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E-Commerce-Software betreibt Onlineshops, B2B-Portale und Marktplatzanbindungen für Händler, Hersteller und Großhändler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Laut bevh setzte der deutsche Onlinehandel mit Waren 2025 rund 69,2 Mrd. Euro um, im B2B-Geschäft waren es 2024 sogar rund 509 Mrd. Euro. Wir vergleichen 10 Plattformen und erklären Architekturen, Kosten, Rechtspflichten und die Auswahl in sechs Schritten.
E-Commerce-Software, auch Shopsystem oder Commerce-Plattform genannt, ist die Software, mit der Unternehmen Waren und Dienstleistungen online verkaufen. Sie vereint die sichtbare Storefront, den Produktkatalog, den Checkout mit Zahlungsabwicklung und die Backend-Prozesse von der Bestellung bis zur Retoure. Welche Plattform passt, hängt von Geschäftsmodell, Sortimentstiefe, Buyer-Journey und Internationalisierungsgrad ab. Ein B2C-Modehändler braucht starke Inszenierung und Performance unter Lastspitzen, ein B2B-Großhändler dagegen kundenindividuelle Preise, Freigabeprozesse und eine tiefe ERP-Anbindung.
Headless, Composable, Server-Side. Vom Storyteller-Shop bis zur High-Performance B2B Storefront.
Variantenlogik, Konfiguratoren, B2B-Staffelpreise, mehrsprachige Kataloge.
PSP-Anbindungen, Rechnungskauf, Marketplace-Splits, Steuer-Logik.
Order-Management, Retouren, Promotion-Engine, Customer-Service-Tools.
Die richtige Plattform entscheidet sich am Geschäftsmodell, an der technischen Architektur und an der Reichweiten-Strategie. Wer diese drei Fragen vor der Anbietersuche klärt, reduziert die Longlist meist von dreißig auf fünf ernsthafte Kandidaten.
Der deutsche Onlinehandel wächst wieder, aber das Wachstum verteilt sich ungleich. Laut HDE Online-Monitor 2026 entfielen 2025 bereits 56,7 Prozent des Onlineumsatzes auf Marktplätze, für 2026 erwartet der HDE ein Onlinewachstum von 4,3 Prozent. Im zweiten Quartal 2026 wuchsen Marktplätze laut bevh um 6,4 Prozent, klassische Onlineshops nur um 3,8 Prozent. Für Händler und Hersteller heißt das: Der eigene Shop braucht klare Argumente wie Sortiment, Service oder B2B-Konditionen, und er muss sich nahtlos mit Marktplätzen verbinden lassen.
| Shopsystem | Software für den Betrieb eines Onlineshops mit Katalog, Warenkorb, Checkout und Backend, als SaaS oder selbst gehostet. |
| Headless Commerce | Trennung von Frontend und Commerce-Backend. Das Backend liefert Daten per API an beliebige Frontends wie Shop, App oder Terminal. |
| Composable / MACH | Architektur aus austauschbaren Einzelservices nach dem Prinzip Microservices, API-first, Cloud-native und Headless. |
| PIM | Product Information Management pflegt Produktdaten zentral und spielt sie in Shop, Marktplätze und Kataloge aus. |
| OMS | Order-Management-System, das Bestellungen aus allen Kanälen bündelt, Bestände reserviert und den Versand steuert. |
| PSP | Payment Service Provider wie Adyen, Stripe, Mollie oder PayPal, der Zahlarten bündelt und abrechnet. |
Moderne E-Commerce-Software deckt deutlich mehr ab als Warenkorb und Checkout. Die folgenden acht Bereiche bilden den Kern jedes Lastenhefts, ihre Gewichtung unterscheidet sich zwischen B2C und B2B stark. Im B2C entscheiden Suche, Inszenierung und Checkout über die Conversion, im B2B stehen Preislogik, Nutzerrollen und die Integration in die Einkaufsprozesse der Kunden im Vordergrund. Prüfen Sie jeden Bereich in der Demo mit eigenen Daten statt mit dem Musterkatalog des Anbieters.
Varianten nach Größe, Farbe oder Material, Bundles, Konfiguratoren und mehrsprachige Produkttexte. Große B2B-Sortimente brauchen schnelle Filter über Hunderttausende Artikel.
Fehlertolerante Suche, Synonyme, Filter und gezielte Platzierung von Produkten. Viele Shops ergänzen spezialisierte Suchlösungen wie Algolia oder Findologic.
