von APS, ERP und MES.
- Plantafel mit Drag-and-drop
- Engpassmaschinen und Schichtmodelle
- Rückmeldung der Ist-Zeiten in die Planung
Auftragssteuerung
Der Fertigungsauftrag bündelt Material, Arbeitsgänge und Termine für ein Los und begleitet es von der Freigabe bis zur Fertigmeldung.
- Freigabe mit Materialverfügbarkeitsprüfung
- Teilmeldungen und Ausschussbuchung
- Auftragsbegleitpapiere und Etiketten
Vor- und Nachkalkulation
Kalkulation verbindet Stückliste und Arbeitsplan mit Preisen und Stundensätzen. Die Nachkalkulation vergleicht Plan und Ist und zeigt, wo Aufträge Geld verlieren.
- Materialkosten, Fertigungslöhne, Gemeinkostenzuschläge
- Auftrags- und projektbezogene Deckungsbeiträge
- Preisliste und Angebot aus der Kalkulation
Fachbegriffe nach allgemeiner Praxis. Planungsfunktionen beispielhaft nach abas, Pressemitteilung vom 09.10.2025. Eine EBOM/MBOM Abgrenzung finden Sie unter PLM gegen ERP, Stand 2026.
Ausführung und Nachweis:
sechs weitere Module.
Der zweite Teil umfasst die Module, die Daten aus der Halle zurückmelden, Material bewegen und Nachweise liefern. Hier entscheidet sich, ob das ERP im Alltag genutzt wird oder ob parallel Excel-Listen entstehen. Für die Rückmeldung gilt: je kürzer der Weg von der Maschine zur Buchung, desto besser die Datenqualität.
Betriebsdatenerfassung
Die BDE erfasst Zeiten, Mengen und Störungen am Arbeitsplatz, per Terminal, Tablet, Barcode oder Maschinenanbindung.
- Auftragsbezogene Zeit- und Mengenmeldung
- Ausschuss- und Stillstandsgründe
- Einfache Bedienung für Werker, auch mobil
Chargen und Seriennummern
Chargen fassen Mengen gleicher Herkunft zusammen, Seriennummern kennzeichnen einzelne Stücke. Odoo beschreibt in seiner Dokumentation, wie Los- und Seriennummern in der Fertigung vergeben werden.
- Vergabe beim Wareneingang oder in der Fertigung
- Chargeneigenschaften wie Haltbarkeit
- Sperren und Freigeben ganzer Chargen
Genealogie von Teil zu Produkt
Die Rückverfolgbarkeit verbindet Lieferantencharge, Fertigungsauftrag und Kundenlieferung. Bei Reklamationen und Rückrufen zählt, wie schnell Sie alle betroffenen Lieferungen finden.
- Vorwärts- und Rückwärtsverfolgung
- Verknüpfung mit Prüfergebnissen
- Berichte für Kunden und Audits
Qualitätsprüfung und Reklamation
Prüfpläne, Prüfmerkmale und Reklamationsprozesse gehören in der Fertigung zum Standard. Infor nennt integrierte Qualitätskontrolle, die mit Bestands- und Lieferkettendaten verbunden ist.
- Wareneingangs-, Zwischen- und Endprüfung
- Sperrlager und Nacharbeit
- Maßnahmen und Korrekturen nachverfolgen
Beschaffung und Fremdfertigung
Der Einkauf setzt Bestellvorschläge aus der MRP um, verwaltet Lieferanten und Preise und steuert die verlängerte Werkbank.
- Anfrage, Bestellung, Wareneingang, Rechnungsprüfung
- Fremdbearbeitung mit Materialbeistellung
- Lieferantenbewertung nach eigenen Kriterien
Lager und Logistik
Rohstoffe, Halbfertigteile und Fertigwaren brauchen Lagerplätze, Reservierungen und Inventur. Bei hoher Komplexität ergänzt ein eigenes Lagerverwaltungssystem das ERP.
- Bestandsführung mit Reservierungen je Auftrag
- Kommissionierung für die Fertigung
- Inventur und Bestandsbewertung
Quellen: Odoo Dokumentation, Fertigung mit Los- und Seriennummern, Infor SyteLine, Stand 10/2026. Zur Anbindung an die Halle: MES gegen ERP.
Wo das ERP endet
und das MES beginnt.
