eCommerce Software · ERP und Warenwirtschaft

ERP für E-Commerce:
Anbindung an Shopsysteme.

Online-Händler brauchen vom ERP vor allem Bestandsführung in Echtzeit, Marktplatzanbindung, Retouren und Versandsteuerung. Die Shop-Anbindung entscheidet über den Aufwand. Kleine Händler starten mit einer Warenwirtschaft, größere mit ERP und Lagersystem.

Shop-AnbindungMarktplätzeRetourenWarenwirtschaft oder ERP
43,54 %
der Unternehmen in Deutschland ab 10 Beschäftigten nutzten 2025 eine ERP Software (Eurostat, Indikator E_ERP1, Stand Februar 2026)
14 Tage
Widerrufsfrist im Fernabsatz an Verbraucher (§ 355 Abs. 2 BGB, Gesetze im Internet, Stand 10.10.2026)
10.10.2026
Zuletzt geprüft am 10.10.2026
Anforderungen

Was E-Commerce
vom ERP braucht.

ERP (Enterprise Resource Planning) ist die Software, die Einkauf, Lager, Verkauf, Rechnungswesen und Auswertung in einer Datenbasis führt. Im Online-Handel kommt ein Faktor dazu, den stationäre Händler kaum kennen: Bestellungen, Bestände und Retouren ändern sich ständig und über mehrere Kanäle zugleich.

Ohne durchgängige Anbindung

  • Bestände werden pro Kanal von Hand gepflegt, Überverkäufe entstehen
  • Bestellungen aus Shop und Marktplätzen werden per Export oder Tabelle übertragen
  • Retouren und Gutschriften laufen getrennt von Lager und Buchhaltung
  • Versandetiketten und Sendungsnummern werden doppelt erfasst
  • Kennzahlen je Kanal lassen sich nur mit Mehraufwand zusammenführen

Mit angebundenem ERP oder Warenwirtschaft

  • Ein Bestand pro Artikel, der an alle Kanäle zurückgemeldet wird
  • Bestellungen fließen automatisch als Aufträge in Lager und Versand
  • Retouren buchen Bestand, Gutschrift und Rückzahlung in einem Vorgang
  • Versandart und Etikett folgen aus Auftrag und Lieferadresse
  • Auswertung nach Kanal, Artikel und Marge aus einer Datenbasis

Stand 10.10.2026. Die Gegenüberstellung ist ein Erfahrungswert von Find-Your-Software und kein Herstellerversprechen. Eurostat: ERP-Nutzung in Deutschland 2025, siehe Warenwirtschaft Software Vergleich.

Aufgabenteilung

Shop, WaWi, ERP, WMS:
Wer macht was?

Vier Systemtypen werden im Online-Handel oft vermischt. Die Aufgabenteilung entscheidet, wo Daten führend sind und wie viele Schnittstellen nötig werden. Die Unterscheidung von Warenwirtschaft und ERP vertieft die Seite WaWi gegen ERP.

01 · Shopsystem

Verkauf und Kundenkontakt

Das Shopsystem zeigt Sortiment und Preise, nimmt Bestellungen an und wickelt die Zahlung ab. Es ist führend für Warenkorb, Kundenkonto und Checkout, nicht für Bestand und Buchhaltung.

  • Artikelseiten, Warenkorb, Checkout
  • Bestellung als Datensatz an das nachgelagerte System
  • Mehr zu Shopsystemen: eCommerce Software
02 · Warenwirtschaft (WaWi)

Bestand, Auftrag, Rechnung

Die WaWi führt Artikel, Bestände, Aufträge, Lieferscheine und Rechnungen. Für viele kleine und wachsende Händler ist sie der Kern, weil sie Shop und Marktplätze bündelt.

  • Auftragsabwicklung und Rechnungsstellung
  • Bestandsführung über mehrere Kanäle
  • Finanzbuchhaltung meist über Export an die Buchhaltung
03 · ERP

Das ganze Unternehmen

Ein ERP geht über den Warenfluss hinaus: Einkauf, Finanzen, Controlling und bei Bedarf Produktion oder Projekte laufen in derselben Datenbasis. Es lohnt sich, wenn mehrere Bereiche denselben Datenstand brauchen.

  • Rechnungswesen und Controlling integriert
  • Mehrere Gesellschaften, Währungen, Lagerorte
  • Mehr dazu: ERP Software
04 · Lagerverwaltung (WMS)

Lagerplätze und Kommissionierung

Ein Lagerverwaltungssystem steuert Lagerplätze, Wellen, Kommissionierwege und Verpackung. Es ergänzt ERP oder WaWi, wenn die einfache Lagerführung nicht mehr reicht.