Gastbestellung, Kauf auf Rechnung, PayPal, Kreditkarte, Apple Pay und Ratenkauf über einen Payment Service Provider. Jeder zusätzliche Schritt kostet Conversion.
Kundenindividuelle Preise und Sortimente, Staffelpreise, Budgets, Freigabeprozesse, Schnellbestellung per Artikelnummer, Angebotsanfragen und Punchout an Einkaufssysteme.
Bestellstatus, Teillieferungen, Retourenportal, Gutschriften und Anbindung an Versanddienstleister. Größere Händler setzen ein eigenes OMS ein.
Rabattregeln, Gutscheine, zeitgesteuerte Aktionen und Preislisten je Kundengruppe, Land oder Währung, inklusive korrekter Darstellung nach Preisangabenverordnung.
Mehrere Storefronts, Sprachen, Währungen und Steuersätze aus einer Installation, dazu OSS-Verfahren für EU-weite Umsatzsteuer und länderspezifische Zahlarten.
Kennzahlen zu Conversion, Warenkorb und Kundenwert sowie KI-Funktionen für Produkttexte, Empfehlungen, Suche und Kundenservice. Laut HDE nutzen 2025 bereits 35 Prozent der Onlinekäufer KI bei der Recherche.
E-Commerce-Plattformen betreiben Onlineshops, B2B-Portale und Marktplatzanbindungen, von SaaS-Baukästen bis zu Headless-Architekturen. Laut bevh lag der Online-Umsatz mit Waren in Deutschland 2025 bei 69,2 Mrd. Euro. Noch größer ist B2B: Hersteller und Großhändler setzten 2024 rund 509 Mrd. Euro über Onlineshops und Marktplätze um, 12,1 Prozent ihres Gesamtumsatzes (B2B-Marktmonitor 2025). Sechs der zehn Plattformen stammen aus Deutschland: Shopware (Schöppingen), commercetools (München), Spryker (Berlin), JTL (Hückelhoven), PlentyONE (Kassel) und Intershop (Jena).
| Anbieter | Segment | Modell | B2B | Headless | Preis ab | Kernstärke |
|---|---|---|---|---|---|---|
| ShopwareSchöppingen, gegr. 2000 · shopware.com ↗ | KMU bis Enterprise | Open Source und Cloud | ✓ | ✓ | Community kostenlos, Rise 600 € | Eines der meistgenutzten Shopsysteme in Deutschland, starke B2B-Funktionen |
| Shopify / Shopify PlusOttawa (CA), gegr. 2006 · shopify.com ↗ | KMU bis Enterprise | SaaS | teilweise | ✓ | 29 USD | Schneller Start, riesiges App-Ökosystem |
| Adobe Commerce (ehem. Magento)San Jose (US), gegr. 1982 · business.adobe.com ↗ | Mittelstand bis Enterprise | Open Source, PaaS, SaaS | ✓ | ✓ | auf Anfrage | Extrem anpassbar, großes Partner-Ökosystem |
| Salesforce Commerce CloudSan Francisco (US), gegr. 1999 · salesforce.com ↗ | Enterprise | SaaS | ✓ | ✓ | auf Anfrage | KI-Agenten und tiefe CRM-Integration |
| SAP Commerce CloudWalldorf, gegr. 1972 · sap.com ↗ | Enterprise | PaaS | ✓ | ✓ | auf Anfrage | Komplexer B2B-Commerce mit SAP-ERP-Integration |
| commercetoolsMünchen, gegr. 2006 · commercetools.com ↗ | Enterprise | SaaS, API-first | ✓ | ✓ | auf Anfrage | Pionier für Composable und Headless Commerce |
| SprykerBerlin, gegr. 2014 · spryker.com ↗ | Mittelstand bis Enterprise | PaaS | ✓ | ✓ | auf Anfrage | B2B-Marktplätze für Hersteller und Großhandel |
| IntershopJena, gegr. 1992 · intershop.com ↗ | Mittelstand bis Enterprise | Cloud (PaaS, SaaS) | ✓ | ✓ | auf Anfrage | B2B-Spezialist für Hersteller und Großhandel |
| JTL-ShopHückelhoven, gegr. 2008 · jtl-software.com ↗ | KMU | Self-hosted oder Hosting | teilweise | teilweise | JTL Start 0 € | Shop und Warenwirtschaft integriert |
| PlentyONE (ehem. plentymarkets)Kassel, gegr. 2001 · plentyone.com ↗ | KMU bis Mittelstand | SaaS | teilweise | teilweise | 59 € | All-in-one-ERP mit über 150 Kanälen |
Auswahl und Einordnung redaktionell und anbieterneutral, ohne bezahlte Platzierungen. Segment und Stärken sind unsere Einschätzung auf Basis von Herstellerangaben und Analystenberichten. Stand: Oktober 2026. Preise: öffentliche Listenpreise netto pro Monat laut Herstellerseite, Stand Oktober 2026.