Die Abgrenzung ist die häufigste Frage in Fertigungsprojekten. Nach dem Referenzmodell ISA-95 (IEC 62264) liegt das ERP auf Ebene 4 und plant in Monaten, Wochen und Tagen, das MES liegt auf Ebene 3 und arbeitet in Schichten, Stunden und Minuten (Stand 2026, nach der FYS Seite zu MES gegen ERP). Die VDI-Richtlinie 5600 Blatt 1 von Oktober 2016 beschreibt MES aufgabenorientiert. Manche MES-Aufgaben deckt ein ERP-Fertigungsmodul teilweise ab.
Das ERP plant und bewertet
- Aufträge, Material, Termine und Kosten über das gesamte Unternehmen
- Stammdaten wie Stücklisten und Arbeitspläne sind meist im ERP führend
- Grobe Kapazitätsplanung und Liefertermine für den Vertrieb
- Buchhaltung, Einkauf, Lager und Nachkalkulation in einem Datenmodell
- Reicht bei einfacher Fertigung mit wenigen Varianten häufig allein aus
Das MES führt aus und misst
- Detailplanung auf Maschinenebene, Maschinen- und Betriebsdaten in Echtzeit
- Typische Kennzahl OEE, zum Beispiel 90 % Verfügbarkeit mal 92,6 % Leistung mal 96 % Qualität gleich rund 80 %
- Anbindung über OPC UA, umati und MQTT
- Rückmeldung von Gutmengen, Ist-Zeiten und Qualitätsdaten an das ERP
- Lohnt sich bei komplexer, mehrlinig geführter oder nachweispflichtiger Fertigung
Quelle: Zusammenfassung auf der FYS Seite MES gegen ERP, Stand 2026, mit Verweis auf ISA-95 und VDI 5600. Hinweis: Festlegen, welches System je Datenobjekt führend ist. Mehr zur Kategorie: MES Software.
Vier Anbindungen,
die über den Alltag entscheiden.
Ein Fertigungs-ERP arbeitet selten allein. Planen Sie die Schnittstellen vor der Auswahl, denn jede Schnittstelle ist Teil des Projektbudgets. Laut Bitkom nutzen 71 % der Industrieunternehmen ab 100 Beschäftigten bereits Industrie 4.0 Anwendungen (Stand 09/2025), für viele davon ist die Anbindung der Halle ein zentrales Thema. Prüfen Sie in der Demo, ob die Anbindung als Standard oder als Projekt kommt.
Auftragsdaten runter, Rückmeldungen rauf
- ERP sendet Aufträge, Stücklisten und Arbeitspläne
- MES meldet Gutmengen, Ist-Zeiten und Qualitätsdaten zurück
- Klärung der Datenhoheit je Objekt vor dem Projekt
- Standards: OPC UA, umati (VDMA/VDW), MQTT
Von der Konstruktion in die Fertigung
- EBOM kommt aus dem PLM, MBOM entsteht im ERP
- Freigabe und Änderungsstand müssen übertragen werden
- Für SAP gibt es Standard-Konnektoren einiger PLM-Anbieter, bei anderen ERP meist Middleware
- Typischer Fehlerpunkt ist unklare Datenhoheit
Daten aus der Halle
- Direktanbindung einzelner Maschinen oder Weg über ein MES
- BDE-Terminals, Barcode, RFID und Waagen
- Zeitnahe Daten statt Wochenabschluss
- Sicherheitskonzept für Netzübergänge
Aufträge aus dem Online-Kanal
- Konfigurierte Produkte aus dem Shop in Stücklisten übersetzen
- Verfügbarkeit und Liefertermine aus Lager und Planung
- Preislisten und Kundenstammdaten abgleichen
- Anbindung an CRM und Angebotswesen
Quellen: Bitkom Studienbericht Industrie 4.0, n=552, Stand 09/2025, sowie die FYS Seiten PLM gegen ERP und MES gegen ERP, Stand 2026. Ihre gesamte Landschaft bilden Sie in der IT-Systemlandschaft ab.
Rechtlicher Rahmen
für Daten und Nachweise.
Ein Fertigungs-ERP speichert Kundendaten, Lieferantendaten, Produktionsdaten und buchungsrelevante Belege. Dafür gelten Datenschutz, Aufbewahrung und, je nach Größe, Pflichten zur Lieferkette. Die folgenden Punkte sind eine Orientierung (Stand 10/2026), keine Rechtsberatung.
Auftragsverarbeitung und Drittland
Betreibt ein Anbieter das ERP als Cloud-Dienst, ist ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO nötig. Übermittlungen in Drittländer richten sich nach Kapitel V der Verordnung (EU) 2016/679. Laut Bitkom haben 70 % der Unternehmen ab 20 Beschäftigten Innovationsvorhaben wegen Datenschutz oder Rechtsunsicherheit mindestens einmal gestoppt (Stand 05/2025).