  • Lagerplatzführung, Chargen, Seriennummern
  • Kommissionierung und Packplatz
  • Details: WMS für E-Commerce

Stand 10.10.2026. Die Einordnung ist ein Erfahrungswert von Find-Your-Software.

Schnittstellen

Schnittstellen zu
Shop und Marktplätzen.

Entscheidend ist nicht, ob ein ERP eine Schnittstelle zum Shop hat, sondern wie tief sie reicht. Eine Anbindung, die nur Bestellungen übernimmt, löst weniger als eine, die Bestand, Preise, Versandstatus und Retouren in beide Richtungen führt.

Shopanbindung

Was die Schnittstelle abdecken sollte

  • Bestellungen und Kundendaten in das ERP übernehmen
  • Bestand und Preise zurück in den Shop schreiben
  • Versandstatus und Sendungsnummer an Shop und Kunden melden
  • Artikelstammdaten pflegen, ohne sie doppelt zu erfassen
Marktplätze

Amazon, eBay, Kaufland und andere Kanäle

  • Welche Marktplätze unterstützt werden, nennt jeder Hersteller selbst
  • Je Marktplatz prüfen: Bestellimport, Bestandsabgleich, Rückmeldung der Tracking-Nummer
  • Marktplatzgebühren und Gutschriften in der Buchhaltung abbilden
  • Liste der eigenen Kanäle vor der Demo erstellen und abhaken lassen
Anbindungsart

Fertiger Connector oder eigene Schnittstelle

  • Connector des Herstellers oder eines Partners für gängige Shopsysteme
  • Offene Programmierschnittstelle (API) für individuelle Wünsche
  • Zwischenschicht (Middleware) bei vielen Kanälen und Systemen
  • Wartungsaufwand bei Shop-Updates einplanen
Datenfluss

Echtzeit oder Taktung

  • Bestandsmeldung in Echtzeit oder im festen Takt
  • Folgen für Überverkäufe bei knappen Artikeln
  • Fehlerprotokoll und Wiederholung bei gescheiterten Übertragungen
  • Verantwortliche für Schnittstellenfehler festlegen

Stand 10.10.2026. Grundlagen zu Schnittstellen: ERP Schnittstellen und Schnittstellenentwicklung. Die Checkpunkte sind ein Erfahrungswert von Find-Your-Software. Unterstützte Shopsysteme und Marktplätze je Produkt bitte beim Hersteller bestätigen lassen.

Systemgruppen

Systemgruppen nach
Umsatz und Komplexität.

Die Tabelle ordnet Händlergrößen den passenden Systemgruppen zu. Die Zuordnung ist ein Erfahrungswert von Find-Your-Software. Die Preise stammen von den Herstellerseiten, die Hersteller sind Beispiele und keine Rangliste.

HändlergrößeSystemgruppePreis laut HerstellerShop und MarktplätzeLager und VersandGrenze
EinstiegWenige Kanäle, einfaches SortimentMultichannel-WaWiBillbee ab 9 € netto im Monat (Stand 10.10.2026); JTL-Wawi Start ab 0 €, netto oder brutto: keine Angabe≈ Standardanbindungen, Umfang je Shop prüfen≈ einfache Lagerführung, Versand über AnbindungKeine Fertigung, Buchhaltung meist über Export
WachsendMehrere Kanäle, steigende AuftragszahlWaWi mit Ausbau oder Cloud-ERP für HandelXentral Launch ab 99 € im Monat plus 0,30 € je Auftrag; JTL-Wawi Advanced ab 99 € im Monat, netto oder brutto: keine Angabe✓ Schnittstellen zu gängigen Shops, Umfang prüfen≈ Lagerführung, WMS-Modul oder Zusatzsystem nach BedarfPaketgrenzen beachten, zum Beispiel Auftrags- oder Umsatzgrenzen
MittelstandMehrere Lager, Einkauf und Finanzen im ZusammenhangCloud-ERP mit Modulenweclapp ab 39 € netto je Nutzer und Monat; höhere Xentral-Pakete ab 349 bis 849 € im Monat, netto oder brutto: keine Angabe✓ Connectoren oder offene Schnittstelle≈ Lager und Versand im ERP, bei Bedarf mit WMSPreis wächst mit Nutzern und Modulen
HändlerplattformViele Marktplätze, Auftragsvolumen im FokusPlattform für Online-HändlerPlentyONE Lite ab 59 € netto im Monat plus Umsatzaufschlag (Stand 10.10.2026)✓ Kanäle und Marktplätze als Kernfunktion✓ Lager und Versand in der PlattformPreis hängt vom monatlichen Warenumsatz (GMV) ab
KomplexEigene Lager, Produktion oder Großhandel zusätzlichERP plus WMSauf Anfrage✓ über Connector, API oder Middleware✓ Lagerplätze, Wellen, Packplatz im WMSEinführung mit Projektaufwand, Schnittstellen eigens planen

Preise laut Herstellerseiten, Stand 10.10.2026: Billbee, JTL, Xentral, weclapp, PlentyONE. Wo der Hersteller netto oder brutto nicht nennt, steht keine Angabe. Die Zuordnung der Händlergröße und die Bewertungen in den Zellen sind ein Erfahrungswert von Find-Your-Software. Mehr Hersteller: Warenwirtschaft Software Vergleich und Xentral Erfahrungen. Zuletzt geprüft am 10.10.2026.