Die shopware AG (gegründet 2000 in Schöppingen) zählt zu den meistgenutzten Shopsystemen in Deutschland. Shopware 6 bietet starke B2B-Funktionen, einen Erlebniswelten-Editor und eine große Agenturlandschaft in DACH. Seit März 2025 gilt für die kostenlose Community Edition eine Fair-Usage-Grenze von 1 Mio. Euro Jahresumsatz, darüber beginnt Rise bei 600 Euro pro Monat.
Shopify Inc. (gegründet 2006 in Ottawa) ermöglicht den schnellsten Start ohne eigene Infrastruktur. Shopify Plus für größere Händler kostet ab 2.300 US-Dollar pro Monat bei drei Jahren Laufzeit. Gartner führt Shopify 2025 als Leader im Magic Quadrant for Digital Commerce. Komplexe B2B-Preislogik erfordert oft Apps oder Zusatzentwicklung.
Adobe Commerce (Adobe Inc., gegründet 1982 in San Jose) basiert auf Magento Open Source und gilt als besonders flexibel. Stärken sind Multi-Store, B2B-Modul und ein großes Partnernetz. Dem stehen hoher Entwicklungs- und Betriebsaufwand sowie Lizenzkosten nach Umsatzvolumen gegenüber.
Die commercetools GmbH (gegründet 2006 in München) liefert ein reines API-Backend nach dem MACH-Prinzip. Gartner führt commercetools 2025 zum sechsten Mal in Folge als Leader. Geeignet für Unternehmen mit eigener Entwicklungskapazität, die Frontend, Suche und Checkout frei kombinieren wollen.
Die JTL-Software-GmbH (gegründet 2008 in Hückelhoven) kombiniert Shop, Warenwirtschaft JTL-Wawi und Marktplatzanbindung über JTL-eazyAuction. Besonders verbreitet bei kleinen und mittleren Händlern, die Amazon, eBay und den eigenen Shop aus einem Bestand bedienen.
Der Markt bewegt sich in zwei Richtungen: SaaS-Plattformen wie Shopify erobern den Mittelstand, Enterprise-Kunden setzen auf Composable-Architekturen. Gleichzeitig integrieren alle großen Anbieter KI-Assistenten für Produkttexte, Suche und Service. Open-Source-Modelle werden kommerzieller, wie die Fair-Usage-Regel bei Shopware zeigt.
Die Architekturentscheidung prägt Kosten, Geschwindigkeit und Freiheitsgrade für viele Jahre. Sie sollte vor der Anbieterauswahl fallen, denn sie schließt jeweils einen großen Teil des Marktes aus. Die Tabelle zeigt die vier gängigen Betriebsmodelle.
| Modell | Beispiele | Stärken | Grenzen | Passt für |
|---|---|---|---|---|
| SaaS | Shopify, Salesforce Commerce Cloud, PlentyONE | Schneller Start, Hosting und Updates inklusive, planbare Kosten | Begrenzte Anpassung, Abhängigkeit von Roadmap und App-Kosten | Kleine und mittlere Händler, D2C-Marken |
| Open Source, selbst gehostet | Shopware Community, Magento Open Source, JTL-Shop | Volle Kontrolle über Code und Daten, keine oder geringe Lizenzkosten | Hosting, Sicherheit und Updates in eigener Verantwortung | Händler mit Agentur oder eigener IT |
| PaaS und Cloud-Editionen | Shopware Rise bis Beyond, Adobe Commerce Cloud, Spryker, SAP Commerce Cloud | Anpassbar wie Open Source, Betrieb durch den Hersteller | Höhere Lizenzkosten, oft umsatzabhängig | Mittelstand und Enterprise, komplexes B2B |
| Headless und Composable | commercetools, Spryker, Shopware mit eigenem Frontend | Freie Wahl von Frontend, Suche und Checkout, maximale Skalierung | Hoher Integrations- und Entwicklungsaufwand | Enterprise mit eigenem Entwicklungsteam |
Viele Auswahlprojekte sind Ablösungen. Magento 1 erhält seit Juni 2020 keine Sicherheitsupdates mehr, Shopware 5 hat im Juli 2024 das Ende der regulären Wartung erreicht. Ein Plattformwechsel ist eine Chance für saubere Prozesse, birgt aber Risiken für Rankings, Kundenkonten und Conversion. Drei Bereiche entscheiden über einen reibungslosen Umstieg.