- Verzeichnis der Unterauftragnehmer anfordern
- Standort der Rechenzentren schriftlich festhalten
- Löschkonzept für Personendaten in Fertigungsdaten
Nachvollziehbar und unveränderbar
Die GoBD verlangen nachvollziehbare, unveränderbare und vollständige elektronische Buchführung samt Verfahrensdokumentation. Das Bundesfinanzministerium hat sie zuletzt mit Schreiben vom 14.07.2025 geändert.
- Protokollierung von Änderungen an Belegen
- Verfahrensdokumentation für ERP und Schnittstellen
- Archivkonzept vor Abschaltung eines Altsystems
10, 8 und 6 Jahre nach § 147 AO
Nach § 147 AO gelten zehn Jahre für Bücher und Jahresabschlüsse, acht Jahre für Buchungsbelege und sechs Jahre für Handels- und Geschäftsbriefe. Daten müssen lesbar und maschinell auswertbar bleiben.
- Aufbewahrungsfristen je Belegart im System hinterlegen
- Zugriff für Betriebsprüfungen sicherstellen
- Archivierung von Stücklisten und Arbeitsplänen mitdenken
Lieferkettensorgfalt, wo relevant
Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz gilt seit 2024 für Unternehmen ab 1.000 Beschäftigten im Inland. Das BAFA hat im Oktober 2025 angekündigt, die Prüfung der Berichte einzustellen. Mittelständler können dennoch als Zulieferer Fragebögen großer Kunden erhalten.
- Lieferantenstammdaten mit Herkunft und Zertifikaten
- Auswertbarkeit von Lieferantenbeziehungen
- Nachweise für Kundenanfragen aus einer Quelle
Cloud, Rechenzentrum, Betrieb
Laut Destatis nutzten 2025 in Deutschland 54 % der Unternehmen ab 10 Beschäftigten kostenpflichtige Cloud-Dienste, 23 % der Unternehmen setzten ERP als Cloud-Service ein. Hersteller wie abas nennen europäische Rechenzentren für ihre Cloud Edition.
- Standort, Betreiber und Subunternehmer erfragen
- Ausstiegsklausel und Datenexport im Vertrag
- Verfügbarkeit und Wartungsfenster der Fertigung beachten
Maschinenverordnung ab 20.01.2027
Die Verordnung (EU) 2023/1230 über Maschinen gilt ab dem 20.01.2027. Hersteller von Maschinen brauchen für Konformität belastbare technische Unterlagen und Änderungsnachweise, die im ERP und PLM entstehen.
- Dokumentenablage je Artikel und Version
- Änderungsstände nachvollziehbar halten
- Branchenvorgaben wie IATF 16949 oder ISO 13485 früh klären
Quellen: Destatis, Pressemitteilung Nr. 416 vom 24.11.2025, Bitkom Studienbericht Industrie 4.0 und Bitkom Presseinformation zu Datenschutz vom 23.05.2025, BAFA zur Lieferkette, EUR-Lex, Verordnung (EU) 2023/1230, Stand 10/2026.
Was ein Fertigungs-ERP
in 5 Jahren kostet.
Die Lizenz ist nur ein Teil der Rechnung. Implementierung, Datenmigration, Schnittstellen, Schulung und interne Zeit machen den größeren Teil aus. Die folgenden Spannen für Lizenz und Implementierung sind Erfahrungswerte von Find-Your-Software (Stand 10/2026), keine Herstellerangaben. Herstellerlistenpreise stehen in der Tabelle zum Anbieterauszug.
| Größenklasse | Beispiel | Lizenz oder SaaS | Implementierung | TCO 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Einstiegbis ca. 50 Nutzer | Fertigungs-KMU mit 50 bis 200 Beschäftigten | 50 bis 150 € je Nutzer und Monat | 15.000 bis 80.000 € | 45.000 bis 530.000 € |
| Mittelstand50 bis 500 Nutzer | Mehrstufige Fertigung, mehrere Abteilungen | 40.000 bis 250.000 € pro Jahr | 80.000 bis 500.000 € | 280.000 bis 1.750.000 € |
| Konzernab 500 Nutzer | Mehrere Werke, Gesellschaften, Länder | 200.000 bis 1.000.000 € und mehr pro Jahr | 500.000 bis 5.000.000 € und mehr | ab 1.500.000 € |
TCO 5 Jahre ist die rechnerische Summe aus Lizenz über 5 Jahre (Einstieg mit 10 bis 50 Nutzern) und Implementierung, ohne Schnittstellen, Schulung und interne Zeit. Lizenz und Implementierung sind Erfahrungswerte von Find-Your-Software, Stand 10/2026, siehe Was kostet ein ERP wirklich und ERP Einführung. Herstellerpreise: Business Central Premium 95,30 € je Nutzer und Monat, jährlich abgerechnet, netto. Datenmigration mit Stücklisten und Historie: 15.000 bis 40.000 €, siehe ERP Datenmigration.