Betrieb

Retouren, Versand
und Bestand.

Im Online-Handel entscheidet der Ablauf nach der Bestellung über Marge und Kundenzufriedenheit. Drei Abläufe sollten im ERP oder in der Warenwirtschaft durchgängig sein.

01 · Retouren

Widerruf, Rücksendung und Gutschrift

Im Fernabsatz beträgt die Widerrufsfrist 14 Tage (§ 355 Abs. 2 BGB). Nach dem Widerruf sind die empfangenen Leistungen spätestens nach 14 Tagen zurückzugewähren (§ 357 Abs. 1 BGB). Bei Warenverkauf an Verbraucher kann der Händler die Rückzahlung verweigern, bis er die Ware zurückerhalten hat oder der Nachweis der Absendung vorliegt (§ 357 Abs. 4 BGB).

  • Retoure im System anlegen und mit dem Auftrag verknüpfen
  • Wareneingang prüfen, Bestand neu buchen oder sperren
  • Gutschrift und Rückzahlung auf demselben Zahlungsweg auslösen
  • Rechtliche Einordnung im Einzelfall mit Fachberatung klären
02 · Versand

Versandart, Etikett, Tracking

Versandsteuerung bedeutet, dass Versandart und Paketdienst aus dem Auftrag folgen und die Sendungsnummer automatisch zurück an Shop und Kunden geht. Die Anbindung an Paketdienste unterscheidet sich je Produkt und sollte in der Demo mit den eigenen Diensten gezeigt werden.

  • Versandregeln nach Gewicht, Ziel und Kunde
  • Etikettendruck am Packplatz
  • Sendungsnummer an Shop und Marktplatz zurückmelden
  • Sammelversand und Teillieferungen abbilden
03 · Bestand

Ein Bestand für alle Kanäle

Der Bestand wird zentral geführt und je Kanal gemeldet. Bei knappen Artikeln hilft eine Sicherheitsreserve je Kanal. Inventur, Umlagerung und Sperrbestände gehören in dieselbe Datenbasis.

  • Verfügbarer Bestand gleich Lagerbestand minus Reservierungen
  • Meldetakt an die Kanäle festlegen
  • Chargen und Seriennummern bei Bedarf
  • Inventurdifferenzen nachvollziehbar buchen

Rechtsstand: § 355 BGB und § 357 BGB, Gesetze im Internet, Stand 10.10.2026. Dies ist keine Rechtsberatung. Die Ablaufpunkte sind ein Erfahrungswert von Find-Your-Software.

Kosten

Kosten und
Betrieb.

Die Kosten eines ERP für E-Commerce bestehen aus mehreren Blöcken. Nicht jeder Hersteller veröffentlicht alle Preise, Fehlendes steht als auf Anfrage.

KostenblockWovon er abhängtBeispiel laut HerstellerRichtwert
Lizenz oder AboMonatliche GrundgebührPaket, Nutzerzahl, ModulumfangXentral Launch ab 99 € im Monat; weclapp ab 39 € netto je Nutzer und Monat9 bis 849 € im Monat je Tarif, netto oder brutto uneinheitlich
Auftrags- oder UmsatzgebührenMengenabhängige AnteileBestellmenge oder WarenumsatzXentral Launch 0,30 € je Auftrag; PlentyONE Umsatzaufschlag je GMV-Limitlaut Hersteller je Tarif
SchnittstellenConnectoren und eigene AnbindungenZahl der Kanäle, Tiefe der AnbindungPreis je Connector oder Partnerleistungauf Anfrage
EinführungDaten, Einrichtung, SchulungDatenmigration, Prozesse, SchulungsbedarfAufwand je Anbieter und Partnerauf Anfrage
BetriebPflege und AnpassungenShop-Updates, neue Kanäle, ReleasewechselSupport- und Betreuungsverträgeauf Anfrage

Rechenbeispiel von Find-Your-Software mit eigenen Annahmen: 800 Aufträge im Monat im Paket Xentral Launch ergeben 99 € plus 800 mal 0,30 € gleich 339 € im Monat (netto oder brutto: keine Angabe; Launch ist laut Hersteller auf maximal 1.200 Aufträge und Startups bis 500.000 € Umsatz ausgelegt). Quellen: Xentral Preise, weclapp Preise, Stand 10.10.2026. Gesamtkosten im Überblick: Was kostet ein ERP wirklich.