Produkte, Kategorien, Kundenkonten, Bestellhistorie, Gutscheine und Bewertungen müssen übernommen werden. Bereinigen Sie Altdaten vor der Migration und testen Sie mehrere Probeläufe, bevor der finale Import erfolgt.
Erstellen Sie ein vollständiges URL-Mapping und leiten Sie alte Adressen per 301 auf die neuen weiter. Titel, Beschreibungen, strukturierte Daten und interne Links gehören in die Abnahme, sonst drohen spürbare Verluste bei der Sichtbarkeit.
Planen Sie den Wechsel außerhalb der Hauptsaison, führen Sie Lasttests durch und definieren Sie einen Content-Freeze. Ein Rückfallplan und eine Hypercare-Phase von zwei bis vier Wochen fangen Fehler nach dem Start ab.
Ein Onlineshop ist nur so gut wie seine Anbindungen. In Auswahlprojekten entfällt oft der größte Teil des Aufwands auf Schnittstellen und Datenmigration. Diese vier Systeme sind fast immer beteiligt.
Preise, Bestände, Kundenkonditionen und Aufträge müssen in Echtzeit oder im Minutentakt zwischen Shop und ERP-System fließen. Für SAP, Microsoft Dynamics 365, proALPHA oder JTL-Wawi gibt es Standardkonnektoren.
Ab einigen Tausend Artikeln oder mehreren Kanälen lohnt ein PIM-System wie Akeneo oder Pimcore, das Texte, Attribute und Medien zentral pflegt.
Ein Payment Service Provider wie Adyen, Stripe, Mollie, Unzer oder PayPal bündelt Zahlarten, Betrugsprüfung und Abrechnung. Wichtig sind Kauf auf Rechnung und lokale Zahlarten je Land.
Anbindungen an Amazon, eBay, Otto oder Kaufland laufen über Multichannel-Tools oder die Plattform selbst. Dazu kommen Marketing Automation, CRM und Web-Analytics.
Viele Rechtspflichten im deutschen Onlinehandel lassen sich nur mit passenden Funktionen der Plattform erfüllen. Prüfen Sie diese Punkte im Lastenheft und in der Demo. Die Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.
Seit dem 28. Juni 2025 müssen Onlineshops für Verbraucher nach dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz barrierefrei nutzbar sein. Ausgenommen sind nur Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Mio. Euro Jahresumsatz.
Tracking, Newsletter und Kundenkonten brauchen eine Rechtsgrundlage. Das TDDDG (bis Mai 2024 TTDSG) verlangt eine Einwilligung für nicht notwendige Cookies, Hosting in der EU erleichtert die Dokumentation.
Seit dem 13. Dezember 2024 gilt die EU-Produktsicherheitsverordnung (EU) 2023/988. Onlineangebote müssen Hersteller, Kontaktdaten und Sicherheitshinweise direkt am Produkt anzeigen, das Shopsystem braucht dafür eigene Felder.
Der Bestellbutton muss eindeutig beschriftet sein, etwa mit zahlungspflichtig bestellen (§ 312j BGB). Grundpreise, Versandkosten und Streichpreise folgen der Preisangabenverordnung. Seit dem 19. Juni 2026 gilt zusätzlich die EU-Pflicht zu einer elektronischen Widerrufsfunktion.
Wer verpackte Waren an Endkunden versendet, muss sich vor dem Verkauf im Verpackungsregister LUCID registrieren und an einem dualen System beteiligen. Marktplätze prüfen die Registrierungsnummer.
Seit dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen empfangen können. Die Pflicht zum Ausstellen folgt bis 2028 schrittweise. B2B-Shops sollten XRechnung oder ZUGFeRD über ERP oder Shop erzeugen können.