In 6 Schritten
zum passenden Fertigungs-ERP.
Dieses Vorgehen folgt der Praxis aus Auswahlprojekten im Mittelstand. Von Vertrag bis Go-live rechnen Erfahrungswerte von Find-Your-Software mit 3 bis 12 Monaten.
Fertigung und Ziele beschreiben
Legen Sie Fertigungsart, Anzahl Standorte, Nutzer, Varianten und Pflichtnachweise fest. Halten Sie drei bis fünf Ziele fest, zum Beispiel Termintreue oder Nachkalkulation.
Anforderungen sammeln
Sammeln Sie Anforderungen aus Fertigung, Einkauf, Lager, Qualität, Vertrieb und Buchhaltung und trennen Sie Muss, Soll und Kann. Hilfe bietet das Anforderungsmanagement im Selection Portal.
Longlist und Shortlist bilden
Starten Sie mit 5 bis 8 Anbietern, reduzieren Sie auf 2 bis 3 Finalisten. Berücksichtigen Sie Fertigungsart, Branche, Betriebsmodell und die Nähe des Partners.
Demos mit eigenen Szenarien
Lassen Sie typische Aufträge mit Ihrer Stückliste durchspielen, vom Angebot bis zur Nachkalkulation. Fragen Sie nach Standard und Anpassung für jede Funktion.
Fit-to-Standard und Vertrag
Prüfen Sie Lücken, klären Sie Anpassungen und Schnittstellen und verhandeln Sie Leistungsumfang, Betrieb, Ausstieg und Preismodell. Das Selection Portal unterstützt dabei mit der Seite Softwarevertrag prüfen hilft beim Rahmen.
Einführung planen
Planen Sie Datenmigration, Test, Schulung und Hypercare. Stellen Sie Key-User frei und legen Sie Kriterien für das Go-live fest. Für Aufwände siehe ERP Einführung, Stand 2026.
Quelle: Zahlen laut FYS Seite ERP Einführung, Stand 2026. Fit-to-Standard Workshops dauern nach Erfahrungswerten von Find-Your-Software 4 bis 10 Wochen.
Häufige Fragen
direkt beantwortet.
Was ist ein ERP für die Fertigung und wie unterscheidet es sich von einem Handels-ERP?
Ein ERP für die Fertigung deckt zusätzlich zu Finanzen, Einkauf, Lager und Vertrieb die Produktionsplanung ab: Stücklisten, Arbeitspläne, Materialbedarfsplanung, Kapazitäten, Fertigungsaufträge und Kalkulation. Ein Handels-ERP verwaltet vor allem Artikel, Bestände und Rechnungen und kennt keine mehrstufigen Strukturen oder Arbeitsgänge. Wichtig für den Mittelstand: Prüfen Sie nicht nur, ob ein Modul Fertigung existiert, sondern ob es Ihre Fertigungsart abbildet, zum Beispiel Varianten oder Projektfertigung. Stand der Betrachtung ist 10/2026. Das gilt auch für Dienstleister, die einzelne Produkte nach Kundenauftrag fertigen.
Welche Fertigungsart habe ich, und warum beeinflusst das die Auswahl?
Die vier gängigen Arten sind Einzelfertigung, Serienfertigung, Variantenfertigung und Auftragsfertigung. Einzelfertiger brauchen Projektsteuerung und Kalkulation vor der Konstruktion, Serienfertiger Losgrößen und Kapazitätsabgleich, Variantenfertiger einen Konfigurator, Auftragsfertiger belastbare Liefertermine. Viele Mittelständler mischen die Arten. Bestimmen Sie die Art mit dem größten Umsatzanteil als Leitlinie und prüfen Sie die anderen Arten als Zusatzanforderung. Hersteller wie ams.Solution schneiden ihr System ausdrücklich auf Einzel-, Auftrags- und Variantenfertiger zu (Stand 10/2026). Notieren Sie dazu drei typische Aufträge aus dem letzten Jahr als Prüfmaßstab.
Brauche ich zusätzlich zum ERP ein MES?