Anbieter vergleichen

Anbieter vergleichen
mit dem Selection Portal.

Im Selection Portal von Find-Your-Software erfassen Sie Ihre Anforderungen an Shop-Anbindung, Marktplätze und Lager und erhalten eine begründete Shortlist, die Sie mit den Anbietern weiterverfolgen.

FAQ

Häufige Fragen
direkt beantwortet.

Welches ERP eignet sich für einen Onlineshop?

Das hängt von Auftragszahl, Zahl der Kanäle und Lagerkomplexität ab. Kleine Shops starten meist mit einer Multichannel-Warenwirtschaft, wachsende Händler mit einer WaWi mit Ausbau oder einem Cloud-ERP für Handel. Größere Händler mit mehreren Lagern kombinieren ERP und Lagerverwaltung (Erfahrungswert von Find-Your-Software, Stand 10.10.2026). Entscheidend ist die Tiefe der Shop-Anbindung, nicht der Funktionsumfang auf dem Papier.

Brauche ich ein ERP für den Online Handel?

Nicht von Anfang an. Solange wenige Kanäle und ein einfaches Sortiment bedient werden, reicht oft eine Warenwirtschaft. Ein ERP wird sinnvoll, wenn Einkauf, Finanzen, Controlling und mehrere Gesellschaften oder Lager denselben Datenstand brauchen (Erfahrungswert von Find-Your-Software). Die Unterschiede erklärt die Seite WaWi gegen ERP.

Wie wird ein Shop an das ERP angebunden?

Über einen fertigen Connector des Herstellers oder eines Partners, über eine offene Programmierschnittstelle (API) oder über eine Zwischenschicht (Middleware). Eine gute Anbindung übernimmt Bestellungen, meldet Bestand und Preise zurück und überträgt Versandstatus und Sendungsnummer. Welche Shopsysteme unterstützt werden, bestätigt der Hersteller; Umfang und Takt der Übertragung gehören in die Demo.

Was kostet ein ERP für E-Commerce?

Laut Herstellerseiten (Stand 10.10.2026) beginnen Einstiegstarife bei 9 € netto im Monat (Billbee) und 99 € im Monat (Xentral Launch, plus 0,30 € je Auftrag); weclapp nennt ab 39 € netto je Nutzer und Monat. Höhere Xentral-Pakete liegen zwischen 349 und 849 € im Monat. Ob netto oder brutto gilt, nennt nicht jeder Hersteller, dann steht keine Angabe. Schnittstellen, Einführung und Betrieb kommen hinzu und stehen auf Anfrage.

WaWi oder ERP für den Online Handel?

Eine WaWi deckt Artikel, Bestand, Aufträge und Rechnungen ab und bündelt Shop und Marktplätze. Ein ERP führt zusätzlich Einkauf, Finanzen und Controlling in derselben Datenbasis. Wer vor allem Warenfluss und Kanäle steuern will, kommt mit einer WaWi aus; wer Finanzen, Mehrgesellschaften oder Produktion einbeziehen will, braucht ein ERP (Erfahrungswert von Find-Your-Software).

Welche Marktplätze lassen sich anbinden?

Das bestimmt jeder Hersteller selbst und unterscheidet sich je Produkt und Tarif. Gängige Kanäle sind Amazon, eBay, Kaufland und OTTO Market, die Unterstützung ist aber nicht bei jedem System gleich. Erstellen Sie eine Liste der eigenen Kanäle und lassen Sie sich Bestellimport, Bestandsabgleich und Rückmeldung der Tracking-Nummer je Marktplatz in der Demo zeigen.

Wie gehe ich mit Retouren im ERP um?

Eine Retoure wird mit dem ursprünglichen Auftrag verknüpft, der Wareneingang geprüft und der Bestand neu gebucht oder gesperrt. Danach lösen Sie Gutschrift und Rückzahlung aus. Rechtlich beträgt die Widerrufsfrist im Fernabsatz 14 Tage (§ 355 Abs. 2 BGB) und die Rückgewähr der Leistungen erfolgt spätestens nach 14 Tagen (§ 357 Abs. 1 BGB, Stand 10.10.2026). Im Einzelfall holen Sie rechtlichen Rat ein.

Welches WMS passt zu E-Commerce?

Ein WMS lohnt sich, wenn die Lagerführung im ERP oder in der WaWi an Grenzen kommt, etwa bei vielen Lagerplätzen, Chargen oder hohem Kommissioniervolumen (Erfahrungswert von Find-Your-Software). Wichtig sind die Anbindung an ERP und Shop, Retourenabwicklung und Versandanbindung. Eine Übersicht bietet die Seite WMS für E-Commerce.

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