Die Lizenz ist selten der größte Posten. Shopware kostet in der Edition Rise ab 600 Euro, Evolve ab 2.400 Euro und Beyond ab rund 6.500 Euro pro Monat, jeweils mit Umsatzgrenzen. Shopify Plus beginnt bei 2.300 US-Dollar pro Monat. Deutlich stärker ins Gewicht fallen Agenturleistungen, Schnittstellen, Hosting und laufende Weiterentwicklung. Daraus ergeben sich die folgenden Richtwerte.
| Unternehmensgröße | Onlineumsatz | Lizenz pro Jahr | Einführung einmalig | Projektdauer | Typische Lösungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kleiner Händlerein Shop, wenige Kanäle | bis 1 Mio. € | 0 bis rund 3.000 € | rund 5.000 bis 30.000 € | 4 bis 12 Wochen | Shopify, JTL-Shop, Shopware Community, PlentyONE |
| MittelstandB2B oder mehrere Länder | 1 bis 15 Mio. € | rund 7.000 bis 80.000 € | rund 30.000 bis 150.000 € | 3 bis 6 Monate | Shopware Rise bis Beyond, Shopify Plus, Intershop |
| Enterpriseinternational, viele Systeme | ab 15 Mio. € | ab rund 80.000 €, oft über 250.000 € | rund 150.000 bis über 1 Mio. € | 6 bis 18 Monate | commercetools, SAP, Salesforce, Adobe, Spryker |
Eigene Herleitung, gerundet: Shopware-Editionen und Agenturkosten laut Qualimero 2026, Shopify Plus laut AMP 2026. Enterprise-Werte aus Projekterfahrung, Angebote können deutlich abweichen.
Planen Sie neben Lizenz und Einführung auch Hosting, Wartung, Sicherheitsupdates und laufende Weiterentwicklung ein. Spezialisierte Shopware-Agenturen berechnen in DACH laut Qualimero 120 bis 180 Euro pro Stunde. Bei einem typischen Mittelstandsprojekt macht die Lizenz oft nur rund ein Drittel der Gesamtkosten aus.
Eine strukturierte Gesamtkostenrechnung liefert unser TCO-Rechner für Unternehmenssoftware.
Eine strukturierte Auswahl dauert für den Mittelstand typischerweise zwei bis vier Monate. Sie verhindert, dass ein Shop nach zwei Jahren erneut migriert werden muss. Das Selection Portal bildet diese Schritte vollständig ab.
Legen Sie fest, ob B2C, B2B, D2C oder Marktplatz im Vordergrund steht, welche Länder und Kanäle geplant sind und welche Umsatz- und Effizienzziele der Shop erreichen soll.
Beschreiben Sie Bestellprozess, Preislogik, Retouren und Kundengruppen. Trennen Sie Muss-Kriterien von Wunschfunktionen und priorisieren Sie gemeinsam mit Vertrieb, Marketing und IT.
Entscheiden Sie zwischen SaaS, Open Source, PaaS oder Headless. Diese Entscheidung reduziert die Longlist am stärksten und bestimmt den Bedarf an Agentur oder eigener Entwicklung.
Klären Sie, welche Daten aus ERP, PIM, CRM und Versand kommen und welche Konnektoren verfügbar sind. Fehlende Standardschnittstellen sind der häufigste Kostentreiber.
Laden Sie drei bis fünf Anbieter samt Implementierungspartner ein und lassen Sie Ihre eigenen Szenarien vorführen, zum Beispiel eine B2B-Bestellung mit Kundenpreis und Freigabe.
Vergleichen Sie Kosten über drei bis fünf Jahre, prüfen Sie umsatzabhängige Gebühren, Laufzeiten, Service-Level und Exit-Regeln. Ein Proof of Concept reduziert das Risiko vor der Unterschrift.
E-Commerce-Software ist die Software, mit der Unternehmen Produkte online verkaufen. Sie umfasst Storefront, Produktkatalog, Warenkorb, Checkout mit Zahlungsabwicklung sowie Backend-Funktionen für Bestellungen, Retouren und Promotions. Es gibt sie als SaaS-Lösung wie Shopify, als Open-Source-Software wie Shopware Community oder als Headless-Plattform wie commercetools. Die Wahl hängt vor allem von Geschäftsmodell, Sortiment und vorhandener IT ab.
Eine allgemein beste Plattform gibt es nicht, die Eignung hängt vom Geschäftsmodell ab. Im deutschen Mittelstand ist Shopware besonders verbreitet, vor allem wegen starker B2B-Funktionen und vieler Agenturen in DACH. Shopify Plus punktet mit schnellem Start und großem App-Ökosystem, Intershop und Spryker mit komplexem B2B. Händler mit Marktplatzfokus wählen oft JTL oder PlentyONE wegen der integrierten Warenwirtschaft.