Nicht in jedem Fall. Bei einfacher Fertigung mit wenigen Varianten deckt ein ERP-Fertigungsmodul oft genug ab. Ein MES lohnt sich bei komplexer, mehrlinig geführter oder nachweispflichtiger Fertigung, wenn Maschinendaten in Echtzeit, Feinplanung auf Maschinenebene oder OEE-Auswertungen nötig sind. Nach ISA-95 liegt das ERP auf Ebene 4 und das MES auf Ebene 3 (Stand 2026). Klären Sie vor dem Kauf, welches System bei Stücklisten, Aufträgen und Rückmeldungen führend ist. Details stehen auf der Seite MES gegen ERP.
Was kostet ein ERP für die Fertigung im Mittelstand?
Nach Erfahrungswerten von Find-Your-Software (Stand 10/2026) liegt die rechnerische Summe aus Lizenz und Implementierung über 5 Jahre für Fertigungs-KMU mit 10 bis 50 Nutzern bei 45.000 bis 530.000 Euro, im Mittelstand mit 50 bis 500 Nutzern bei 280.000 bis 1.750.000 Euro. Die Software kostet je Nutzer und Monat oft 50 bis 150 Euro, die Implementierung im Einstieg 15.000 bis 80.000 Euro und im Mittelstand 80.000 bis 500.000 Euro. Herstellerpreise sind selten veröffentlicht. Business Central Premium, das die Fertigung enthält, kostet laut Microsoft 95,30 Euro je Nutzer und Monat netto.
Wie lange dauert die Einführung eines Fertigungs-ERP?
Erfahrungswerte von Find-Your-Software nennen für den Mittelstand 3 bis 12 Monate von Vertragsabschluss bis Go-live, ohne Auswahlphase (Stand 10/2026). Fertigung liegt wegen der Stücklisten-, Arbeitsplan- und Variantendaten eher im oberen Bereich, Cloud-Projekte mit wenigen Anpassungen im unteren. Der Fit-to-Standard dauert 4 bis 10 Wochen, die Datenmigration 3 bis 8 Wochen. Schätzen Sie mit dem Partner, nicht allein mit dem Hersteller.
Cloud oder On-Premise: Was passt für die Fertigung?
Beides ist möglich. Destatis meldet für 2025, dass 54 % der Unternehmen ab 10 Beschäftigten kostenpflichtige Cloud-Dienste nutzen und 23 % der Unternehmen ERP als Cloud-Service (Stand 11/2025). Für die Fertigung zählen Verfügbarkeit, Latenz zu Maschinen, Datenstandort, Anpassungsbedarf und Updatezyklen. Cloud reduziert Betriebsaufwand und beschleunigt Updates, On-Premise bietet mehr Kontrolle bei Sonderfällen. Fragen Sie nach Standort der Rechenzentren, Vertrag zur Auftragsverarbeitung, Ausstiegsklausel und Datenexport, bevor Sie sich festlegen. Das gilt auch für Hybridmodelle.
Was gilt für GoBD und Aufbewahrung im Fertigungs-ERP?
Ein ERP, das buchungsrelevante Belege erzeugt, muss die GoBD erfüllen: nachvollziehbare, unveränderbare und vollständige Aufzeichnungen mit Verfahrensdokumentation. Das Bundesfinanzministerium hat das GoBD-Schreiben zuletzt am 14.07.2025 geändert. Nach § 147 AO gelten zehn Jahre für Bücher und Abschlüsse, acht Jahre für Buchungsbelege und sechs Jahre für Geschäftsbriefe. Planen Sie ein Archivkonzept für Altdaten und prüfen Sie, wie das System Änderungen protokolliert. Eine steuerliche Beratung ersetzt das nicht (Stand 10/2026). Bitten Sie den Anbieter um ein Muster der Verfahrensdokumentation.
Wie gehe ich bei der Auswahl vor, und wie viele Anbieter sollte ich vergleichen?
Bewährt hat sich ein Trichter: eine Longlist mit 5 bis 8 Anbietern, eine Shortlist mit 2 bis 3 Finalisten und Demos mit eigenen Szenarien. Vorher stehen Ziele und Anforderungen, danach Fit-to-Standard, Vertrag und Einführungsplan. Rechnen Sie die Gesamtkosten über 5 Jahre, nicht nur die Lizenz. Kalkulieren Sie nach Erfahrungswerten von Find-Your-Software 15 bis 20 % Reserve ein (Stand 10/2026). Der Auszug auf dieser Seite zeigt 8 Systeme, er ersetzt keine eigene Anforderungsliste.
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