Ein mittelständischer Onlineshop kostet einmalig meist 30.000 bis 150.000 Euro für Einführung, Design und Schnittstellen, Stand 2026. Hinzu kommen Lizenzkosten von rund 7.000 bis 80.000 Euro pro Jahr, etwa für Shopware Rise bis Beyond oder Shopify Plus, sowie Hosting, Apps und Weiterentwicklung. Über drei Jahre liegen die Gesamtkosten häufig im sechsstelligen Bereich. Die Lizenz macht dabei oft nur rund ein Drittel aus.
Bei SaaS betreibt der Anbieter die Software in der Cloud und übernimmt Hosting, Sicherheit und Updates gegen eine monatliche Gebühr. Open-Source-Shopsysteme lassen sich frei anpassen und selbst betreiben, Hosting und Wartung liegen dann beim Händler oder seiner Agentur. SaaS ist schneller und planbarer, Open Source bietet mehr Kontrolle. Viele Hersteller wie Shopware bieten beides an.
Headless Commerce trennt das sichtbare Frontend vom Commerce-Backend. Das Backend stellt Produkte, Preise und Warenkorb über Programmierschnittstellen (APIs) bereit, das Frontend wird unabhängig entwickelt, etwa als Website, App oder Kassensystem. Das ermöglicht maximale Gestaltungsfreiheit und Performance, erfordert aber eigene Entwicklungskapazität. Headless lohnt sich vor allem für größere Händler mit vielen Kanälen.
Ein B2B-Shop braucht kundenindividuelle Preise und Sortimente aus dem ERP, mehrere Nutzer pro Firmenkonto mit Rollen und Budgets sowie Freigabeprozesse. Wichtig sind außerdem Schnellbestellung per Artikelnummer, Nachbestellung aus der Historie, Angebotsanfragen und Kauf auf Rechnung mit Zahlungszielen. Für Großkunden kommt oft Punchout per OCI oder cXML hinzu. Ohne tiefe ERP-Anbindung funktionieren diese Funktionen nicht zuverlässig.
Ein einfacher Shop auf SaaS-Basis ist in vier bis zwölf Wochen startklar. Mittelständische Projekte mit ERP-Anbindung, B2B-Funktionen und eigenem Design dauern meist drei bis sechs Monate. Enterprise-Projekte mit Headless-Architektur und mehreren Ländern brauchen sechs bis achtzehn Monate. Hinzu kommen zwei bis vier Monate für die Auswahl von Plattform und Implementierungspartner.
Für die meisten Händler ist die Kombination sinnvoll. Laut HDE Online-Monitor 2026 entfielen 2025 rund 56,7 Prozent des deutschen Onlineumsatzes auf Marktplätze wie Amazon, Otto oder Kaufland, sie bieten also große Reichweite. Der eigene Shop sichert dagegen Kundendaten, Marge und Markenauftritt. Wichtig ist eine Software, die Bestände und Bestellungen aus allen Kanälen zentral verwaltet.
Seit dem 28. Juni 2025 müssen Onlineshops, die sich an Verbraucher richten, nach dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) barrierefrei sein. Das betrifft unter anderem Kontraste, Tastaturbedienung, Alternativtexte und einen verständlichen Bestellprozess. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Mio. Euro Jahresumsatz. Reine B2B-Shops fallen nicht unter das Gesetz.
Ein PIM lohnt sich, sobald Produktdaten für mehrere Kanäle, Sprachen oder Marktplätze gepflegt werden oder das Sortiment mehrere Tausend Artikel umfasst. Das Shopsystem kann Produktdaten zwar selbst verwalten, stößt aber bei komplexen Attributen, Freigaben und Medien an Grenzen. Ein PIM wie Akeneo oder Pimcore wird zur zentralen Datenquelle für Shop, Marktplätze und Printkataloge. Kleine Shops mit einem Kanal kommen meist ohne aus.
In Deutschland gehören PayPal, Kauf auf Rechnung, Kreditkarte und Lastschrift zu den wichtigsten Zahlarten im Onlinehandel. Zunehmend gefragt sind Apple Pay, Google Pay und Ratenkauf über Anbieter wie Klarna. Im B2B erwarten Geschäftskunden Kauf auf Rechnung mit Zahlungsziel. Ein Payment Service Provider bündelt diese Zahlarten über eine Schnittstelle und übernimmt Betrugsprüfung und Abrechnung.
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Wie ERP, Warenwirtschaft und Shopsystem zusammenarbeiten und welche Schnittstellen zählen: ERP für E-Commerce: Anbindung an Shopsysteme.
Produktdaten für Shop und Marktplätze an einer Stelle pflegen: PIM Software für zentrale Produktdaten.
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